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Tugend- und Pflichtenlehre. Zur "Ethik 1812/13" von Friedrich Schleiermacher

Title: Tugend- und Pflichtenlehre. Zur "Ethik 1812/13" von Friedrich Schleiermacher

Seminar Paper , 1998 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Karoline Kmetetz-Becker (Author)

Pedagogy - General
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In der heutigen Zeit, in der die Welt mit ihren verschiedenen Kulturen immer mehr zusammenwächst, ist die Frage nach Tugenden und Pflichten sehr wichtig geworden. Jedoch mißfällt der verwendete Terminus. Sicherlich spricht man heute auch von Pflichten, doch der Begriff der Verantwortung scheint uns vertrauter. So wirkt auch eine tugendhafte Handlungsweise befremdend, während eine sittlich gute Handlung eher auf Anerkennung stößt. So ist es denn unumgänglich sich zuerst mit den Begriffen im Wandel der Zeit zu beschäftigen. Da die Tugend- und Pflichtenlehre unter den Begriff Ethik fallen, ist auch der zu klären.
Nach einer kurzen Inhaltsangabe wird zuerst die Tugendlehre Schleiermachers dargelegt, dann seine Pflichtenlehre. Dabei verwende ich die Zitate, wie sie vorgegeben sind.

Excerpt


Gliederung

1. Begriffsbestimmung: Ethik, Tugend, Pflicht, das höchste Gut

2. Der Inhalt Tugend- und Pflichtenlehre

2.1 Die Tugendlehre

2.1.1 Einleitung

2.1.2 Die Weisheit

2.1.3 Die Liebe

2.1.4 Von der Tugend als Fertigkeit

2.1.5 Die Besonnenheit

2.1.6 Die Beharrlichkeit

2.1.7 Schluß

2.2 Die Pflichtenlehre

2.2.1 Einleitung

2.2.2 Die Rechtspflicht

2.2.3 Die Berufspflicht

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, Friedrich Schleiermachers Ethik – insbesondere seine Tugend- und Pflichtenlehre – zu analysieren und deren Bedeutung für die sittliche Bildung in einer sich wandelnden Gesellschaft aufzuzeigen. Dabei wird untersucht, wie Schleiermacher Vernunft, Handlungsweisen und das Streben nach dem höchsten Gut theoretisch begründet und in ein gemeinschaftspädagogisches Verhältnis setzt.

  • Historische Einordnung von Schleiermachers Ethikbegriff und dessen Bezug zur Antike.
  • Detaillierte Erläuterung der Kardinaltugenden (Weisheit, Liebe, Besonnenheit, Beharrlichkeit).
  • Darstellung der Pflichtenlehre anhand von Rechtspflicht und Berufspflicht.
  • Untersuchung der Lehre vom "höchsten Gut" als teleologisches Ziel des sittlichen Handelns.
  • Reflexion über die Anwendbarkeit der Lehren auf den gesellschaftlichen Kontext.

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Die Einleitung

Durch den Aufbau von These und Antithese versucht Schleiermacher seinen Tugendbegriff zu erklären. Das ist sinnvoll, weil man genauer differenzieren kann, was Tugend ist und was sie nicht ist. Ich möchte mich jedoch darauf beschränken zu erläutern, was Tugend ist. Zu Beginn macht Schleiermacher deutlich, daß er “die Vernunft in dem einzelnen Menschen” mit seiner Tugendlehre anspricht. Die Vernunft bezieht sich auf das “höchste Gut”. Im 3. Leitsatz stellt er sich die Frage, wie Tugend von Talent unterschieden wird ?

Da er von dem “einzelnen Menschen” ausgegangen ist, führt er weiter aus, daß zum Erreichen des “höchsten Gutes” Tugend und Talent in gleicher Weise vorhanden sein müssen. Doch Schleiermacher geht nun vom Individuum zur gemeinschaftlichen Kooperation der Individuuen über indem er schreibt: “...an dem Talent des Einen,..., hat auch Antheil die Tugend des Anderen.”

Es geht ihm nicht nur darum die Tugend im einzelnen Menschen zu bestimmen, sondern im Zusammenwirken der Menschen in der Gesellschaft untereinander. Denn es kann “kein Einzelner das höchste Gut besitzen” man braucht “Eines und Vieles” gleichzeitig. Als Beispiel führt er die Familie an, die gemeinsam eins ist und sich doch aus verschiedenen Menschen zusammengesetzt. Er teilt die gemeinschaftliche Wurzel in der Familie in vier Sphären ein, wobei “Erkennen, äußeres Eigenthum, freie Geselligkeit, fromme Gesinnung” einen Anteil an jeder Sphäre haben und gleichberechtigt nebeneinander stehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begriffsbestimmung: Ethik, Tugend, Pflicht, das höchste Gut: Dieses Kapitel klärt grundlegende ethische Begriffe und führt in die Schleiermachersche Perspektive des höchsten Guts als Inbegriff der sittlichen Entwicklung ein.

2. Der Inhalt Tugend- und Pflichtenlehre: Hier werden Schleiermachers Herkunft und die historischen Umstände seiner Auseinandersetzung mit der Ethik beleuchtet, sowie die Struktur seiner Vorlesungen eingeführt.

2.1 Die Tugendlehre: Dieser Abschnitt analysiert die Einleitung und die vier Kernaspekte der Tugend (Weisheit, Liebe, Besonnenheit, Beharrlichkeit) als miteinander verbundene Fähigkeiten.

2.1.1 Einleitung: Die Einleitung stellt die These-Antithese-Struktur dar, mit der Schleiermacher die Vernunft im Individuum als Ausgangspunkt für die Tugend definiert.

2.1.2 Die Weisheit: Die Weisheit wird als Eckpfeiler beschrieben, der sich aus der Vereinigung von Vernunft und Gefühl im Erkennen und Handeln zusammensetzt.

2.1.3 Die Liebe: Liebe wird als Vernunft in der Action auf die Natur begriffen und in die vier Kategorien erkennend, bildend, individuell und universell unterteilt.

2.1.4 Von der Tugend als Fertigkeit: Dieser Punkt erläutert die Fertigkeit als eine im Laufe der Zeit wachsende Einigung der Natur, die zur Vollendung strebt.

2.1.5 Die Besonnenheit: Besonnenheit wird als zweckgerichtetes Produzieren von Erkennensakten definiert, unterteilt in eine universelle (Verstand) und individuelle (Geist) Seite.

2.1.6 Die Beharrlichkeit: Beharrlichkeit fungiert als Mechanismus der Vernunft, der für reibungslose Abläufe sorgt und sich in Formen wie Fleiß, Tapferkeit und Geduld manifestiert.

2.1.7 Schluß: Hier wird festgehalten, dass Tugend in allen Menschen vorhanden ist und durch die Einheit der verschiedenen Sphären zum höchsten Gut führt.

2.2 Die Pflichtenlehre: Dieses Kapitel thematisiert die sittlichen Handlungsweisen, die aus dem teleologischen Prinzip des Strebens nach dem höchsten Gut resultieren.

2.2.1 Einleitung: Es wird dargelegt, dass sittliche Handlungen innerhalb definierter Sphären stattfinden und das Leben als Gesamtheit der Taten konstituieren.

2.2.2 Die Rechtspflicht: Der Fokus liegt auf dem universellen Gemeinschaftsbilden und den vier Formeln, durch die das Handeln der Vernunft in Gemeinschaften strukturiert wird.

2.2.3 Die Berufspflicht: Dieses Kapitel behandelt das universelle Aneignen unter Berücksichtigung der individuellen Talente und dessen Integration in die gesellschaftliche Gemeinschaft.

Schlüsselwörter

Friedrich Schleiermacher, Ethik, Tugendlehre, Pflichtenlehre, höchstes Gut, Weisheit, Liebe, Besonnenheit, Beharrlichkeit, Rechtspflicht, Berufspflicht, Vernunft, sittliche Bildung, Gemeinschaft, Philosophie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die ethischen Schriften von Friedrich Schleiermacher, insbesondere seine Vorlesungen zur Tugend- und Pflichtenlehre aus den Jahren 1812/13.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Klärung von Ethik, der detaillierten Untersuchung der Kardinaltugenden sowie der Strukturierung sittlicher Pflichten in Recht und Beruf.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Schleiermachers philosophisches System der Ethik darzulegen und aufzuzeigen, wie er das Individuum durch sittliches Handeln in einen gemeinschaftlichen Kontext einbindet.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Verfasserin nutzt eine textanalytische Methode, indem sie Schleiermachers Leitsätze zitiert, strukturiert und mit fachphilosophischen Kommentaren von Autoren wie Gamm, Scholtz und MacIntyre verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Tugendlehre – mit ihren vier Säulen Weisheit, Liebe, Besonnenheit und Beharrlichkeit – und die Pflichtenlehre, die zwischen Rechtspflichten und Berufspflichten unterscheidet.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind das "höchste Gut", die "sittliche Handlungsweise", die "Kardinaltugenden" sowie die Synthese aus individuellem Wollen und gesellschaftlicher Notwendigkeit.

Warum ist laut Schleiermacher das "höchste Gut" so bedeutend?

Das höchste Gut stellt bei Schleiermacher den Inbegriff aller Güter dar und fungiert als teleologisches Ziel, auf das jedes pflichtgemäße Handeln des Menschen ausgerichtet sein muss.

Welchen Stellenwert nimmt die Liebe innerhalb der Schleiermacherschen Tugendlehre ein?

Die Liebe wird als "Vernunft in der Action auf die Natur" verstanden; sie ist ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Identitätsbildung, da das Individuum seine Einzigartigkeit nur im Bezug auf andere entfalten kann.

Wie unterscheidet Schleiermacher zwischen Rechtspflicht und Berufspflicht?

Die Rechtspflicht wird als universelles Gemeinschaftsbilden definiert, während die Berufspflicht das universelle Aneignen von Fähigkeiten beschreibt, die zur Vervollkommnung der Gesellschaft beitragen.

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Details

Title
Tugend- und Pflichtenlehre. Zur "Ethik 1812/13" von Friedrich Schleiermacher
College
University Karlsruhe (TH)  (Institut für Allgemein Pädagogik)
Course
Seminar: Bildung und Gesellschaft
Grade
2,0
Author
Karoline Kmetetz-Becker (Author)
Publication Year
1998
Pages
19
Catalog Number
V7357
ISBN (eBook)
9783638146449
ISBN (Book)
9783638798846
Language
German
Tags
Tugend- Pflichtenlehre Ethik Friedrich Schleiermacher Seminar Bildung Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karoline Kmetetz-Becker (Author), 1998, Tugend- und Pflichtenlehre. Zur "Ethik 1812/13" von Friedrich Schleiermacher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7357
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