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Hannah Arendt: Kein Herz für die Emanzipation?

Title: Hannah Arendt: Kein Herz für die Emanzipation?

Seminar Paper , 2005 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Natalie Gorris (Author)

Gender Studies
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Hannah Arendt, Philosophin des 20. Jahrhunderts, bezeichnete sich selbst als ‚politische Theoretikerin’. Ihr Denken war geprägt durch Authentizität und Non-Konformität. Dies brachte ihr neben Anerkennung und Berühmtheit zum Teil heftige Kritik ein, wie im Fall ihres Buches zum Eichmann-Prozess Eichmann in Jerusalem. Auch von Seiten der Feministinnen wurde sie angefeindet, da sie angeblich den „verschiedenen Formen der Ausgrenzung der Frauen in Kultur und Politik mit Ignoranz begegnet“ sei. Hatte Hannah Arendt die Frauenfrage vollständig ausgeblendet oder nicht als wichtig erachtet?

Die Enttäuschung der Feministinnen muss umso größer gewesen sein, da gerade Arendt als Frau ein hohes Maß an Anerkennung in Bereichen erlangt hatte, die als männlich konnotiert gelten: in Wissenschaft und Politik. Hätte Hannah Arendt also nicht eine von ihnen sein sollen? Wie kam es, dass ausgerechnet eine solche Frau sich so gegen sie zu stellen schien?

In Anbetracht der Tatsache, dass in ihren Texten immer das Streben nach Freiheit und Pluralität mitschwingt, habe ich mich auf die Suche begeben: nach Anhaltspunkten wie Statements zu Frauen, der Frauenbewegung, Emanzipation und Geschlechterverhältnissen.

Ziel dieser Arbeit ist es somit, diese Äußerungen zu analysieren und der Frage nachzugehen, worin genau die Kritik an Hannah Arendt seitens der Feministinnen bestand und ob sie in gewisser Weise berechtigt war, aber auch welchen Einstellungen und welchem Denken Hannah Arendts Äußerungen entstammt sein mögen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Feministische Kritik an Hannah Arendt

2. Kritik Hannah Arendts an der Frauenbewegung

3. Zugeständnisse Hannah Arendts an die Frauenbewegung

4. ‚Vorreiterin’ wider Willen

5. Fazit

6. Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis zwischen Hannah Arendt und der feministischen Bewegung, indem sie sowohl die Kritikpunkte der Feministinnen an Arendts Denken analysiert als auch Arendts eigene, oft missverstandene Äußerungen zu Frauenfragen und Emanzipation in den Kontext ihrer politischen Philosophie stellt.

  • Feministische Kritik an Arendts vermeintlicher Ignoranz gegenüber Frauenfragen
  • Arendts politische Theorie in Bezug auf das Private und das Politische
  • Analyse der Kritik Arendts an der Struktur und Zielsetzung der Frauenbewegung
  • Die Rolle der „Natalität“ und Pluralität in Arendts Denken
  • Arendts Selbstverständnis als Philosophin statt als emanzipatorische Kämpferin

Auszug aus dem Buch

2. Feministische Kritik an Hannah Arendt

„Für die zeitgenössische feministische Theorie bleibt Hannah Arendts Denken verwirrend, provokativ und bisweilen empörend.“ Mit diesen Worten leitete Seyla Benhabib im Oktober 2000 ihren Artikel Der empörende Unterschied in der schweizerischen Kulturzeitschrift du über Hannah Arendt und den Feminismus ein.

Wie bereits erwähnt fand die Empörung seitens der Feministinnen ihren Anstoß vor allem an Hannah Arendts wenig sensiblen Äußerungen zur Frauenbewegung. Die wohl bekannteste und oft zitierte Äußerung Hannah Arendts stammt aus einem Gespräch mit Günter Gaus vom 28.10.1964 in seiner Fernsehsensendung Zur Person. Aufgrund der Tatsache, dass Arendt als erste Frau in der Sendung eingeladen wurde, fragte er sie nach ihrer Einstellung zur Emanzipation der Frauen. Sie entgegnete daraufhin schlichtweg, für sie persönlich habe das Problem der Emanzipation nie eine Rolle gespielt. Sie habe einfach gemacht, was sie machen wollte.

Durch solche Statements wirkte Hannah Arendt vor allem auf die ‚Altfeministinnen’ häufig arrogant, denn sie ging nicht näher auf die Frauenfrage ein und es schien sogar so, dass sie sie nicht ernst nahm. Auch Äußerungen Hannah Arendts wie „es sieht nicht gut aus, wenn eine Frau Befehle erteilt“ und „es gibt bestimmte Beschäftigungen, die Frauen nicht stehen“ schmerzten die ‚Altfeministinnen’ verständlicherweise sehr, scheint es bei oberflächlicher Betrachtung doch zu heißen, dass Arendt die Frauen in für sie als typisch geltende Berufe wie die der Krankenschwester verweist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Ambivalenz zwischen Arendts hohem Ansehen als Philosophin und der heftigen Kritik seitens der Frauenbewegung, die ihr Ignoranz vorwarf.

2. Feministische Kritik an Hannah Arendt: Dieses Kapitel beleuchtet die Enttäuschung feministischer Theoretikerinnen über Arendts provokante Aussagen zur Emanzipation und ihre strikte Trennung von privater und öffentlicher Sphäre.

2. Kritik Hannah Arendts an der Frauenbewegung: Hier wird analysiert, wie Arendt die Frauenbewegung für ihren Mangel an konkreten politischen Zielen kritisierte und die Gefahr einer „Abstraktion“ des Begriffs ‚Frau’ betonte.

3. Zugeständnisse Hannah Arendts an die Frauenbewegung: In diesem Abschnitt werden Arendts Anerkennung einer „echten Befreiung“ für Frauen sowie ihre Unterstützung für deren Zugang zu akademischer Bildung herausgearbeitet.

4. ‚Vorreiterin’ wider Willen: Das Kapitel betrachtet Arendt als eine Frau, die durch ihren eigenen Werdegang in der Akademie zwar Vorbildcharakter hatte, sich selbst jedoch nicht als Kämpferin für feministische Belange definierte.

5. Fazit: Die Zusammenfassung resümiert, dass Arendts Kritik an der Frauenbewegung primär formaler Natur war und auf ihrem Fokus auf das Individuum statt auf kollektive Identitäten basierte.

6. Ausblick: Der Ausblick deutet auf ein wachsendes Verständnis innerhalb des modernen Feminismus für das Potenzial in Arendts Theorien zu Freiheit, Pluralität und politischem Handeln hin.

Schlüsselwörter

Hannah Arendt, Feminismus, Emanzipation, Frauenbewegung, Vita activa, Politische Theorie, Natalität, Pluralität, Privatsphäre, Öffentlichkeit, Geschlechterdifferenz, Individualität, Seyla Benhabib, politische Identität, Macht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das kritische Spannungsfeld zwischen der politischen Philosophie von Hannah Arendt und den Zielen der feministischen Bewegung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Rolle der Frau in Arendts Denken, die Trennung von Privatem und Öffentlichem sowie die Kritik an Kollektividentitäten.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es zu klären, ob die Kritik der Feministinnen an Arendt berechtigt war und wie Arendts eigene Ansichten zu Emanzipation und individueller Freiheit zu bewerten sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die zentrale Texte von Arendt sowie deren Rezeption durch feministische Theoretikerinnen gegenüberstellt.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Im Hauptteil werden konkrete Zitate Arendts analysiert, ihr Verhältnis zur Frauenbewegung erörtert und ihr eigenes Rollenverständnis als Philosophin beleuchtet.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Pluralität, Emanzipation, Geschlechterrolle und die irreduzible Einzigartigkeit des Individuums.

Warum lehnte Arendt das Auftreten als „Vertreterin der Frauen“ ab?

Arendt sah darin eine unzulässige Reduzierung des Individuums auf ein Kollektiv und befürchtete, dass politische Forderungen dadurch an Substanz verlieren könnten.

Was bedeutet das Prinzip der Natalität in diesem Kontext?

Natalität beschreibt Arendts Fokus auf den Neuanfang durch die Geburt eines Individuums, was zur Abkehr von deterministischen Denkmustern führt.

Wie bewertet die Autorin die heutige feministische Rezeption von Arendt?

Sie sieht eine positive Entwicklung, in der Arendts Theorien nun als wertvolle Kategorien für aktuelle feministische Debatten neu entdeckt werden.

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Details

Title
Hannah Arendt: Kein Herz für die Emanzipation?
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Kultur- und Kunstwissenschaften)
Course
Kulturwissenschaftliches Seminar: Zum Begriff der Natalität bei Hannah Arendt
Grade
2,0
Author
Natalie Gorris (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V73589
ISBN (eBook)
9783638636131
ISBN (Book)
9783638794381
Language
German
Tags
Hannah Arendt Kein Herz Emanzipation Kulturwissenschaftliches Seminar Begriff Natalität Hannah Arendt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Natalie Gorris (Author), 2005, Hannah Arendt: Kein Herz für die Emanzipation?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73589
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