Industriekultur in Großbritannien als touristische Chance: Strategien, Maßnahmen und Effekte in der Region Greater Manchester


Magisterarbeit, 2006

111 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

KARTENVERZEICHNIS

TABELLENVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1. Einleitung
1.1 Thematische Einführung
1.2 Untersuchungsbereich und Zielsetzung der Arbeit
1.3 Methodische Vorgehensweise und Literaturlage

2. Heritage Tourismus in Großbritannien
2.1 Die Bedeutung des Begriffs „Heritage“
2.2 Angebot
2.3 Nachfrage

3. Grundlagen zur touristischen Nutzung der Industrierelikte in Großbritannien
3.1 Abgrenzung des Begriffs „Industrial Heritage Tourismus“
3.2 Voraussetzungen zur touristischen Nutzung der britischen Industrierelikte
3.2.1 Industriearchäologie
3.2.2 Denkmalpflege
3.3 Der Übergang vom Industrierelikt zur Touristenattraktion

4. Der Industrial Heritage Tourismus in Großbritannien
4.1 Regionale Verteilung touristisch genutzter industrieller Hinterlassenschaften
4.2 Angebot
4.2.1 Industrial Heritage Museen
4.2.2 Besucherorientierte Angebotsformen der Tourismuseinrichtungen
4.3 Nachfrage
4.3.1 Besucherstruktur

5. Marketingaktivitäten im britischen Industrial Heritage Tourismus
5.1 Beispiele für Marketingaktivitäten

6. Die Region Greater Manchester und ihr Potential für industriekulturellen Tourismus
6.1 Räumliche Einordnung und innere Gliederung
6.2 Die industrielle Entwicklung Greater Manchesters
6.3 Tourismus in Greater Manchester
6.3.1 Die touristische Nutzung der Industrierelikte

7. Der Castlefield Urban Heritage Park
7.1 Die Entwicklung Castlefields zu einem freizeitorientierten Stadtteil
7.1.1 Die Entwicklung unter der Central Manchester Development Corporation
7.2 Castlefield heute
7.2.1 Angebot
7.2.2 Nachfrage
7.2.3 Jüngere und aktuelle Entwicklungen

8. Die Musealisierung von Industrierelikten in Greater Manchester
8.1 Das Museum of Science and Industry
8.1.1 Geschichte
8.1.2 Die Museumsanlage
8.1.3 Angebot
8.1.4 Nachfrage
8.2 Quarry Bank Mill
8.2.1 Geschichte
8.2.2 Die Museumsanlage
8.2.3 Angebot
8.2.4 Nachfrage
8.3 The Wigan Pier Experience
8.3.1 Geschichte
8.3.2 Die Museumsanlage
8.3.3 Angebot
8.3.4 Nachfrage
8.3.5 Aktuelle Entwicklung

9. Marketingstrategien für den industriekulturellen Tourismus in Greater Manchester
9.1 Analyse zur Nutzung des Internets als Marketinginstrument
9.1.1 Inhalt der Internetpräsentationen
9.1.2 Vergleich der einzelnen Internetpräsenzen

10. Die Europäische Route der Industriekultur

11. Bewertende Analyse und Handlungsempfehlungen
11.1 Stärken-/Schwächenanalyse
11.2 Handlungsempfehlungen

12. Schlussbetrachtung und Ausblick

LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS

ANHANG 1

ANHANG 2

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abb. 1: Vorführung der Baumwollverarbeitung in der Quarry Bank Mill

Abb. 2: Das Logo des Wigan Pier Komplexes

Abb. 3: Tages- und Übernachtungsbesucher in Greater Manchester von 1999 bis 2004

Abb. 4: Die Kanallandschaft Castlefields

Abb. 5: Die Event-Arena in Castlefield

Abb. 6: Bahnhofsgebäude und Lagerhaus der ehemaligen Liverpool Road Station

Abb. 7: Struktur des Gebäudekomplexes des Museums of Science and Industry

Abb. 8: Eines von vielen Selbstbedienungsmodellen im Museum

Abb. 9: Besucherzahlen des Museums von 1989 bis 1997

Abb. 10: Die ehemalige Baumwollspinnerei Quarry Bank Mill

Abb. 11: Struktur des Gebäudekomplexes der Anlage

Abb. 12: Die Ausstellungsthemen im Gebäude der Quarry Bank Mill

Abb. 13: Besucherzahlen der Quarry Bank Mill von 1989 bis 1999

Abb. 14: Zugang zu der Touristenattraktion „ The Wigan Pier Experience“

Abb. 15: Überblick des strukturellen Aufbaus von „ The Wigan Pier Experience“

Abb. 16: Besucherzahlen von The Wigan Pier Experience von 1989 bis 1997

Abb. 17: Beginnende Umsetzung der Pläne zum „Wigan Pier Quarter“

KARTENVERZEICHNIS

Karte 1: Die Unterteilung Großbritanniens in GORs

Karte 2: Standorte großer industriekultureller Touristenattraktionen in Großbritannien

Karte 3: Die Region North West in ihrer subregionalen Untergliederung

Karte 4: Die zehn Distrikte Greater Manchesters

Karte 5: Das Gebiet, welches der CMDC zur Revitalisierung zugeteilt wurde

TABELLENVERZEICHNIS

Tab. 1: Potentielle Einnahmequellen industriekultureller Touristenattraktionen

Tab. 2: Anteil industriekultureller Einrichtungen mit behindertengerechtem Angebot

Tab. 3: Die untersuchten Internetpräsenzen

Tab. 4: Die Buchungsmöglichkeiten der einzelnen Internetpräsenzen

Tab. 5: Verlinkungen der Internetpräsenzen miteinander

Tab. 6: Einbeziehung schulischer Nutzung in die verschiedenen Internetpräsenzen

Tab. 7: Stärken und Schwächen im Industrial Heirtage Tourismus Großbritanniens

1. Einleitung

1.1 Thematische Einführung

In der heutigen Zeit finden sowohl in den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen als auch in den räumlichen Strukturen zunehmende weltweite Verflechtungen statt. Dieser Prozess der Angleichung ist jedoch gleichzeitig verbunden mit einer stärkeren Rückbe- sinnung der Länder und Regionen auf die aus ihrer jeweiligen Vergangenheit resultie- rende eigene Identität. In diesem Zusammenhang kann auch die in Großbritannien v.a. in den 1980er Jahren erfolgte Bedeutungssteigerung des nationalen Erbes im Touris- mussektor gesehen werden. Sie führte zu einem wesentlichen Wachstum an Angeboten im Bereich des britischen Heritage Tourismus, welcher auf den Hinterlassenschaften der regionalen Geschichte basiert.

Neben zahlreichen anderen Faktoren ist auch die Pionierrolle Großbritanniens in der Industriellen Revolution von herausragender Bedeutung für die britische Vergangenheit und die nationale Identität der Briten. Aus dieser Epoche besteht noch heute eine Viel- zahl von Zeitzeugen, welche den Stellenwert der jeweiligen Regionen in diesem Zu- sammenhang repräsentiert. Beispielhaft seien die älteste Eisenbrücke der Welt sowie die ersten Kanäle und Eisenbahninfrastrukturen genannt. Auch diese Relikte wurden im Rahmen der Bedeutungssteigerung des Heritage Tourismus teilweise zu freizeitorien- tierten Einrichtungen ausgebaut. Dadurch konnte sich in den vergangenen Jahrzehnten ein britischer industriekultureller Tourismus entwickeln, der in seiner Form wesentlich ausgeprägter ist als in allen übrigen europäischen Ländern. Mag die Kombination aus industriellen Hinterlassenschaften und touristischer Verwertung zunächst widersprüch- lich und wenig erfolgsversprechend erscheinen, so ist es in erster Linie der enorme Stolz der Briten auf ihre Funktion in der industriellen Geschichte, welcher dieser Tourismus- art in Großbritannien ihre heutige Bedeutung verleiht.

Profitiert haben hiervon am meisten jene Regionen, die in starkem Maße in die Indus- trielle Revolution einbezogen waren. Dazu gehört auch der Raum Greater Manchester. Er besitzt mit seiner ehemals herausragenden Stellung im Bereich der Baumwollverar beitung noch heute zahlreiche Relikte aus dieser Zeit und damit ein umfangreiches touristisches Potential.

1.2 Untersuchungsbereich und Zielsetzung der Arbeit

In der vorliegenden Arbeit wird nach kurzen Erläuterungen zum Heritage Tourismus in Großbritannien speziell auf die dortige touristische Nutzung von Industrierelikten ein- gegangen. Hierzu reichen die Informationen von den Grundlagen ihrer freizeitorientier- ten Verwertung und ihrer regionalen Verteilung über Angebot und Nachfrage im indust- riekulturellen Tourismus bis hin zu diesbezüglichen Marketingaktivitäten. Anschließend wird die Region Greater Manchester als Bezugsraum ausführlich betrachtet. In diesem Rahmen erfolgen beispielhafte Erläuterungen zu dem zuvor industriell geprägten und heute touristisch genutzten Stadtteil Castlefield sowie zu drei musealisierten ehemaligen Industriegeländen. Mit Orientierung auf diesen Raum wird außerdem zunächst anhand einer Internetanalyse auf die Präsentation dieser Tourismusart im Internet sowie an- schließend auf die aktuellen Entwicklungen zu einer „Europäischen Route der Indust- riekultur“ Bezug genommen. Schließlich werden die in den vorangegangenen Kapiteln aufgezeigten Stärken und Schwächen des industriekulturellen Tourismus in Großbritan- nien noch einmal zusammengefasst, um so Anhaltspunkte für zukünftige Handlungs- empfehlungen zu erhalten.

Ziel der Arbeit ist es aufzuzeigen, auf welche Weise sich Großbritannien die Hinterlas- senschaften seiner industriellen Vergangenheit touristisch zu Nutze macht, welche Maß- nahmen und Strategien diesbezüglich in Greater Manchester ergriffen werden und wel- che Effekte daraus resultieren. Zudem sollen noch bestehende Schwachpunkte dieser Tourismusart aufgedeckt werden, so dass abschließend Anknüpfungspunkte für poten- tielle Weiterentwicklungen genannt werden können. Die Leitfragen der Untersuchungen sind demnach:

1. Wie nutzt Großbritannien die Möglichkeiten zur touristischen Verwertung seiner in- dustriellen Relikte?
2. Wie wird diesem Potential im Raum Greater Manchester Rechnung getragen?
3. Welche Schwachpunkte bestehen noch im industriekulturellen Tourismus Großbri- tanniens und wie kann ihnen begegnet werden?

1.3 Methodische Vorgehensweise und Literaturlage

Zur Beantwortung der oben gestellten Fragen wurden folgende Forschungsmethoden verwendet: Es erfolgte eine bundesweite Recherche über die deutschen Hochschulbib- liotheken sowie über die Stadtbibliothek Manchesters. Des Weiteren wurde das Internet zur Beschaffung von Online-Daten, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen, ge- nutzt. Auch wurden Ortsbegehungen der detailliert untersuchten Beispiele zum indust- riekulturellen Tourismus durchgeführt und zusätzlich die bei diesen zu erwebende Lite- ratur in die Auswertung einbezogen. Um jüngere Entwicklungen berücksichtigen zu können, wurden außerdem einzelne Fragen an entsprechende Experten gestellt. Hierzu wurden solche Personen ausgewählt, die entweder unmittelbar bei den touristischen Einrichtungen angestellt sind oder andere Tätigkeiten im Bereich der betrachteten Tou- rismusart in Großbritannien ausüben.

Die Untersuchung zur Nutzung des Internets als Marketinginstrument für den Raum Greater Manchester im Kapitel 9 basiert ausschließlich auf einer selbständig durchgeführten Analyse ausgewählter Internetpräsenzen.

In Bezug auf die Literaturlage wird in den schriftlichen Quellen selbst regelmäßig er- wähnt, dass diese unzureichend sei und wesentlich umfangreicher sein könne. Für die in der vorliegenden Arbeit untersuchten Einrichtungen aus der Region Greater Manchester finden sich zwar allgemeine Angaben in unterschiedlichen Texten, in Hinsicht auf die jüngsten Entwicklungen sind diese jedoch oftmals lückenhaft. So waren für eine Aktua- lisierung der Informationen die entsprechenden Expertenbefragungen notwendig.

2. Heritage Tourismus in Großbritannien

2.1 Die Bedeutung des Begriffs „Heritage“

„Heritage“ bedeutet im literarischen Sinne, dass etwas - von einer Generation zur näch- sten - weitervererbt wird (Prentice 1993, S.1). Zu beachten ist jedoch, dass nicht allein Kultur, sondern auch Natur vererbbar ist. Zudem können neben materiellen Formen wie Monumenten und Ruinen auch immaterielle wie Traditionen an die folgenden Genera- tionen weitergegeben werden. Ebenso fallen Feiern von großen Events und Persönlich- keiten sowie markante Lebensweisen unter diese Begriffsbestimmung (Nuryanti 1996, S.251). Laut Prentice unterteilt sich der Begriff „Heritage“ in folgende vier Bereiche: 1) Natural Heritage (u.a. Flora und Fauna), 2) Build Heritage (alles Erbaute von histori- schen Relikten bis zur modernen Architektur), 3) Cultural Heritage (Sprache, Bräuche), 4) Landscape Heritage (Prentice 1993, S.24).

Bezüglich der touristischen Verwertung dieses breiten Spektrums an Hinterlassenschaften aus der Vergangenheit könnte man sagen, dass fast jede Tourismusform in Großbritannien zumindest teilweise auf dem kultur- oder naturbezogenen Erbe basiert, so dass es nicht möglich ist, eine klare Grenze zwischen „Heritage Tourism“ und „Non Heritage Tourism“ zu ziehen (Nurick, J. 10.02.2006, S.35).

2.2 Angebot

Bereits in den 1970er Jahren gewann das nationale Erbe zunehmend an Bedeutung im britischen Tourismusangebot und gipfelte in der folgenden Dekade in einem regelrech- ten Heritage Boom (Prentice 1993, S.22). Stark zu der Entwicklung beigetragen haben das Wachstum der Ankünfte ausländischer Touristen, die Orientierung der einheimi- schen Touristen weg von den Seebädern, sowie die Zunahme der Tagesbesucher mit wesentlich stärkerem Zugang zum individuellen Motorverkehr und gesteigertem Ein- kommen (Middleton 2005, S.84). Außerdem hat die Tatsache, dass den Tourismusbe hörden in England, Wales und Schottland über den Development of Tourism Act von 1969 die Möglichkeit gegeben wurde, Besucherattraktionen Anleihen und Zuschüsse zu gewähren eine wichtige Rolle im Rahmen der Angebotswachstums gespielt (Middleton 2005, S.80ff.). All dies führte dazu, dass bereits 1988 ca. 250Mio. Besucher in über 3.000 Heritage Einrichtungen in Großbritannien gezählt werden konnten (Wolf 2005, S.14).

Bis heute sind die Heritage Attraktionen zu einer unüberschaubaren Anzahl herangewachsen und reichen von Kathedralen und Schlössern, historischen Städten und Landschaften über lokale Traditionen und historische Festumzüge bis hin zum industriellen Erbe (Grant ; Human ; Le Pelley 1999, S.37).

Ein wesentliches Charakteristikum dieser Objekte ist ihre Vielzahl an kleinen touristischen Einrichtungen mit wenigen tausend Besuchern pro Jahr, wohingegen nur eine geringe Anzahl wirklich großer Touristenattraktionen mit Jahresbesucherzahlen von mehr als einer halben Million Menschen existiert (Millar 1999, S2).

2.3 Nachfrage

Das Wachstum der Angebote des Heritage Tourismus war mit einer enorm gestiegenen Nachfrage verbunden. Der Grund der starken Nachfragesteigerung wird von einigen Autoren in einer Art Nostalgie-Bewegung bzw. einer Form des Heimwehs, welches die Vergangenheit als etwas Beruhigendes definiert, gesehen. So schreibt Lowenthal:

“Dissatisfaction with the present and malaise about the future in- duce many to look back with nostalgia, to equate what is beauti- ful and livable with what is old or past” (Lowenthal 1981, S.216).

Diese Bedeutungszunahme seit den 70er Jahren, welche im folgenden Jahrzehnt ihren Höhepunkt erreichte, konnte sich jedoch im Anschluss daran nicht fortsetzten und schwächte sich somit seit Beginn der 1990er Jahre wieder stark ab (Middleton 2005, S.88f).

Der Großteil der britischen Heritage Touristen sind heute Tagesausflügler aus der nähe- ren Umgebung, welche die Identifikation mit der eigenen Geschichte und Kultur su- chen. Relativ selten hingegen werden von den Einheimischen solche Touristenattraktio- nen als Ausflugsziel in ihre Urlaubsreise eingebunden (Nuryanti 1996, S.254). Dies geschieht in erster Linie durch die internationalen Touristen. Ihre Bedeutung in diesem Bereich zeigt sich allein darin, dass von 79Mio. Menschen, die im Jahr 1999 historische Tourismuseinrichtungen in dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nord- irland besucht haben ganze 33% aus dem Ausland kamen. Bereits in der Entscheidung, ihren Urlaub in Großbritannien zu verbringen, spielen die zahlreichen Relikte eine be- deutende Rolle (Olding, S. 2000, S.9). Die Denkmalschutzorganisation English Heri- tage, auf die in Kapitel 3.2.2 noch näher eingegangen wird, hat für ihre Objekte heraus- gefunden, dass die Hauptquellmärkte ausländischer Besucher aus den USA, Deutsch- land, den Benelux-Ländern, Japan und Skandinavien stammen, wobei sie sich bezüglich der Nationalität durch typische Charakteristika voneinander unterscheiden. Die US- Amerikaner sind hauptsächlich zwischen 35 und 54 Jahre alt, zeigen ein starkes Interes- se an der Geschichte des Landes und besichtigen die touristischen Einrichtungen meist in Gruppen. Deutsche und Touristen aus den Benelux-Ländern reisen bevorzugt im Au- to, haben nur eine kurze Aufenthaltsdauer und sind ebenfalls geschichtlich interessiert. Während die Japaner bei den Besuchen besonders viel Geld ausgeben, ist für die Skan- dinavier ein starkes Interesse an den nördlichen Regionen Großbritanniens ein typisches Merkmal (English Heritage 24.03.2006, S.10).

3. Grundlagen zur touristischen Nutzung der Industrierelikte in Groß- britannien

3.1 Abgrenzung des Begriffs „Industrial Heritage Tourismus“

Während der Begriff „Industrietourismus“ im deutschen Sprachgebrauch sowohl den Besuch stillgelegter als auch aktiver Anlagen bezeichnet, erfolgt im Englischen eine stärkere Differenzierung. Dort wird unterschieden zwischen „Industrial Tourism“ auf der einen Seite, welcher sich auf die Besichtigung moderner Betriebe bezieht und „In- dustrial Heritage Tourism“ auf der anderen Seite (Gelhar 2005, S.26f.). Letzterer befasst sich laut Goodall mit den physischen Hinterlassenschaften der früheren industriellen Tätigkeiten (Goodall 1994, S.94).

Fasst man den Begriff Industrial Heritage weiter, so bezieht er auch die immateriellen Aspekte der industriellen Vergangenheit mit ein (Kuntz 2000, S.20). Damit ließe er sich demjenigen der Industriekultur gleichsetzen, welche über die stoffliche Materie hinaus- geht und auch die Architektur- und Sozialgeschichte sowie die Entwicklung des be- trachteten Raumes einschließt (Schwark 2004, S.15). Eine solche Weiterfassung ist im touristischen Rahmen zum einen damit zu begründen, dass die Industrielle Revolution nicht nur technische sondern auch kulturelle, soziale und ökonomische Neuerungen herbeigeführt hat (Falconer 1980, S.9). Zum anderen wird in den neuen Industriemuse- en im Gegensatz zu den alten Technikmuseen, welche sich auf die simple Ausstellung der Technik stützten, auch die entsprechende Sozial- und Kulturgeschichte eingebun- den. Dabei machen sie die industrielle Arbeitswelt zu ihrem Schwerpunkthema (Wolf 2005, S.21). In der vorliegenden Arbeit wird der Industrial Heritage Tourismus daher gleichbedeutend mit dem industriekulturellen Tourismus verwendet.

3.2 Vorrausetzungen zur touristischen Nutzung der britischen Industrierelikte

Neben konventionellen Museumsgebäuden werden im britischen Industrial Heritage Tourismus auch in starkem Maße ehemalige Produktionsstätten und verlassene Indust- rieareale als Darstellungsobjekte umfunktioniert (Schwark 2004 S.15). An solchen Zeit- zeugen kann dem Besucher die industrielle Vergangenheit wesentlich besser veran- schaulicht werden als in Räumlichkeiten, die in keinerlei Bezug zu ihr stehen. Um die Industrierelikte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zugleich über die Zeit aus der diese stammen aufzuklären, sind jedoch zunächst zwei wesentliche Voraussetzun- gen notwendig. Zum einen die Auseinandersetzung mit der industriekulturellen Ver- gangenheit, zum anderen die Instandhaltung und der Schutz der materiellen Hinterlas- senschaften. Während Erstere im Rahmen der Industriearchäologie erfolgt, welche sich als wissenschaftliche Disziplin mit den Relikten des Industriezeitalters befasst, ist für Letzteres der Denkmalschutz zuständig (Kuntz 1999 S.157).

3.2.1 Industriearchäologie

Der Begriff „Industrial Archaeology“ wurde von dem Philologen Michael Rix geprägt, welcher im Jahre 1955 diesen als Titel für einen Aufsatz wählte, mit welchem er auf die Vernichtung des industriellen Erbes in Großbritannien aufmerksam machen wollte (Wolf 2005, S.7). Gegenstand dieser Disziplin ist laut Slotta „[d]ie systematische Erfor- schung aller dinglichen Quellen jeglicher industrieller Vergangenheit von der Prähisto- rie bis zur Gegenwart“ (Slotta, R. 1982, S.1). Dem zeitlosen Bezug dieser Definition steht jedoch die Meinung der meisten Wissenschaftler gegenüber, welche die Industrie- archäologie ausschließlich dem Industriezeitalter, ggf. einschließlich des Manufaktur- zeitalters, zuordnen (Krings 1983, S.213). Relikte des 20.Jahrhundert bleiben wenig beachtet, da dieses bereits eine Phase des industriellen Niedergangs darstellte (Wolf 2005, S.8).

Wie die Industrielle Revolution hatte auch die Industriearchäologie ihren Ursprung in Großbritannien (Buchanan 2000, S18). Nach ihrer Einführung in den 1950er Jahren

gewann sie dort in den 1960ern immer stärker an Bedeutung (Yale 1991, S.132). Grund für das steigende Interesse war die zunehmende Beseitigung der industriellen Hinterlas- senschaften. Dabei spielte die von der britischen Eisenbahngesellschaft vorgeschlagene Zerstörung des Doric Portico der alten Euston Station im Norden Londons eine wichtige Rolle in der Bewusstseinssteigerung des Wertes dieser Relikte (Buchanan 2000, S.18f.). Heute ist die Industriearchäologie eine angesehene wissenschaftliche Disziplin, die als Grundvoraussetzung für die Entwicklung des Industrial Heritage Tourismus gesehen werden kann.

Das gesamte Spektrum an industriellen Hinterlassenschaften, welches die Grundlage der Untersuchungen der Industriearchäologie bildet, basiert auf folgendem physischen Erbe:

A) Energiequellen Wind- und Wassermühlen, Dampfmaschinen, Kern- kraftwerke etc.
B) Extrahierende Betriebe . Steinbrüche, Bergwerke und dazugehörige Gebäude etc.
C) Verarbeitende Industrien ….. Agrarprodukte, Bekleidung, Chemikalien, Töpferwa- ren etc.
D) Öffentliche Dienste ….. Gas-, Elektrizitäts-, Wasser-Versorgung, Dränage, Kanalisation etc.
E) Wirtschaftsgebäude …... Geschäfte, Getreidebörsen etc.
F) Modellstädte .. Arbeiterhäuser, Wohnhäuser der Fabrikbesitzer, Ha- fenanlagen etc.

Ferner sind die Hinterlassenschaften der Transportinfrastruktur wie die erhaltenen Ei- senbahnrelikte und Kanäle Bestandteil der untersuchten Wissenschaft (Yale 1991, S.132).

Der Umfang der Objekte, welche unter den Begriff „Industrie“ fallen, mag verwundern. So würde bspw. der extrahierende Bergbau im deutschen Sprachgebrauch nicht dem industriellen Sektor zugerechnet werden. Hier zeigt sich jedoch, dass die Begriffe „In- dustrie“ im Deutschen und „industry“ im Englischen einen jeweils unterschiedlichen Wortinhalt besitzen. Im anglophonen Raum ist dieser wesentlich weiter gefasst, so dass dort von „mining industry“ gesprochen wird, wodurch neben dem rohstoffverarbeiten- den auch der rohstoffgewinnende Prozess der Begriffsbezeichnung zufällt (Gelhar 2005, S.26).

Die hier aufgezeigten Untersuchungsgegenstände der Industriearchäologie sind auch jene physischen Hinterlassenschaften, auf die sich der Industrial Heritage Tourismus bezieht. Zudem ist ebenfalls die zeitliche Einordnung äquivalent, so dass der industrie- kulturelle Tourismus in erstere Linie die Relikte des 19.Jh. nutzt. Es treten jedoch auch Ausnahmen wie die Verwertung jüngst stillgelegte Bergwerke hinzu (Kuntz 1999, S.158).

3.2.2 Denkmalpflege

Neben der Industriearchäologie als Grundvoraussetzung für die Entwicklung des Industrial Heritage Tourismus, steht die (Industrie)-Denkmalpflege. Ihr kommt die Aufgabe zu, die Industrierelikte als technische Denkmale unter Schutz zu stellen und denkmalpflegerisch zu betreuen. Erst wenn dies erfolgreich geschieht, kann eine Erschließung für die Öffentlichkeit erfolgen (Wolf 2005, S.16f.).

Die Unterschutzstellung historischer Gebäude begann in Großbritannien bereits zu Ende des 19.Jh. und im Jahr 1947 erhielt das Secretary of State for the Environment schließ- lich die Befugnis sog. „Listed Buildings“ zu bestimmen, welche nur mit Sondererlaub- nis verändert oder abgerissen werden dürfen. Unterschieden werden die jeweiligen Ge- bäude nach den Kategorien I, II* und II, wobei I die nationale und II* die regionale oder besondere lokale Bedeutung in den Vordergrund stellen. Die Kategorie II bezieht sich wiederum auf Gebäude von historischem oder architektonischem Interesse. Den indus- triellen Relikten wurde von Seiten des Denkmalschutzes zunächst keine Beachtung ge- schenkt, doch seit 1953 werden auch sie in seine Bestimmungen mit eingeschlossen. Eine Weiterentwicklung erfolgte mit dem Civic Amenities Act von 1967, der es ermöglicht, komplette historische Gebiete, sog. „Conservation Areas“ unter Schutz zu stellen (Yale, 1992, S.202ff.).

Neben der Berücksichtigung einzelner Gebäude und der Bestimmung von Conservation Areas wurde auch die Bedeutung der Transportsysteme als Hinterlassenschaften des Industriezeitalters frühzeitig erkannt. Die Tatsache, dass diese in der Depression der Zwischenkriegszeit zunehmend obsolet wurden und zu verschwinden begannen, führte dazu, dass unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg die ersten Organisationen gegründet wurden, die zum einen die Verwertung der Eisenbahnrelikte sowie zum anderen auch die Wiederbelebung der Wasserwege zum Ziel hatten (Buchanan 2000, S.19).

Heute ist für die Erhaltung, Aufbereitung und Darbietung des nationalen Erbes in Groß- britannien eine Vielzahl von Organisationen zuständig. Für England lassen sich in erster Linie die beiden Denkmalschutzorganisation English Heritage und National Trust nen- nen (Prentice 1993, S.25ff.). Hinzu kommen stärker spezialisierte wie British Water- ways, welches sich in seiner Erhaltungstätigkeit ausschließlich auf die Wasserwege und die mit ihnen verbundenen Relikte konzentriert (British Waterways 08.02.2006, Abs.1). Um die Tätigkeiten und Zuständigkeitsbereiche dieser Organisationen zu veranschauli- chen, werden sie nun kurz vorgestellt.

English Heritage: English Heritage ist ausschließlich für England zuständig, besitzt aber entsprechende Schwesterorganisationen für das übrige Großbritannien. Es fungiert als eine Art verlängerter Arm der Zentralregierung, indem es sie im Bereich der histori- schen Umwelt als gesetzlich festgelegter Berater unterstützt (Barton 21.03.2006, Abs.1) (English Heritage 30.2006). Gegründet wurde es 1983 und besitzt in England heute die Verantwortung für Schutz und Management von über 400 historischen Objekten aller Art, zu denen auch industrielle Relikte gehören. Zu seinen Aufgaben zählen außerdem die Erschließung der Hinterlassenschaften für die Öffentlichkeit, die Erhöhung des Ver- ständnisses der Menschen über die nationale Vergangenheit sowie die Leistung finan- zieller Unterstützung an entsprechende Einrichtungen (Ders. 23.02.2006, S.2ff.) (English Heritage 30.03.2006).

National Trust: Der National Trust ist eine Denkmalschutzorganisation, die als gemein- nütziger Verein fungiert und neben ihrer Zuständigkeit für England auch in Wales und Nordirland tätig ist. Ihr Ziel ist es, historische Gebäude und Landschaften von besonde- rer Schönheit oder ökologischem Wert zu erhalten (VisitBritain 20.03.2006). Die Grün- dung des National Trusts erfolgte bereits 1895 aufgrund der Beunruhigung über die Wirkung der unkontrollierten Entwicklung im Rahmen der Industrialisierung, so dass der Trust als eine Art Schutzherr über Küsten, Landschaften und Gebäude wachen soll- te. Heute ist er für etwa 300 historische Häuser und Gärten und 40 industrielle Objekte verantwortlich, welche er bewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich macht. Bezüglich seiner industriebezogenen Relikte hat er sich jüngst vorgenommen, deren Präsentatio- nen stärker zu verbessern und die Wertschätzung der Menschen in diesem Bereich wei- ter zu erhöhen (The National Trust 28.03.2006).

British Waterways: Britisch Waterways ist eine öffentliche Körperschaft mit Verant- wortlichkeiten in England, Schottland und Wales (British Waterways 08.02.2006, Abs.1). Sie wurde im Jahr 1962 gegründet und besitzt die Aufgabe, die Binnenwasser- straßen als Nationalerbe zu erhalten, zu verbessern und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen (Boettcher ; Behrens 2000; S.61). Heute verfügt British Waterways über ein ins- gesamt 2000 Meilen umfassendes Netzwerk von Wasserwegen mit alten Gebäuden, Landschaften und Konstruktionen wie Tunnel, Brücken, Aquädukte (British Waterways 26.02.2006).

3.3 Der Übergang vom Industrierelikt zur Touristenattraktion

Die Industrierelikte in ihrer reinen Form würden ohne eine touristische Aufwertung nur begeisterte Industriearchäologen anziehen. Um das Publikum jedoch zu erweitern sind freizeitorientierte Maßnahmen notwendig, die das jeweilige Objekt auch für die weniger Sachkundigen interessant machen (Goodall 1994, S.95).

Bei dem Übergang von industriellen Hinterlassenschaften zu Touristenattraktionen ist der erste wesentliche Schritt die Entscheidung zu einer solchen Umnutzung. Diese kannauf einen einzelnen Initiator zurückgehen, kann aber auch durch das Zusammenwirken verschiedener Interessenten zustande kommen. Als zweiter Aspekt ist die Finanzierung zu nennen. Sie ist verantwortlich für die Möglichkeit der Realisierung. Aber nicht nur für den Aufbau selbst sondern auch für den Unterhalt der touristischen Einrichtung müssen noch enorme Gelder zur Verfügung stehen. Als dritter Gesichtspunkt, der in diesem Zusammenhang eine Rolle spielt und der in erster Linie für das erfolgreiche Bestehen der Anlage verantwortlich ist, kann die effektiv betriebene Leitung der Touris- tenattraktion genannt werden.

Um die drei Aspekte Endscheidung, Finanzierung und Leitung näher zu veranschaulichen, wird nun kurz etwas ausführlicher auf sie eingegangen.

Entscheidung zum Aufbau der Touristenattraktionen Der Aufbau der Industrial Heritage Attraktionen ist i.d.R. von drei Seiten abhängig. Zum einen sind es die organisierten Interessengruppen wie Industriearchäologen und Denkmalpfleger, zum anderen die jeweiligen Eigentümer der industriellen Hinterlassen- schaften, die eine Möglichkeit suchen den physischen Erhalt der Anlage zu sichern. Als dritte Gruppe können die Kommunalbehörden genannt werden, welche das Industrieer- be in die örtlichen Tourismusstrategien und die Wirtschaftsentwicklungspläne einbin- den. Sie stützen sich in erster Linie auf die ökonomischen Effekte, welche die Neunut- zung brach gefallener Industrieanlagen und industriebezogener Infrastrukturen mit sich bringen (Kuntz 1999, S.159). Als Beispiel für das Zusammenwirken aller drei Akteur- gruppen kann die Quarry Bank Mill genannt werden. Dies ist eine ehemalige Baum- wollspinnerei in Nordwestengland, die sich im Besitz des National Trust befindet. Des- sen Interesse an einer touristischen Verwertung der Anlage fiel dort mit dem Wunsch der Kommunalbehörde und der Anwohner zusammen, das Gelände in eine industriekul- turelle Touristenattraktion umzuwandeln.

Finanzierung

Im Rahmen des Aufbaus von Industrial Heritage Einrichtungen sind zunächst finanziel- le Mittel für die Bereiche der Restaurationsarbeiten, der Inanspruchnahme fachlicher Kompetenz, der Präsentation und Interpretation sowie auch der Investition in die Grundausstattung mit Parkplätzen, Toiletten, Catering, etc. notwendig (Goodall 1994, S.97). Nach Eröffnung der Touristenattraktion ist der Finanzbedarf jedoch bei weitem nicht gedeckt sondern es fallen weitere Kosten zur Unterhaltung der Anlage an. Die hierzu benötigten Mittel können von verschiedenen Seiten stammen. In der Anfangs- phase findet i.d.R. eine staatliche Unterstützung statt, zum einen in monetärer Form, zum anderen über öffentliche Infrastrukturmaßnahmen sowie Planungs- und Kartie- rungsarbeiten. In manchen Regionen können die Attraktionen auch von den EU- Förderhilfen an das Gebiet, in dem sie liegen, profitieren. Eine weitere wichtige Quelle ist der National Lottery Fund (Kuntz 1999, S.161). Dieser wurde 1994 gegründet und vergibt finanzielle Unterstützung an lokale, regionale und nationale Heritage Projekte innerhalb des gesamten Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland. Dabei bezieht er seine Einnahmen zum großen Teil aus der nationalen Lotterie (Heri- tage Lottery Fund 14.03.2006).

Neben den genannten gibt es zahlreiche weitere Fördermöglichkeiten wie Spenden, Stif- tungen, Mitgliedsbeiträge. Eine Auflistung der potentiellen Einnahmequellen von In- dustrial Heritage Einrichtungen hat Goodall vorgenommen. Dabei unterscheidet er zwi- schen Direktfinanzierung sowie hauptbetrieblichen und nebenbetrieblichen Einnahmen (Goodall 1994, S.97). In Anlehnung an ihn lässt sich folgende Tabelle aufstellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab.1: Potentielle Einnahmequellen industriekultureller Touristenattraktionen

Quelle: Goodall 1994, S.97; Eigene Bearbeitung

Leitung

Die Leitung der industriekulturellen Einrichtungen kann von unterschiedlichen Verant- wortlichen ausgehen. Zum einen kann diese durch die bereits erwähnten Denkmal- schutzorganisationen erfolgen, welche für eine Vielzahl historischer Objekte verant- wortlich sind. Eine weitere wichtige Rolle spielen zudem speziell eingerichtete Trusts, die als gemeinnützige Organisationen nicht gewinnorientiert arbeiten und neben dem Erhalt der Anlage auch die Absicht zur Erfüllung eines Bildungsauftrags besitzen. Hier- zu bekommen sie teilweise finanzielle Unterstützung von der Regierung (Wolf 2005, S.52). Ein Beispiel ist das Museum of Science and Industry in Manchester, welches von einem solchen Trust geleitet wird. Dessen Mitlieder stammen aus verschiedenen Berei- chen wie der verarbeitenden Industrie, dem Marketing, der Bildung, den Medien, etc.. Ihre Aufgaben bestehen heute in der Erarbeitung von Strategien, der Aufsichtsführung über das Museum und der Sicherstellung, dass die für die Zukunft gesetzten Ziele er- reicht werden (The Museum of Science and Industry o.J., S.3ff.). In einzelnen Fällen verpachten die Denkmalschutzorganisationen ihre Objekte auch an einen solchen Trust weiter, um durch diesen stärker entlastet zu werden.1 Des Weiteren lassen sich die Kommunalbehörden nennen, welche ebenfalls die Verantwortung für eine Vielzahl in- dustriekultureller Einrichtungen besitzen. Privatwirtschaftlich, kommerziell geführte Objekte treten hingegen selten auf (Kuntz 2000, S.73).

4. Der Industrial Heritage Tourismus in Großbritannien

Die guten Voraussetzungen für den industriekulturellen Tourismus in Großbritannien wie seine Pionierrolle in der Industrieellen Revolution und der Industriearchäologie sowie die früh einsetzenden Schutzmaßnahmen des nationalen Erbes und auch die Su- che nach Umnutzungsmöglichkeiten durch die frühzeitige Deindustrialisierung trugen dazu bei, dass Großbritannien zusammen mit den USA auch im Industrial Heritage Tou- rismus eine Vorreiterrolle einnahm. So entstanden bereits in den 1970er Jahren die er- sten touristischen Einrichtungen dieser Art in England und Wales (Gelhar 2005, S.32).

Die anschließende Entwicklung stand im Zusammenhang mit dem Heritage Boom, der mit seiner allgemeinen Zunahme der auf dem nationalen Erbe basierenden touristischen Einrichtungen auch die industriekulturellen Touristenattraktionen in Großbritannien bis heute zu einer beträchtlichen Anzahl herangewachsen ließ (Kuntz 2000, S.47). Diese nutzen, um die stärkere Aufmerksamkeit der Besucher auf sich zu ziehen, oftmals Al- leinstellungsmerkmale, die aus der Position des Landes in der Industriellen Revolution resultieren. So wurde in Ironbridge, dem Ort an welchem die erste Eisenbrücke der Welt erbaut wurde und der als Ursprungsstelle der industriellen Geschichte bezeichnet wird, ein Komplex aus neun Museen, den sog. Ironbridge Gorge Museen, errichtet (Enjoy England 14.03.2006, Abs.1ff.). Dieser zählt mit über einer halben Million Besuchern pro Jahr heute zu den wenigen ganz großen Industrial Heritage Attraktionen in Großbri- tannien (VisitBritain 29.02.2006, S.56).

Trotz der relativ hohen Bedeutung, welche der britische industriekulturelle Tourismus heute erlangt hat, kommt diesem noch immer keine gleichberechtigte Stellung im gesamten Kulturverständnis zu. So schreiben Edwards und Llurdès:

„It is a generally accepted custom to visit a cathedral, a museum or a castle on a cultural tour while, by contrast, a proposal to visit a former mining plant might seem unthinkable. […] It is cer- tainly unlike that such former industrial plants will ever acquire the “romantic” or “aesthetic” connotations of these other ele- ments for the vast majority of visitors” (Edwards/Llurdès 1996, 342 f.).

4.1 Regionale Verteilung touristisch genutzter industrieller Hinterlassenschaften

Die Verteilung der industriellen Relikte lässt sich am einfachsten anhand der Unterglie- derung Großbritanniens in unterschiedliche Regionen veranschaulichen. Hierzu orien- tiert sich die amtliche Statistik an der Einteilung Englands in sog. Government Office Regions (GOR), die im Jahr 1994 die Standardregionen in ihrer Funktion ablösten. Nach dem Einschluss Merseysides in die Region North West besteht England heute aus neun GORs. Dahingegen werden Wales und Schottland für statistische Vergleiche in diesem Zusammenhang als eigenständige Regionen betrachtet (Office for National Sta- tistics 13.02.2001, Abs.1f.). Karte1 zeigt diese Art der Regionalisierung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Karte1: Die Unterteilung Großbritanniens in GORs

Quelle: Eigene Darstellung

Die Hinterlassenschaften der Industriellen Revolution liegen über ganz Großbritannien verteilt. Die jeweiligen Standorte der verschiedenen Reliktarten sind durch die unter- schiedlichen naturräumlichen Voraussetzungen bedingt. So sind z.B. alte Zinn- und Kupferminen hauptsächlich in Cornwall (äußerstes Südwestengland) zu finden, wohin- gegen Bleiminen nicht nur in der Region South West, sondern auch in den East Mid- lands, im Nordosten Englands, sowie in Schottland und Wales vorhanden waren. Auch Kohleminen konnten, außer in Süd-/ Südwestengland und in der Region Eastern weit verstreut angetroffen werden. Tonwarenproduzenten ließen sich wiederum in Stafford- shire in den West Midlands nieder, wo sie nutzbaren Ton fanden. Textilbetriebe hinge- gen entstanden in der Nähe von Schafaufzuchtgebieten mit viel Wasser für die indu- striellen Prozesse und den Transport und damit in erster Linie in den GORs North West sowie Yorkshire and Humberside. Auch im Bezug auf Windmühlen kann eine regionale Abgrenzung vorgenommen werden. Diese sind zahlreicher in der flachen offenen Land- schaft der heutigen Region Eastern anzutreffen als in den höher gelegenen Bereichen Großbritanniens (Yale 1991, S.133ff.).

Untersucht man nun die geographische Lage von industriellen Hinterlassenschaften, die einer touristischen Nutzung zugeführt wurden, zeigt sich eine Konzentration im Norden Englands, in Südwales und in Zentralschottland. Dies widerspiegelt das regionale Bild der Standorte, an denen sich die verarbeitende Industrie im Zeitalter der Industriellen Revolution in erster Linie entwickelt hatte und die bereits in der Zeit während der bei- den Weltkriege von wirtschaftlicher Depression, Deindustrialisierung und hoher Ar- beitslosigkeit gekennzeichnet waren. Ein weiteres Altindustriegebiet stellen die West Midlands dar (Goodall 1994, S.96) (Heineberg 1997, S.150). Auch sie weisen mit den Ironbridge Gorge Museen und der Stadt Birmingham wichtige industriekulturelle Tou- rismusdestinationen auf. Als Beispiel für eine diesbezügliche Touristenattraktion in Birmingham können vier restaurierte Back-to-Back-Häuser2 genannt werden, welche im Juli 2004 unter der Leitung des National Trusts für Besucher geöffnet wurden (The Na- tional Trust 28.03.2006).

Um diesen Standortbezug der besonders stark in den industriekulturellen Tourismus einbezogenen Gebiete zu verdeutlichen, werden auf Karte 2 einige der wenigen großen Industrial Heritage Einrichtungen in Großbritannien regional eingeordnet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Karte 2: Standorte großer industriekultureller Touristenattraktio- nen in Großbritannien

Quelle: Wolf 2005, S.49; Eigene Bearbeitung

4.2 Angebot

Das breite Spektrum an physischen Hinterlassenschaften, welches sich der industriekulturelle Tourismus zu Nutze macht, wurde im Rahmen der Erläuterungen zur Industriearchäologie dargestellt. Dabei wurde deutlich, dass nicht nur auf die unmittelbar zum Verarbeitungsprozess gehörenden Bereiche eingegangen wird sondern auch auf derivierte Aspekte wie Bergwerke, die öffentliche Versorgung etc.. Um zu veranschaulichen, wie diese in Großbritannien freizeitorientiert genutzt werden, wird nun beispielhaft auf einige Reliktarten eingegangen:

Mühlen

Zur touristischen Verwertung der Mühlen wurden einige von ihnen in ihrer ursprünglichen Form erhalten und dienen heute als Anschauungsobjekte, andere wurden in Museen umgewandelt. Hierzu zählen einerseits die Windmühlen, von denen noch etwa 300 der ursprünglich ca. 10.000 im gesamten Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland existieren. Andererseits wurden auch zahlreiche Wassermühlen einer touristischen Funktion zugeführt (Yale 1991, S.134, f.).

Bergwerke

Die Bergwerke, welche zu den ältesten industriellen Relikten Großbritanniens gehören, existierten teilweise bereits Jahrhunderte vor der Industriellen Revolution. Manche von ihnen können heute in ihrer ursprünglichen Form besichtigt werden. Hierzu zählt das ehemalige Bergwerk Big Pit in Südwales (Karte 2). Nach seiner Schließung im Jahre 1980 kauften die Bergleute das Gelände, wandelten es in ein Museum um und begannen selbst Führungen anzubieten (Yale 1991, S.134).

Öffentliche Versorgung

Zu den jüngeren und weniger ästhetischen industriekulturellen Touristenattraktionen gehören die Relikte der Wasser-, Elektrizitäts- und Gas- Versorgung sowie der Müllent- sorgung. Hinterlassenschaften der Wasserversorgung sind bspw. die wasserdampfbe- triebenen Pumpen, welche u.a. genutzt wurden, um das Wasser in Speicherbecken zu befördern. Einige von ihnen wurden musealisiert oder in einzelnen Fällen als Touristen-

informationen umgenutzt. Aber auch in Industriemuseen mit einem breiten Themenbezug werden diese Bereiche spezifisch angesprochen. So z.B. in dem Museum of Science and Industry in Manchester, welches eine eigene Gas- sowie eine Elektrizitätsausstellung beinhaltet. Zudem wurde dort ein Abwasserkanal aus viktorianischer Zeit nachgebildet, durch den die Besucher hindurch gehen können und der mit Geräuschen und Gerüchen untermalt ist (Yale 1991, S.135f.).

Modellstädte

Weiter gibt es eine Reihe von Modellstädten, die im Zuge der industriellen Entwicklung entstanden und heute, als Conservation Areas ausgewiesen, von zahlreichen Touristen besucht werden. Als Beispiele können die Siedlungen Saltaire in West Yorkshire und New Lanark in Schottland genannt werden. Saltaire wurde 1851 von dem Textilfabri- kanten Titus Salt errichtet. Ihm ging es darum, seine Arbeiter im Grünen und damit ent- lastet von den großen Städten leben zu lassen. Neben der Fabrik und den Reihenhäusern mit Hinterhöfen, welche für diese Zeit bereits als fortschrittlich angesehen werden kön- nen, bestand die Siedlung zudem aus öffentlichen Gebäuden und anderen Einrichtungen (Heineberg 1997, S.277). Dahingegen besaß New Lanark in seinem Zentrum ein Institut zur Formung des Charakters, welches als pädagogisches Mehrzweckgebäude fungierte. Die Industrieanlagen der Siedlung wurden erst 1968 stillgelegt, verfielen aber danach stark. Das Institut wurde schließlich mit finanzieller Unterstützung wieder aufgebaut (Yale 1991, S.137). Sowohl New Lanark als auch Saltaire gehören heute zum Weltkul- turerbe der UNESCO (Department for Culture, Media and Sport 15.03.2006).

Eisenbahnen und Kanäle

Die meisten der erhaltenen Eisenbahnen sind lokale Touristenattraktionen und beför- dern nur relativ wenige Menschen. Ein geringer Anteil zieht auch Touristen von weiter weg an und wird von einer steigenden Zahl an Nachfragern genutzt. Neben der Wieder- inbetriebnahme der Eisenbahnen selbst wurden in einigen Fällen auch ihre verlassenen Bauten touristischen Funktionen zugeführt. Beispielhaft hierfür kann das bereits er- wähnte Museum of Science and Industry in Manchester genannt werden, da es sich in den Gebäuden der ehemaligen Liverpool Road Station, dem ersten Passagierbahnhof der Welt, befindet. Auch die restaurierten Kanäle bieten Möglichkeiten für die Freizeit-

gestaltung. Dies zum einen zur Ausübung von Wassersport, zum andern zur Nutzung alter Treidelpfade als Spazier- und Fahrradwege. Teilweise wurden zusätzlich PicknickBereiche an den Ufern ausgewiesen und einige der industriellen Monumente, die sich v.a. in den Städten entlang vieler Kanäle aufreihen, einer touristischen Nutzung zugeführt (Yale 1991, S.149ff.).

4.2.1 Industrial Heritage Museen

Das gesamte Spektrum der unterschiedlichen industriekulturellen Touristenattraktionen in Großbritannien kann in erster Linie nach Thema, Größe, Authentizität und in situ/ nicht in situ unterschieden werden. Der häufigste Fall der touristischen Umnutzung der Industrierelikte erfolgt dort durch die Umwandlung der entsprechenden Anlage in ein Museum, welches sich auf die ehemalige Funktion des jeweiligen Gebäudes oder Geländes bezieht. Nur selten steht die neue Verwertung der Hinterlassenschaft in keinerlei Beziehung zu ihrer Vergangenheit (Kuntz 1999, S. 162).

Als Beispiel für unterschiedliche industriekulturelle Museumstypen lassen sich zwei wesentliche nennen, die eine wichtige Rolle in der Entwicklung neuer Tourismusein- richtungen in diesem Bereich in Großbritannien gespielt haben. Dies sind zum einen die Open Air Museen und zum anderen die sog. „Living Museums“. Erstere sind zahlreich entstanden aufgrund der Tatsache, dass sich viele industrielle Hinterlassenschaften we- gen ihrer Größe nicht in den üblichen Museumsgebäuden ausstellen lassen, was zu einer Errichtung der Touristenattraktion um diese herum geführt hat (Yale 1992, S.202) (Schlegel 1995, S.33). Besonderes Merkmal der Living Museums ist hingegen, dass hier keine Verlagerung erfolgt, da sie sich hauptthematisch auf die örtliche Gemeinde bezie- hen. Diesbezüglich findet eine Veranschaulichung der früheren Lebens- und Arbeits- weise der lokalen Bevölkerung durch kostümierte Mitarbeiter statt, die den Besuchern das Ausgestellte erläutern und ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen (Yale 1992, S.202). Beispielhaft hierfür kann die Quary Bank Mill, eine musealisierte alte Baumwollspinnerei in Nordwestengland, genannt werden. Abbildung 1 zeigt eine Angestellte dieses Museums, welche den Besuchern die Verarbeitung der Baumwolle vor- führt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Vorführung der Baumwollverarbeitung in der Quarry Bank Mill

Quelle: The National Trust 29.03.2006

Ein weitres Charakteristikum der Living Museums ist die Einbindung der örtlichen Ge- meindemitglieder. Dies in erster Linie in Form ihrer freiwilligen Mitarbeit (Yale 1992, S.202). Auch hierfür ist die Quarry Bank Mill ein gutes Beispiel. Sie beschäftigt insge- samt 400 Personen, von denen zwei Drittel als Volontäre arbeiten, die sich zum großen Teil aus Hausfrauen und Pensionären aus der näheren Umgebung zusammensetzen.3

4.2.2 Besucherorientierte Angebotsformen der Tourismuseinrichtungen

In Bezug auf das Angebot der einzelnen industriekulturellen Einrichtungen lässt sich sagen, dass sich dieses in starkem Maße an der Tatsache orientiert, dass das wirkliche Interesse an der industriellen Vergangenheit für die Besucher heute oftmals nur zweit- rangig ist. Im Vordergrund steht für sie dagegen die Erlebnisorientierung (Kuntz 1999, S.163). Dies entspricht der allgemeinen Einstellung Museen heute eher als soziale Events, anstatt als Bildungseinrichtung anzusehen. Aus diesem Grunde muss schließlich ein geeigneter Mittelweg zwischen lehrender und unterhaltender Komponente gefunden werden (Beeho ; Prentice 1995, S.229). Um dem gerecht zu werden wird eine Mischung aus Informationsvermittlung und Entertainment angeboten. Dazu wird eine Vielzahl von Präsentationsmedien eingesetzt, die von einfachen Selbstbedienungsmodellen (hands-on Modelle) über die Inbetriebnahme einzelner Maschinen und den Einsatz mo- dernster Kommunikationsmedien (Videovorführungen, Computersimulationen, Touch Screens etc.) bis hin zu den Darstellungsformen der genannten „Living Museums“ rei- chen (Kuntz 1999, S.163) (Yale 1991, S.134). Vereinzelt werden sogar professionelle Schauspieler zur Belebung der touristischen Einrichtungen eingesetzt wie zum Beispiel bei „The Wigan Pier Experience“, einem musealisierten Gelände in Greater Manchester, auf das im Kapitel 8 detailliert eingegangen wird (Ebert 2004, S.31).

Auch die Authentizität der Präsentation spielt eine wichtige Rolle für das Besucherer- lebnis. Um die Vergangenheit so anschaulich wie möglich darzustellen, werden in man- chen Museen Führungen von ehemals dort Beschäftigten angeboten, wie in dem bereits erwähnten ehemaligen Bergwerk Big Pit (Yale 1991, S.134). Als weitere besucherorien- tierte Angebotsformen lassen sich Events und Sonderausstellungen der Touristenattrak- tionen nennen, die zu einer regelmäßigen Aktualisierung der Ausstellungen führen und daher auch Wiederholungsbesucher in stärkerem Maße anziehen (Wolf 2005, S.77).

Bezüglich der ergänzenden Infrastruktur beinhaltet das Angebot i.d.R. Parkplätze, gast- ronomische Einrichtungen und Informationsstellen mit Souvenirshop. Eine zusätzliche touristische Aufwertung erfolgt in einigen Fällen auch durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten, Materialien und Serviceleistungen für Schulbesuche einschließlich Informations- und Vorbereitungstagen für Lehrer sowie durch Interpretationen für Indi- vidualreisende mit Kindern (Kuntz 1999, S.163f.). Die starke Ausrichtung auf Schulen wurde in einer diesbezüglichen Studie belegt, in der sich herausgestellt hat, dass etwa 24% der 300 untersuchten Einrichtungen einen Unterrichtsraum und weitere 33% ein zusätzliches Unterrichtsprogramm in ihrem Angebotssortiment besitzen (Woodward 2000, S.26.).

[...]


1 Richardson 08.03.2006, im Gespräch

2 Die Back-to-Back Häuser wurden im Rahmen der Industriellen Revolution ab etwa 1835 als Arbeiter- häuser errichtet. Es waren meist in Doppelzeilen angeordnete an der Firstlinie zusammengebaute Dop- pelhäuser in Reihenhausordnung. Ihre hygienischen und sanitären Bedingungen waren extrem schlecht(Heineberg 1997, S.272).

3 Richardson 08.03.2006, im Gespräch

Ende der Leseprobe aus 111 Seiten

Details

Titel
Industriekultur in Großbritannien als touristische Chance: Strategien, Maßnahmen und Effekte in der Region Greater Manchester
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Geographie/Wirtschaftsgeographie)
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
111
Katalognummer
V73693
ISBN (eBook)
9783638678742
ISBN (Buch)
9783638680837
Dateigröße
4717 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Industriekultur, Großbritannien, Chance, Strategien, Maßnahmen, Effekte, Region, Greater, Manchester
Arbeit zitieren
Hannah Kloos (Autor), 2006, Industriekultur in Großbritannien als touristische Chance: Strategien, Maßnahmen und Effekte in der Region Greater Manchester, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73693

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