Der lange stolperige Weg der Türkei in die EU.
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Bemühung der Türkei, um eine volle Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Im Vordergrund steht die ökonomische Sichtweise und die Liberalisierungsversuche der Türkei nach dem Militärputsch im Jahre 1980. Es stellt sich die Frage, ob die Ablehnung der meisten Mitgliedsstaaten bezüglich einer vollen Mitgliedschaft der Türkei rein politische Gründe hat oder ob sie auch ökonomisch haltbar ist. Im ersten Teil der Hausarbeit werden die Republik Türkei und ihre Entwicklungsdaten nach ihrer Gründung im Jahre 1923 dargestellt, zudem die demographische Lage und die heutige Parteienlandschaft. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen Lage der Türkei von 1980 bis zum heutigen Tage. Im nachfolgenden Teil werden die Beziehungen der Türkei zur EU und die Phasen der Beitrittsverhandlungen beleuchtet. Anschließend werden die Argumente für und gegen einen Beitritt sowohl aus der Sicht der Befürworter als auch aus der Sicht der Gegner dargestellt und auf ihren Gehalt hin untersucht. Im letzen Abschnitt wird die Arbeit mit einem Fazit abgeschlossen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DIE TÜRKEI – ENTWICKLUNGSDATEN
2.1 DIE DEMOGRAPHISCHE LAGE
2.2 DIE PARTEIENLANDSCHAFT DER TÜRKEI
3 DIE WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG DER TÜRKEI
3.1 ZWISCHEN 1980 – 1996
3.2 VON 1996 BIS HEUTE
4 BEZIEHUNGEN ZWISCHEN DER TÜRKEI UND DER EU
4.1 ZWISCHEN 1959 BIS 1996
4.2 VON 1996 BIS HEUTE
5 VOR- UND NACHTEILE EINER AUFNAHME DER TÜRKEI IN DIE EU
5.1 VORTEILE EINER AUFNAHME
5.2 NACHTEILE EINER AUFNAHME
6 FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Bestreben der Türkei um eine Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union unter besonderer Berücksichtigung der ökonomischen Rahmenbedingungen und Liberalisierungsversuche seit 1980, um zu bewerten, ob die Ablehnung eines Beitritts durch Mitgliedsstaaten vorwiegend politisch motiviert oder ökonomisch fundiert ist.
- Historische Entwicklung der Republik Türkei und ihrer ökonomischen Transformation
- Analyse der demografischen Lage und der Parteienlandschaft
- Beziehungen und Beitrittsverhandlungen zwischen der Türkei und der EU
- Gegenüberstellung wirtschaftlicher Argumente für und gegen eine Aufnahme
- Untersuchung der wirtschaftlichen Auswirkungen und Defizite im Handel
Auszug aus dem Buch
3 Die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei
Nach dem Militärputsch in der Türkei im Jahre 1980 wandelte sich die Türkei von einer importorientierten Wirtschaft mit staatlichen Eingriffen zu einer Marktwirtschaft mit Exportorientierung. Mit dem IWF zusammen wurde ein Konzept ausgearbeitet, mit dem das IWF die Türkei auf ihrem schwierigen Wege der wirtschaftlich fundamentalen Umgestaltung begleitet. Ganz oben auf dem Konzeptblatt stand die Freigabe des Wechselkurses, die Liberalisierung des Außenhandels und die Förderung des Exports.
Dank dieser Neuorientierung der Volkswirtschaft entstand in den achtziger Jahren in der Türkei eine anhaltende hohe Wachstumsrate. In den 7 Jahren nach dieser Neuorientierung wuchs die Wirtschaft mit einer jährlichen Durchschnittsrate von realen 5,4% und verzeichnete damit das höchste Wachstum der OECD Staaten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert das Forschungsziel, die wirtschaftliche Perspektive auf den EU-Beitritt der Türkei zu untersuchen und die methodische Vorgehensweise der Arbeit darzustellen.
2 DIE TÜRKEI – ENTWICKLUNGSDATEN: Dieses Kapitel liefert grundlegende demografische Daten und einen Überblick über die parlamentarische Demokratie sowie die aktuelle Parteienlandschaft der Türkei.
3 DIE WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG DER TÜRKEI: Es wird der ökonomische Wandel von einer importorientierten Wirtschaft hin zur marktwirtschaftlichen Exportorientierung nach 1980 sowie die Entwicklung seit 1996 beschrieben.
4 BEZIEHUNGEN ZWISCHEN DER TÜRKEI UND DER EU: Das Kapitel erläutert die chronologische Historie der Annäherungsversuche zwischen der Türkei und der EU, von den ersten Abkommen bis zur Eröffnung der Beitrittsverhandlungen.
5 VOR- UND NACHTEILE EINER AUFNAHME DER TÜRKEI IN DIE EU: Hier werden ökonomische Chancen für die EU sowie spezifische wirtschaftliche Nachteile, wie Außenhandelsdefizite, aus Sicht der Türkei diskutiert.
6 FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit resümiert die Schwierigkeiten bei der Datenlage und stellt fest, dass eine finale Beurteilung der Beitrittsfolgen aufgrund der komplexen ökonomischen und politischen Faktoren zum jetzigen Zeitpunkt schwer abwägbar bleibt.
Schlüsselwörter
Türkei, Europäische Union, EU-Beitritt, Marktwirtschaft, Exportorientierung, Zollunion, Beitrittsverhandlungen, Außenhandelsdefizit, demografische Entwicklung, Wirtschaftswachstum, IWF, Strukturwandel, Handelsbeziehungen, Beitrittskandidat, ökonomische Analyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert die Bemühungen der Türkei um einen Beitritt zur EU, wobei der Fokus gezielt auf die wirtschaftlichen Aspekte und die Entwicklung der Türkei seit 1980 gelegt wird.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themenfelder umfassen die demografische und politische Entwicklung der Türkei, deren wirtschaftliche Transformationsprozesse sowie die historische Entwicklung der diplomatischen Beziehungen zur EU.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, ob die ablehnende Haltung vieler EU-Mitgliedsstaaten gegenüber einem Vollbeitritt der Türkei rein politisch begründet ist oder ob dafür auch haltbare ökonomische Argumente angeführt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Vorgehensweise, basierend auf einer Auswertung statistischer Daten nationaler und internationaler Behörden sowie einer chronologischen Aufarbeitung der wirtschafts- und politikgeschichtlichen Fakten.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der wirtschaftlichen Liberalisierung ab 1980, die Darstellung der Beziehungen zwischen der Türkei und der EU seit 1959 sowie eine ökonomische Abwägung der Vor- und Nachteile eines Beitritts.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Analyse am besten?
Wirtschaftliche Transformation, EU-Beitritt, Außenhandelsbilanz, Exportstrategie, Zollunion und Reformpolitik sind die Kernbegriffe der Untersuchung.
Welchen Einfluss hatte das Abkommen zur Zollunion von 1996 auf die türkische Wirtschaft?
Die Zollunion führte einerseits zum Abbau von Schutzzöllen und einer stärkeren Integration in den europäischen Binnenmarkt, bewirkte jedoch kurzfristig auch deutliche Handelsdefizite durch den Anstieg von Importen.
Was kritisiert der Autor an der verfügbaren Datengrundlage?
Der Autor bemängelt die teils widersprüchlichen Angaben in verschiedenen nationalen und internationalen Statistiken, die auf unterschiedliche Messmethoden und Erhebungstiefen zurückzuführen sind.
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- Turhan Kurt (Author), 2007, Die Bemühung der Türkei für einen Eintritt in die EU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73873