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Wer bin ich? Die Suche nach der Identität in der Autobiographie Thomas Bernhards

Title: Wer bin ich? Die Suche nach der Identität in der Autobiographie Thomas Bernhards

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 21 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Ines Hoepfel (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Wer bin ich? Eine existenzielle Frage, die sich jeder stellt und deren Beantwortung jedem zumindest nicht leicht fällt. In der vorliegenden Arbeit soll dieser Frage im Hinblick auf Thomas Bernhards fünfteilige Autobiographie nachgegangen werden, die als Suche nach der Identität des erzählenden Ichs zu sehen ist.
Hierbei wird einem Theoriekapitel zur Autobiographie eine Analyse der fünf Teile, „Die Ursache“, „Der Keller“, „Der Atem“, „Die Kälte“ und „Ein Kind“ folgen, wobei sich an die jeweilige Analyse eine kurze Zusammenfassung anschließen wird, die den jeweiligen Stand der Identitätsfindung beinhaltet. Eine ausführliche Zusammenfassung erfolgt nach der Beendigung der Analysekapitel, in dieser wird auch die Frage nach der Stilisierung der Autobiographie durch Thomas Bernhard behandelt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Theorie der Autobiographie

1. Was ist eine Autobiographie?

2. Das Problem der Erinnerung

III. Analyse des ersten Bandes der Autobiographie, „Die Ursache“

1. Grünkranz

2. Onkel Franz

3. Zusammenfassung

IV. Analyse des zweiten Bandes der Autobiographie, „Der Keller“

1. Text

2. Zusammenfassung

V. Analyse des dritten Bandes der Autobiographie, „Der Atem“

1. Text

2. Zusammenfassung

VI. Analyse des vierten Bandes der Autobiographie, „Die Kälte“

1. Text

2. Zusammenfassung

VII. Analyse des fünften Bandes der Autobiographie, „Ein Kind“

1. Text

2. Zusammenfassung

VIII. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Thomas Bernhards fünfteilige Autobiographie als einen Prozess der Identitätsfindung des erzählenden Ichs. Dabei wird analysiert, wie sich das Ich durch ständige Abgrenzung von einer als feindselig empfundenen Umwelt, der Stigmatisierung durch Erziehungsinstanzen und den Wechsel zwischen Krankheit und Genesung formt und schließlich zu einer eigenständigen Identität findet.

  • Analyse der Autobiographietheorie und des Erinnerungsproblems bei Bernhard
  • Untersuchung der fünf Bände hinsichtlich der Identitätsentwicklung
  • Die Rolle von Abgrenzung und institutioneller Unterdrückung
  • Metareflexion über die Stilisierung des autobiographischen Schreibens
  • Der Einfluss von Krankheit und Krisen auf das erzählende Ich

Auszug aus dem Buch

1. Was ist eine Autobiographie?

Was eine Autobiographie ausmacht, sagt das Wort selbst: auto, bios und graphein, was aus dem Altgriechischen übersetzt „selbst Leben schreiben“ bedeutet. Ein Einzelner beschreibt das Leben durch sich selbst1. Diese Definition ist zugleich sehr offen und sehr brauchbar. Zu einer genaueren Abgrenzung von anderen Gattungen, beziehungsweise Untergattungen, wie dem Tagebuch oder den Memoiren, sind meines Erachtens noch zwei Dinge zu berücksichtigen, die von Roy Pascal, beziehungsweise Philippe Lejeune formuliert wurden. Ersterer sieht die eigentliche Autobiographie als „Geschichte der Gestaltung einer Persönlichkeit“2, der Schwerpunkt liegt auf „auf dem Werden des Selbst, des Ich“3. Lejeune richtete sein Augenmerk auf die Position des Rezipienten.

Es bestehe ein autobiographischer Pakt zwischen Autor und Leser, der „die Bestätigung dieser Identität (zwischen Autor, Erzähler und Figur) im Text, in letzter Instanz zurückverweisend auf den Namen des Autors auf dem Titelblatt“4. Der Erzähler gehe zu Beginn des Textes eine Verpflichtung gegenüber dem Leser ein, indem er sich so benehme, „als wäre er der Autor“5 und zwar dergestalt, dass der Leser keinerlei Zweifel darüber hege, dass sich das Ich im Text auf den auf dem Titelblatt angegebenen Namen beziehe6.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Fragestellung der Identitätssuche in Bernhards Autobiographie ein und skizziert den methodischen Aufbau der Analyse.

II. Die Theorie der Autobiographie: Dieses Kapitel erörtert theoretische Grundlagen, insbesondere das Verhältnis zwischen Autor, Erzähler und Figur sowie das komplexe Problem der Erinnerung und Fiktionalisierung.

III. Analyse des ersten Bandes der Autobiographie, „Die Ursache“: Das Kapitel behandelt die leidvolle Internats- und Schulzeit in Salzburg, geprägt von Ausgrenzung und der Entstehung von Selbstmordgedanken als Reaktion auf eine als Hölle empfundene Umgebung.

IV. Analyse des zweiten Bandes der Autobiographie, „Der Keller“: Hier wird der Aufbruch des Ichs in eine „entgegen gesetzte Richtung“ durch eine Lehre beschrieben, die eine erste, nützliche Identität und Zuflucht vor den großväterlichen Erwartungen bietet.

V. Analyse des dritten Bandes der Autobiographie, „Der Atem“: Dieser Abschnitt thematisiert die lebensbedrohliche Krankheit, das Sterben des Großvaters und den erneuten Überlebenskampf des Ichs, das sich durch aktive Abgrenzung behauptet.

VI. Analyse des vierten Bandes der Autobiographie, „Die Kälte“: Die Isolation in der Lungenheilstätte Grafenhof wird als fortgesetzter Kampf um Identität dargestellt, wobei das Ich lernt, sich trotz äußeren Drucks nach eigenen Gesetzen zu definieren.

VII. Analyse des fünften Bandes der Autobiographie, „Ein Kind“: Das Kapitel beleuchtet die frühen Kindheitsjahre als Ursprung der späteren Destruktion und Stigmatisierung, die den Nährboden für die gesamte Identitätsentwicklung bilden.

VIII. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die Ergebnisse der Identitätsanalyse und diskutiert die rhetorische Strategie der Stilisierung und Selbstinszenierung im autobiographischen Werk.

Schlüsselwörter

Thomas Bernhard, Autobiographie, Identitätssuche, Abgrenzung, Stigmatisierung, Erinnerung, Fiktion des Faktischen, Narzissmus, Selbstdarstellung, Kindheit, Krankheit, Identitätsentwicklung, Existenz, Internat, Metareflexion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit analysiert die fünfteilige Autobiographie von Thomas Bernhard, um die Identitätsentwicklung des erzählenden Ichs zu untersuchen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Themen sind die Suche nach Identität, die Erfahrung von Ausgrenzung und Stigmatisierung in Erziehungsinstanzen, der Umgang mit Krankheit sowie die Konstruktion der eigenen Lebensgeschichte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den kontinuierlichen Entwicklungsprozess des Ichs darzulegen, von den Ursprüngen der Zerstörung in der Kindheit bis hin zur gewonnenen Eigenständigkeit durch bewusste Abgrenzung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Theoriekapitel zur Autobiographie mit detaillierten Textanalysen der fünf Bände kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert jeden der fünf autobiographischen Bände einzeln, indem die jeweiligen Lebensabschnitte, die Interaktionen mit Institutionen und Bezugspersonen sowie der Stand der Identitätsfindung aufgezeigt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Thomas Bernhard, Autobiographie, Identitätssuche, Abgrenzung, Stigmatisierung und Metareflexion charakterisiert.

Warum spielt die „Waschraumszene“ in der Analyse eine Rolle?

Sie dient als Beispiel für die Unfähigkeit des Ichs, sich in eine Gemeinschaft zu integrieren, und verdeutlicht die Mechanismen der Ausgrenzung, denen das Ich ausgesetzt ist.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle des Großvaters?

Der Großvater wird als eine ambivalente Figur dargestellt, die einerseits als wichtige Bezugsperson fungiert, andererseits den Enkel jedoch als Projektionsfläche für eigene gescheiterte Ambitionen missbraucht.

Was bedeutet die „entgegen gesetzte Richtung“ für das Ich?

Sie symbolisiert die bewusste Entscheidung des Erzählers, sich aus destruktiven Institutionen (wie dem Gymnasium) zu lösen und einen eigenen Weg zu gehen, der zur Ausbildung einer gefestigten Identität führt.

Wie beurteilt die Arbeit den „autobiographischen Pakt“ bei Bernhard?

Die Arbeit zeigt auf, dass Bernhard zwar einen autobiographischen Rahmen nutzt, jedoch rhetorische Strategien einsetzt, die zeigen, dass es im Text nicht primär um Daten und Fakten, sondern um die Stilisierung eines besonderen Ichs geht.

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Details

Title
Wer bin ich? Die Suche nach der Identität in der Autobiographie Thomas Bernhards
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
2,3
Author
Ines Hoepfel (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V73706
ISBN (eBook)
9783638744546
Language
German
Tags
Suche Identität Autobiographie Thomas Bernhards
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ines Hoepfel (Author), 2004, Wer bin ich? Die Suche nach der Identität in der Autobiographie Thomas Bernhards, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73706
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