Planung einer Unterrichtsreihe zu 'Jud Süß' für eine Oberstufenklasse in Vorbereitung eines Besuchs des Harlan-Films 'Jud Süß' im Haus der Wannsee-Konferenz


Unterrichtsentwurf, 2000

28 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Inhalt

Begriffsklärung

Antjüdische Regeln des kanonischen Rechts

Juden im MA

Juden in der Neuzeit

Historischer Hintergrund zur Person von Süß

Zum Begriff des „Hoffaktors“

Zur Kabbala

Wilhelm Hauff und ‚Jud Süß‘
Jud Süß (erschienen 1827)
Inhalt der Novelle

Juden im 19.Jh. in Berlin und den Staaten des Deutschen Bundes

Lion Feuchtwanger und ‚Jud Süß‘
Jud Süß (erschienen 1925)
Inhalt des Romans

Juden um 1920

Sachanalyse

Sprachliche Merkmale bei Feuchtwanger

Feuchtwanger über ‚Jud Süß‘

Anmerkungen zur Verfilmung durch Harlan

Zur Zielsetzung des Filmes

Auswirkungen des Filmes

Harlan 1948 vor seinem Prozess an den Rabbiner Dr. Prinz

Ideen zu einer Unterrichtsreihe
Ziel der Reihe
Methoden
Materialien (bisher vorbereitete Folien/ Texte).

Verwendete Literatur.

Weitere Literaturhinweise..

Begriffsklärung:

- Antijudaismus = gegen das Judentum als Religion gerichtetes Denken

Taufe ermöglicht gesellschaftliche Anerkennung

- Antisemitismus = gegen das Judentum als „Rasse“ gerichtetes Denken

ungenau, weil Semiten auch Araber umfasst

antjüdische Regeln des kanonischen Rechts:

geprägt durch Auffassung der Kirche, Juden seien verstockt, weil sie sich nicht missionieren ließen

Zerstreuung der Juden in alle Welt Gottesstrafe für Jesu Kreuzigung

Tötung der Juden nicht erlaubt

ab 11. Jh. Verhärtung: soziale/ rechtl. Lage der Juden sollte verschlechtert werden

Kreuzzüge als Feldzug gegen „alle Feinde Christi“ führt zur Vernichtung der jüd. Gemeinden am Rhein und anderswo

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Süß:

- als dandyhaft und arrogant charakterisiert, verachtet hochmütig alteingesessene Familien
- saniert Wirtschaft des bankrotten Landes
- wird am meisten angefeindet wg. einer 5%-Steuer auf Beamtengehälter
- Einführung eines staatlichen Leder-, Salz-, Tabak- und Weinmonopols
- gründet ferner Tabak-, Seiden- und Porzellanmanufaktur sowie erste Bank Württembergs
- überträgt ertragreiche Pachtmonopole auch gegen Bestechung befreundeten Glaubens-
genossen => Hass christl. Bürger
- bereichert sich außerordentlich, teils durch skrupellose Manipulationen
- dabei versinken 25-50% der Bevölkerung in Armut
- übernimmt jedoch nie ein offizielles Amt
- Hass erweckt, dass Süß am Hofleben teilnimmt und sich nicht wie andere Hoffaktoren im

Hintergrund hält

protestantisches Land fühlt sich von katholischem Herrscher bedroht

Widerstand konzentriert sich im Landstand (= Parlament)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Johann Heinrich Harpprecht.

Exekution als Schauspiel geplant: Höhepunkt sollte erwartete Taufe des Süß' sein, um

sich vor Hinrichtung zu retten; dieser jedoch weigert sich und stirbt unter Ausruf des

jüd. Glaubensbekenntnisses

Nach seinem Tod setzt eine Flut von Veröffentlichungen ein (Flugblätter, Broschüren, dramat. Bearbeitungen), die seine Figur schauerlich mystifizieren.

Texte bestimmt von Antijudaismus, Sexual- und Sozialneid

zum Begriff des „Hoffaktors“:

- jüd. Finanziers, Teil des Hofbeamtentums
- erhielten Privilegien, die aber auf Territorium des jeweiligen Landesherrn beschränkt
blieben, anderswo galten sie als „normale“ Juden
- Privilegien: i.d.R. Befreiung von Zöllen, Steuern, Judenabgaben
- beliebt wg. ihrer unbedingten Loyalität, Unabhängigkeit von partikularen Interessen der
Stände/ Städte/ Zünfte/ Kirche
- zeichnen sich durch finanzielle Macht und internationale Verbindungen aus

=> Unabhängigkeit der Fürsten von ständischen Geldern

Zur Kabbala:

Kabbala = Aufnahme, das Empfangene; Name für ein System jüd. Theosophie[1]

galt als geheime mdl. Überlieferung, ausgehend von Adam über Patriarchen/ Propheten bis in die Neuzeit

Inhalt der Lehre:

- Gott ist grenzenlos, steht über und außerhalb des Alls, sogar über Sein und Denken
- Gott ist „En Sof“, ohne Ende, für den Intellekt unfassbar
- um seine Existenz erkennbar zu machen, muss dieses En Sof sich kreativ-aktiv zeigen
- dies geschieht durch das Medium der zehn Sephirot (Zählungen, Sphären), Stufen der göttl.

Emanation[2], aus denen die Welt geschaffen ist:

1. Krone 2. Weisheit 3. Verstehen, Intelligenz 4. Gnade (Liebe, die Gnade der Liebe)

5. Stärke, Gerechtigkeit 6. Schönheit, aktives Mitleid 7. Beständigkeit 8. Majestät

9. Fundament (der Welt) 10. Königtum

„Als [...] der Verborgene aller Verborgenen eine Form annahm, erschuf Er alles in männlicher

und weiblicher Form, da Dinge in keiner anderen Form eine Fortsetzung finden konnten.

Daher strahlte Weisheit, die zweite Sephira, [...] in männlich und weiblich aus, denn

Weisheit weitete sich aus, und Verstehen (Intelligenz), die dritte Sephira, ging aus ihr

hervor, und so wurde männlich und weiblich erlangt, nämlich Weisheit, der Vater, und

Verstehen, die Mutter.“

Aus deren Vereinigung rühren durch Ausstrahlung die weiteren Sephirot-Paare her.

Da die beiden Sephirot Ausstrahlung der ersten, höchsten sind, bilden sie das erste Triangel im System der Kabbala.

Die Theorien über die zehn Sephirot gehen weit auseinander.

Die Kabbala spaltet sich auf in eine theoretische und eine praktische Kabbala.

Allen gemeinsam ist die Annahme, dass nicht gedankliche Spekulation und/ oder religiöse Lebensführung allein die Annäherung an Gott bringen können, sondern die Versenkung in eine bis zum Ursprung der Menschheit reichende geheime Überlieferung.

Im späten 15.Jh. begann eine Bewegung christl. Theologen und Philosophen, Lehren der Kabbala mit Aspekten christl. Theologie in Zusammenhang zu bringen.

Im Laufe der Zeit wurden populärwissenschaftliche Darstellungen Ursache von Verwechslung kabbalistischer Anschauungen mit Numerologie und Zauberkraft.

1663 lässt Prinzessin Antonia von Württemberg eine Lehrtafel zur christl. Kabbalistik anbringen.

Einflüsse der christl. Kabbalistik sind zudem bei Hegel und Schelling nachweisbar.

Wilhelm Hauff und ‚Jud Süß‘:

Wilhelm Hauff (1802 Stuttgart – 1827 Stuttgart)

- Erzähler, Publizist, Redakteur, Lyriker
- entstammt angesehener württemberg. Beamtenfamilie
- Vater 1800 neun Monate wg. angeblicher Beteiligung an republikanischen Umsturzplänen

auf Festung Asperg inhaftiert

- Großvater wohnte neben Süß
- Hauff ist zu Änderungen des Textes gezwungen, weil Novelle als Kritik am Herrscherhaus

verstanden wird

Jud Süß (erschienen 1827):

Ort/ Zeit der Handlung: Stuttgart 12.2.1737 – 4.2.1738

Quellen: mdl. Überlieferung, ca. zehn Geschichtsdarstellungen, zeitgenössische Flugschriften

sowie Berichte seines Großvaters, des Landschaftskonsulenten[3] J.W. Hauff, der Süß‘

Ende miterlebte

Inhalt der Novelle:

handelnde Personen:

Jud Süß, Finanzdirektor, Minister Gustav Lanbek, Aktuarius[4]

Lea Oppenheimer, seine Schwester sein Vater, der alte Lanbek, Landschaftskonsulent

General Römchingen Kapitän Hans von Reelzingen

Obrist von Röder

von Blankenberg, Offizier

Herzog Karl Alexander Käthchen, Hedwig: Lanbeks Töchter

Gustav Lanbek liebt seine schöne Nachbarin, Lea Oppenheimer, die Tochter des mächtigen jüdischen Finanzmannes Süß.

Aufgrund der herrschenden und tief verwurzelten Vorurteile gegen Juden ist diese Liebe von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Gustav ignoriert diesen Aspekt.

[...]


[1] religiös-weltanschauliche Richtung, die in meditativer Berührung mit Gott den Weltbau und den Sinn des

Weltgeschehens erkennen will

[2] das Hervorgehen aller Dinge aus dem unveränderlichen, vollkommenen, göttlichen Einen (bes. in der

neuplatonischen und gnostischen Lehre)

[3] juristischer Berater der Landstände

Landschaft = Versammlung der Stände eines Landes

[4] Gerichtsangestellter

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Planung einer Unterrichtsreihe zu 'Jud Süß' für eine Oberstufenklasse in Vorbereitung eines Besuchs des Harlan-Films 'Jud Süß' im Haus der Wannsee-Konferenz
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2000
Seiten
28
Katalognummer
V7387
ISBN (eBook)
9783638146685
Dateigröße
630 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es handelt sich um einen Vergleich der drei im Titel erwähnten Werke in stichwortartiger Form. Ziel war die Konzeption einer Unterrichtsreihe. Auf Anfrage können auch gegen Unkosten Folien bestellt werden unter aljot@freenet.de 214 KB
Schlagworte
Planung, Unterrichtsreihe, Oberstufenklasse, Vorbereitung, Besuchs, Harlan-Films, Haus, Wannsee-Konferenz
Arbeit zitieren
Albrecht Trübenbacher (Autor), 2000, Planung einer Unterrichtsreihe zu 'Jud Süß' für eine Oberstufenklasse in Vorbereitung eines Besuchs des Harlan-Films 'Jud Süß' im Haus der Wannsee-Konferenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7387

Kommentare

  • Gast am 3.2.2020

    Die Hausarbeit hat leider wenig mit einer konkreten Planung einer Unterrichtsreihe zu tun. Es werden lediglich Ideen stichpunktartig festgehalten. Wie eine Arbeit, die lediglich aus Stichpunkten besteht, so gut bewertet werden kann, ist mir schleierhaft.

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Titel: Planung einer Unterrichtsreihe zu 'Jud Süß' für eine Oberstufenklasse in Vorbereitung eines Besuchs des Harlan-Films 'Jud Süß' im Haus der Wannsee-Konferenz



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