MedienDemokratie. Der Einfluss der Medien auf Politik und Gesellschaft


Seminararbeit, 2007

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Medien und Demokratie- Eine kritische Auseinandersetzung

2. Der wechselseitige Einfluss von Medien, Politik und Gesellschaft
2.1 Die Medien als Akteure in politischen Prozessen
2.1.1 Private versus öffentlich- rechtliche Anstalten
2.1.2 Tendenz zum Beliebigkeits- Journalismus
2.2 Medien als Instrumente für politische Akteure
2.3 Die Rolle von Individuum und Gesellschaft
2.3.1 Internet und Demokratie
2.3.2 Politainment- Infotainment
2.3.3 Medien zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft

3. Stellungnahme: Chancen und Grenzen für das demokratische System

Literaturangaben
Bücher

1. Medien und Demokratie- Eine kritische Auseinandersetzung

Ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Ordnungen ist die Sicherung der Pressefreiheit.

Diese ist in Deutschland bis auf wenige Ausnahmen - z.B. menschenverachtliche oder verfassungs-widrige Inhalte- gesetzlich gesichert und im Grundgesetz wie folgt verankert:

"Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.

Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt."[1]

Wirft man allerdings einen Blick auf die gesellschaftliche und politische Realität hierzulande und über die Landesgrenzen hinweg in andere demokratische Systeme, so stellt sich die Frage, inwieweit solche gesetzlichen Verankerungen überhaupt garantiert werden und werden können.

Denn was steht hinter den Begriffen der freien Meinungsäußerung? Wie können Informationen überhaupt allgemein erwerbbar sein? Welche Faktoren haben Einfluss auf Journalisten und Medienmacher, auf Vertreter von Politik und Administration, auf die Gesellschaft?

Können die Medien die gesellschaftliche und politische Realität überhaupt noch spiegeln oder konstruieren sie diese und üben dahergehend einen wesentlichen Einfluss auf die demokratischen Strukturen im Lande aus?

Mit diesen Fragestellungen möchte ich mich in den folgenden Seiten auseinandersetzen, aber auch die Grenzen und Probleme, das Für und Wider der Funktion der Medien heutzutage skizzieren.

2. Der wechselseitige Einfluss von Medien, Politik und Gesellschaft

2.1 Die Medien als Akteure in politischen Prozessen

Als Schnittstelle zwischen Vertretern der Politik und den Bürgern obliegt den Medien eine wichtige Funktion innerhalb der demokratischen Gesellschaft. Einerseits wird ihnen eine Kritik- und Kontrollinstanz, ein Wächteramt, eine Art 'Frühwarnsystem' über das politische System zugesprochen[2]. Manch einer spricht über die Medien gar - neben der klassischen Gewaltenteilung von Legislative, Exekutive und Judikative - von der 'vierten Gewalt' im Staate[3], welche die Konzentration der Macht und etwaigen politischen Machtmissbrauchs durchaus prüfen und politische Inhalte transparent machen könne. Andererseits halten die Medien selbst eine politische Vormachtstellung inne, da sie gezielt und aktiv in das politische Geschehen eingreifen können:

Sie setzen bewusst Themen und Schwerpunkte und bilden oder instrumentalisieren die politische Meinungen in der Öffentlichkeit.

Der Versuch, die Realität objektiv und kritisch zu erfassen, ist im Grunde genommen nicht möglich.

Er scheitert schon durch Selektion[4] - Gewichtung und Fokussierung der Themen und Informationen - und durch die Perspektive der Berichterstattung. Diese entsprechende Färbung, welche hieraus hervorgeht, kann bis zu einem gewissen Grade manipulativ auf den Einzelnen wirken, ist aber auch Ausdruck der freien Meinungsäußerung - ideologische Positionen von Journalisten, Redaktionen oder Verlägen.

Theoretisch widersprechen gezielte Manipulationen zwar der journalistischen Ethik, dem Medienrecht und der Pressecodices, durch welche Regelungen getroffen sind, die eine Verzerrung der Wahrheit verhindern sollen. In der Praxis sind diese Vorkommnisse jedoch nicht unbekannt und in Hinsicht auf gesellschaftspolitische und ökonomische Einwirkungen auf die Medienlandschaft durchaus nachvollziehbar.

2.1.1 Private versus öffentlich- rechtliche Anstalten

Vor allem in Anbetracht quotenorientierter Unternehmen, welche einen immensen Teil der medialen Institutionen, seien es Printmedien oder Rundfunk, einnehmen, lässt sich leicht feststellen, dass die ' Achtung der Wahrheit oder die Wahrung der Menschenwürde, der Anpassung der Berichterstattung an nationale, ethnische, kulturelle und wirtschaftliche Erwartungen der Bevölkerung oder auch die Vermeidung des Einflusses redaktioneller Veröffentlichungen durch private oder geschäftliche Interessen' [5] nicht oberstes Gebot in den Moralvorstellungen medialer Instanzen ist, sondern Auflage, nicht aber Aufklärung zählt[6].

Inhalte werden hierfür häufig polemisiert, vereinfacht, komprimiert, trivialisiert und plakativ dargestellt, anstatt dass fundierte Informationen geliefert werden. Dies wirkt in der Regel sehr meinungsbildend auf einen Großteil der Bevölkerung und kann politische Inhalte, darüber hinaus aber auch das Verhalten der Wähler maßgeblich beeinflussen.

Selbst wenn vorgegeben wird, dass Grundstandards von Meinungsvielfalt sichergestellt werden, sind die Programme vorwiegend massenattraktiv und daher oft unilateral gestaltet. Denn durch die enorme Machtkonzentration einzelner weniger Medienimperien besteht die Gefahr einer 'monothematischen Fokussierung'[7] politischer Themen, sowie des Verlustes des freien Zugangs an eine Pluralität von Quellen für den Konsumenten.

Auf Grund der Abhängigkeit von Werbekunden, durch welche vorwiegend die Gelder in private Anstalten fließen, darf auch der Einfluss seitens der Wirtschaft nicht außer Acht gelassen werden.

[...]


[1] Grundgesetz Art.5 Abs.1

[2] Vgl. Müller, Albrecht: Alle Gewalt geht von den Medien aus: In: Mediendemokratie, S. 4 ff.

[3] Das behaupten vor allem die Vertreter der Medienindustrie selbst. vgl. Eissler 2003.

[4] „Über 99 % aller Nachrichten... gelangen nie vor das Auge des Lesers, weil sie als zu unbedeutend, zu fragmentarisch, zu polemisch oder- nach herrschenden Vorstellungen- zu unsittlich aussortiert werden.“ so Manfred Steffens. In: Das Geschäft mit der Nachricht, München 1971, S. 9 ff.. Vgl. hierzu wikipedia.de

[5] Pressekodex des Deutschen Presserats (gegründet 1956), welcher als freiwilliges Selbstkontrollorgan der deutschen Presse fungiert und die publizistischen Grundsätze, einen Art Ehrenkodex für Medienvertreter ausgearbeitet hat. Tritt für die Pressefreiheit und den ungehinderten Zugang zu Nachrichtenquellen ein.

[6] Vgl. hierzu Chomsky, Noam: Theorie der kapitalistisch gleichgeschalteten Massenmedien. In diesem Werk diskutiert der Autor die Herstellung von Konsens durch gleichgeschaltete Massenmedien in den USA. Die Übertragbarkeit auf europäische Verhältnisse ist wohl tendenziell gegeben (Anm. d. Verf.). Siehe hierzu Frommel, Oliver: Herstellung von Konsens: In: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/14/14958/1.html

[7] Vgl. Riehl- Heyse, Herbert: Die Jäger des verloren Geldes. In: Mediendemokratie, S. 17, rechte Spalte.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
MedienDemokratie. Der Einfluss der Medien auf Politik und Gesellschaft
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Medienanalyse/ Mediengestaltung
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V73513
ISBN (eBook)
9783638744461
ISBN (Buch)
9783638769747
Dateigröße
430 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
MedienDemokratie, Einfluss, Medien, Politik, Gesellschaft, Medienanalyse/, Mediengestaltung
Arbeit zitieren
Constanze Lemmerich (Autor), 2007, MedienDemokratie. Der Einfluss der Medien auf Politik und Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73513

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