Das Interaktionistische Entwicklungsmodell


Ausarbeitung, 2006
13 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Interaktionistisches Entwicklungsmodell
2.1 Wechselwirkung von Umwelt und Anlage
2.2 Veränderter Einfluss von Umwelt und Anlage mit zunehmendem Alter und wachsender Selbstbestimmung
2.3 Arten der Passung zwischen genetischen Anlagen und Umwelt

3. Anwendung des Entwicklungsmodells auf den Fall K.

4. Aus dem interaktionistischen Modell abgeleitete Präventions- und Interventionsstrategien
4.1 Präventionsmaßnahmen
4.2 Interventionsstrategien und - maßnahmen

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die nun folgende Hausarbeit hat das interaktionistische Entwicklungsmodell zum Thema. In einem ersten Schritt werde ich der Aufgabenstellung entsprechend die wichtigsten Aussagen dieses Modells beschreiben um es dann auf ein Beispiel aus der Sozialarbeit anzuwenden.

Als Grundlage dient hier eine Fallbeschreibung aus meinem eigenen Bekanntenkreis.

Anhand der Wechselwirkung von Anlage und Umwelt werde ich die Entwicklung eines fröhlichen jungen Mädchens erläutern, dass an Anorexia nervosa erkrankt.

Im Anschluss daran werde ich auf Präventions- und Interventionsstrategien eingehen, die im beschriebenen Fall einen entwicklungsfördernden, also positiven, Einfluss haben könnten. Diese leite ich aus den Modellannahmen ab.

2. Interaktionistisches Entwicklungsmodell

2.1 Wechselwirkung von Umwelt und Anlage

Die interaktionistische Theorie geht von der Grundannahme aus, dass Umwelt und Mensch ein Gesamtsystem bilden, das einander durch Wechselwirkungen bedingt. Folglich hängt jeder Entwicklungsschritt, den ein Individuum erfährt, vom Individuum selbst und dem Kontext, in dem die Entwicklung von statten geht, ab.

Die einzelne bewusste oder auch unbewusste Aktivität eines Menschen und die damit einhergehende Veränderung wirkt auf seine Umwelt ein und umgekehrt. Vorraussetzung für jede Entwicklung ist folglich Interaktion. Man spricht hierbei auch von einer Verschränkung oder von einer kontinuierlichen Transaktion.

Ohne die Erbanlagen des Individuums wäre Entwicklung nicht möglich. Vergleicht man beispielsweise mehrere Kinder, die unter völlig gleichen kulturellen, gesellschaftlichen und strukturellen Bedingungen groß werden, so wird man bald feststellen, dass sie sich dennoch unterschiedlich entwickeln. Ursache hierfür ist der unterschiedliche Genotyp eines jeden Kindes.

Grundlegende Vorraussetzung für die Ausprägung der Erbanlagen aber, also für das Entstehen des Phänotyps, ist das Vorhandensein einer geeigneten Umwelt. Demzufolge können die Erbanlagen nur phänotypisch ausgeprägt werden, wenn die jeweiligen Eigenschaften und Verhaltensweisen durch Entwicklungsaufgaben gefördert werden oder/ und die Umwelt die Ausprägung überhaupt zulässt. Die Umwelt wiederum wird durch das- durch sie beeinflusste!- Individuum so geprägt, dass sie ihrerseits eine Veränderung erfährt. Diese wirkt sich erneut und anders als zuvor auf das Individuum aus.

Diese Annahmen zusammenfassend kann man sagen, dass ein optimaler von positiven Eigenschaften geprägter Genotyp in Verbindung mit optimalen Umwelteinflüssen eine optimale Entwicklung ermöglicht.

Bezug nehmend zur Intelligenzentwicklung wird deutlich, dass die Genetik einen entscheidenden Einfluss hat. Leben die biologischen Eltern des Kindes als ein Paar zusammen mit ihrem Kind, bilden sie also eine typische Kernfamilie, so sind die Umweltbedingungen optimal und es besteht die größte Wahrscheinlichkeit eines Zusammenhangs zwischen dem IQ der Eltern und dem des Kindes. Auch bei der Ausprägung von Temperament, Intelligenz und Vorlieben spielen die genetischen Anlagen i. d. R. eine große Rolle. Eigenschaften wie soziale Kompetenz und Toleranz hingegen werden in einem höheren Maße von der Umwelt geprägt als von den Erbanlagen. (vgl. Kampe / Bischoff / Engeln, 2006, S. 57 ff.)

2.2 Veränderter Einfluss von Umwelt und Anlage mit zunehmendem Alter und wachsender Selbstbestimmung

Mit zunehmendem Alter eines Kindes verlieren die Umwelteinflüsse an Bedeutung für die Erklärung von Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen den Eltern und ihrem Kind, sowie zwischen Geschwistern. Die genetischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten manifestieren sich zudem deutlicher. Können in den ersten Lebensjahren genetische Unterschiede noch durch Milieuunterschiede überlagert werden, so setzt sich mit zunehmendem Alter die Erbanlage durch. Ursache hierfür ist die wachsende Selbstbestimmung des Genoms, also des Individuums. Folglich handelt es sich beim Genom um einen Entwicklungsfaktor, der ständig und selbsttätig wirksam ist.

2.3 Arten der Passung zwischen genetischen Anlagen und Umwelt

Man unterscheidet die Passung von Anlage und Umwelt in genau drei Arten. Teilen sich die Eltern mit dem Kind ein Teil des Genoms oder das ganze Genom, so resultiert daraus i. d. R. auch eine konkrete Umweltgestaltung. Sie kann dem Genom des Kindes entsprechen oder nicht. Beispielhaft veranschaulichen lässt sich dies an einer musikalischen Familie, in der zudem regelmäßig musiziert wird. Hat das Kind die Gabe der Musikalität geerbt und bekommt es zudem ein Angebot sein Talent zu schulen, was hier durch das gemeinsame Musizieren gewährleistet ist, so wird dieses Kind mit großer Wahrscheinlichkeit auch im weiteren Lebensverlauf begabt auf musikalischer Ebene sein. Diese Form der Passung bezeichnet man als passive Genom- Umwelt- Passung.

Eine zweite Form stellt die evokative Passung, auch reaktive Passung genannt, dar. Jedes Kind oder Individuum allgemein löst mit seinem Genom unterschiedliche Angebote und Anforderungen seitens seiner Umwelt aus. Einem selbstbewusst wirkenden Kind wird z. B. mehr zugetraut als einem schüchternen, zurückhaltenden.

Eine dritte Form ist die aktive Passung. Wie die Bezeichnung bereits verrät, ist damit das aktive Auswählen gemeint. Seinem Genom entsprechend wählt das Kind Interessen, soziale Kontakte und Spiele aus. Ein eher schüchternes und ängstliches Kind wird im i. d. R. keinen Kletterkurs besuchen oder Anführer einer Gruppe von Kindern sein, sondern vermutlich eher im Stillen ein Bild malen oder lesen- Je nachdem wie seine Interessenlage ist.

Alle drei Formen der Passung gehen von der Grundannahme aus, dass das Individuum (Kind) aktiv handelt

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Das Interaktionistische Entwicklungsmodell
Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig  (Fachbereich Sozialwesen)
Veranstaltung
Entwicklungspsychologie
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
13
Katalognummer
V73446
ISBN (eBook)
9783638634915
ISBN (Buch)
9783638794299
Dateigröße
410 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Interaktionistische, Entwicklungsmodell, Entwicklungspsychologie
Arbeit zitieren
Monika Dittmar (Autor), 2006, Das Interaktionistische Entwicklungsmodell, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73446

Kommentare

  • Ivonne Wolfgramm am 18.9.2017

    Diese Arbeit entspricht meiner Meinung nach keinen wissenschaftlichen Standards. Die hinzugezogene Literatur beschränkt sich lediglich auf ein Vorlesungs-Skript sowie einen Artikel aus einer nicht-wissenschaftlichen Zeitschrift. Ein wissenschaftlicher Schreibstil wird hier ebenfalls vermisst. Der Begriff "Hausarbeit" ist hier fehl am Platz.

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