„Wie motiviere ich die Kinder im Unterricht mitzuarbeiten?“
Diese Ausgangsfrage stellt sich oft bei dem ersten Versuch eine Klasse zu unterrichten. Die Motivation der Schüler ist ein entscheidender Faktor, ob eine Unterrichtsstunde gelingt und wieviel die Schüler aus einer Stunde "mitnehmen". Von diesem Aspekt ausgehend beschäftigte ich mich während meiner Beobachtungsphase im Schulpraktikum implizit mit dem Thema der „Motivation“, wobei ich die Möglichkeit der externen und die der internen Beobachtung, wenn ich kleine Unterrichtseinheiten selbst durchführte, für die Beantwortung der oben gestellten Frage nutze. Die Beantwortung der Frage, welche Motivierungsmöglichkeiten es für eine Schulklasse gibt und welche Formen und Auffälligkeiten ich beobachten konnte, soll in Verbindung mit der theoretischen Seite der Motivation die Grundlage meines Praktikumsberichtes sein.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2. Einige Motivationsmodelle im direkten Bezug zu den Beobachtungen im Unterricht
2.1 Die Intrinsische und extrinsische Motivation
2.2 Die Bedürfnispyramide von Maslow
2.3 Die Leistungsmotivation von Atkinson
2.4 Die Attributionstheorie von Weiner
3. Motivieren im Unterricht
3.1 Erfolg und Verstärkung
3.2 Mit Spaß und Interesse an den Lerngegenstand
3.3 Motivation der Schüler untereinander
3.4 Funktion der Zieltransparenz
4. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung motivationaler Aspekte im Unterricht einer zweiten Grundschulklasse während eines sechswöchigen Schulpraktikums. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Schüler in konkreten Unterrichtssituationen motiviert werden können und welche externen sowie internen Faktoren dabei eine entscheidende Rolle spielen.
- Anwendung und Überprüfung theoretischer Motivationsmodelle im Schulalltag.
- Analyse von intrinsischer versus extrinsischer Motivation bei Grundschülern.
- Bedeutung von Erfolgserlebnissen, Verstärkung und Zieltransparenz für den Lernerfolg.
- Untersuchung des Einflusses von Konkurrenz und Kooperation auf das Schülerverhalten.
- Rolle der Lehrperson bei der Gestaltung eines angstfreien und motivierenden Lernklimas.
Auszug aus dem Buch
2.3 Die Leistungsmotivation von Atkinson
Bei der Leistungsmotivation sind die Faktoren der extrinsischen und intrinsischen Motivation wichtig. Atkinson geht davon aus, dass die aktuelle Leistungsmotivation, also die Leistungsbereitschaft und die Anstrengung, von dem intrinsischen Motivationsfaktor der „Hoffnung auf Erfolg“ oder der „Furcht vor Misserfolg“ und dem extrinsischen Motivationsfaktor der Belohnung oder des Zwangs einer Handlung abhängt. Dabei sieht Atkinson die Stärke des Strebens und der Bereitschaft von drei Faktoren abhängend: Zuerst zu nennen ist das Erfolgs- oder Misserfolgsmotiv, wobei es darauf ankommt, ob sich eine Person selbstbewusst und zuversichtlich neuen Aufgaben stellt (erfolgsorientiert) oder ob die Person Angst vor Versagungen hat und Aufgaben eher meidet (misserfolgsorientiert). Daneben ist für das Streben der Faktor der subjektiven Erfolgs- oder Misserfolgswahrscheinlichkeit wichtig, da sich hier die eigene Erwartung des Ergebnisses einer Aufgabe verdeutlicht. Jemand, der zum Beispiel eher ein Misserfolg erwartet, wird zurückhaltender an vorrangig leichte Aufgaben herantreten. Der letzte zu nennende Faktor ist der des Anreizwertes einer Aufgabe oder einer Tätigkeit. Darunter ist die Bedeutung zu verstehen, die eine Person dem Ergebnis einer Handlung zukommen lässt. Je höher die Bedeutung des Ziels für ein Individuum ist, desto mehr Bereitschaft wird für dessen Erlangen gezeigt.
Überwiegen bei einer Person die „Ängste vor Misserfolg“, wird Leistungsbereitschaft tendenziell vermieden, während sich durch die „Hoffnung auf Erfolg“ ein nach Erfolg strebendes Handeln entwickelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Autorin beschreibt den Rahmen ihres Schulpraktikums an der Astrid-Lindgren-Schule und stellt die zentrale Fragestellung zur Motivationssteigerung im Unterricht der Klasse 2a vor.
2. Einige Motivationsmodelle im direkten Bezug zu den Beobachtungen im Unterricht: In diesem Kapitel werden grundlegende theoretische Modelle (intrinsische/extrinsische Motivation, Maslow, Atkinson, Weiner) vorgestellt und mit praktischen Beobachtungen aus dem Schulalltag verknüpft.
3. Motivieren im Unterricht: Das Kapitel behandelt konkrete didaktische Maßnahmen zur Förderung der Lernmotivation, darunter die Bedeutung von Lob, spielerischen Elementen, sozialer Interaktion und der Transparenz von Lernzielen.
4. Schlussbemerkung: Die Autorin reflektiert ihre Erfahrungen, insbesondere den notwendigen Perspektivwechsel vom Schüler zum Lehrer sowie die Bedeutung von Spontanität und Improvisation im Lehrerberuf.
Schlüsselwörter
Motivation, Grundschule, Schulpraktikum, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Leistungsbereitschaft, Bedürfnispyramide, Leistungsmotivation, Attributionstheorie, Erfolgserlebnis, Zieltransparenz, Konkurrenz, Kooperation, Lehrerrolle, Unterrichtsgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert die Beobachtungen der Autorin zu Motivationsprozessen in einer zweiten Grundschulklasse während eines Schulpraktikums.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind psychologische Motivationsmodelle, Möglichkeiten der Leistungsverstärkung, der Einfluss sozialer Dynamiken (Konkurrenz/Kooperation) und die Bedeutung von Zielklarheit im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, theoretische Ansätze der Motivationspsychologie mit praktischen Beobachtungen im Grundschulunterricht zu verknüpfen und daraus Erkenntnisse für die eigene Lehrpraxis zu gewinnen.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die intrinsische/extrinsische Motivation, Maslows Bedürfnispyramide, Atkinsons Leistungsmotivation und Weiners Attributionstheorie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert, wie Lehrer durch Lob, interessengerechte Aufgabenwahl und transparente Zielvorgaben das Lernverhalten der Kinder positiv beeinflussen können.
Welche Rolle spielt die Freiarbeit?
Die Freiarbeit dient als praktisches Fallbeispiel, in dem die Autorin das unterschiedliche Motivationsverhalten von Schülern beim Umgang mit verschiedenen Lernmaterialien beobachten konnte.
Wie reagieren Schüler auf extrinsische Belohnungen?
Die Autorin beobachtete, dass Stempelabdrücke und Lob die Kinder motivieren, schneller und konzentrierter zu arbeiten, warnt aber gleichzeitig vor den Gefahren von Leistungsdruck.
Was ist das Fazit der Autorin zur Lehrerrolle?
Die Autorin betont, dass ein guter Lehrer über ein natürliches Vermögen zum motivierenden Unterrichten verfügen muss, welches durch pädagogisches Wissen und die Fähigkeit zur Improvisation ergänzt wird.
- Quote paper
- Inga Hemmerling (Author), 2006, Motivation - Beobachtung von Motivationsaspekten im Unterricht einer zweiten Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73416