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Peter Senges Konzept vom Organisationslernen. Eine kritische Betrachtung

Title: Peter Senges Konzept vom Organisationslernen. Eine kritische Betrachtung

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 30 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Florian Buntin (Author), Martin Scharkus (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Mit der zunehmenden Globalisierung und den sich rasch wandelnden Umweltbedingungen steigen die Anforderungen an die Mitarbeiter einer Organisation. Eine gute Qualifikation ist zwar Grundvoraussetzung, um den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewachsen zu sein, aber die permanente Weiterbildung ist mindestens ebenso wichtig.

Doch auch die Anforderungen an die Organisation selbst sind gewachsen. Um den ständig ändernden Umwelteinflüssen entsprechend zu begegnen, müssen Organisationen vor allem ein hohes Maß an Flexibilität und Wandlungsfähigkeit aufweisen. Um dies gewährleisten zu können ist es zwingend erforderlich, dass eine Organisation lernt. Lernen wird damit zu einem alles entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

So ist es nicht verwunderlich, dass in den letzten Jahren eine verstärkte Diskussion um die “Lernende Organisation” beziehungsweise das “Organisationslernen” zu beobachten war.
Dies ist nicht zuletzt auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Arbeiten über Lernende Organisationen und Organisationslernen rasch den Übergang von der Theorie in die praktische Anwendung gefunden haben. Vor allem in der Managementlehre war diese Entwicklung zu beobachten. Den Durchbruch schaffte Peter Senge mit seinem Buch „Die fünfte Disziplin“, das es in die Bestseller-Listen schaffte und heute auf dem Gebiet der Managementforschung eines der meistzitierten Werke darstellt.

Es wird jedoch zurecht darauf hingewiesen, dass den praktischen Konzepten des Organisationslernens oftmals eine organisationstheoretische Fundierung fehlt. An dieser Stelle wird die vorliegende Arbeit ansetzen. Sie wird das Hauptwerk „Die fünfte Disziplin“ von Peter Senge kritisch hinsichtlich theoretischer Überlegungen zum Organisationslernen untersuchen. Dabei werden die Autoren feststellen, dass Senges Ansatz im Rahmen einer wissenschaftlich orientierten Perspektive schwer mit anderen – insbesondere der Diskurstheorie – zu verknüpfen ist, sondern stattdessen eine idealtypische Form von Managementliteratur darstellt, die sich scheinbar vom wissenschaftlichen Diskurs zum Thema Organisationslernen abgewendet hat und eine rein praktische und dabei zum Teil legitimierende Funktion ausübt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung Organisationslernen

3. Organisationslernen nach Peter Senge

3.1. Systemdenken

3.2. Personal Mastery

3.3. Mentale Modelle

3.4. Gemeinsame Vision

3.5. Teamlernen

4. Die fünf Disziplinen innerhalb einer diskursiven Perspektive

4.1 Lernprozesse

4.2 Lernsubjekte

4.3 Lerninhalte

5. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Hausarbeit untersucht das Konzept des Organisationslernens von Peter Senge kritisch auf Basis wissenschaftlicher, insbesondere diskursorientierter Theorien. Ziel ist es, Senges praxisorientierten Ansatz der „fünf Disziplinen“ theoretisch zu hinterfragen und zu prüfen, inwieweit er den Anforderungen an ein systematisches Organisationslernen gerecht wird, anstatt lediglich eine legitimierende Funktion für Managemententscheidungen einzunehmen.

  • Kritische Analyse des Konzepts der "Lernenden Organisation" nach Peter Senge.
  • Detaillierte Untersuchung der fünf Disziplinen: Systemdenken, Personal Mastery, Mentale Modelle, Gemeinsame Vision und Teamlernen.
  • Gegenüberstellung von Senges Managementliteratur mit der Diskurstheorie von Max Miller.
  • Diskussion der Lernprozesse, Lernsubjekte und Lerninhalte im Kontext organisationaler Strukturen.

Auszug aus dem Buch

3.1. Systemdenken

Das so genannte Systemdenken ist für Senge die wichtigste der fünf Disziplinen (er bezeichnet sie auch als ‚Eckpfeiler’) und wird deshalb auch explizit als fünfte Disziplin tituliert, wie auch der Name des Buches. Alle anderen Disziplinen hätten das Systemdenken als Grundlage. Senge formuliert Systemdenken folgendermaßen:

„Die Disziplin des Systemdenkens zielt darauf, daß man ‚Ganzheiten’ erkennt. Diese Disziplin schafft die Voraussetzungen, damit wir Wechselbeziehungen statt unbeweglicher Dinge wahrnehmen und Veränderungsmuster statt statischer ‚Schnappschüsse’“ (ebd.: 88).

Systemdenken sei heutzutage wichtiger als zuvor, weil die Welt immer komplexer werde und Systeme uns dabei helfen würden, die Komplexität zu reduzieren und besser zu erfassen. Senge unterscheidet diesbezüglich zwei Arten von Komplexität. Die (a) Detailkomplexität sei gekennzeichnet durch eine Vielzahl von veränderlichen Variablen. Senge nennt als Beispiel das Zusammenrühren eines Eintopfs. Die (b) dynamische Komplexität zeichne sich hingegen dadurch aus, dass eine vorgenommene Handlung zu bestimmbaren kurzfristigen, jedoch zu völlig anderen langfristigen Handlungen führe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den steigenden Konkurrenzdruck durch Globalisierung und technologischen Wandel, der Organisationen zu kontinuierlichem Lernen zwingt, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

2. Einführung Organisationslernen: Dieses Kapitel diskutiert die definitorische Unschärfe der Begriffe Organisationslernen, lernende Organisation und organisationales Lernen und hinterfragt, ob Organisationen eigenständig lernen können oder dies Individuen vorbehalten bleibt.

3. Organisationslernen nach Peter Senge: Das Kapitel führt in Senges Konzept der fünf Disziplinen ein, die als Basis für eine lernende Organisation dienen, und erläutert seine Grundannahmen zur Bedeutung des menschlichen Lernens.

3.1. Systemdenken: Der zentrale Eckpfeiler von Senges Theorie, der darauf abzielt, Ganzheiten und Wechselbeziehungen in komplexen Systemen statt isolierter Fakten zu erkennen.

3.2. Personal Mastery: Beschreibt den Prozess der individuellen Persönlichkeitsentwicklung und des lebenslangen Lernens als notwendiges geistiges Fundament für die lernende Organisation.

3.3. Mentale Modelle: Fokus auf das Offenlegen und Hinterfragen tiefer, unbewusster Annahmen und Bilder, die das menschliche Wahrnehmen und Handeln steuern.

3.4. Gemeinsame Vision: Erläutert, wie sich aus persönlichen Visionen eine tragfähige, gemeinsame Orientierung für die gesamte Organisation entwickeln lässt.

3.5. Teamlernen: Untersucht die Bedeutung von Dialog und Diskussion in Teams, um kollektive Kreativität freizusetzen und Abwehrroutinen zu überwinden.

4. Die fünf Disziplinen innerhalb einer diskursiven Perspektive: Eine kritische Auseinandersetzung mit Senges Modell unter Rückgriff auf die Diskurstheorie von Max Miller.

4.1 Lernprozesse: Untersucht die realen Verknüpfungen zwischen den von Senge beschriebenen Disziplinen und stellt die Bedeutung diskursiver Prozesse heraus.

4.2 Lernsubjekte: Hinterfragt die Annahme, dass Senge Organisationen als Aggregation individueller Lernprozesse begreift, statt eigenständige organisatorische Lernfähigkeiten zu adressieren.

4.3 Lerninhalte: Analysiert den Wissensbegriff bei Senge und die Problematik, diesen in wissenschaftliche Kategorien des Lernens einzuordnen.

5. Fazit: Das abschließende Fazit bewertet Senges Ansatz als praxisorientierte Managementliteratur, die zwar populär ist, aber theoretisch zu kurz greift und bestehende Hierarchiestrukturen eher zementiert als transformiert.

Schlüsselwörter

Organisationslernen, Lernende Organisation, Peter Senge, Systemdenken, Personal Mastery, Mentale Modelle, Teamlernen, Gemeinsame Vision, Diskurstheorie, Wissensmanagement, Lernprozesse, Managementlehre, Organisationsstruktur, Dynamische Komplexität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das populäre Konzept der "Lernenden Organisation" von Peter Senge aus einer kritischen, wissenschaftlich orientierten Perspektive.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Mittelpunkt stehen Senges fünf Disziplinen (Systemdenken, Personal Mastery, Mentale Modelle, Gemeinsame Vision, Teamlernen) sowie deren theoretische Fundierung im Vergleich zu diskurstheoretischen Ansätzen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Autoren untersuchen, ob Senges Ansatz eine solide theoretische Basis für das Organisationslernen bietet oder ob er primär als Anleitung für Führungskräfte zur Profitmaximierung dient und den wissenschaftlichen Diskurs vernachlässigt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse und kritische Diskussion von Literatur, wobei Senges Hauptwerk „Die fünfte Disziplin“ der Diskurstheorie von Max Miller gegenübergestellt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der fünf Disziplinen nach Senge sowie eine anschließende kritische Diskussion dieser Bereiche hinsichtlich Lernprozessen, Lernsubjekten und Lerninhalten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Schlüsselwörter sind u.a. Organisationslernen, Senge, Systemdenken, Diskurstheorie, Lernende Organisation und Managementliteratur.

Welchen Stellenwert räumt die Arbeit dem „Systemdenken“ ein?

Das Systemdenken wird als der entscheidende „Eckpfeiler“ und Grundlage für alle anderen von Senge definierten Disziplinen identifiziert.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Führungskräfte in Senges Konzept?

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Senges Modell stark auf Führungskräfte fokussiert ist und deren Rolle als Dreh- und Angelpunkt bestätigt, statt die Diskursregeln grundlegend zu demokratisieren.

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Details

Title
Peter Senges Konzept vom Organisationslernen. Eine kritische Betrachtung
College
University of Hamburg  (Department Sozialwissenschaften, Institut für Soziologie)
Course
Systemisches Lernen
Grade
1,3
Authors
Florian Buntin (Author), Martin Scharkus (Author)
Publication Year
2007
Pages
30
Catalog Number
V73609
ISBN (eBook)
9783638636261
ISBN (Book)
9783638822572
Language
German
Tags
Peter Senges Konzept Organisationslernen Systemisches Lernen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Buntin (Author), Martin Scharkus (Author), 2007, Peter Senges Konzept vom Organisationslernen. Eine kritische Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73609
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