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Ideologie als Religion - Am Beispiel des NS-Staates

Title: Ideologie als Religion - Am Beispiel des NS-Staates

Term Paper , 2002 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Nico Goldhahn (Author)

Sociology - Religion
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"Händchen falten, Köpfchen senken
und an Adolf Hitler denken,
der uns gibt das täglich Brot
und uns führt aus aller Not..."
( Kindergartengebet )
Dieses Kindergartengebet mag aus heutiger Sicht betrachtet befremdlich klingen. Zwischen 1933-45 war es in Deutschland jedoch eine Selbstverständlichkeit, dass Kinder zu Hitler beteten. Normalerweise wird in der Kirche gebetet und auch nicht zu einem Menschen, sondern je nach Glaubensrichtung unterschiedlich zu einem Gott oder mehreren Göttern. Wesentlich dabei ist auch, dass die entsprechende Person einem Glaubenssystem, einer Religion angehört. Ist der Nationalsozialismus nun eine Religion, mit Hitler als selbsternannten Gott oder Propheten?
Der Nationalsozialismus war in seiner Erscheinungsform keinesfalls eine Religion, sondern eine besonders ausgeprägte faschistische Ideologie. Ziel dieser Arbeit soll es auch nicht sein diese Ideologie als Religion darzustellen, sondern vielmehr versuchen einzelne Elemente dieser Bewegung mit religiösen Tendenzen herauszustellen.
Als Vergleichsobjekt soll eine gemeinsame Definition von Religion dienen, etwas das sich auf alle Arten von Religionen mehr oder weniger anwenden und verallgemeinern läßt und nicht ausgewählte Glaubensrichtungen, wie etwa der Islam oder das Christentum einzeln betrachtet. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird es wahrscheinlich unmöglich werden keine konkreten Parallelen zum Christentum aufzuzeigen, da die Nationalsozialisten christliche Elemente in ihrer Ideologie mitverarbeiteten.
Ebenso soll versucht werden eine möglichst umfassende und weitestgehend allgemeine Definition der Ideologie aufzuzeigen.
Wie lassen sich nun solche religiösen Tendenzen im Phänomen des Nationalsozialismus überhaupt vermuten, der als politische Richtung extremste Ziele verfolgte und in letzter Konsequenz der Welt die größte Katastrophe, den II. Weltkrieg und den Holocaust brachte?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptmerkmale religiöser Systeme

3. Grundstrukturen ideologischen Denkens

4. Der Nationalsozialismus und seine Ziele

5. Religiöse Tendenzen im Nationalsozialismus

5.a. Hitlers Wunsch nach der nationalsozialistischen Religion

5.b. Erlösung und Apokalypse

5.c. Der SS-Orden

5.d. Rituale, Symbole und Kult

6. Schluß

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwieweit der Nationalsozialismus Züge einer politischen Religion aufwies, ohne dabei die Ideologie als solche direkt als Religion zu definieren. Der Fokus liegt darauf, einzelne Elemente der Bewegung mit religiösen Tendenzen herauszuarbeiten und zu einem Gesamtbild zu verdichten.

  • Vergleich zwischen mythischen Weltbildern und dem nationalsozialistischen Ideologiegefüge.
  • Die Rolle Adolf Hitlers als quasi-religiöse Führerfigur und der Personenkult.
  • Strukturen der SS als elitärer Orden mit eigenen Dogmen, Riten und Kulten.
  • Die Instrumentalisierung nationalsozialistischer Symbolik und Propaganda als Ersatz für christliche Traditionen.

Auszug aus dem Buch

c. Der SS-Orden

Bei der Betrachtung der Geschichte des Nationalsozialismus, stößt man unweigerlich auf die Schutz-Staffel mit ihrem Oberbefehlshaber Heinrich Himmler, der eine stark ausgeprägte Faszination für das Okkulte besaß. Der SS kamen viele Funktionen zu. Einerseits sollte sie einen elitären von der übrigen Gesellschaft abgegrenzten Orden darstellen, in dem die Vorstellungen des perfekten Menschen des Regimes verwirklicht waren. Die Aufnahmekriterien waren sehr streng und nur wenige wurden aufgenommen. Andererseits sollte die SS das Regime und besonders Hitler schützen und stellte somit eine wesentliche Stütze der Macht dar.

Letztendlich kam der SS die Aufgabe zu die Vorstellungen Hitlers zu verwirklichen. Aus der SS gingen die grausamen Totenkopfverbände hervor, die verantwortlich für die Judenvernichtung in den KZs waren und in Bezug auf Brutalität und Menschenverachtung ihresgleichen suchen. Aber auch der gefürchtete Sicherheitsdienst ( SD ) der SS mit seinen Einsatzgruppen beteiligte sich hinter der Front an der Judenvernichtung. Ein weiterer großer Teil der SS die allgemeine SS war für administrative Tätigkeiten in der Heimat verantwortlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob der Nationalsozialismus eine Religion darstellte, und grenzt den Begriff der Ideologie von religiösen Systemen ab.

2. Hauptmerkmale religiöser Systeme: Dieses Kapitel erläutert die Grundstrukturen eines mythischen Weltbildes sowie die Entwicklung hin zu organisierten religiösen Systemen.

3. Grundstrukturen ideologischen Denkens: Es werden die wesentlichen Merkmale einer Ideologie definiert, darunter die bipolare Weltdeutung und die Absolutheit der verkündeten Wahrheiten.

4. Der Nationalsozialismus und seine Ziele: Das Kapitel beschreibt den Nationalsozialismus als faschistische Bewegung und analysiert Hitlers Weltanschauung, insbesondere die Rassenideologie und die Lebensraumdoktrin.

5. Religiöse Tendenzen im Nationalsozialismus: Hier werden die religiösen Aspekte des NS-Regimes im Detail untersucht, unterteilt in Hitlers Wünsche, apokalyptische Züge, die SS als Ordensgemeinschaft sowie Riten und Kulte.

6. Schluß: Das Fazit fasst zusammen, dass dem Nationalsozialismus zwar starke religiöse Tendenzen innewohnten, die Frage einer tatsächlichen Religion jedoch individuell unterschiedlich zu bewerten bleibt.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Ideologie, Religion, Hitler, Führerprinzip, SS, Antisemitismus, Mythos, Weltanschauung, Kult, Propaganda, Totalitarismus, Erlösung, Apokalypse, Faschismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob der Nationalsozialismus als "politische Religion" bezeichnet werden kann oder ob es sich primär um eine faschistische Ideologie mit religiös anmutenden Tendenzen handelte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Struktur des ideologischen Denkens, das Führerprinzip, die Rolle der SS als quasi-religiöser Orden sowie die gezielte Nutzung von Ritualen und Symbolen durch die NS-Propaganda.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gemeinsamkeiten zwischen dem nationalsozialistischen Weltbild und religiösen Systemen herauszuarbeiten, ohne das NS-System pauschal als Religion einzustufen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit dem Begriff der Religion und Ideologie, kombiniert mit einer historischen Analyse nationalsozialistischer Praktiken und Selbstinszenierungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition religiöser Systeme, den Strukturen ideologischen Denkens, der spezifischen Ideologie Hitlers sowie den praktischen religiösen Tendenzen im NS-Staat.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Ideologie, Religion, Hitler, SS, Antisemitismus, Kult, Mythos und Totalitarismus.

Welche Rolle spielt die SS in diesem Kontext?

Die SS wird als eine Art elitäre Ordensgemeinschaft dargestellt, die sich durch eigene Riten, Dogmen und einen fanatischen Glauben an den Führer vom Rest der Gesellschaft abgrenzte.

Wie wurden NS-Symbole zur Ersetzung von Religion genutzt?

Durch die Einführung von Feiern, Kultplätzen und einer sakralen Sprache versuchte das NS-Regime, die durch die Entfremdung von der Kirche entstandene Lücke mit einem eigenen "NS-Mythos" zu füllen.

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Details

Title
Ideologie als Religion - Am Beispiel des NS-Staates
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Soziologie)
Course
Religionssoziologie
Grade
2,0
Author
Nico Goldhahn (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V7356
ISBN (eBook)
9783638146432
ISBN (Book)
9783638639880
Language
German
Tags
Religion Ideologie Nationalsozialismus Kirche
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nico Goldhahn (Author), 2002, Ideologie als Religion - Am Beispiel des NS-Staates, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7356
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