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Peter Schlemihls Pakt mit dem Teufel und seine Auswirkungen

Title: Peter Schlemihls Pakt mit dem Teufel und seine Auswirkungen

Term Paper , 2006 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Robert Willrich (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Und genau diese Normalität verwirkt die Hauptfigur in Chamissos Novelle Peter Schlemihls wundersame Geschichte, da sie ihren Schatten verkauft. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich deshalb mit dem abgeschlossenen Tauschgeschäft, das zu dem Verlust dieser Normalität führt, zwischen der – als grauen Mann auftretenden – Teufelsfigur und Schlemihl selbst.
Im ersten Teil der Arbeit möchte ich untersuchen, warum sich Schlemihl auf den satanischen Handel eingelassen hat und inwieweit man ihn von einer bestimmten Schuld freisprechen kann. Man sagt, dass große Ereignisse ihre Schatten vorauswerfen, aber hatte Schlemihl tatsächlich eine Chance die Folgen vorherzusehen? Es soll mir darum gehen, seine möglichen Gründe aufzudecken, weil dieses Thema bisher eher vernachlässigt oder Schlemihl von vornherein die Alleinschuld zugesprochen wurde, anstatt die dafür zuständigen Umstände zu beleuchten.
Die Arbeit soll überdies Aufschluss darüber geben, welche Konsequenzen dieses mephistophelische Abkommen für Schlemihl hat. In welche Zwangslagen wird er getrieben und wie versucht er damit umzugehen? Auch die Reaktionen der Menschen auf seine Schattenlosigkeit möchte ich versuchen kurz zu erläutern.
Da Schlemihl nach seinem Paktabschluss zu einem Großteil auf soziale Kontakte verzichten muss, ist es nur logisch auch die Rolle des Geldes zu untersuchen, weil das der Gegenwert ist, den er durch den Handel erhält. Ich möchte zeigen, welchen Stellenwert das Gold in Schlemihls Leben hat und nachweisen, dass sein verfolgtes Ziel eigentlich nie das Anhäufen von materiellen Wertgegenständen ist. Ich will des Weiteren hinterfragen, inwieweit er mit seinem Reichtum den Schattenverlust kompensieren kann und welche charakterlichen Veränderungen sich feststellen lassen.
Doch natürlich soll auch die zweite Begegnung zwischen den beiden Hauptcharakteren nicht unberücksichtigt bleiben. Deshalb wird im Folgenden geprüft, was ‚der Graue’ hauptsächlich mit dem ersten Geschäft bezweckt hat und mit welchen Mitteln er darum kämpft auch sein endgültiges Ziel zu erreichen. Im Kontrast dazu soll es mir aber auch darum gehen, zu zeigen wie und warum sich Schlemihl widersetzt, um schlussendlich einen Sieg über seinen dämonischen Feind zu erringen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Geschäft mit dem Teufel

2.1 Gründe für den Verkauf des Schattens

2.2 Reaktionen und Folgen der Schattenlosigkeit

3 Die Rolle des Geldes

4 Die zweite Begegnung mit dem grauen Mann

4.1 Das eigentliche Ziel und die diabolischen Verführungskünste

4.2 Warum der zweite Vertrag scheitert

5 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit analysiert die Motive hinter dem schicksalhaften Tauschhandel in Adelbert von Chamissos Novelle „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“. Dabei wird der Fokus auf die psychologischen Gründe für den Verkauf des Schattens, die gesellschaftlichen Konsequenzen der Schattenlosigkeit sowie die Rolle des Geldes und die Auseinandersetzung mit dem dämonischen „grauen Mann“ gelegt, um Schlemihls moralische Entwicklung und seinen letztlichen Widerstand gegen die Versuchung zu untersuchen.

  • Analyse der Beweggründe für den schicksalhaften Schattenverkauf.
  • Untersuchung der sozialen Ausgrenzung und Identitätskrise durch die Schattenlosigkeit.
  • Kritische Beleuchtung des Stellenwerts von materiellem Reichtum in der Novelle.
  • Untersuchung der diabolischen Verführungskünste des grauen Mannes.
  • Herausarbeitung von Schlemihls Charakterstärke und seiner finalen Abkehr vom Teufelspakt.

Auszug aus dem Buch

2.1 Gründe für den Verkauf des Schattens

Der Grund, warum Peter Schlemihl sich entscheidet, seinen Schatten zu veräußern, ist in erster Linie ein ganz pragmatischer – er kann das Geld gut gebrauchen. Chamisso hat den Namen seines Protagonisten nämlich nicht ohne Bedacht gewählt. Der Autor der Novelle selbst erklärt in einem Brief von 1821 an seinen Bruder, dass es „die Benennung von ungeschickten oder unglücklichen Leuten [ist], denen nichts in der Welt gelingt.“ Dies lässt darauf schließen, dass Schlemihl in seinem bisherigen Leben – sein Einkommen betreffend – eher erfolglos geblieben ist. Aber auch der Text selbst belegt, dass seine finanziellen Möglichkeiten ziemlich beschränkt sind.

Immerhin geht er, um eine Unterkunft nach seiner Einfahrt in den Hafen zu finden, „in das nächste, geringste Haus, vor welchem [er] ein Schild hängen sah“ (PS 9). Auch das ungläubige und bewundernde „‚also hier’“ (PS 9), als Schlemihl das Haus des Herrn John erblickt, spricht eindeutig dafür, dass er weit von einem solchen Lebensstil entfernt ist, zumal er sich selbst als „arme[r] Teufel“ (PS 9) bezeichnet. Darüber hinaus weist ebenso sein Verhalten gegenüber Johns Gesellschaft darauf hin, dass er sich durchaus bewusst ist, welche soziale Stellung er dort einnimmt. Immerhin ist es für ihn „eine Ehre in den Park gerufen zu werden“, nachdem er das „Verhör zu bestehn“ hatte (PS 9).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in Chamissos Novelle ein und definiert die Forschungsfrage, die das Tauschgeschäft zwischen dem Protagonisten und dem grauen Mann in den Kontext von Schuld, sozialer Identität und Geldgier stellt.

2 Das Geschäft mit dem Teufel: Dieses Kapitel untersucht die pragmatischen und naiven Beweggründe, die Schlemihl zum Verkauf seines Schattens führen, sowie die darauffolgenden gesellschaftlichen Reaktionen auf seine Andersartigkeit.

3 Die Rolle des Geldes: Das Kapitel analysiert den symbolischen Wert des Reichtums, der Schlemihl durch den Handel zufließt, und zeigt auf, dass materieller Besitz soziale Anerkennung letztlich nicht kompensieren kann.

4 Die zweite Begegnung mit dem grauen Mann: Hier wird der zweite Versuch des Teufels, Schlemihl seine Seele zu entlocken, untersucht und die psychologische Standhaftigkeit des Protagonisten gegen die erneuten Manipulationen hervorgehoben.

5 Fazit: Das Fazit fasst die moralische Entwicklung Schlemihls zusammen und betont, dass sein Widerstand gegen die diabolischen Versuchungen von einer tiefen Antipathie gegenüber dem Grauen und einem Gewinn an innerer Festigkeit zeugt.

Schlüsselwörter

Peter Schlemihl, Adelbert von Chamisso, Schatten, Teufelspakt, grauer Mann, Geldgier, soziale Identität, materielle Welt, moralische Entwicklung, Literaturanalyse, Novelle, Seele, Verführung, Charakterstärke, Ausgrenzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die zentralen Motive und Entwicklungen in Adelbert von Chamissos Novelle „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“ im Hinblick auf den Handel mit dem Teufel.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Bedeutung von Identität, der soziale Stellenwert von Geld, die ethischen Implikationen eines Teufelspakts und der psychologische Kampf des Protagonisten gegen den Verlust seines Menschseins.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Schlemihls Entscheidung nicht primär aus reiner Geldgier, sondern aus einer komplexen Situation heraus erfolgte und sein späterer Widerstand gegen den Teufel seine innere Stärke und moralische Integrität beweist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte literaturwissenschaftliche Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur zu den Themenkomplexen „Geld und Geist“ sowie literarischer Phantastik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Schattenverkaufs, die Analyse der Bedeutung von Reichtum in der Gesellschaft und die kritische Betrachtung der wiederholten Konfrontation mit dem grauen Mann.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Schatten“, „Teufelspakt“, „Identitätsverlust“, „materielle Gesellschaft“ und „charakterliche Standhaftigkeit“ definiert.

Warum spielt Bendel eine Sonderrolle in Schlemihls Leben?

Bendel ist der einzige Charakter, der Schlemihl gegenüber aufrichtige Freundschaft zeigt, ohne an dessen Gold interessiert zu sein, was Schlemihls Suche nach wahrer zwischenmenschlicher Verbundenheit verdeutlicht.

Was unterscheidet den ersten vom zweiten Vertrag mit dem Teufel?

Während der erste Vertrag unbedacht und aus Naivität geschlossen wurde, ist die zweite Begegnung ein bewusster, psychologischer Machtkampf, in dem es dem Grauen um den Erwerb von Schlemihls Seele geht.

Inwiefern beeinflusst das Bild von Thomas John den Ausgang der Geschichte?

Das Schreckensbild von Thomas John fungiert als abschreckende Vision für Schlemihl, die ihm die Konsequenzen eines endgültigen Pakt-Abschlusses vor Augen führt und ihn zur finalen Ablehnung bewegt.

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Details

Title
Peter Schlemihls Pakt mit dem Teufel und seine Auswirkungen
College
University of Bamberg
Course
Prosa der Romantik
Grade
1,0
Author
Robert Willrich (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V73664
ISBN (eBook)
9783638881821
ISBN (Book)
9783640512720
Language
German
Tags
Peter Schlemihls Pakt Teufel Auswirkungen Prosa Romantik Schlemihl Chamisso Teufelspakt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Willrich (Author), 2006, Peter Schlemihls Pakt mit dem Teufel und seine Auswirkungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73664
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