Der Islam – Hauptkraft des Widerstandes gegen die sowjetische Intervention in Afghanistan


Hausarbeit, 2007

23 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Intervention der UdSSR in Afghanistan
2.1. Vorzeichen: Afghanische Politik vor der Intervention
2.2. Die Demokratische Volkspartei Afghanistans und ihre Machtergreifung
2.3. Entscheidungsprozess in Moskau und die Intervention

3. Der afghanische Widerstand
3.1. Politisierung der afghanischen Geistlichkeit - Transport einer Ideologie
3.2. Die Muslimbruderschaft - al-BannÁÞ und die Revision durch QuÔb
3.3. Kritische Untersuchung der Kernaussage von „ Ma ÝÁ lim f Ð al- Ô ar Ð q
3.4. Der afghanischen Widerstand und seine Unterstützer

4. Weitere Folgen und Schlusswort

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Beschäftigung mit dem Thema „Kalter Krieg“ führt unweigerlich auch in den Bereich der Ideo- logien. Die latente Bedrohungslage, in der sich die Supermächte USA und UdSSR nach dem Zwei- ten Weltkrieg sahen, führte zur Bildung von Machtblöcken. Ideologisch gesehen sah sich der Kapi- talismus mit dem Kommunismus konfrontiert und umgekehrt. Die physische Konfrontation der bei- den Mächte spielt, die Kuba-Krise ausgenommen, während des Kalten Krieges keine Rolle. Eine große Rolle spielten jedoch die „heißen“ Kriege, die so genannten „Stellvertreterkriege“. Sie mach- ten deutlich, dass die UdSSR, wie auch die USA durch ihre Außenpolitiken auf Drittstaaten einge- wirkt haben, um im Kampf der Systeme eine bessere Position einnehmen zu können, ohne eine di- rekte Konfrontation zu riskieren. Nach einer Reihe solcher Stellvertreterkriege wie dem Koreakrieg (1950-1953) und dem Vietnamkrieg (1965-1975) wurde im Dezember 1979 offensichtlich, dass nun auch Afghanistan auch ein solcher Kriegsschauplatz des Systemkampfs werden würde.

Ziel dieser Hausarbeit ist es nicht die Systematik dieser „heißen Kriege“ herauszuarbeiten.1 Am Beispiel der Militärintervention der UdSSR in Afghanistan ab Dezember 1979 soll deutlich ge- macht werden, dass nicht nur die unterschiedlichen Vorstellungen von Politik und Gesellschaft sei- tens des Ostblocks und der Westmächte eine Rolle spielten, sondern auch der Islam. Eine Form der Glaubensausprägung ist der afghanische Widerstand, der die Religion des Islam in einen militanten Islamismus umgedeutet hatte. Es stellt sich die Frage, wie es den Widerstandskämpfern (mu ºÁ hi- d Ð n)2, unbesoldeten Freiwilligen, gelang die sowjetischen Verbände in große Bedrängnis zu bringen und letztendlich maßgeblichen Einfluss auf den Abzug der sowjetischen Besatzungstruppen zu üben und so Afghanistan zum „Vietnam der Sowjetunion“3, zur „blutenden Wunde“.4 der Sowjetunion machte. Während die Beantwortung dieser Frage recht einfach erscheint, muss auch untersucht wer- den wie der Widerstand seine zahlreichen Anhänger weltweit mobilisieren konnte. Hier gilt Afgha- nistan neben Bosnien und Algerien als erstes großes Beispiel. Der Widerstand in Afghanistan. be- gründete sich immer auf dem Gedanken des Ê ih Á d. In den westlichen Medien wird dieser Begriff nur unzureichend als „Heiliger Krieg“ verstanden. Es ist notwendig diesen Begriff aus einer islami- wissenschaftlichen Perspektive genauer betrachten, denn leider führt der inflationäre Gebrauch die- ser lediglich populären Übersetzung zu einer Art Selbstverständlichkeit, die die Tradition des islamistischen Widerstand auf verhängnisvolle Weise mit der Glaubensausübung von weltweit rund 1,2 Milliarden Muslimen, einem Fünftel der Weltbevölkerung in Verbindung bringt. Es müsste hinterfragt werden, in wie weit der Islam und die afghanische Bevölkerung zu politischen Zwecken instrumentalisiert wurde, da diese Kämpfer, wie ihre Kommandeure ihre Handlungen durch den Islam und das islamische Konzept des Ê ih Á d legitimierten, genauso wie es im Untergrund agierende islamistische Netzwerke weltweit heute noch tun.

2. Die Intervention der UdSSR in Afghanistan 1979

2.1. Vorzeichen: Afghanische Politik vor der Intervention

Die Geschichte Afghanistans ist turbulent. Dies verdankt sie dem Wirken von Drittmächten, sowie dem inneren Druck die islamische Tradition mit der Idee eines modernen Nationalstaates vereinen zu müssen. Die Versuche der Briten in den anglo-afghanischen Kriegen (1839-1842, 1878-1981, sowie 1919) Afghanistan in das British Empire einzugliedern schlugen letztendlich nach einer Pha- se der britischen Vorherrschaft in der Region fehl. Schon hier gab es Widerstandskämpfer, die in- spiriert von der Erneuerungsbewegung5 des 18./19. Jahrhunderts, ihren Ê ih Á d gegen die Kolonial- macht führten6, doch zum Ê ih Á d später noch mehr. Mit der Drohung sich Russland anzunähern er- reichten die Afghanen 1919 die Unabhängigkeit, verloren aber Gebiete, die nach der Staatsgrün- dung Pakistans durch die Teilung Britisch-Indiens in die Islamische Republik Pakistan und die Indi- sche Union 1947 Pakistan zugesprochen wurden, was zu schwelenden Konflikten an der afgha- nisch-pakistanischen, sowie der pakistanisch-indischen Grenze führte, die bis heute anhalten. Die Königsfamilie Afghanistans setzte sich daran technische Errungenschaften durch europäische Bera- ter nach Afghanistan zu holen, was Konservative und religiöse Fanatiker hellhörig machte. Die Ab- schaffung der bisher praktizierten Abschottung der afghanischen Frau von der Außenwelt, sowie der Polygamie führte zu einer Stammesrevolte. Die Königsfamilie ging ins Exil, kehrte aber durch einen organisierten Widerstand 1929 auf den Thron zurück. 1933 trat Zahir Shah die Thronfolge seines Vaters an, der eine Politik der Modernisierung verfolgte und aufgrund dessen ermordet wur- de.7 Mit der Bitte um Entwicklungshilfe wandte sich König Zahir Shah zunächst an die USA, die le- diglich finanzielle Mittel gewährte. Den Wunsch nach Ausdehnung auf militärischen Unterstützung aufgrund des Grenzkonflikts mit Pakistan lehnte die USA ab, um den Verbündeten Pakistan nicht zu verlieren. In den 50ern folgte unter Premierminister Daud, einem Cousin des Königs, der Annä- herungskurs Afghanistans an die UdSSR, da diese den Begehren der afghanischen Regierung weit wohlwollender gegenüberstand. Diese Zuwendungen beinhalteten Aufbauhilfen für die Infrastruk- tur, Lieferung von Waffen und die Entsendung sowjetischer Berater zur Modernisierung der afgha- nischen Armee. Die Sowjetunion wollte durch diese Hilfen verhindern, dass die USA in der Region neben Iran und Pakistan auch Afghanistan als Verbündeten gewinnt.8 Dies ist nachvollziehbar ange- sichts der Teilung der Welt in zwei Machtblöcke. Diese Blockbildung im Kalten Krieg führte zur Vorstellung, dass jede Stärkung des gegnerischen Systems zugleich auch eine Schwächung des ei- genen Systems bedeutet. Mit den erwähnten Hilfeleistungen wurde eine Beziehung fortgesetzt, die bereits in den 20er Jahre begonnen hatte, nachdem am 28. Februar 1921 bereits ein Freundschafts- vertrag zwischen Afghanistan und der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik9 ge- schlossen wurde, der die Leistung finanzieller, sowie technischer Hilfe beinhaltete10. Im Gegenzug stellte Afghanistan die Unterstützung von militanten Gruppen entlang der Grenzen zu den Sowjetre- publiken ein.

2.2. Die Demokratische Volkspartei Afghanistans und ihre Machtergreifung

Die von Zahir Shah eingebrachte afghanische Verfassung von 1964 begründete eine konstitutionelle Monarchie nach westlichem Vorbild, laut derer jeder Bürger das Recht hat eine politische Partei zu gründen, sofern diese nicht gegen die Werte der afghanischen Verfassung verstößt.11 Dies führte zu Gründungen von linksextremen, linken, liberalbürgerlichen und konservativ-islamischen Parteien und Organisationen.12 Nur Taraki und Babrak Karmal13 gründeten im Hause Karmals die kommu- nistische Demokratische Volkspartei Afghanistans (DVPA). Ziel dieser Partei war eine nationale Demokratie und die Vertretung der Arbeiterinteressen auf der Basis des Marxismus-Leninismus. In- nerparteilich gab es aber Differenzen in Bezug auf die Art und Weise der Realisierung. Der soge- nannte Parcham14 -Flügel schlug einen moderaten Kurs ein und sprach sich nicht lediglich für die Einbeziehung der Arbeiterklasse aus, während der Khalq15 -Flügel radikaler war.16 Das Problem der DVPA blieb die mangelnde Anhängerschaft, denn zumindest das industrielle Proletariat umfasste im Jahre 1962 schätzungsweise 20.000 Afghanen.17 Die Wiedervereinigung der beiden Flügel im August 1977 ist zurückzuführen auf die harte Verfolgungspolitik gegen DVPA-Mitglieder und Sympathisanten durch Präsident Daud, der den König im April 1977 mithilfe des Militärs und DVPA-Anhängern stürzte und die Republik ausrief. Es fanden Massenverhaftungen statt, die cha- rakteristisch waren für die militärbürokratischen Diktatur, die Daud mit der neuen Verfassung 1977 und dem Einkammerparlament stärken wollte. Khalq- und Parcham-Anhänger wurden aus den Rei- hen der Daud-Administration entfernt, da er ihnen nicht mehr traute. Offiziere und Studenten wur- den ebenfalls verfolgt. Daud warf vielen vor, sie hätten das Ziel ihn zu stürzen, um eine islamische Republik zu gründen. Die Einigung der zerstrittenen Parteiflügel der DVPA soll auch durch das Wirken Dritter herbeigeführt worden sein. Male berichtet über Aussagen, die den Führer einer na- tionalen Pashtunen-Partei als Katalysator dieser Einigung sehen. Wahrscheinlicher seien aber die Bemühungen durch die Kommunistische Partei Indiens bzw. der Sowjetunion18, die durch den so- wjetischen Botschafter in Kabul mit Taraki (Khalq) und Karmal (Parcham) in Kontakt stand. So- wjetische Dokumente belegen, dass die Führer aufgefordert wurden die Streitigkeiten beizulegen.19 Nach der Wiedervereinigung der DVPA betraute man den aus den USA zurückgekehrten Amin20 (Khalq) mit der Rekrutierung von Militärs. Durch Amin konnte die DVPA ein Bündnis mit der Ver- einigten Kommunistischen Front Afghanistans eingehen, deren Führer General Qadir ein Multipli- kator bei den Rekrutierungen innerhalb der Armee war. Auch eine Jugend- und eine Frauenbewe- gung sollten die Anhängerschaft der DVPA vergrößern.21 Im April 1977 zählte die DVPA circa ern besaß kein Land. Die hohe Auslandsverschuldung führte zusehends zu einer wirtschaftlichen Anspannung, die eine Radikalisierung innerhalb der Bevölkerung mit sich brachte. Nachdem der Planungsminister Khurram ermordet wurde, ließ der Präsident DVPA-Mitglieder verhaften, obwohl konservativ-muslimische Kreise verdächigt wurden.22 Mit der Ermordung des beliebten Gewerk- schaftsführers Khaibar in der Nacht vom 17. auf den 18. April 1978 spitzte sich die Situation zu. Die Beerdigung Khaibars wurde mit ca. 20.000 Anwesenden23 zu einer Massendemonstration gegen Daud, welche nun die unterdrückte Wut der Bevölkerung über die Regierungspolitik nach außen hin deutlich machte.24 In der Bevölkerung war man der Überzeugung, dass der amtierende Innenminis- ter Nuristani den Mord veranlasst hatte, um die DVPA wieder zu spalten. Russische Autoren teilen diese Auffassung.25 Eine These sagt, dies sei der erste Versuch des Präsidenten gewesen, sich aller hochrangigen DVPA-Funktionäre zu entledigen.26 Eine andere These sagt, dass Amin den Parteige- nossen Khaibar opferte, um die Daud-Administration diskreditieren zu können.27 Der Sturz der am- tierenden Regierung war vorbereitet worden. Die Verhaftung Tarakis war ein vorher vereinbartes Signal für DVPA-loyale Militärs, um mit dem Angriff auf den Präsidentenpalast zu beginnen.28 Die DVPA-Führung deutete den Militärputsch als Aprilrevolution um. Taraki wurde Regierungschef der neuen Demokratischen Republik Afghanistan, Amin sein Stellvertreter und Außenminister. Zie- le der Regierungen waren die Umgestaltung der Gesellschaft in eine sozialistische Gemeinschaft. Dazu sollte das Feudalsystem abgeschafft werden. Die Beziehung zu den Nachbarn, vorallem der Sowjetunion sollten weiter ausgebaut werden.29

2.3. Entscheidungsprozesse in Moskau und die Intervention

Nach der Umsturz entsprach Moskau der Bitte der neuen Regierung, mehr sowjetische Berater nach Afghanistan zu entsenden. Die entsendeten Berater bauten einen Staatssicherheitsdienst, eine Poli- zei, öffentliche Organisationen und Medien auf. In allen Ministerien, in der DVPA und in der Ar- mee wurden Berater eingesetzt. Taraki verfolgte einen Staatsaufbau nach sowjetischem Vorbild. Die Regierung wollte durch eine Neuverteilung von Ländereien das Feudalsystem abschaffen, um jedem Bauern ein Einkommen garantieren zu können. Diese Maßnahmen betraf ca. 80% von ca. 15 Millionen Afghanen. Kritik übten nicht nur die von der Enteignung betroffenen Großgrundbesitzer, sondern auch die Geistlichkeit, die argumentierte, dass das Land Gott gehöre und nicht der Regie- rung. Auch die einfachen Bauern unterstützten die Großgrundbesitzer, da sie diese als Schutzmacht gegenüber dem Staat sahen. Die Geistlichen standen der neuen Regierung auch kritisch gegenüber, weil sie weder in der Regierung vertreten waren, noch zu Rate gezogen wurden und in der Aus- übung ihrer Tätigkeit als Prediger und Berater der afghanischen Bevölkerung in Sachen Islam kon- trolliert wurden. Das Gesetz über die Gleichheit und Mann und Frau und das Verbot der Muslim- brüder führte zu Protesten, die sich in Desertationswellen innerhalb der Armee äußerten. Jeder Wi- derstand in Bezug auf die Reformen wurde seitens der Regierung mit Gewalt beantwortet.30 Im Sommer 1978 rief die Geistlichkeit zum Widerstand auf und sprach dabei die traditionell-islamisch geprägte Bevölkerung an.31 Im März 1979 erreichten die Unruhen mit der Revolte in Herat ihren Höhepunkt, bei der ca. 50 sowjetische Militärberater, sowie 5.000 zivile Opfer zu beklagen waren.32 Am Tag der Revolte fand in der Stadt eine Kundgebung gegen die Alphabetisierung der Frauen statt. Der Widerstand soll durch afghanische Flüchtlinge aus Pakistan organisiert worden sein, auch wird die Beteiligung von heimkehrenden afghanischen Gastarbeitern aus dem Iran vermutet.33 Wäh- rend der Grund für die Übergriffe bei den aus Pakistan eingereisten Afghanen in der Ablehnungs- haltung gegen die Sowjetisierung des Staatsapparats zu sehen ist, deuten alle Anzeichen daraufhin, dass sich die Heimkehrer aus dem Iran von der Regierung im Stich gelassen gefühlt haben. Die durch den Sturz des Shah im Iran einsetzende Wirtschaftskrise hatte die Gastarbeiter in die Arbeits- losigkeit gestürzt. Ihre Hoffnung auf Arbeit in der Heimat wurde durch die afghanische Regierung enttäuscht.34 Ein Teil der 10.000 Mann starken 17. afghanischen Infanteriedivision lief zu den Auf- ständischen über.35 In einer außerordentlichen Politbürositzung in Moskau am 17. März 1979 be- schäftigten sich die Teilnehmer mit der Herater Revolte. Zuvor hatte man einen genauen Lagebe- richt durch den Hauptmilitärberater in Kabul bekommen. Bei der Beschreibung der Lage sprach man von „Banden von Diversanten und Terroristen, die von Pakistan aus eingedrungen und unter der Mitwirkung der pakistanischen Behörden, sowie auch Chinas, der Vereinigten Staaten von Amerika und des Iran ausgebildet und ausgerüstet worden sind“.36

[...]


1 Vgl. zur Vertiefung: Greiner, Bernd; Müller, Christian; Walter, Dierk (Hrsg.): Heiße Kriege im Kalten Krieg, Ham- burg 2006.

2 Die Transkription der noch folgenden arabischen Begriffe in lateinische Schriftzeichen wird, wie in der Arabistik, Islamwissenschaft und Orientalistik üblich, nach den Konventionen der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (DMZ) erfolgen. Hinweise zur Aussprache arabischer Laute werden am Ende der Arbeit angefügt.

3 Botscharow, Gennadi: Die Erschütterung. Das Vietnam der Sowjetunion, Berlin 1990.

4 Michaeil Gorbatschow am 27. Parteitag des Zentralkomitees der KpdSU im März 1986. Zitiert nach Allan, Pierre; Kläy, Dieter: Zwischen Bürokratie und Ideologie. Entscheidungsprozesse in Moskaus Afghanistankonflikt, Bern/Stuttgart/Wien 1999, S. 28.

5 Durch den zunehmenden Kontakt mit dem Westen und der vielfältigen Auswirkung seiner Imperialismuspolitik ru- fen im 18./19. Jahrhundert islamische Denker dazu auf, gedanklich wieder zu den Ursprüngen des Islams zurückzu- kehren und dem Beispiel der ersten Generationen von Muslimen zu folgen. Diese Rufe nach Erneuerung bzw. Rück- besinnung müssen immer im Lichte des äußeren Zugriffs der westlichen Staaten und der damit einhergehenden Her- ausforderung gesehen werden, dass Muslime in dieser Zeit in einem Konflikt standen, nämlich dem Konflikt zwi- schen Tradition und Moderne bzw. zwischen der Glanzzeit der islamischen Kultur und dem Gefühl Machtinteressen Dritter vollkommen hilflos ausgesetzt zu sein (vgl. hierzu auch Abu Khalil, AsÝad: Revival and Renewal. In: The Oxford Encyclopedia of the Modern Islamic World, Bd. 3, New York 1995, S. 431-434).

6 Vgl. Bosworth, C. E.: Mudjahid. In: Exyclopedia of Islam, New Edition, Bd. 1., Leiden 1999, S. 290/291.

7 Vgl. von Grunebaum, Gustave Edmund (Hrsg.): Fischer Weltgeschichte Islam Band 2. Die islamischen Reiche nach dem Fall von Konstantinopel, Frankfurt am Main 2003, S. 222-225.

8 Vgl. Allan, S. 72/73.

9 Die UdSSR wurde formell erst am 30. Dezember 1922 gegründet.

10 1920: Lieferung von Flugzeugen, sowie 5000 Gewehren, Zusage über den Aufbau eines Telegrafennetzes und einer Fliegerschule. Daraufhin wurden offiziell die ersten afghanischen Militärs in der UdSSR ausgebildet. Mitte der 20er Jahre wurden weitere Feuerwaffen und Flugzeuge geliefert. Im März 1956 wurde ein Vertrag über die Entsendung sowjetischer Berater geschlossen, 200 afghanische Offiziere sollten jährlich zur Ausbildung in die UdSSR gehen. Bis 1978 haben ca. 3000 Offiziere diese Ausbildung absolviert (vgl. Allan, S. 76/77).

11 Vgl. Artikel 32 der afghanischen Verfassung von 1964: http://www.constitution.org/cons/afghan/const1963.htm, letzter Zugriff am 14. März 2007.

12 Vgl. Allan, S. 79.

13 Beide sollen Beziehungen zum KGB gehabt haben (vgl. Allan, Entscheidungsprozesse Moskaus, S. 78).

14 Persisch für „Flagge“.

15 Persich für „Volk“.

16 Vgl. Allan, S. 78/79.

17 Vgl. Male, Beverly: Revolutionary Afghanistan. A Reappraisal, New York 1982, S. 37.

18 Vgl. dies., S. 59.

19 Vgl. Allan, S. 83-86.

20 Amin wollte in New York seine Dissertation beenden. 1963 wurde er zum Präsidenten der Afghanischen Studieren- denunion gewählt. Er hat von dort aus die Gründung der DVPA mitverfolgt und sich als Mitglied dieser gesehen. Amin wurde 1965 aus den USA ausgewiesen, vielleicht weil seine Thesen zu weit linksorientiert waren. (vgl. Male, S. 37-39).

21 Vgl. Allan, S. 88.

22 Vgl. ders., S. 90.

23 Vgl. ebd.

24 Vgl. Male, S. 61.

25 Vgl. Allan, S. 90.

26 Vgl. ders., S. 90/91.

27 Vgl. ders., S. 90.

28 Vgl. Male, S. 61.

29 Vgl. Auszüge einer Erklärung Tarakis, gesendet über Radio Kabul am 9. Mai 1978, in: Rudersdorf, Karl-Heinrich: Afghanistan. Eine Sowjetrepublik?, Hamburg 1980, S. 147/148.

30 Vgl. Grevemeyer, Jan-Heeren: Afghanistan. Sozialer Wandel und Staat im 20. Jahrhundert, Berlin 1990, S. 127.

31 Vgl. Allan, S. 103-108.

32 Die Opferzahlen können nicht genau festgestellt werden, da nach amerikanischen Aussagen 20-200 sowjetische Be- rater umkamen. Moskau spricht von 20 Toten (vgl. ders., S. 131).

33 Vgl. ders., S. 129-131.

34 Vgl. Male, S. 161.

35 Vgl. Allan, S. 128.

36 Zitiert nach Ders., S. 134.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Der Islam – Hauptkraft des Widerstandes gegen die sowjetische Intervention in Afghanistan
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für Didaktik der Geschichte)
Veranstaltung
Der Kalte Krieg
Note
2
Autor
Jahr
2007
Seiten
23
Katalognummer
V73448
ISBN (eBook)
9783638635400
ISBN (Buch)
9783638769730
Dateigröße
579 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Hausarbeit behandelt einen Nebenkriegsschauplatz, einen der sogenannten "heißen Kriege" im Kalten Krieg. Außergewöhnlich hierbei, dass der Islam ins Blickfeld der Untersuchung gerät und somit ein weiter Spannungsbogen bis zum heutigen islamistischen Terrorismus gezogen werden kann.
Schlagworte
Islam, Hauptkraft, Widerstandes, Intervention, Afghanistan, Kalte, Krieg
Arbeit zitieren
Daniel Roters (Autor), 2007, Der Islam – Hauptkraft des Widerstandes gegen die sowjetische Intervention in Afghanistan, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73448

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