In den letzten Jahrzehnten hat die rapide Entwicklung und der Einsatz von EDV-Technologien zu umfassenden Veränderungen und damit verbundenen Effizienzsteigerungen in allen Bereichen von Wirtschaft und Verwaltung geführt. Besonderes Augenmerk der Unternehmensleitungen lag hierbei hauptsächlich auf den Bereichen Marketing und Produktion. Der Bereich Personal wurde eher stiefmütterlich behandelt. Dem Computer wurde lediglich Einlass als Hilfsmittel in die Lohn- und Gehaltsabrechnung gewährt. Mittlerweile hat sich die Situation verändert und der Human-Resources-Bereich sich zu einem interessanten Markt mit Wachstumspotential entwickelt. Sogenannte computergestützte Personalinformationssysteme bieten hierbei die Möglichkeit der Erfassung, Speicherung, Verarbeitung, Weitergabe und Ausgabe von Informationen zur Unterstützung administrativer und dispositiver personalwirtschaftlicher Aufgaben. Die administrativen Aufgaben beinhalten u.a. die Personalabrechnung, die Bearbeitung von Einstellungen, Versetzungen und Entlassungen. Die dispositiven Aufgaben umfassen beispielsweise das Personalcontrolling, die Personalplanung, die Personalentwicklung, die Nachfolgeplanung und die Entgeltfindung.
Zielsetzung dieser Studienarbeit ist es innerhalb der dispositiven personalwirtschaftlichen Aufgaben einen Teilbereich der Personalplanung, die Personaleinsatzplanung zu untersuchen. Nach einführender Darstellung der Personaleinsatzplanung im folgenden Abschnitt wird im dritten Abschnitt die Verbindung zur EDV-Unterstützung gelegt, es werden die Personaleinsatzplanung beeinflussende Faktoren dargebracht sowie Einsatzbereiche aufgelistet. Der vierte Abschnitt beschäftigt sich mit den gängigen Modellansätzen der Personaleinsatzplanung. Der fünfte Abschnitt - der inhaltliche Schwerpunkt dieser Arbeit - erörtert Verfahren und Methoden zur Optimierung der Personaleinsatzplanung, wobei im Wesentlichen zwischen Assistenten, exakten Verfahren und heuristischen Verfahren unterschieden wird. Der sechste Abschnitt gibt eine Darstellung gängiger Anwendungssysteme in der Praxis wieder bevor im siebten Abschnitt mit einer kritischen zusammenfassenden Schlussbetrachtung die Arbeit abgeschlossen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Zielstellung der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Personalplanung
2.2 Personaleinsatz und Personaleinsatzplanung
2.2.1 Definition
2.2.2 Einordnung der Personaleinsatzplanung in die Personalplanung
2.2.3 Ziele der Personaleinsatzplanung
3 EDV-gestützte Personaleinsatzplanung
3.1 Begriff
3.2 Beeinflussende Faktoren
3.2.1 Zeitliche Randbedingungen
3.2.2 Technische Randbedingungen
3.2.3 Personelle Randbedingungen
3.2.4 Persönliche Präferenzen
3.3 Einsatzbereiche
3.3.1 Dienstleistung
3.3.2 Handel
3.3.3 Industrie
4 Modellansätze zur Personaleinsatzplanung
4.1 Implizit
4.2 Explizit
4.3 Disjunkt
4.4 Konjunkt
4.5 Statisch und dynamisch
5 Verfahren und Methoden
5.1 Assistenten
5.2 Exakte Verfahren
5.2.1 Grundlagen
5.2.1.1 Lineare Programmierung
5.2.1.2 Ganzzahlige und gemischt-ganzzahlige Programmierung
5.2.2 Einsatz
5.2.2.1 Ungarische Methode
5.2.2.2 Modellgestützte Personaleinsatzplanung im Einzelhandel
5.2.2.3 Optimierungsverfahren zur zyklischen Einsatzplanung
5.3 Heuristische Verfahren
5.3.1 Grundlagen
5.3.1.1 Eröffnungsverfahren
5.3.1.2 Lokale Such- bzw. Verbesserungsverfahren
5.3.1.3 Deterministische bzw. stochastische Verfahren
5.3.1.4 Lokale Suchverfahren im engeren Sinne – heuristische Metastrategien
5.3.1.4.1 Simulated Annealing
5.3.1.4.2 Tabu Search
5.3.1.4.3 Evolutionäre Algorithmen - Genetische Algorithmen
5.3.1.5 Expertensysteme
5.3.2 Einsatz
5.3.2.1 Konventionelle EDV-Lösung
5.3.2.1.1 Einfaches Stellenzuordnungssystem
5.3.2.1.2 Berücksichtigung eines differenten Arbeitsanfalls
5.3.2.2 Tourenbildung
5.3.2.2.1 Set-Covering-Probleme
5.3.2.2.2 Rostering Probleme (Tourenfolgenbildung)
5.3.2.3 Personaleinsatzplanung als Constraintproblem
5.3.2.4 Personaleinsatzplanung in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften – ein dynamisch-stochastisches Verfahren
5.3.2.5 Heuristik zur Dienstplanung bei flexibler Personalkapazität – Einsatz des randomisierten Prioritätsregelverfahrens
6 Konkrete Anwendungssysteme in der Praxis
6.1 SAP R/3 HR
6.2 Pepo
6.3 SP-Expert
6.4 DISSY
7 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Bereich der Personaleinsatzplanung innerhalb der dispositiven personalwirtschaftlichen Aufgaben und beleuchtet die Möglichkeiten der EDV-Unterstützung sowie verschiedene mathematische Optimierungsverfahren zur Lösung entsprechender Zuordnungsprobleme.
- Grundlagen und Definitionen der Personalplanung und Personaleinsatzplanung
- Faktoren, die die Personaleinsatzplanung beeinflussen (zeitliche, technische, personelle Aspekte)
- Modellansätze zur Personaleinsatzplanung (implizit, explizit, disjunkt, konjunkt, statisch/dynamisch)
- Verfahren und Methoden zur Optimierung (exakte Verfahren vs. Heuristiken)
- Praktische Anwendungssysteme (SAP R/3 HR, Pepo, SP-Expert, DISSY)
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Zeitliche Randbedingungen
Zeitliche Randbedingungen bzw. zeitliche Restriktionen, gelten als Entscheidungskriterium des Personaleinsatzes. Da man bei erhöhtem Auftragseingang Maschinen zwar länger laufen, nicht aber bzw. nur in zeitlichen Grenzen Mitarbeiter länger arbeiten lassen kann, wird die Einsatzzeit zu einem limitierenden Faktor. Die Wochen- und Tagesarbeitszeit, d.h. die Zeit, in der ein Arbeitnehmer seine Arbeitskraft einem Betrieb gegen Entgelt zur Verfügung stellt, ist für die Personaleinsatzplanung eine entscheidende Stellgröße bzw. Variable. Die Dauer der Arbeitszeit bzw. die Lage der Arbeitszeit betreffende rechtliche Bestimmungen knüpfen hieran an. Diesbezüglich sei als rechtliche Grundlage für die Arbeitszeitregelung das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) genannt, in dem u.a. festgelegt werden:
• Höchstarbeitszeit - § 3 ArbZG (werktäglich 8 Stunden, Verlängerung auf 10 Stunden möglich)
• Mindestruhepausen - § 4 ArbZG (festgelegt, nach Dauer der Arbeitszeit, zwischen 0 bis 45 Minuten)
• Mindestruhezeiten - §§ 5 ArbZG ff. (nach Beendigung der Arbeitszeit ununterbrochene Ruhezeit von 11 Stunden, Sonderregelungen möglich)
Unterhalb der gesetzlichen Regelungen befinden sich weitere Regelungen in Form von Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen, Arbeitsverträgen usw.. Auch muss man auf die Möglichkeiten und Formen der Arbeitszeitflexibilisierung wie Gleitzeit, Jahresarbeitszeitverträge, Schichtsysteme etc. hinweisen. Jegliche Form der Arbeitszeitflexibilisierung wird für die Personaleinsatzplanung insoweit zu einem limitierenden Faktor, als dass individuelle Wünsche nach Lage bzw. Dauer der Arbeitszeit berücksichtigt werden müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Zielstellung der Arbeit: Einführung in das Thema der computergestützten Personaleinsatzplanung und Erläuterung der Zielsetzung der Studienarbeit.
2 Grundlagen: Definition von Personalplanung und Personaleinsatzplanung sowie deren Einordnung in den betrieblichen Kontext.
3 EDV-gestützte Personaleinsatzplanung: Analyse der Faktoren, die den Personaleinsatz beeinflussen, und Betrachtung verschiedener Einsatzbereiche wie Dienstleistung, Handel und Industrie.
4 Modellansätze zur Personaleinsatzplanung: Darstellung verschiedener mathematischer Modellansätze für die Personaleinsatzplanung, wie implizite, explizite, disjunkte und konjunkte Modelle.
5 Verfahren und Methoden: Detaillierte Erläuterung von exakten mathematischen Optimierungsverfahren sowie heuristischen Strategien zur Lösung von Planungsproblemen.
6 Konkrete Anwendungssysteme in der Praxis: Vorstellung von Softwarelösungen zur Personaleinsatzplanung, konkret SAP R/3 HR, Pepo, SP-Expert und DISSY.
7 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Kritische Zusammenfassung der Arbeit und Ausblick auf die Bedeutung der EDV-gestützten Personaleinsatzplanung.
Schlüsselwörter
Personaleinsatzplanung, EDV-gestützte Personalplanung, Optimierung, Personalkapazität, Arbeitszeitmanagement, Heuristische Verfahren, Mathematische Modelle, Dienstplanung, Schichtmodelle, Constraint-Probleme, Personalcontrolling, Algorithmen, Personalausstattung, Personalbedarf, Arbeitszeitflexibilisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Verfahren und Methoden, die zur Optimierung der EDV-gestützten Personaleinsatzplanung in verschiedenen betrieblichen Bereichen eingesetzt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themenfelder umfassen die theoretischen Grundlagen der Personalplanung, die mathematische Modellierung von Einsatzproblemen sowie die Anwendung von EDV-gestützten Optimierungsalgorithmen in der Unternehmenspraxis.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen systematischen Überblick über die Verfahren zur Optimierung der kurzfristigen Personaleinsatzplanung zu geben und deren Anwendbarkeit in unterschiedlichen Branchen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit analysiert betriebswirtschaftliche Modelle und Methoden, insbesondere mathematische Optimierungsverfahren wie die lineare Programmierung, ungarische Methoden, heuristische Verfahren wie Tabu Search und Simulated Annealing sowie Constraint-Verfahren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die verschiedenen Modellansätze (implizit, explizit, disjunkt, konjunkt) erläutert, gefolgt von einer tiefgehenden Analyse exakter und heuristischer Lösungsverfahren und einer Vorstellung gängiger Anwendungssysteme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Personaleinsatzplanung, EDV-Unterstützung, Optimierungsverfahren, Personalbedarf, Personalkapazität und Dienstplanung.
Inwiefern beeinflusst Arbeitszeitflexibilisierung die Personaleinsatzplanung?
Flexibilisierungsformen wie Gleitzeit oder Schichtsysteme machen die Planung komplexer, da sie individuelle Wünsche der Mitarbeiter bezüglich Lage und Dauer der Arbeitszeit als zusätzliche Restriktionen in das Modell einbeziehen müssen.
Warum sind heuristische Verfahren bei der Personaleinsatzplanung oft bevorzugt?
Exakte Verfahren stoßen bei hochkomplexen, kombinatorischen Problemen aufgrund der enormen Anzahl an Nebenbedingungen oft an die Grenzen der Rechenzeit; Heuristiken bieten hier den Vorteil, in kurzer Zeit "gute" oder nahezu optimale Lösungen zu finden.
Was unterscheidet die computergestützte von der computergesteuerten Personaleinsatzplanung?
Bei der computergestützten Planung liefert das System deskriptiv-prognostische Informationen zur Unterstützung des Planers, während bei der computergesteuerten Planung die Aufgaben größtenteils vom Computer (mit normativ-prognostischen Informationen) übernommen werden.
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- Philipp Funke (Autor), 2002, EDV-gestützte Personaleinsatzplanung. Methoden und Verfahren, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7373