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Gattungsmischung im Orendel - Eine Hybride zwischen Legende und Brautwerbung

Titre: Gattungsmischung im Orendel - Eine Hybride zwischen Legende und Brautwerbung

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2007 , 18 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Anne-Katrin Otto (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Résumé Extrait Résumé des informations

Hans Steinger bezeichnete 1935 den Orendel als „eine Dichtung ohne Grundsatz“, die „jeder künstlerischen Zielstrebigkeit Hohn“ spräche. Die gesamte ältere literaturwissenschaftliche Forschung reproduzierte diese Auffassung der planlosen, lediglich additiven Konzeption des Orendel. Als so genanntes Spielmannsepos – und somit als Sammelsurium heterogener Motive - wurde ihm jegliche Kohärenz sowohl des Inhalts als auch der Form abgesprochen.
Erst in den letzten 5 bis 15 Jahren fragt die Forschung nach der sinnkonstituierenden Funktion der verschiedenen narrativen Traditionen und den damit verbundenen vermeintlichen Gattungsbrüchen. Durch die nunmehr stärkere Betonung der integrierenden Kraft des Orendel erscheint die Überschreitung der klassischen Gattungsgrenzen nicht länger als willkürliche. Man hat erkannt, dass starres Gattungs- und Schemadenken den Blick für die Geschlossenheit des Werks, über die in jüngster Zeit Konsens herrscht, verstellte.
Obwohl die Verschmelzung von weltlichen und geistlichen Erzähltraditionen im Orendel als ästhetisch anspruchsvolles Stilisationsprinzip nicht länger in Frage gestellt wird, bestehen dennoch diverse Meinungen zum Stellenwert der einzelnen Motive innerhalb des übergreifenden Sinnzusammenhangs. Nach einer allgemeinen Betrachtung zur Problematik der Gattungsmischung oder Hybridität sollen die verschiedenen, teilweise antagonistischen Deutungsperspektiven in der Forschung zum Orendel anhand einer eingehenderen strukturellen Textanalyse kritisch geprüft und das Verhältnis der profanen und sakralen Erzählmomente herausgestellt werden. Die anschließende Untersuchung der Funktionen der Gattungsschemata soll die Interpretation des Orendel als organische sowie dynamische Hybride stützen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Orendel – Eine Dichtung ohne Grundsatz?

2 Gattungsbruch vs. Gattungsmischung

2. a Zur generellen Problematik der Hybridität

2. b Zur Hybridität der Orendeldichtung

3 Orendel im Spannungsfeld profanen und sakralen Erzählens

3. a Strukturelle Analyse des Verhältnisses von legendarischen und brautwerberischen Motiven

3. b Funktion und Funktionalisierung der heterogenen Motive

4 Ästhetik und Kohärenz der Gattungsmischung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gattungsmischung im Epos Orendel und analysiert, wie das Werk durch die Verbindung von profanen Erzählmustern der Brautwerbung und sakralen Elementen der Legende eine eigene, hybride Struktur und organische Kohärenz entwickelt.

  • Analyse der Hybridität als konstruktives Stilisationsprinzip im Orendel.
  • Strukturelle Untersuchung des Verhältnisses zwischen Brautwerbungs- und Legendenmotiven.
  • Kritische Auseinandersetzung mit bisherigen Forschungsmeinungen zur vermeintlichen Planlosigkeit des Werks.
  • Untersuchung der Funktionalisierung heterogener Motive zur Sinnkonstitution.
  • Deutung der Heiligung des Protagonisten als Endpunkt der Gattungsmischung.

Auszug aus dem Buch

3. a Strukturelle Analyse des Verhältnisses von legendarischen und brautwerberischen Motiven

Nach einem gebetsartigen Prolog des unbekannten Verfassers, der einstimmt auf die folgende religiöse Thematik, setzt der Orendel explizit mit der Genealogie des Grauen Rockes Christi, der wichtigsten Herrenreliquie, ein: Nu wil ich mir selber beginnen von dem grawen rocke singen (V. 19f). Die Passagen bis Vers 157 dienen fast ausschließlich der Genese der tunica inconsutilis domini. Es wird von der Fertigung der Primärreliquie durch Maria und Helena und dem Martyrium Christi darin berichtet, des Leidensgewandes Christi unwürdige Träger werden genannt, wodurch der Bereich legendarischen Erzählens aufgerufen wird. Schließlich endet die Genealogie des Rockes zunächst, indem ein Walfisch den Rock verschlingt.

Obwohl der Anfang des Orendel exponiert durch die Genealogie des Rockes, einer Genealogie der Dinge, den Beginn eines Reliquientranslationsberichtes darstellt, wird bereits hier schlaglichtartig auf die danach einsetzende Brautwerbung verwiesen und so vorbereitet. Beispielsweise wird völlig unvermittelt mit sit quam er dem kunige Orendel zu droste (V. 39) der noch nicht eingeführte Protagonist Orendel angesprochen und durch den Hinweis auf sein Dasein als König auch die Brautwerbungsproblematik erhellt. Gantert spitzt die Hypothese noch zu, indem er im Pilger Tragemunt den deutlichsten Hinweis darauf erkennt. Er sieht in Tragemunt die feste Handlungsrolle des Kundigen, aufgrund seines Namens und der formelhaften Einführung als waller, dem 72 Königreiche kund sind (V. 111ff), realisiert. Es zeigen sich demnach bereits hier deutliche Interferenzen der diversen literarischen Gattungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Orendel – Eine Dichtung ohne Grundsatz?: Einführung in die Forschungsgeschichte, die den Orendel lange als planloses Sammelsurium betrachtete, und Darstellung des neueren Forschungsansatzes, der das Werk als komplexe hybride Konstruktion begreift.

2 Gattungsbruch vs. Gattungsmischung: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Hybridität in der Literatur und deren Anwendung auf die Orendel-Dichtung.

3 Orendel im Spannungsfeld profanen und sakralen Erzählens: Detaillierte Analyse der strukturellen Verbindung und funktionalen Integration von Brautwerbungs- und Legendenmotiven im Handlungsverlauf des Epos.

4 Ästhetik und Kohärenz der Gattungsmischung: Abschließende Betrachtung, die betont, dass die verschiedenen Erzählelemente gleichberechtigt als Teil eines synthetischen Ganzen zu sehen sind, um die innere Dynamik des Werks zu erfassen.

Schlüsselwörter

Orendel, Gattungsmischung, Hybridität, Brautwerbung, Legende, Reliquientranslation, Heiligung, Literaturwissenschaft, narrativer Kontext, christliche Religion, Heldenepik, Motivanalyse, Stilisationsprinzip, Trierer Tunica, Mittelalter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Orendel nicht als planlose Ansammlung von Motiven, sondern als eine kunstvolle hybride Konstruktion, die verschiedene literarische Traditionen wie Brautwerbung und Legende miteinander verschmilzt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Gattungsmischung, die strukturelle Integration heterogener Motive sowie die Frage nach der sinnkonstituierenden Funktion der religiösen und weltlichen Elemente.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, die Interpretation des Orendel als organische und dynamische Hybride zu stützen und zu belegen, dass die Gattungsgrenzen bewusst überschritten werden, um einen übergeordneten Sinnzusammenhang zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine strukturelle Textanalyse durchgeführt, die die verschiedenen Episoden des Werks unter dem Blickwinkel der Hybridität und der gegenseitigen Durchdringung der Erzähltraditionen untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der verschiedenen literarischen Gattungen, der Problematik der Hybridität, der detaillierten Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen profanem Brautwerbungshandeln und sakralem Legendenerzählen sowie der Funktionalisierung dieser Motive.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Orendel, Gattungsmischung, Hybridität, Brautwerbung, Legende und Heiligung.

Welche Rolle spielt der Graue Rock im interpretatorischen Ansatz der Arbeit?

Der Graue Rock fungiert als zentrales legendarisches Element, dessen Genese und Translation die Heiligung des Protagonisten Orendel zementieren und ihn als Mittler zwischen Gott und den Gläubigen ausweisen.

Wie bewertet die Arbeit die These, der Orendel sei primär ein Reliquientranslationsbericht?

Die Arbeit relativiert diese These, indem sie aufzeigt, dass die Translationshandlung zwar eine wichtige religiöse Komponente darstellt, aber nicht als alleinige Intention des gesamten Werks gelten kann, da dies die komplexen narrativen Strukturen der Brautwerbung vernachlässigen würde.

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Résumé des informations

Titre
Gattungsmischung im Orendel - Eine Hybride zwischen Legende und Brautwerbung
Université
Dresden Technical University  (Institut für Germanistik )
Cours
Seminar: Orendel, der graue Rock
Note
1,3
Auteur
Anne-Katrin Otto (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
18
N° de catalogue
V73292
ISBN (ebook)
9783638740951
Langue
allemand
mots-clé
Gattungsmischung Orendel Eine Hybride Legende Brautwerbung Seminar Orendel Rock
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anne-Katrin Otto (Auteur), 2007, Gattungsmischung im Orendel - Eine Hybride zwischen Legende und Brautwerbung , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73292
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Extrait de  18  pages
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