Bram Stoker's Dracula


Seminararbeit, 2001
16 Seiten, Note: gut +

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Das Drehbuch

2. Bram Stoker's Roman

3. Der historische Dracula

4. Die Erscheinungsformen Draculas

5. Die Rahmenhandlung

6. Der Prolog

7. Beschreibung des Prologs

8. Charakteristische Merkmale der Coppola-Verfilmung
8.1. Das Fragmentarische
8.2. Dualismus
8.3. Symbolik

9. Schlusswort

7. Bibliografie

1. Das Drehbuch

Unter der Regie Francis Ford Coppolas entstand 1992 eine außergewöhnliche Dracula-Verfilmung. Zum ersten Mal in der Geschichte, der zahlreichen Dracula-Adaptionen, wird die Geschichte des historischen Draculas als Rahmenhandlung aufgenommen. Die gelungene Innovation geht auf den Autor des Drehbuchs Jim V. Hart zurück, der es bereits zehn Jahre vor der Verfilmung fertig stellte. Wynona Ryder stieß zufällig auf das Drehbuch, das ursprünglich für die Realisation eines Fernsehfilms vorgesehen war. Sie verliebte sich in die Rolle der Mina Murray, die sie unbedingt, allerdings nur in einer Kinofassung, spielen wollte. Sie reichte das Drehbuch an Coppola weiter, der es zu ihrer großen Überraschung realisierte.

Trotz der Einbindung der historischen Dracula-Figur, die nicht in Bram Stoker's Roman vorgesehen ist, verwirklicht der Film die Ideen seines literarischen Vorbilds. Die Einbindung des historischen Draculas verstärkt die Ängste, die im Roman aufgeworfen werden. Indem die Figuren des historischen Vlad Tepes und des legendären Draculas in eine Person zusammenfallen, werden die Gedankengänge des Rezipienten vorangetrieben. Das Gedankenspiel, das diese Kreatur in unserer Realität existieren könnte, macht die besondere Lust am Horror aus. Deshalb wird in der Einleitung des Films die blutige Familiengeschichte Vlad Tepes zusammengefasst, um dem Rezipienten eine historische Grundlage zu bieten, auf der er seine Ängste aufbauen kann. Indem auf wahre Begebenheiten angespielt wird, darf der Zuschauer selbst entscheiden, ob er die grauenhafte Geschichte glauben will.

2. Bram Stoker's Roman

1897 veröffentlichte der irische Schriftsteller Bram Stoker seinen Roman Dracula und schuf damit eine der großen Kultfiguren des 20. Jahrhunderts. Sein Buch wurde schnell zum Bestseller und der Vampir-Graf zu einem Klassiker, der eine Flut von Dracula-Filmen, -Romanen und -Theaterstücken nach sich zog.

Die Faszination des Buchs lässt sich einerseits durch das dargestellte Grauen erklären. Der Leser hat die Möglichkeit sich damit gegen die wahren Schrecken der Realität zu wappnen oder seine Sehnsucht nach mystischen Erfahrungen auszuleben. Wie Jim V. Hart in seinem Drehbuch die Angst des Rezipienten durch die Zusammenführung von Vlad Tepes und Dracula verstärkt, verstärkt Bram Stoker die Ängste seiner Leser, indem er seinen Roman in der damaligen Gegenwart spielen lässt. Die Protagonisten seines Romans kämpfen mit zeitgenössischen Mitteln wie Bluttransfusionen gegen das Böse an. Dracula tritt nicht nur in einem mystischen Umfeld, wie seinem transsilvanischen Schloss auf, sondern bewegt sich auch an modernen Orten, wie im Zelt des ersten Kinematographen. Diese Zusammenführung von Mystik und Gegenwart macht den Roman besonders faszinierend.

Neben dem Grauen einerseits, liegt die zweite entscheidende Anziehungskraft des Romans in seiner Erotik. Im England des ausgehenden 19. Jahrhunderts gibt es kaum Möglichkeiten erotische Literatur zu konsumieren. Die Akzeptanz von Sexualität beschränkt sich zum Zweck der Fortpflanzung auf das eheliche Schlafzimmer. Stoker schafft den Weg an der Zensur vorbei, da die Sexualität seines Romans im direkten Zusammenhang mit dem Bösen steht. Eine gelungene Verknüpfung, vor allem für den zeitgenössischen Leser, der seine verbotenen Wünsche und sündigen Gedanken auf Dracula projiziert und sie so wenigstens in seiner Fantasie straffrei ausleben kann.

Stoker entwickelt in seinem Roman eine eindringliche Wechselwirkung zwischen Sexualität und Tod. Die Sexualität in Dracula ist ein Akt des Erliegens. Jonathan Harker erliegt den drei Gefährtinnen Draculas, Lucy Westenra erliegt Dracula und Mina Murray erliegt Draculas Charme. Das Böse strahlt in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen ein unmenschliches Maß an sexueller Anziehungskraft aus, der Sterbliche nicht widerstehen können. Die Sterblichen scheinen die Bitterkeit der Sexualität, denn sie ist todbringend, zu ahnen, doch sie besitzen nicht die geistige Stärke sich ihrer zu erwehren. Sie sind von der Intensität der Begegnung überwältigt und bereit zu sterben, wenn sie den nächsten Augenblick erleben dürfen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Bram Stoker's Dracula
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Medienwissenschaft)
Veranstaltung
MS Das Böse im Film
Note
gut +
Autor
Jahr
2001
Seiten
16
Katalognummer
V7383
ISBN (eBook)
9783638146647
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bram Stoker Dracula
Arbeit zitieren
Valerie Schmidt (Autor), 2001, Bram Stoker's Dracula, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7383

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