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Sprachliche Kommunikation: Ein Vergleich verschiedener Modelle am Beispiel Werbung

Title: Sprachliche Kommunikation: Ein Vergleich verschiedener Modelle am Beispiel Werbung

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 27 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Nicole Borchert (Author)

German Studies - Linguistics
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Bei dem Begriff Kommunikation handelt es sich um eine Ableitung vom lateinischen Verb communicare, was soviel bedeutet wie „gemeinsam machen“, „vereinigen“ oder „mitteilen“ (Hoberg 2004: 13). Die etymologische Bedeutung impliziert bereits ein charakteristisches Kennzeichen von Kommunikation, und zwar dass sie nur unter der Voraussetzung zweier Parteien erfolgen kann, also stets etwas „Gemeinsames“ darstellt. Die Beteiligten eines Kommunikationsprozesses werden durch die Unterteilung in Sender und Empfänger differenziert, wobei der Sender etwas mitteilt, beziehungsweise die Intention einer Mitteilung verfolgt, und der Empfänger diese Mitteilung als Information aufnimmt und ideal-erweise mit ihr etwas anzufangen weiß.
Kommunikation ereignet sich mittels Zeichen, welche zwischen den Kommunikationspartnern vereinbart wurden. Die Übermittlung von Zeichen beinhaltet immer auch Handlungsorientierungen, also Hinweise und Anhaltspunkte für Handlungen (vgl. Buddemeier 1973: 18). Demnach richtet sich Kommunikation immer auf Handlungszusammenhänge, da der Sender einerseits eine bestimmte Erwartungshaltung hat, und der Empfänger andererseits die intendierte Handlungsorientierung verstehen muss. Eine Kommunikation gilt dann als „gelungen“, wenn die ausdrückliche oder verdeckte Handlungsorientierung vom Empfänger verstanden wurde, unabhängig davon, ob er dieser nachkommt
(vgl. Buddemeier 1973: 18).

Kommunikation entsteht also nicht dadurch, dass jemand etwas sagt und ein anderer dies akustisch wahrnimmt, sondern von Kommunikation kann erst dann die Rede sein, wenn Zeichen übermittelt und verstanden werden, und wenn sich vor allem für den Rezipienten daraus eine vom Produzenten intendierte Handlungsorientierung ergibt (vgl. Buddemeier 1973: 27). Eine derartige Handlungsorientierung kann in dem Sinne „verdeckt“ sein, dass beispielsweise der Autor eines Romans keine direkte Anleitungen für Handlungen liefert, dennoch Wirkungen beim Leser hervorrufen kann, welche er durch Stil, Form und Erzählweise beabsichtigt hat (vgl. Buddemeier 1973: 33).
Im weiteren Sinne wird unter Kommunikation „jede Form von wechselseitiger Übermittlung von Informationen durch Zeichen/ Symbole zwischen Lebewesen (Menschen, Tieren) oder Daten verarbeitenden Maschinen“ verstanden
(Bußmann 2002: 354).

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Was ist Kommunikation?

1.2 Zielsetzung und Herangehensweise

2. Zwischenmenschliche Kommunikation

2.1 Kommunikationsformen

2.2 Kommunikationsbedingungen

3. Kommunikationsmodelle

3.1 Grundfragestellungen

3.2 Vergleich verschiedener Modelle

3.2.1 Lasswell (1948)

3.2.2 Shannon und Weaver (1949)

3.2.3 Bühler (1934)

3.2.4 Jakobson (1960)

3.3 Kommunikation in der Werbung

4. Schlussbemerkungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht verschiedene kommunikationswissenschaftliche Modelle auf ihre theoretische Konsistenz sowie ihre praktische Anwendbarkeit auf die Werbekommunikation, wobei die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit allgemeine Kommunikationsmodelle die spezifischen, einseitigen Strukturen der Werbesprache erfassen können.

  • Grundlegende Definition und Differenzierung von Kommunikationsprozessen.
  • Vergleichende Analyse klassischer Kommunikationsmodelle (Lasswell, Shannon/Weaver, Bühler, Jakobson).
  • Untersuchung der strukturellen Besonderheiten der Kommunikation in der Werbung.
  • Diskussion der Grenzen allgemeiner Modelle bei der Anwendung auf massenmediale Werbekommunikation.

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Shannon und Weaver (1949)

In vielen Ansätzen wird Kommunikation zunächst vereinfacht als Sender-Empfänger-Modell beschrieben. Dieses Modell ist aus der Informationstheorie hervorgegangen, war also zunächst auf den Bereich technischer Informationsübertragung beschränkt.

Claude Elwood Shannon und Warren Weaver entwickelten 1949 in „The Mathematical Theory of Communication“ eine Kommunikationstheorie, nach welcher Kommunikation im Wesentlichen als Übertragung einer Nachricht zwischen Sender und Empfänger verstanden wird (vgl. Pierce 1973: 12ff.).

Shannon entwickelte sein Modell für die Nachrichtentechnik und fand in diesem Zusammenhang eine Formel, um die maximale Kapazität eines Kommunikationsmediums zu berechnen, sprich für die größtmögliche Informationsmenge pro Sekunde. „Kommunikation“ bleibt für Shannon demzufolge auf einen rein technischen Aspekt beschränkt (vgl. Buddemeier 1973: 117). Im Wesentlichen geht Shannon von einer allem vorausgehenden Informationsquelle aus, von der codierte Botschaften in Form von Signalen einem Informationsempfänger übermittelt werden; hierbei führt er eine Störquelle (zum Beispiel Rauschen) als relative Größe ein, die den Übertragungsweg behindern, und die Information dadurch verfälschen kann (vgl. Pierce 1973: 12ff.). Die übermittelte Nachricht wird dem Modell zufolge aus einer Vielzahl bestehender Botschaften vom Sender ausgewählt, wobei diese Auswahl den eigentlichen Informationsgehalt erst ausmacht (vgl. Auer 1999: 9); eine Nachricht besteht nach Shannon folglich aus einer Verkettung verschiedener Informationseinheiten (vgl. Auer 1999: 10).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Kommunikation etymologisch und fachwissenschaftlich und legt das methodische Vorgehen für den Vergleich der Modelle fest.

2. Zwischenmenschliche Kommunikation: Es erfolgt eine Differenzierung zwischen verbalen und nonverbalen Kommunikationsformen sowie eine Erläuterung notwendiger Bedingungen für ein erfolgreiches Gelingen von Kommunikation.

3. Kommunikationsmodelle: Der Hauptteil bietet eine detaillierte Gegenüberstellung bedeutender Theorien wie Lasswell, Shannon/Weaver, Bühler und Jakobson und überträgt diese Erkenntnisse kritisch auf den Bereich der Werbekommunikation.

4. Schlussbemerkungen: Hier werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Grenzen allgemeiner Modelle bei der Anwendung auf die werbliche Einseitigkeit und die Zielgruppenorientierung verdeutlicht.

Schlüsselwörter

Kommunikation, Kommunikationsmodelle, Werbesprache, Sender-Empfänger-Modell, Lasswell-Formel, Organon-Modell, Informationstheorie, Mediale Kommunikation, Handlungsorientierung, Sprachwissenschaft, Zeichentheorie, Werbekommunikation, Intentionalität, Kommunikationsprozess, Massenkommunikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt einen theoretischen Vergleich verschiedener Kommunikationsmodelle aus der Sprachwissenschaft, um deren Anwendbarkeit auf die Praxis der Werbekommunikation zu prüfen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Kommunikation, die Analyse von Kommunikationsbedingungen und die kritische Untersuchung klassischer Modelle wie die Lasswell-Formel oder das Organon-Modell von Bühler.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es, die Eignung wissenschaftlicher Kommunikationsmodelle für die Beschreibung spezifischer Werbekommunikation zu hinterfragen und deren Grenzen in diesem Kontext aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Autorin nutzt eine literaturgestützte, theoretische Vergleichsmethode, um Kommunikationsmodelle anhand ihrer Komponenten und Erkenntnisinteressen zu analysieren.

Welche Aspekte werden im Hauptteil explizit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die Vorstellung der vier Hauptmodelle (Lasswell, Shannon/Weaver, Bühler, Jakobson) und deren Übertragung auf die mediale Werbesituation.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den Schlüsselbegriffen zählen Kommunikationsprozess, Sender-Empfänger-Konstellation, Werbesprache, Zielgruppenorientierung und Handlungsintention.

Warum ist die Übertragung des Sender-Empfänger-Modells auf Werbung problematisch?

Weil Werbung meist einseitig verläuft, keinen klar definierbaren Einzelsender hat und eine direkte Rückmeldung des Empfängers fehlt, was die klassischen Modelle an ihre Grenzen bringt.

Welche Bedeutung misst die Arbeit der „Störquelle“ bei der Werbung bei?

Eine Störquelle in der Werbung ist nicht nur technischer Natur, sondern umfasst auch psychologische Faktoren und unerwartete menschliche Reaktionen, die den Werbeerfolg maßgeblich beeinflussen.

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Details

Title
Sprachliche Kommunikation: Ein Vergleich verschiedener Modelle am Beispiel Werbung
College
Technical University of Darmstadt
Grade
2,3
Author
Nicole Borchert (Author)
Publication Year
2007
Pages
27
Catalog Number
V73624
ISBN (eBook)
9783638781091
ISBN (Book)
9783638794497
Language
German
Tags
Kommunikation Werbung Sprache Sprachwissenschaft Werbesprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Borchert (Author), 2007, Sprachliche Kommunikation: Ein Vergleich verschiedener Modelle am Beispiel Werbung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73624
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