Die Vetospieler Theorie des Amerikaners George Tsebelis, Professor an der Universität von Kalifornien, ist das neuartige und gleichzeitig Bahnbrechende Ergebnis, eines in den frühen 1990er Jahren begonnenen Bestrebens, für den Vergleich politischer Systeme einen methodisch wie theoretisch völlig neuen, aber zugleich auch möglichst einfachen und modernen Bezugsrahmen zu entwickeln. Tsebelis verabschiedet sich, von der in der traditionellen Politikwissenschaft bevorzugten dichotomen Einteilungen politischer Systeme z.B. in parlamentarische versus präsidentielle Systeme. Tsebelis fragt, welche institutionellen oder parteilichen Akteure bei Entscheidungen zustimmen müssen, bevor der Status quo einer Policy verändern wird. Neben den institutionellen und parteilichen Vetospielern existieren auch noch sonstige Vetospieler, diese sind z.B. Verbände oder Interessengruppen. (vgl. Merkel 2003: 255f.). In seinem Buch Veto Players: How Political Institutions Work aus dem Jahr 2002 glaubt Tsebelis mit den drei Parametern: Zahl der Vetospieler, policy congruence und der internen Kohäsion der Spieler einen Ansatz gefunden zu haben, mit dem man Stabilität und Wandel von Policies erklären und voraussagen kann.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung - Die Theorie der Vetospieler im Hinblick auf die Bundesrepublik Deutschland
Fallbeispiele zur Vetospieler – Theorie: Die Steuerreform- Die Rentenreform – Die ausgebliebene Arbeitsmarktreform
Schlussbetrachtung - In wieweit ist die Vetospieler – Theorie auf die Bundesrepublik Deutschland anwendbar?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der Vetospieler-Theorie nach George Tsebelis auf das politische System der Bundesrepublik Deutschland, indem sie theoretische Hypothesen anhand praktischer politischer Fallbeispiele kritisch überprüft.
- Grundlagen der Vetospieler-Theorie nach George Tsebelis
- Analyse der institutionellen und parteilichen Akteure in der Bundesrepublik
- Fallstudie: Die Steuerreform von 2000
- Fallstudie: Die Rentenreform von 2001
- Fallstudie: Die ausgebliebene Arbeitsmarktreform
- Kritische Diskussion zur Erklärungskraft und zu den Grenzen der Theorie
Auszug aus dem Buch
Einleitung - Die Theorie der Vetospieler im Hinblick auf die Bundesrepublik Deutschland
Die Vetospieler Theorie des Amerikaners George Tsebelis, Professor an der Universität von Kalifornien, ist das neuartige und gleichzeitig Bahnbrechende Ergebnis, eines in den frühen 1990er Jahren begonnenen Bestrebens, für den Vergleich politischer Systeme einen methodisch wie theoretisch völlig neuen, aber zugleich auch möglichst einfachen und modernen Bezugsrahmen zu entwickeln. Tsebelis verabschiedet sich, von der in der traditionellen Politikwissenschaft bevorzugten dichotomen Einteilungen politischer Systeme z.B. in parlamentarische versus präsidentielle Systeme. Tsebelis fragt, welche institutionellen oder parteilichen Akteure bei Entscheidungen zustimmen müssen, bevor der Status quo einer Policy verändern wird. Neben den institutionellen und parteilichen Vetospielern existieren auch noch sonstige Vetospieler, diese sind z.B. Verbände oder Interessengruppen. (vgl. Merkel 2003: 255f.). In seinem Buch Veto Players: How Political Institutions Work aus dem Jahr 2002 glaubt Tsebelis mit den drei Parametern: Zahl der Vetospieler, policy congruence und der internen Kohäsion der Spieler einen Ansatz gefunden zu haben, mit dem man Stabilität und Wandel von Policies erklären und voraussagen kann.
Ob diese Theorie in der politischen Praxis der Bundesrepublik Deutschland funktioniert und wo ihre Grenzen liegen, wird anhand von drei Fallbeispielen erklärt werden. Den Anfang, soll allerdings erst einmal, eine kurze Darstellung der Theorie im Hinblick auf die Bundesrepublik Deutschland machen. Um die Theorie praktisch darzustellen, werden im Hauptteil drei Fallbeispiele aus der bundesdeutschen Politik vorgestellt werden: die Steuerreform aus dem Jahr 2000, die Rentenreform aus dem Jahr 2001 und die ausgebliebene Reform des Arbeitsmarktes und der damit verbundene Reformimmobilismus. Abschließend soll die Aussagekraft der Theorie des George Tsebelis im Hinblick auf die Bundesrepublik Deutschland kritisch Diskutiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung - Die Theorie der Vetospieler im Hinblick auf die Bundesrepublik Deutschland: Einführung in die theoretischen Grundlagen von George Tsebelis und Skizzierung der methodischen Vorgehensweise anhand von drei Fallbeispielen.
Fallbeispiele zur Vetospieler – Theorie: Die Steuerreform- Die Rentenreform – Die ausgebliebene Arbeitsmarktreform: Empirische Untersuchung der Theorie an den konkreten Beispielen Steuerreform (2000), Rentenreform (2001) und der Arbeitsmarktpolitik, wobei die Grenzen der Vorhersagekraft aufgezeigt werden.
Schlussbetrachtung - In wieweit ist die Vetospieler – Theorie auf die Bundesrepublik Deutschland anwendbar?: Kritische Evaluation der Theorie, die deren Ergänzungsbedarf bezüglich politischer Motive wie "office seeking" und der Rolle nicht-politischer Akteure hervorhebt.
Schlüsselwörter
Vetospieler-Theorie, George Tsebelis, Bundesrepublik Deutschland, Reformpolitik, Politikwechsel, Bundesrat, Parteien, Reformimmobilismus, Steuerreform, Rentenreform, Arbeitsmarktpolitik, Reformfähigkeit, politische Systeme, Konsens, institutionelle Akteure.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Übertragbarkeit und Aussagekraft der von George Tsebelis entwickelten Vetospieler-Theorie auf das politische System der Bundesrepublik Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Rolle institutioneller und parteilicher Vetospieler, die Dynamik von Reformprozessen in Deutschland sowie die Spannungsfelder zwischen politischem Konsens und Reformstau.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob Tsebelis' Modell der Vetospieler geeignet ist, Stabilität und Wandel in der deutschen Politik zu erklären, und wo die Grenzen dieses theoretischen Ansatzes liegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine qualitative Analyse anhand von drei Fallstudien: der Steuerreform 2000, der Rentenreform 2001 und der Arbeitsmarktpolitik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Anwendung der Vetospieler-Parameter auf die genannten Fallbeispiele und arbeitet spezifische Abweichungen zwischen Theorievorhersage und politischer Praxis heraus.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Reformimmobilismus", "Policy-Congruence", "Office-Seeking" und die Analyse des "Bundesrates als Vetospieler" geprägt.
Warum spielt der Bundesrat in der Analyse eine so bedeutende Rolle?
Der Bundesrat fungiert als institutioneller Vetospieler, dessen Abstimmungsverhalten maßgeblich davon abhängt, ob dort Länder- oder Parteiinteressen dominieren, was die Anzahl der Vetospieler dynamisch verändert.
Welche Schwächen identifiziert die Autorin an der Theorie von Tsebelis?
Die Autorin kritisiert insbesondere die Vernachlässigung des "office seeking" (Kampf um Ämterpatronage) zugunsten von "policy seeking" sowie die ungenaue Differenzierung bei der Messung von Kongruenz und der Rolle sonstiger Akteure wie Gewerkschaften.
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- Ellen Ziegler (Author), 2007, Die Vetospieler-Theorie - Angewandt auf die BRD, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73690