Dieses Zitat stammt aus einer Studie zum Thema Zur Weiterentwicklung der EU Agrarpolitik, welche von Winfried von Urff vorgenommen wurde. Es soll dieser Arbeit einleitend vorangehen, denn mit diesen wenigen Worten umreißt von Urff eigentlich schon den Verlauf der vorliegenden Arbeit. Trotzdem werde ich natürlich hier auf diesen und den von mir gewählten Aufbau jetzt noch näher eingehen.
Das Thema dieser Arbeit ist die Agrarpolitik der EU, die, wie auch von Urff in der Einleitung seiner Studie schon feststellte, so komplex ist, dass sie wesentlich besser aus einem historischen Kontext heraus verstanden werden kann. Aus diesem Grunde, und aus den häufig kritisierten Punkten der mangelnden Transparenz und den Unmengen an Regelungen, die gerade für die Gemeinsame Agrarpolitik prägnant zu sein scheinen, ist es mehr als nur sinnvoll, mit der Darstellung des Themas in den fünfziger Jahren zu beginnen. Genauer gesagt soll zur Gründerzeit der ersten europäischen Gemeinschaften begonnen werden. Durch deren Errichtung ist ein Grundstein im europäischen Integrationsprozess gelegt worden und diese ersten gemeinsamen Institutionen spielen auch eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der europäischen Agrarpolitik.
Die mit diesen europäischen Gemeinschaften verbundenen Vertragswerke, bilden auch die rechtlichen Grundlagen der Gemeinsamen Agrarpolitik. Die Verträge geben den Handlungs- und Organisationsrahmen und die Ziele dieses Politikbereichs an. Auf diese rechtliche Grundlage, genauer gesagt auf den EWG- Vertrag bzw. den späteren EG- Vertrag, soll daher näher eingegangen werden. Die hierin vorgegebenen Ziele der Gemeinsamen Agrarpolitik sollen beschrieben und nachvollzogen werden. Womit gleichzeitig eine inhaltliche Darstellung der Markt- und Preispolitik, der Agrarstrukturpolitik und der Strukturfonds verbunden ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft
3. Die rechtlichen Grundlagen der Gemeinsamen Agrarpolitik im EG- Vertrag
4. Die Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik
4.1 Markt- und Preispolitik
4.2 Agrarstrukturpolitik
4.3 Strukturfonds
5. Der Haushalt der Gemeinsamen Agrarpolitik
6. Reformen der Gemeinsamen Agrarpolitik
6.1 Reform von 1992
6.2 Agenda 2000
7. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die komplexen Strukturen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union, analysiert deren rechtliche Grundlagen sowie die daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen und beleuchtet zentrale Reformschritte im Kontext europäischer Integrationsprozesse.
- Historische Genese der europäischen Agrarpolitik seit den 1950er Jahren
- Rechtliche Rahmenbedingungen im EG-Vertrag
- Funktionsweise und Probleme der Markt- und Preispolitik
- Instrumente der Agrarstrukturpolitik und der Strukturfonds
- Analyse der Reformpakete von 1992 und der Agenda 2000
Auszug aus dem Buch
4.1 Markt- und Preispolitik
Die Agrarmarktordnungen welche auf Art. 34 EGV zurückgehen, der die oben schon einmal erwähnte schrittweise Entwicklung der GAP vorschreibt, stehen im Mittelpunkt der Markt- und Preispolitik. Sie stellen die einzige Option dar, die sich innerhalb der rechtlichen Möglichkeiten als praktikabel erwiesen haben. Diese Agrarmarktordnungen beruhen auf drei Prinzipien:
1. dem freien Warenverkehr innerhalb der Gemeinschaft,
2. der Gemeinschaftspräferenz gegenüber Importen und
3. der gemeinsamen finanziellen Verantwortung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Komplexität der Gemeinsamen Agrarpolitik ein und skizziert den Aufbau der Arbeit, beginnend bei den historischen Ursprüngen bis hin zu aktuellen Reformen.
2. Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft: Dieses Kapitel bettet die Agrarpolitik in den historischen Kontext der frühen europäischen Integration ein, insbesondere durch die Gründung der EGKS und EWG.
3. Die rechtlichen Grundlagen der Gemeinsamen Agrarpolitik im EG- Vertrag: Hier werden die relevanten Artikel des EG-Vertrags beschrieben, die als rechtlicher Rahmen für die Ziele und Instrumente der Agrarpolitik dienen.
4. Die Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik: Dieser Abschnitt erläutert die verschiedenen Bereiche der Agrarpolitik, namentlich die Markt- und Preispolitik, die Agrarstrukturpolitik sowie die Strukturfonds.
5. Der Haushalt der Gemeinsamen Agrarpolitik: Das Kapitel befasst sich mit der Finanzierung der GAP, der Rolle des EAGFL und der hohen Belastung des EU-Haushalts durch Agrarausgaben.
6. Reformen der Gemeinsamen Agrarpolitik: Hier werden die Gründe für notwendige Reformen analysiert und die spezifischen Ansätze der Reform von 1992 sowie der Agenda 2000 detailliert dargestellt.
7. Ausblick: Der Ausblick thematisiert die fortwährenden Herausforderungen der Agrarpolitik, insbesondere vor dem Hintergrund der EU-Osterweiterung und anstehender Finanzierungsentscheidungen.
Schlüsselwörter
Agrarpolitik, Europäische Union, Gemeinsame Agrarpolitik, GAP, EG-Vertrag, Marktordnungen, Preispolitik, Agrarstrukturpolitik, Strukturfonds, EAGFL, Agenda 2000, Reform, Landwirtschaft, EU-Haushalt, Europäische Integration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung, den rechtlichen Grundlagen und der praktischen Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten zählen die Markt- und Preispolitik, die Agrarstrukturförderung, die Finanzierung über Strukturfonds und der EU-Haushalt sowie die inhaltliche Ausgestaltung der Reformen ab 1992.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Komplexität der Agrarpolitik durch ihre historische Einbettung verständlich zu machen und die Beweggründe für die verschiedenen Reformbemühungen der EU darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer systematischen Aufarbeitung und Analyse von Verträgen, Grundsatzpapieren der Europäischen Kommission sowie einschlägiger wissenschaftlicher Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen, die spezifischen Instrumente der Agrarpolitik (Marktordnung, Strukturpolitik) und die detaillierte Vorstellung der Reformpakete bis hin zur Agenda 2000.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), Europäische Integration, Marktordnungen, Strukturfonds und Agrarreform.
Welche Rolle spielt der "Mansholt-Plan" in der Agrarstrukturpolitik?
Der Mansholt-Plan von 1968 war der erste Versuch, eine strukturpolitische Strategie zur Kostensenkung und Umstrukturierung der landwirtschaftlichen Flächen der EG zu etablieren, stieß jedoch auf erheblichen Widerstand.
Wie beeinflusste die Agenda 2000 die zukünftige Agrarpolitik?
Die Agenda 2000 legte den Finanzrahmen bis 2006 fest und setzte gleichzeitig wichtige Voraussetzungen für die EU-Osterweiterung, indem sie weitere Senkungen der Interventionspreise durch Ausgleichszahlungen vorsah.
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- Martina Janssen (Author), 2002, Agrarpolitik der Europäischen Union, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73743