Einen Text nur einmal schreiben und dann beliebig oft in den unterschiedlichen Medien publizieren, ist ein Traum vieler Manager und Redakteure. Ist medienunabhängiges Texten mit wissenschaftlichen Erkenntnissen vereinbar? Zu dieser Frage werden Forderungen einiger aktueller Studien zur Rezeption am Bildschirm vorgestellt. Die Untersuchungsergebnisse von Print- und Online-Artikeln aus drei Computermagazinen werden den Forderungen vergleichend gegenübergestellt. Der Vergleich zeigt, dass Autoren durch medienunabhängiges Texten nicht allen Medien gerecht werden. Sie schöpfen besonders das Potenzial der Online-Medien nicht aus. Medienneutrales Texten gelingt aber durchaus, wenn Autoren die wesentlichen Forderungen schon während des Schreibprozesses berücksichtigen.
Inhaltsverzeichnis
1 Medienunabhängig texten
1.1 Gleicher Text für Online- und Print-Version
1.2 Weiterführende Aspekte
2 Untersuchung von Print- und Online-Artikeln
2.1 Auswahlkriterien für Magazine
2.2 Auswahlkriterien für Artikel
2.3 Erläuterung der Untersuchungskriterien
2.4 Durchführung der Untersuchung
2.4.1 PC-Professionell
2.4.2 Chip
2.4.3 PC-Shopping
2.5 Untersuchungsergebnisse zusammengefasst
3 Theorie und Praxis des medienneutralen Textens
3.1 Online – Das „schwächere“ Medium?
3.1.1 Struktur von Print- und Online-Medium
3.1.2 Vor- und Nachteile des Print-Mediums
3.1.3 Vor- und Nachteile des Online-Mediums
3.2 Forderungen an Online-Texte
3.2.1 Studien als Grundlage
3.2.2 Fließtext gestalten
3.2.3 Strukturieren
3.2.4 Orientieren und Navigieren
3.2.5 Hypermedia einsetzen
3.2.6 Bilder und Tabellen überarbeiten
3.2.7 Hyperlinks gestalten
3.3 Umsetzung der Forderungen
3.3.1 Fließtext gestalten
3.3.2 Strukturieren
3.3.3 Orientieren und Navigieren
3.3.4 Hypermedia einsetzen
3.3.5 Bilder und Tabellen überarbeiten
3.3.6 Hyperlinks gestalten
4 Erkenntnisse und Tipps beurteilen und umsetzen
4.1 Texten wie bisher?
4.2 Relevanz der Empfehlungen
4.2.1 Erkenntnisse aus dem Journalismus verallgemeinern?
4.2.2 Forderungen vom technischen Fortschritt überholt?
4.3 Intensiver forschen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen des medienneutralen Textens am Beispiel von Print- und Online-Artikeln aus Computermagazinen. Ziel ist es zu analysieren, ob und wie wissenschaftliche Erkenntnisse über die Rezeption am Bildschirm bei der Erstellung von Texten für unterschiedliche Publikationskanäle angewendet werden können, um eine hohe Qualität in beiden Medien zu gewährleisten.
- Vergleich von Print- und Online-Publikationsstrategien.
- Analyse von Navigations- und Strukturkonzepten für Web-Texte.
- Evaluierung von Usability-Prinzipien (z.B. nach Nielsen).
- Identifikation von Best Practices für eine effiziente Cross-Media-Redaktion.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Struktur von Print- und Online-Medium
Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Medien sind häufig strukturell bedingt. Um das zu verstehen muss man sich die typischen Strukturen vergegenwärtigen. Obwohl sich schon sehr viele Autoren zu diesem Thema geäußert haben, sei hier auf die drei wichtigsten Strukturen von Print- und Online-Medien hingewiesen: Sequenz, Hierarchie und Netzstruktur.
Abbildung 7: Sequenz – Linearer Lesefluss ist vorgegeben.
Abbildung 8: Hierarchie – Strenge Ordnung der Informationen.
Abbildung 9: Netzstruktur. Sie ist typisch für Hypertexte.
In der Praxis kommen kaum diese reinen Strukturen vor, denn zahlreiche Mischformen sind möglich. Allein Horton stellt 15 unterschiedliche Möglichkeiten vor, die sich aus den hier gezeigten ableiten lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Medienunabhängig texten: Einführung in die Problematik des Cross-Media-Publishings und die daraus resultierende Notwendigkeit, Inhalte medienneutral aufzubereiten.
2 Untersuchung von Print- und Online-Artikeln: Empirische Analyse verschiedener Computermagazine hinsichtlich ihrer Umsetzung von Print-Inhalten in das Online-Medium.
3 Theorie und Praxis des medienneutralen Textens: Theoretische Auseinandersetzung mit den Anforderungen an Online-Texte sowie deren konkrete Umsetzung in die Praxis basierend auf wissenschaftlichen Studien.
4 Erkenntnisse und Tipps beurteilen und umsetzen: Abschließende kritische Bewertung der Empfehlungen und Diskussion zur Relevanz journalistischer Standards unter Berücksichtigung des technischen Fortschritts.
Schlüsselwörter
Medienneutrales Texten, Cross-Media-Publishing, Online-Journalismus, Usability, Hypertext, Navigation, Strukturierung, Rezeptionsforschung, Print-Medien, Computermagazine, Single-Source-Publishing, Redaktionsprozess, Informationsarchitektur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, ob und wie Texte medienneutral verfasst werden können, sodass sie gleichermaßen für Print-Publikationen und Online-Medien geeignet sind.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Im Fokus stehen die Unterschiede in der Medienrezeption, die Gestaltung von Online-Texten sowie die Anwendung wissenschaftlicher Usability-Studien in der redaktionellen Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Autoren durch eine gezielte Berücksichtigung medienspezifischer Anforderungen bereits während des Schreibprozesses Texte schaffen können, die für beide Medien hochwertig verwertbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Der Autor führt eine empirische Vergleichsuntersuchung von Print- und Online-Artikeln dreier Computermagazine durch, die mit den theoretischen Forderungen aus der Literatur und aktuellen Studien verglichen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Strukturen von Medien, stellt Anforderungen an Online-Texte auf (z.B. "scannability", "concise") und untersucht die praktische Umsetzung dieser Forderungen in den ausgewählten Magazinen.
Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter der Arbeit?
Wichtige Begriffe sind medienneutrales Texten, Cross-Media-Publishing, Usability, Navigation und Hypertext.
Wie unterscheidet sich das Online-Leseverhalten vom Print-Lesen?
Die Arbeit zeigt, dass Nutzer am Bildschirm tendenziell langsamer lesen und Textinhalte eher überfliegen ("scannen"), weshalb eine strukturierte Aufbereitung mit Modulen und Navigationshilfen essenziell ist.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Praxis der Verlage?
Der Autor stellt fest, dass die untersuchten Online-Redaktionen die Potenziale von Hypertexten noch nicht voll ausschöpfen und oft noch "Print-Texte" in ein digitales Gerüst pressen, statt sie konsequent für das Internet zu optimieren.
- Quote paper
- Michael Loseries (Author), 2002, Medienneutral texten. Theorie und Praxis am Beispiel von Print- und Onlineartikeln aus Computermagazinen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7348