Bilder genießen in unserer heutigen Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert. Sei es in der Schule oder im Beruf, den Medien oder der Werbung, im Supermarkt oder der Bushaltestelle, ständig werden wir in unserem alltäglichen Leben mit Bildern konfrontiert. Sie wecken Aufmerksamkeit, regen zum Staunen und Denken an, können informieren und inspirieren.
„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“(Meutsch, 1991, S. 45) Doch was passiert bei der Bildbetrachtung und wie verläuft der Prozess des Bildverstehens? Kann ein Bild nicht aus verschiedenen Perspektiven gesehen werden? Welche Rolle spielt der Bildbetrachter und was genau reizt den Menschen, Bilder für bestimmte Zwecke zu benutzen?
Diese Fragen versucht diese Arbeit wissenschaftlich zu beantworten und mit Versuchen zu belegen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist ein Bild? Was ist Bildverstehen?
2.1 Die Bildbetrachtung
2.2 Die Rolle des Bildbetrachters
2.3. Bildwahrnehmung
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den komplexen Prozess der Bildbetrachtung und des Bildverstehens. Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Menschen Bilder wahrnehmen, welche Rolle der Rezipient bei der Bedeutungszuweisung spielt und inwiefern Vorwissen sowie kulturelle Konventionen diesen Vorgang beeinflussen.
- Psychologische Grundlagen der Bildwahrnehmung
- Der aktive Part des Betrachters bei der Informationsverarbeitung
- Einfluss von Erfahrungswelten auf die Interpretation
- Die Bedeutung von Konventionen für das Bildverständnis
- Beispiele aus der Werbewirkungsforschung
Auszug aus dem Buch
2.2 Die Rolle des Bildbetrachters
Bilder zu verstehen ist kein Transport von Bildinformationen zum Betrachter, sondern eher ein geistiger, aktiver und gezielter Vorgang eines Rezipienten. „Information durch Bilder ist immer von uns gemachte Information.“ (Meutsch, 1991, S.52)
Durch das Einwirken der Bildmerkmale (wie Licht, Farbe, Schnitt, etc.) werden im Rezipienten Erfahrungen und Erwartungen aufgerufen und somit ein ganz persönliches Bildverstehen kreiert. Dieses Bildverstehen funktioniert aber nur, wenn der Betrachter dem Bild eine Bedeutung zuordnet, wenn er es als Werkzeug benutzt, um Erfahrungen zu erzeugen und sein Wissen anwendet. (ebenda)
Dieser Verstehensprozess wird vor allem in der Werbebranche angewendet. Da wird die „Fanta“ zum absoluten Tageshighlight, welches Frische, Spaß, Freude und Abenteuer vermittelt, oder die Milkaschokolade, welche märchenhaft einen unverwechselbaren, zarten Genuss auf ruhigen Almen verspricht, natürlich verfeinert durch die frische Alpenmilch der lila Milkakuh!
In der Milkawerbung werden Information und Erklärung entwickelt. Wichtig dabei ist also die aktive Auseinandersetzung des Betrachters mit dem Bild. Unter Einbeziehung der Bildmerkmale (lila, Kuh, Berge) und seiner subjektiven und gefühlsmäßigen Einstellung, kommt der Rezipient zu einer positiven geistigen Überlegung. Das Ergebnis ist, dass „die zarteste Versuchung“ gut bei dem Verbraucher ankommt und das Produkt durch Slogan, Musik, Bilder, immer wieder erinnert wird. (Meutsch, 1991, S. 50)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den hohen Stellenwert von Bildern im Alltag und wirft grundlegende Fragen zum Prozess des Bildverstehens und zur Rolle des Betrachters auf.
2. Was ist ein Bild? Was ist Bildverstehen?: Dieses Kapitel definiert den Begriff Bild als optisches und geistiges Phänomen und untersucht die psychologischen und kognitiven Mechanismen der Wahrnehmung und Verarbeitung.
2.1 Die Bildbetrachtung: Hier wird der Prozess der mentalen Verarbeitung von Bildaussagen sowie die Rolle der Erinnerung und der geistigen Erfahrung bei der Interpretation beleuchtet.
2.2 Die Rolle des Bildbetrachters: Dieser Abschnitt unterstreicht die aktive, konstruktive Leistung des Rezipienten, der Bilder basierend auf eigenem Wissen und Erfahrungen interpretiert.
2.3. Bildwahrnehmung: Dieses Kapitel behandelt den Wahrnehmungszyklus, die Bedeutung von Konventionen und den Einfluss kultureller Prägung auf das Verständnis von dreidimensionalen Informationen.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über das aktive Handeln mit Bildern zusammen und betont die Untrennbarkeit von Erfahrungswelt und Bildinterpretation.
Schlüsselwörter
Bildverstehen, Bildwahrnehmung, Rezipient, Bildbetrachtung, kognitive Schemen, Wahrnehmungszyklus, Bildmerkmale, Medienwissenschaft, Interpretation, Wirklichkeitskonstruktion, Werbewirkung, Konventionen, Bildgedächtnis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den psychologischen und kognitiven Prozessen, die ablaufen, wenn Menschen Bilder betrachten und verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind Bildwahrnehmung, die aktive Rolle des Betrachters bei der Bedeutungszuweisung und der Einfluss von kulturellen oder persönlichen Erfahrungen auf das Bildverständnis.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Autorin?
Die Arbeit untersucht, was genau bei der Bildbetrachtung geschieht, wie der Prozess des Verstehens verläuft und welche Rolle der Betrachter sowie sein Vorwissen dabei spielen.
Welcher methodische Ansatz wird in der Arbeit verfolgt?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung medienwissenschaftlicher Fachliteratur, um die Mechanismen der Bildverarbeitung und -deutung zu erklären.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden die Definition von Bildern, die geistige Verarbeitung bei der Bildbetrachtung und die Bedeutung von Konventionen sowie Vorwissen für das Verständnis analysiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Bildverstehen, Wahrnehmungszyklus, kognitive Schemen, Rezipient und Konstruktion von Wirklichkeit.
Wie beeinflussen kulturelle Konventionen das Bildverständnis laut der Autorin?
Anhand von Fallbeispielen verdeutlicht die Autorin, dass die Wahrnehmung, etwa von räumlicher Tiefe, kulturell erlernt ist und ohne entsprechende Konventionen zu Fehlinterpretationen führen kann.
Welche Rolle spielt die Werbebranche in diesem Kontext?
Die Werbung dient als Anwendungsbeispiel, um aufzuzeigen, wie durch gezielte Bildmerkmale und die Aktivierung von Erwartungen beim Rezipienten eine spezifische, positive Produktwahrnehmung erzeugt wird.
- Quote paper
- Magistra Artium Claudia Stehr (Author), 2001, Bild und Bildverstehen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73836