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Soziale Folgen globaler Rationalisierungsprozesse seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges - unter besonderer Berücksichtigung der Bundesrepublik Deutschland

Title: Soziale Folgen globaler Rationalisierungsprozesse seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges - unter besonderer Berücksichtigung der Bundesrepublik Deutschland

Bachelor Thesis , 2006 , 49 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Bachelor of Arts (B.A.) Dirk Brockmeyer (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Die Arbeit untersucht die sozialen Folgen des als „Globalisierung“ bezeichneten Phänomens der zunehmenden wirtschaftlichen Verflechtungen verbunden mit der Liberalisierung der internationalen Märkte.
Globalisierung soll in dieser Arbeit als globale Rationalisierung aufgefasst werden. Die Rationalisierung im Sinne der Weberschen Zweckrationalität umfasst alle Lebensbereiche, doch soll in der globalen Perspektive vor allem ihre wirtschaftliche Verwirklichung untersucht werden. Mit dem Anspruch, die möglichst effiziente und rationale Allokation von Produktionsfaktoren zu verwirklichen, wurde die Globalisierung der Märkte vorangetrieben; begründet wurde und wird sie mit der monetaristischen Theorie, deren Wurzeln bei Ricardo und Smith zu finden sind. Sowohl der ideologische Hintergrund, als auch die Institutionalisierung des Freihandels muss für die Analyse berücksichtigt werden. Dennoch ist das reale Ausmaß von Globalisierung nicht alleine entscheidend für die Beeinflussung der gesellschaftlichen Entwicklungen, da bereits der Glaube an ihre Realität gesellschaftliche Prozesse beeinflussen kann, indem er wirklichkeitsschaffend wirksam wird, die „subjektiv-konstruktivistische Dimension“ entfaltet ohne empirische Grundlage ihre Wirkung. (Kapitel 2).
Aus der tatsächlichen Entwicklung lassen sich zwei Hauptfolgen ableiten: Zum einen wird die Souveränität der Staaten in Frage gestellt, da ökonomisch unerwünschte Entscheidungen durch Kapitalabfluss sanktioniert werden können. Somit haben Kapitalinteressen einen direkten Einfluß auf die Politik, schränken die demokratische Entscheidungsfindung ein. Zum anderen bricht der Marxsche Klassengegensatz von Arbeit und Kaptial erneut auf (Kapitel 3)
Die weitere Analyse der Folgen globaler Rationalisierungsprozesse, wird sich auf deren Folgen für die westlichen Industriegesellschaften beschränken und insbesondere die Bundesrepublik Deutschland in der Auswertung berücksichtigen. Gleichzeitig mit der Zunahme von Konfliktpotenzial im Inneren der Gesellschaften durch Exklusion uns zunehmende Ungleichheit steigt auch der Druck von Außen, da sich die global Benachteiligten durch mediale Vernetzung ihrer Lage bewusst werden können und somit, im Streben nach einer Verbesserung ihres Lebensstandards, in die westlichen Staaten drängen (Kapitel 4).
Diese Folgen lassen zwei Möglichkeiten offen. Entweder können die Ungleichheiten in die gesellschaftliche Realität integriert werden, oder sie müssen in näherer Zukunft abgebaut werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Globale Rationalisierungsprozesse

2.1 Die ideologische Wende: von der Wertrationalität zum Monetarismus

2.2 Der institutionelle Überbau

Währungsstabilität: Bretton Woods und EWS

Freihandel: GATT und WTO

Die Institutionalisierung des Monetarismus: IWF und Weltbank

Die Rechte von Arbeitnehmern: die ILO

3. Die Folgen globaler Rationalisierungsprozesse

3.1 Die Selbstentmachtung der Nationalstaaten

3.2 Arbeit vs. Kapital

Arbeitslosigkeit als strukturelles Phänomen

Der Faktor Mobilität – Steuerwettbewerb und Sozialabbau

4. Gefahren für den sozialen Frieden

4.1 Soziale Ungleichheit

Einkommen aus Kapital und Arbeit

Ungleichheit innerhalb der erwerbstätigen Bevölkerung

Mittelstand und transnationale Konzerne

Die Risikoverteilung

4.2 Das Problem der Exklusion

4.3 Zunehmender Migrationsdruck

4.4 Der Rückzug des Staates – Verlust demokratischer Gestaltungsmöglichkeiten durch Privatisierung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die sozialen Auswirkungen globaler Rationalisierungsprozesse seit dem Zweiten Weltkrieg, wobei sie der Frage nachgeht, inwieweit neoliberale Wirtschafts- und Globalisierungspolitik den Spielraum nationaler Demokratien einschränkt und soziale Ungleichheit sowie Exklusion begünstigt.

  • Die Transformation der Weltwirtschaft hin zu einer globalen Rationalisierung unter monetaristischem Einfluss.
  • Die Rolle globaler Institutionen wie WTO, IWF und Weltbank bei der Durchsetzung neoliberaler Rahmenbedingungen.
  • Der Bedeutungsverlust von Nationalstaaten und die Verschiebung des Machtverhältnisses zugunsten des Kapitals.
  • Die Folgen für den sozialen Frieden, insbesondere durch soziale Ungleichheit, Exklusion und Migrationsdruck.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit der Privatisierung vormals staatlicher Aufgaben am Beispiel der Wohnungspolitik.

Auszug aus dem Buch

Die Risikoverteilung

Zum ungleich verteilten Reichtum kommen noch die ungleich verteilten Risiken hinzu. Ob Chemieindustrie, Atomkraftwerke oder auch Verbrennungsmotoren – jede Technologie birgt immer auch ein Risiko in sich. Lag das Risiko bei den frühen Automobilen oder gar Dampfmaschinen hauptsächlich beim Nutzer der Technik, dessen Leben durch Kesselexplosionen oder Unfälle gefährdet war, sind die Risiken der neueren Technologien vielfach nicht mehr oder nur gering örtlich gebunden. Spätestens mit der Nutzung der Atomenergie sind die Folgen von Katastrophen nicht mehr lokal zu begrenzen. Nach dem Reaktorzwischenfall von Tschernobyl blickte ganz Europa auf die Wetterkarte und hoffte, dass der Wind die Atomare Wolke in die jeweils andere Richtung treiben möge. Doch sind so konkrete Katastrophen mit ihrer äußerst direkt ersichtlichen Bedrohungslage nur die Spitze des Eisberges. Die in der Herstellung, Verarbeitung und Nutzung von Technologie anfallenden Giftstoffe verbreiten sich nahezu unbemerkt über die gesamte Welt. Damit lassen sich für die Verteilung von Wohlstandsrisiken zwei Bewegungsrichtungen ausmachen:

Zum einen werden die Risiken der Produktion tendenziell in die Länder verlagert, die am wenigsten am Wohlstand teilhaben und sind dort bei den Menschen zu finden, die sich wiederum (fast) ganz unten im sozialen Spektrum befinden. Ob Chemiewerke oder arbeitsintensive Nähfabriken für westliche Bekleidungsfirmen, sie alle sind hauptsächlich in den ärmeren Gegenden der Welt zu finden. Im Zuge der Rationalisierung der Produktion, also der möglichst billigen Herstellung in Verbindung mit dem Versuch der (ärmeren) Staaten Arbeitsplätzene ins eigene Land zu holen, werden Umweltvorschriften, Arbeitsschutz und Bauvorschriften auf ein Minimum reduziert. Damit steigt das Risiko von Gesundheitsschäden. Bei bis zu 16 Stunden täglicher Arbeitszeit sind Unfälle nicht selten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert Globalisierung als globale Rationalisierung und steckt den theoretischen sowie empirischen Rahmen ab, um soziale Folgen zu analysieren.

2. Globale Rationalisierungsprozesse: Analysiert den Wandel hin zum monetaristischen Neoliberalismus und die Rolle globaler Institutionen wie IWF, Weltbank und WTO.

3. Die Folgen globaler Rationalisierungsprozesse: Untersucht die Schwächung nationalstaatlicher Handlungsspielräume und das sich verändernde Verhältnis zwischen Arbeit und Kapital.

4. Gefahren für den sozialen Frieden: Beleuchtet die Zunahme von sozialer Ungleichheit, Exklusion, Migrationsdruck und die negativen Folgen staatlicher Privatisierung.

5. Fazit: Führt die Argumente zusammen und stellt fest, dass die Diskrepanz zwischen globaler ökonomischer Ordnung und fehlenden sozialen Standards den sozialen Frieden und demokratische Grundwerte gefährdet.

Schlüsselwörter

Globalisierung, Rationalisierung, Neoliberalismus, Kapitalakkumulation, WTO, IWF, Weltbank, Nationalstaat, Soziale Ungleichheit, Exklusion, Arbeitslosigkeit, Migrationsdruck, Privatisierung, Sozialabbau, Soziale Gerechtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den sozialen Folgen globaler Rationalisierungsprozesse seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, mit einem Fokus auf die Auswirkungen des neoliberalen Wirtschaftsmodells auf die Bundesrepublik Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die ideologische Dominanz des Monetarismus, die Rolle internationaler Organisationen wie IWF und WTO, die Veränderung der Machtverhältnisse zwischen Kapital und Arbeit sowie die Bedrohung des sozialen Friedens.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die sozialen Konsequenzen der globalen Rationalisierung aufzuzeigen und zu untersuchen, wie diese die demokratische Gestaltungsmacht der Nationalstaaten schwächen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretisch-empirischen Analyse, die sowohl ökonomische Theorien (wie die von Smith, Ricardo und Friedman) als auch gesellschaftspolitische Studien einbezieht und mit einer konstruktivistischen Perspektive auf die wahrgenommene Realität verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entmachtung der Nationalstaaten gegenüber den globalen Finanzmärkten, das Ungleichgewicht zwischen Kapital und Arbeit sowie die konkreten Gefahren für den sozialen Frieden durch Privatisierung und soziale Ausgrenzung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Globalisierung, Neoliberalismus, soziale Exklusion, Renditeorientierung des Kapitals und den Verlust staatlicher Souveränität charakterisiert.

Inwieweit spielt die Privatisierung eine Rolle für den sozialen Frieden?

Die Privatisierung von Staatseigentum, etwa im Bereich des sozialen Wohnungsbaus, entzieht dem Staat Möglichkeiten zur aktiven sozialen Gestaltung, was Segregation und soziale Spannungen fördert.

Warum ist die Arbeit für die heutige Zeit relevant?

Sie thematisiert die Diskrepanz zwischen globalen ökonomischen Prozessen und dem Fehlen globaler sozialer Standards, was auch heute noch als zentrale Herausforderung für den sozialen Zusammenhalt und die Demokratie gilt.

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Details

Title
Soziale Folgen globaler Rationalisierungsprozesse seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges - unter besonderer Berücksichtigung der Bundesrepublik Deutschland
College
University of Osnabrück  (Fachbereich Sozialwissenschaften )
Grade
1,3
Author
Bachelor of Arts (B.A.) Dirk Brockmeyer (Author)
Publication Year
2006
Pages
49
Catalog Number
V73307
ISBN (eBook)
9783638634526
ISBN (Book)
9783638675710
Language
German
Tags
Deutschland Rationalisierung Globalisierung Exklusion Gesellschaftsstruktur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts (B.A.) Dirk Brockmeyer (Author), 2006, Soziale Folgen globaler Rationalisierungsprozesse seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges - unter besonderer Berücksichtigung der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73307
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