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Brachte die Bundestagswahl 2005 ein völlig neues Parteiensystem hervor?

Title: Brachte die Bundestagswahl 2005 ein völlig neues Parteiensystem hervor?

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Ronny John (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Nach einer Welle von verloren gegangenen Landtagswahlen für die SPD zog Gerhard Schröder nach der Wahl in NRW überraschend die Notbremse und ließ durch Franz Müntefering ankündigen, Neuwahlen noch im Jahr 2005 anzustreben. Das war der Startschuss zu einer Bundestagswahl, die mit vielen Besonderheiten in die Geschichte eingehen sollte.

Während die „Bundesregierung in Spee“ im Sommer 2005 von einem Prognosehoch zum nächsten eilte und die SPD weit abgeschlagen war, sah alles nach einem vollständigen Politikwechsel auf Bundesebene aus. Noch bis kurz vor der Wahl nährten die Demoskopen die Hoffnung auf den politischen Wechsel in Berlin. Und so kam es, wie Gerhard Schröder es prophezeite:

„Lasst euch nicht ins Bockshorn jagen, auch diese Wahl wird in den letzten Tagen entschieden.“

Der Ausgang dieser Wahl war nicht nur für die Demoskopen ein Debakel, sondern ebenfalls für die ganze Republik sehr problematisch zu bewerten. Auch im Ausland wurden überwiegend kritische Stimmen zu den politischen Aussichten und Optionen bei der Regierungsbildung beobachtet. Kein politisches Lager hatte eine regierungsfähige Mehrheit. Sowohl Rot-Grün als auch Schwarz-Gelb konnten zusammen nicht 50 Prozent erreichen.

Ziel dieser Arbeit ist es, zu prüfen, welche Probleme und v. a. welche Neuigkeiten es im Vergleich zu vergangenen Bundestagswahlen bei dieser gab. Des Weiteren soll analysiert werden, ob durch die Ergebnisse dieser Bundestagswahl das Parteiensystem signifikant beeinflusst worden ist. Dabei ist anschließend zu beurteilen, ob sich nach der Wahl 2005 ein völlig neues Parteiensystem herausgebildet hat oder ob sich die dynamischen Veränderungen lediglich im Korridor eines bereits bestehenden Trends fortgesetzt haben.

Es soll ebenfalls nach Erklärungsansätzen gesucht werden, die eine eventuelle Veränderung oder Revolution des deutschen Parteiensystems verdeutlichen oder beschreiben können. In diesem Kontext wird geprüft, ob globale Herausforderungen, wie z. B. die Globalisierung oder regionale Probleme, wie das demographische Problem, sich auf das Wahlverhalten der Bürger auswirken und wie sich daraus das Parteiensystem entwickelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1. PROBLEMSTELLUNG

1.2. AUFBAU

2. VORGESCHICHTE – EINE FINGIERTE VERTRAUENSFRAGE DURCH KANZLER SCHRÖDER?

3. ERGEBNISSE DER BUNDESTAGSWAHL 2005

3.1. DAS ERGEBNIS DER PARTEIEN IM ÜBERBLICK

3.1.1. Die Volksparteien

3.1.2. Das Abschneiden der kleineren Flügelparteien

3.2. BESONDERHEITEN DES WAHLERGEBNISSES 2005

4. DESASTER FÜR DIE DEMOSKOPEN?

4.1. DER IRRTUM DER MEINUNGSFORSCHER

4.2. URSACHEN FÜR DIE STARKEN ABWEICHUNGEN VON DEN PROGNOSEN

5. AUSWIRKUNGEN AUF DAS KÜNFTIGE PARTEIENSYSTEM – ERKLÄRUNGSANSÄTZE

5.1. DIE EINFLÜSSE DER GLOBALISIERUNG AUF DAS POLITISCHE SYSTEM

5.1.1. Begriff, Ausprägung und Indizien

5.1.2. Der Faktorpreisausgleich und die ökonomischen Folgen

5.2. GERONTOKRATIE – DAS DEMOGRAPHISCHE PROBLEM?

5.2.1. Die Demographische Entwicklung

5.2.2. Kann von einer Gerontokratie gesprochen werden?

5.3. DAS DEUTSCHE PARTEIENSYSTEM IM WANDEL NACH DER BUNDESTAGSWAHL 2005?

6. ZUSAMMENFASSUNG

6.1. FAZIT

6.2. AUSBLICK UND KRITIK

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Bundestagswahl 2005 hinsichtlich ihrer Besonderheiten und ihrer Auswirkungen auf das deutsche Parteiensystem. Es wird analysiert, ob die Wahlergebnisse eine signifikante Transformation des Parteiensystems eingeleitet haben oder ob sie die Fortsetzung bestehender Trends darstellen.

  • Analyse der Bundestagswahl 2005 als "critical election"
  • Untersuchung des Versagens der Meinungsforschungsinstitute
  • Einfluss der Globalisierung auf sozioökonomische Strukturen und Wahlverhalten
  • Debatte um demographischen Wandel und das Risiko einer "Gerontokratie"
  • Bewertung des Wandels im deutschen Parteiensystem

Auszug aus dem Buch

4.2. Ursachen für die starken Abweichungen von den Prognosen

Die Ergebnisse der Bundestagswahl, und auch das ist ein besonderes Charakteristikum dieser Wahl, hatte die längsten und schwierigsten Koalitionsverhandlungen zur Folge, die nach deutschen Bundestagswahlen jemals stattfanden. Des Weiteren war lange Zeit nach der Wahl ungewiss, welche Partei den Kanzler (-in) stellen würde. Dies beurteilten ebenfalls die Wähler nach ihrem Urnengang so. Bei einer von Infratest dimap durchgeführten Nachwahlbefragung sahen auch sie die Bildung einer Koalition als besonders problematisch.

Das unerwartete gute Abschneiden der SPD und die scheinbar nicht vorhersehbaren Verluste der Union sind also zu erklären. Es wäre jedoch zu einfach, die relativ guten Ergebnisse der Sozialdemokraten nur mit dem Kanzlerbonus und dem Charisma eines Gerhard Schröders zu erklären. Es wäre ebenfalls oberflächlich, die unerwarteten Verluste der CDU/CSU nur mit den Gewinnen für die Liberalen und den Querelen um Person Paul Kirchhof zu begründen. Um die enormen Abweichungen nun zu erklären, kann u. a. das Verhältnis zwischen Wahlabsicht und Wahlverhalten betrachtet werden.

Die Entwicklung zwischen Wahlabsicht und tatsächlichem Wahlverhalten lässt sich besonders deutlich anhand eines Panels illustrieren. Es wurden zu diesem Zweck nach der Stimmabgabe Wähler nach ihren Präferenzen zwischen Mitte August und Mitte September 2005 befragt. So wurde deutlich, dass die Sozialdemokraten von denen mehr profitieren konnten als die Union, die vor der Wahl noch unentschlossen waren. Der SPD gelang es also, mehr Wähler aus dieser Gruppe zu mobilisieren als die Union. Zuströme gab es außerdem für die Sozialdemokraten, wenn auch diese nicht so quantitativ hoch ausfielen, von Wählergruppen, die vor der Wahl noch die Linkspartei oder die Grünen präferierten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung rund um die Bundestagswahl 2005 und der Aufbau der Seminararbeit.

2. VORGESCHICHTE – EINE FINGIERTE VERTRAUENSFRAGE DURCH KANZLER SCHRÖDER?: Analyse der verfassungsrechtlichen und politischen Aspekte der vorzeitigen Vertrauensfrage durch Gerhard Schröder.

3. ERGEBNISSE DER BUNDESTAGSWAHL 2005: Überblick über das Abschneiden der Volksparteien sowie der kleineren Parteien und Identifikation besonderer Merkmale des Wahlergebnisses.

4. DESASTER FÜR DIE DEMOSKOPEN?: Untersuchung der Fehlprognosen der Meinungsforschungsinstitute und der Ursachen für die Diskrepanzen zwischen Vorhersagen und Wahlergebnissen.

5. AUSWIRKUNGEN AUF DAS KÜNFTIGE PARTEIENSYSTEM – ERKLÄRUNGSANSÄTZE: Diskussion globaler und demographischer Einflüsse auf das Wahlverhalten sowie eine Einschätzung des Wandels im Parteiensystem.

6. ZUSAMMENFASSUNG: Fazit der Seminararbeit sowie ein Ausblick auf die Zukunft der Großen Koalition und kritische Reflexion der Vorgehensweise.

Schlüsselwörter

Bundestagswahl 2005, Parteiensystem, Demoskopie, Globalisierung, demographischer Wandel, Große Koalition, Wahlergebnisse, Wahlverhalten, Reformfähigkeit, Gerontokratie, Wählerwanderung, SPD, Union, Linkspartei, FDP.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Besonderheiten der Bundestagswahl 2005 und deren Auswirkungen auf das deutsche Parteiensystem.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle der Meinungsforschung, die Auswirkungen der Globalisierung und der demographische Wandel.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist zu prüfen, ob sich nach der Wahl 2005 ein völlig neues Parteiensystem gebildet hat oder ob bestehende Trends fortgesetzt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse der Wahlergebnisse, der Demoskopie-Fehlprognosen sowie Erklärungsansätze soziopolitischer Veränderungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Prozess der Vertrauensfrage, die Wahlergebnisse, das Scheitern der Demoskopen sowie Theorien zum Wandel des Parteiensystems.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen unter anderem Bundestagswahl 2005, Parteiensystem, Globalisierung und demographischer Wandel.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Demoskopen?

Der Autor kritisiert die erheblichen Abweichungen der Prognosen vom tatsächlichen Ergebnis scharf und konstatiert einen Imageschaden für die Branche.

Warum wird im Kontext des Wandels von einer Gerontokratie gesprochen?

Der Autor diskutiert, ob eine alternde Gesellschaft durch eigeninteressierte Wahlentscheidungen zukunftsweisende Reformen behindern und die Politik dominieren könnte.

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Details

Title
Brachte die Bundestagswahl 2005 ein völlig neues Parteiensystem hervor?
College
Technical University of Chemnitz
Grade
1,3
Author
Ronny John (Author)
Publication Year
2006
Pages
31
Catalog Number
V73467
ISBN (eBook)
9783638635752
ISBN (Book)
9783638769723
Language
German
Tags
Brachte Bundestagswahl Parteiensystem
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ronny John (Author), 2006, Brachte die Bundestagswahl 2005 ein völlig neues Parteiensystem hervor?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73467
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