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Anything goes, Paul Karl Feyerabends Argumentation in "Against Method"

Title: Anything goes, Paul Karl Feyerabends Argumentation in "Against Method"

Seminar Paper , 2003 , 25 Pages

Autor:in: Ralf Thür (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Paul Karl Feyerabend war mir bis Anfang 1994 eine unbekannte Grösse. Als ich u.a. mittels Massenmedien über sein Leben, sein Wirken, seinen gedanklichen Kosmos sowie sein Ableben informiert wurde, gab es manch interessanten Schlüsselbegriff, der mich zu weiterer Recherche ermutigte. Seine unkonventionelle Art den Wissenschaftsbetrieb zu beleuchten, weckte mein Interesse. Die von mir rezipierten Zeitungsberichte und Texte liessen auf einen aussergewöhnlichen und provokativen Denker schliessen, über dessen Ideen kontrovers debattiert wurde. Dieser Denker begleitete mich durch meine Zeit an der Universität; gerade auch deshalb, weil die Art dieses „erkenntnistheoretischen Anarchisten“ als wohltuendes Gegengewicht, zum manchmal von mir als etwas statisch empfundenen Hochschulbetriebs gewertet werden kann, weil ich des öfteren auf Hochschulniveau eine freie Debatte um philosophische Themen vermisst habe.
Im Wintersemester 2002 / 2003 besuchte ich ein Seminar zum Thema „philosophische Rebellen“, in dem ich die rebellischen Aspekte von Feyerabend erneut untersuchen und kennenlernen konnte. Vom Hauptwerk Feyerabends „Against Method“ oder „Wider den Methodenzwang“ ausgehend, das formal „kein systematisches Traktat, sondern ein Brief an einen Freund“ (Feyerabend 1995 a: 11) ist, versuche ich seine Argumentation aufzuzeigen.
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei Hauptteile; einen systematischen sowie einen historischen. Im ersten Teil möchte ich die Gedanken um Feyerabends Vorstoss des „Anything goes“ darlegen und seine Thesen und Aspekte wiedergeben. Der zweite Teil stellt seine Argumentation anhand des Beispiels des „Turmarguments“ von Galileo Galilei vor. Die Arbeit schliesst ein Fazit seines Vorstosses, eine kurze Rezeptionsgeschichte seiner Gedanken sowie eine kritische Würdigung der von mir rezipierten Texte ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographie und Bibliographie

2.1 Biographie Feyerabends

2.2 Bibliografie Feyerabends

3. Der Gedanke Paul Feyerabend‘s „Anything goes“ dargelegt

3.1 Einleitung Theorieteil

3.1.1 Makroebene

3.1.2 Mesoebene

3.1.3 Mikroebene

3.2 Terminologie und Vorgehen Feyerabends

3.2.1 Kontrainduktives Vorgehen

3.2.2 Konsistenzbedingung

3.2.3 „Absurde“ Gedanken

3.2.4 Quant. Unstimmigkeiten und qual. Fehlschläge

4. Galileo Galileis Turmargument

4.1 Einleitung Analyseteil

4.2 Beobachtungsbegriffe und natürliche Interpretationen

4.3 Methode der Anamnesis

4.4 Entschärfen mittels ad-hoc-Hypothesen

5. Fazit

6. Rezeptionsgeschichte

7. Kritische Würdigung und Reflexion

8. Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den erkenntnistheoretischen Ansatz von Paul Karl Feyerabend, insbesondere das Konzept des „Anything goes“ aus seinem Hauptwerk „Against Method“. Ziel ist es, Feyerabends kritische Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Methoden aufzuzeigen und seine Argumentation anhand des historischen Beispiels von Galileis „Turmargument“ nachzuvollziehen.

  • Biographische Einordnung von Paul Feyerabend und seinem Wirken.
  • Darlegung der mehrschichtigen Argumentation („Anything goes“) in drei Ebenen.
  • Analyse wissenschaftstheoretischer Begriffe wie Kontrainduktion und Konsistenzbedingung.
  • Untersuchung von Galileis Widerlegung der Aristoteliker durch den Einsatz von Anamnesis.
  • Kritische Reflexion der Feyerabend-Rezeption und des Methodenpluralismus.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Makroebene (Kontext, Korpus)

Am Anfang einer Hypothesenbildung steht immer eine Idee, die mit den Begebenheiten ihres Kontextes konfrontiert wird. Diese die Hypothese umfassenden Strukturen und Traditionen beeinflussen diesen Prozess. Jede Idee wird quasi in einen Kontext „hineingeboren“, d.h. jeder kreative Vorgang entwickelt seine Gebilde in einem zum voraus definierten Umfeld. Weil gemäss Feyerabend dieser zu analysierende Kontext als sehr komplex und vielfältig zu charakterisieren ist, kann ihm nicht eine einzige Methode gerecht werden. Die Wechselwirkungen der einzelnen Elemente mit anderen Teilnehmern sind äusserst vielfältig und verworren. Die Wissenschaft reagiert darauf mit Methoden, die stark vereinfachen. Das Datenmaterial, das der Forscher in sein Vorgehen einbeziehen muss, ist komplex, mehrschichtig und lässt sich nicht nur in „eine“ Form pressen.

„Wer sich dem reichen [...] Material zuwendet und es nicht darauf abgesehen hat, es zu verdünnen, um seine niedrigen Instinkte zu befriedigen, nämlich die Sucht nach geistiger Sicherheit in Form von Klarheit, Präzision, ‚Objektivität‘, ‚Wahrheit‘, der wird einsehen, dass es nur einen Grundsatz gibt der sich unter allen Umständen und in allen Stadien der menschlichen Entwicklung vertreten lässt. Es ist der Grundsatz: Anything goes“ (Feyerabend 1995 a: 45, Hervorhebung i.O.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in Feyerabends Denken ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung, die sich in einen systematischen und einen historischen Teil gliedert.

2. Biographie und Bibliographie: Dieses Kapitel skizziert den Lebensweg Feyerabends und ordnet seine wichtigsten Schriften in den wissenschaftlichen Kontext ein.

3. Der Gedanke Paul Feyerabend‘s „Anything goes“ dargelegt: Hier werden die theoretischen Grundlagen von Feyerabends Anarchismus in der Wissenschaftslehre auf drei Ebenen analysiert.

4. Galileo Galileis Turmargument: Dieser Teil illustriert Feyerabends Thesen an der historischen Verteidigung des Kopernikanischen Systems durch Galileo Galilei.

5. Fazit: Das Kapitel fasst Feyerabends Kritik an einer einheitlichen wissenschaftlichen Methode zusammen und betont sein Plädoyer für Methodenpluralismus.

6. Rezeptionsgeschichte: Hier wird die polarisierte Wahrnehmung Feyerabends in Fachkreisen und im politischen Diskurs beleuchtet.

7. Kritische Würdigung und Reflexion: Der Autor hinterfragt Feyerabends Arbeitsweise sowie die Trennschärfe seiner Argumentationsansätze und bewertet deren Relevanz.

8. Bibliografie: Dieses Kapitel führt alle verwendeten Primär- und Sekundärquellen der vorliegenden Arbeit auf.

Schlüsselwörter

Feyerabend, Anything goes, Wissenschaftstheorie, Epistemologischer Anarchismus, Methode, Turmargument, Galilei, Anamnesis, Wissenschaftsgeschichte, Kontrainduktion, Konsistenzbedingung, Methodenpluralismus, Erkenntnisfortschritt, Wahrheitsanspruch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Paul Feyerabends wissenschaftstheoretisches Hauptwerk „Against Method“ und beleuchtet seinen provokanten Ansatz des „Anything goes“ sowie dessen Konsequenzen für das Verständnis von Wissenschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die Wissenschaftsgeschichte, das Verhältnis zwischen Theorie und Beobachtung, die Rolle von Methoden im Wissenschaftsbetrieb sowie die philosophische Reflexion über Erkenntnisgewinn.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Feyerabends Argumentation für einen Methodenpluralismus verständlich zu machen und kritisch zu hinterfragen, wie dieser Vorstoß das traditionelle Bild rationaler Wissenschaft herausfordert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine textanalytische Untersuchung durch, bei der er systematische Konzepte aus Feyerabends Schriften extrahiert und diese anhand historischer Fallbeispiele, wie Galileis Turmargument, nachvollziehbar macht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Feyerabends Konzepte wie die Kontrainduktion und die Konsistenzbedingung theoretisch dargelegt und anschließend historisch auf Galileis Verteidigung des heliozentrischen Weltbildes angewendet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Anything goes“, Erkenntnistheorie, Wissenschaftsanarchismus, Galilei, Methodenpluralismus und das Spannungsfeld von Vernunft und Irrationalität geprägt.

Wie unterscheidet Feyerabend zwischen den verschiedenen Ebenen der wissenschaftlichen Forschung?

Feyerabend unterscheidet zwischen der Mikroebene des individuellen Forschers, der Mesoebene des Wissenschaftsbetriebs und der Makroebene des zu untersuchenden Materials, um die Komplexität des Erkenntnisprozesses aufzuzeigen.

Warum spielt das Turmargument von Galileo Galilei eine so wichtige Rolle für Feyerabend?

Es dient als Paradebeispiel dafür, wie wissenschaftliche Paradigmenwechsel nicht rein logisch, sondern auch durch psychologische und rhetorische Überzeugungsarbeit, neue Beobachtungssprachen und ad-hoc-Hypothesen zustande kommen.

Wie bewertet der Autor die Struktur von Feyerabends Texten?

Der Autor kritisiert die teilweise collageartige und repetitive Struktur von Feyerabends Werken, die eine klare systematisierte Argumentationslinie für die wissenschaftliche Auswertung erschwert.

Was ist mit der „Anamnesis“ in Galileis Vorgehen gemeint?

Galilei nutzt diese Methode, um eine neue Beobachtungssprache einzuführen, indem er so tut, als ob die neue Erkenntnis bereits als vorgeburtliches Wissen vorhanden wäre, was den Akzeptanzprozess seiner Theorie erleichtert.

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Details

Title
Anything goes, Paul Karl Feyerabends Argumentation in "Against Method"
College
University of Zurich  (Philosophisches Seminar)
Course
Philosophische Rebellen
Author
Ralf Thür (Author)
Publication Year
2003
Pages
25
Catalog Number
V73305
ISBN (eBook)
9783638741019
ISBN (Book)
9783638742245
Language
German
Tags
Anything Paul Karl Feyerabends Argumentation Against Method Philosophische Rebellen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ralf Thür (Author), 2003, Anything goes, Paul Karl Feyerabends Argumentation in "Against Method", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73305
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