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Ist Oswalds von Wolkenstein Kl. 33 "Ain tunckle farb" ein Tagelied?

Title: Ist Oswalds von Wolkenstein Kl. 33 "Ain tunckle farb" ein Tagelied?

Seminar Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ines Hoepfel (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Absicht dieser Arbeit ist es, eine Interpretation von Oswalds von Wolkenstein Lied Kl. 33 vorzulegen, innerhalb dieser die Gattungsfrage unter dem Gesichtspunkt „Ist Kl. 33 ein Tagelied?“ diskutiert wird. Dafür ist zunächst eine Übersetzung des Liedes erforderlich, der sich ein ausführlicher Kommentar bezüglich der sprachlichen und grammatikalischen Schwierigkeiten anschließen wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Klein 33 „Ain tunckle farb“

1. Text

2. Übersetzung

III. Kommentar zur Übersetzung

IV. Interpretation unter Einbeziehung der Gattungsfrage

1. Erste Strophe

2. Zweite Strophe

3. Dritte Strophe

V. Zusammenfassung

VI. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Lied Kl. 33 „Ain tunckle farb“ von Oswald von Wolkenstein mit dem Ziel, die Gattungsfrage zu klären und zu prüfen, ob es sich dabei um ein klassisches Tagelied handelt. Im Zentrum steht die Analyse der Zeitstruktur, des Personals und der inhaltlichen Ausgestaltung, um den speziellen Charakter dieses Liedes im Kontext mittelalterlicher Lyrik einzuordnen.

  • Analyse der Gattungskonventionen von Tagelied und Minnekanzone
  • Untersuchung der Zeitstruktur und der Umkehrung der Morgensituation
  • Interpretation der Rollenverteilung und der biographischen Konkretisierung
  • Diskussion der sexuellen Metaphorik und der höfischen Sprache
  • Einordnung in die Kategorie der "Lieder der ehelichen Liebe"

Auszug aus dem Buch

IV. Interpretation unter Einbeziehung der Gattungsfrage

Oswalds Lied beginnt mit dem Erschrecken des Ichs vor der tunckle(n) farb von occident, also vor der Abenddämmerung. Dass es sich in Vers 1 um die Abenddämmerung handelt, kann meines Erachtens nicht rein aus der Dunkelheit im Westen erschlossen werden, schließlich ist es morgens im Westen ebenso dunkel wie abends nach dem Untergang der Sonne.

Jones (Ain tunckle farb, S. 145.) hält die dunkle Farbe im Westen für die Morgendämmerung, wobei er argumentiert, dass Oswald „durch eine ,doppelte Verneinung’ eine Bejahung erreicht“ habe und sich in seiner Ansicht durch die Wendungen bis an den morgen (V. 26) und gen Tage (V. 22) bestätigt sah. Aber gerade die Zeitangaben in Kl. 33 weisen darauf hin, dass das Ich in Vers 1 vor der Abenddämmerung erschrickt, denn im weiteren Verlauf des Liedes ist davon die Rede, dass das Ich des nachtes ungedecket (V. 4) und ungeslauffen (V. 14) liegt, gen tage (V. 22) von der Geliebten gebunden wird, sich die nacht bis an den morgen (V. 26) vertreibt und sich auf die Umarmung der Geliebten gen tag (V. 36) freut.

Es liegt also eine Zeitstruktur von der Abenddämmerung über die Nacht zum Tagesanbruch vor, wohingegen bei einer angenommenen Morgendämmerung in Vers 1 die Zeit im Lied zurückgedreht würde, was weitaus unwahrscheinlicher ist (vgl. auch Petzsch, Oswalds, S. 257/258.). Ich möchte nun an dieser Stelle auch auf die Frage der Zugehörigkeit dieses Liedes zu einem bestimmten Typ, beziehungsweise einer Gattung, eingehen und verknüpfe die Interpretation von Kl. 33 deshalb mit der Gattungsfrage, weil sich bei einer strikten Trennung dieser Teile wesentliche Gesichtspunkte wiederholen würden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung legt die Forschungsfrage dar, ob Oswalds Lied Kl. 33 als Tagelied zu klassifizieren ist, und skizziert das methodische Vorgehen mittels Übersetzung und Kommentar.

II. Klein 33 „Ain tunckle farb“: Dieses Kapitel präsentiert den Originaltext des Liedes sowie eine übersetzte Fassung, um die Grundlage für die anschließende philologische Analyse zu schaffen.

III. Kommentar zur Übersetzung: Hier werden zentrale sprachliche und grammatikalische Begriffe des Liedtextes unter Heranziehung fachwissenschaftlicher Wörterbücher und Kommentare detailliert analysiert.

IV. Interpretation unter Einbeziehung der Gattungsfrage: Dieses Hauptkapitel untersucht die drei Strophen des Liedes und arbeitet die Diskrepanzen zur traditionellen Tageliedgattung sowie die Einflüsse der Minnekanzone heraus.

V. Zusammenfassung: Dieses Kapitel zieht das Fazit, dass Kl. 33 kein klassisches Tagelied ist, sondern eine eigenwillige und künstlerisch anspruchsvolle Verbindung von Gattungselementen darstellt.

VI. Literaturverzeichnis: Dieses Verzeichnis listet sämtliche herangezogenen Primärquellen und die sekundärliterarische Forschungsgrundlage auf.

Schlüsselwörter

Oswald von Wolkenstein, Kl. 33, Ain tunckle farb, Tagelied, Minnekanzone, Gattungsfrage, Liebeslyrik, Ehelied, Margarethe von Schwangau, Mittelalter, philologische Analyse, Zeitstruktur, erotische Metaphorik, Gattungskonventionen, Interpretation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Lied Kl. 33 des Dichters Oswald von Wolkenstein und analysiert kritisch, inwieweit es die Merkmale eines klassischen Tageliedes aufweist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die Gattungsbestimmung, die Analyse der Zeitstruktur im Lied, die Untersuchung der Ich-Rolle sowie die sprachliche und erotische Bildsprache des Autors.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob Kl. 33 aufgrund seiner inhaltlichen und formalen Gestaltung als Tagelied einzuordnen ist oder ob es eine neue, eigenständige Form darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Verfasserin nutzt die literaturwissenschaftliche Textanalyse, kombiniert mit philologischen Kommentaren zur Etymologie und Semantik mittelhochdeutscher Begriffe sowie dem Vergleich mit bestehender Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Übersetzung und einen ausführlichen Kommentar zu sprachlichen Schwierigkeiten sowie eine strophische Interpretation, die das Lied stetig gegen die Konventionen der Gattung "Tagelied" prüft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Oswald von Wolkenstein, Gattungsfrage, Tagelied, Minnekanzone und die spezifische "eheliche Liebe" im Werk des Dichters sind die prägenden Begriffe.

Warum spielt die Namensnennung "Gret" eine solch zentrale Rolle in der Interpretation?

Die direkte Anrede der Ehefrau Margarethe von Schwangau hebt die für das Tagelied typische Anonymität auf und verschiebt die Gattung hin zu einem persönlichen Ehelied.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der sexuellen Metaphorik im Text?

Die Arbeit deutet Ausdrücke wie "ratz" oder "bettlin krache" als bewusste, derbe und humorvolle Grenzüberschreitung Oswalds, die den höfischen Rahmen des Minnesangs gezielt durchbricht.

Zu welchem Schluss kommt die Autorin hinsichtlich der Gattungseinordnung?

Die Autorin kommt zu dem eindeutigen Schluss, dass es sich um kein Tagelied im orthodoxen Sinne handelt, sondern um ein artistisches Spiel mit verschiedenen Gattungsversatzstücken.

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Details

Title
Ist Oswalds von Wolkenstein Kl. 33 "Ain tunckle farb" ein Tagelied?
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
1,0
Author
Ines Hoepfel (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V73711
ISBN (eBook)
9783638734097
Language
German
Tags
Oswalds Wolkenstein Tagelied
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ines Hoepfel (Author), 2004, Ist Oswalds von Wolkenstein Kl. 33 "Ain tunckle farb" ein Tagelied?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73711
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