Das Thema der internationalen Verrechnungspreise gewinnt im Zuge der voranschreitenden Globalisierung immer mehr an Bedeutung. Das vorliegende Exzerpt aus einem Praktikumsbericht beschreibt kurz und grundlegend die Fundamente des Transfer Pricing aus steuerlicher Sicht und aus dem Blickwinkel des Controlling.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Steuerungsfunktion vs. Minimierung von Steuerzahlungen
3 Methoden zur Bestimmung von fiskalen Verrechnungspreisen
4 Praktische Implikationen bei der Festlegung von Verrechnungspreisen
5 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die komplexe Herausforderung für multinationale Unternehmen, Verrechnungspreise so zu gestalten, dass sie sowohl steuerliche Optimierungsziele erfüllen als auch interne Management- und Steuerungsfunktionen unterstützen. Dabei wird analysiert, wie diese gegensätzlichen Anforderungen unter Berücksichtigung regulatorischer Vorgaben wie dem Arm’s Length Prinzip in Einklang gebracht werden können.
- Die globale Rolle von Verrechnungspreisen in multinationalen Konzernen
- Spannungsfeld zwischen steuerlicher Minimierung und betriebswirtschaftlicher Steuerung
- Methodische Ansätze zur Bestimmung fiskalischer Verrechnungspreise
- Praktische Umsetzung und Dokumentationspflichten
- Implikationen durch internationale Richtlinien und OECD-Vorgaben
Auszug aus dem Buch
Steuerungsfunktion vs. Minimierung von Steuerzahlungen
Zur Lösung des Problems der ungleichen optimalen Verrechnungspreise für Managementzwecke und fiskale Belange gibt es verschiedene Ansätze. So ist es z.B. möglich zwei Bücher zu führen, eines für Managementzwecke und eines unter fiskalen, externen Gesichtspunkten. Dieser modus operandi weist jedoch den Nachteil auf, dass die Bereichsmanager nicht verstehen, welcher Verrechnungspreis der „richtige“ ist, so dass Motivationsprobleme auftreten können. Aus diesem Grund erscheint eine Lösung mit nur einem Verrechnungspreis günstiger. Vorteilhaft ist hierbei die Tatsache, dass Arm’s Length Verrechnungspreise de facto nicht genau festgelegt werden können. Hinzu kommt, dass einzelne Unternehmen partiell über genug Marktmacht verfügen, um Marktpreise zu beeinflussen.
Weiterhin besteht, selbst bei einem „falschen“ Verrechnungspreis, eine prognostizierbare Eintrittswahrscheinlichkeit einer Steuerprüfung, die das Fehlverhalten feststellt und auch die Strafzahlung ist vorhersehbar. Somit können, mit Hilfe von Erwartungswerten, optimale Verrechnungspreise bestimmt werden (bezüglich der fiskalen Aspekte). Problematisch sind hierbei jedoch durch Steuervergehen bedingte, schwer quantifizierbare und prognostizierbare Imageverluste. Abhängig von der Relevanz dieses Aspektes, sollte hier ein weiter „Sicherheitsabstand“ gewählt werden, da Imagewahrung i.d.R. weitaus höher zu gewichten ist als ersparte Steuern.
Eine prekäre Tatsache für die Unternehmen ist, dass die Verrechnungspreise ex ante festgelegt werden (müssen), wohingegen eine eventuelle Steuerprüfung erst ex post, also ohne Unsicherheit über zukünftige Entwicklungen, erfolgt. Um diesem Problem zu begegnen, müssen die Unternehmen die Festlegung der Verrechnungspreise ausführlich dokumentieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung der Globalisierung für multinationale Unternehmen dar und skizziert das Grundproblem, Verrechnungspreise gleichzeitig für Managementzwecke und zur Steueroptimierung zu nutzen.
2 Steuerungsfunktion vs. Minimierung von Steuerzahlungen: Das Kapitel erörtert die Herausforderung, konkurrierende Ziele bei der Preisbildung zu vereinen, und diskutiert die Vorteile einer einheitlichen Preisstrategie sowie die Risiken von Steuerprüfungen.
3 Methoden zur Bestimmung von fiskalen Verrechnungspreisen: Hier werden die international üblichen Methoden, insbesondere basierend auf dem Arm’s Length Prinzip und den OECD-Richtlinien, vorgestellt.
4 Praktische Implikationen bei der Festlegung von Verrechnungspreisen: Dieser Teil beleuchtet die Notwendigkeit von Kompromissen bei der Preisgestaltung und zeigt auf, wie unterschiedliche Leistungsbeziehungen die Kontrollierbarkeit durch Behörden beeinflussen.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Unternehmen signifikante Spielräume für die Preisgestaltung besitzen, diese aber stetig überwacht und an das regulatorische Umfeld angepasst werden müssen.
Schlüsselwörter
Verrechnungspreise, multinationale Unternehmen, Arm’s Length Prinzip, Steueroptimierung, Managementzwecke, OECD-Richtlinien, fiskalische Belange, Preisgestaltung, globale Allokation, Doppelbesteuerung, Steuerprüfung, grenzüberschreitende Transaktionen, Gewinnaufschlag, Marktpreis, Unternehmenssteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die strategische Festlegung von Verrechnungspreisen in internationalen Konzernstrukturen unter Beachtung steuerlicher und betriebswirtschaftlicher Aspekte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Steuerungsfunktion, Steuer- und Zollminimierung, internationale Richtlinien und die Anwendung von Verrechnungspreismethoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Ansatzpunkte für ein diffiziles Problem aufzuzeigen, wie Verrechnungspreise so bestimmt werden können, dass sie sowohl steuerliche als auch Managementvorgaben erfüllen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer theoretischen Herleitung der Preisbildungsmechanismen unter Berücksichtigung internationaler Standards.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Spannungsfeld zwischen Steuerminimierung und Managementzielen, stellt OECD-Methoden zur Preisbestimmung vor und erörtert praktische Auswirkungen bei der Festlegung von Preisen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Verrechnungspreise, Arm’s Length Prinzip, Steueroptimierung, OECD-Richtlinien und Unternehmenssteuerung.
Warum ist die Dokumentation der Verrechnungspreise für Unternehmen so wichtig?
Da Verrechnungspreise ex ante festgelegt werden, Steuerprüfungen jedoch ex post erfolgen, ist eine ausführliche Dokumentation notwendig, um sich gegen steuerliche Unsicherheiten abzusichern.
Welchen Einfluss hat das Arm’s Length Prinzip auf die Preisbildung?
Es dient als Grundlage der OECD-Richtlinien und verlangt, dass Preise zwischen verbundenen Unternehmen so gestaltet werden, als ob sie zwischen unabhängigen Marktparteien vereinbart würden.
- Quote paper
- Erik Wintzer (Author), 2002, Verrechnungspreise im multinationalen Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7377