Zur Untersuchung der Forschungsfrage gliedert sich die Diplomarbeit in einen theoretischen und einen empirischen Teil. Den Ausgangspunkt des theoretischen Teils bildet die Clustertheorie (Kapitel 2). Zur Definition wurden vor allem die Untersuchungen von Michael E. Porter1 benutzt, da seine Forschung wegweisend auf diesem Gebiet sind. Cluster bieten generell einen enormen Standortvorteil für verwandte Bereiche einer Branche. Bei der intensiven Beschäftigung mit der Clustertheorie kristallisierte sich eine weitere, bisher von der Forschung unbeachtete, untergeordnete Untersuchungsfrage heraus: „Lassen sich im Großraum Berlin Cluster für die Filmwirtschaft finden?“ Diese Untersuchungsfrage wird neben der Hauptfrage im Rahmen dieser Diplomarbeit ebenfalls beantwortet.
Das dritte Kapitel innerhalb des theoretischen Teils beschäftigt sich mit dem Begriff Standort, der unternehmerischen Standortwahl, der Analyse des jeweiligen Standortes, der strategieorientierten Standortlehre, den Stand-ortfaktoren sowie den Entscheidungen und Bewertungen eines Standortes.
Im vierten Kapitel wird das Profil der Filmwirtschaft allgemein dargestellt.
Aufbauend auf dem theoretischen Teil liegt der Schwerpunkt des darauf folgenden empirischen Teils (Kapitel 5) auf einer selbst durchgeführten Umfrage. Diese dient zur Untersuchung der Forschungsfrage. Es sind persönliche Umfragen sowie Online-Umfragen im Zeitraum Oktober / November 2006 unter 90 Unternehmen durchgeführt worden. Die Rücklauf-quote betrug dabei allerdings nur 52,2 Prozent. Hauptsächlich wurde die Wichtigkeit von Standortfaktoren und die Bewertung des Firmenstandortes für Berlin-Brandenburg ausgewertet. Untersuchungsgegenstand waren dabei jegliche Produktionsfirmen im Bereich der Filmwirtschaft im Großraum Berlin. Außerdem werden in diesem Kapitel weitere Ergebnisse präsentiert, die allgemein einen Erkenntniszuwachs über die Standortvorteile für die Film-wirtschaft der Region Berlin-Brandenburg erbringen.
Ziel der Diplomarbeit ist es, abzuwägen welche Standtortfaktoren konkret einen positiven Beitrag zur Standortentscheidung im Großraum Berlin leisten. Zusätzlich wird ebenfalls darauf eingegangen, ob die Bedeutung der Film-industrie eher auf „harten“ oder auf „weichen“ Faktoren basiert und ob sich in Berlin-Brandenburg Cluster für die Region finden.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. CLUSTER
2.1 Clusterdefinition
2.2 Clusterbildung
2.3 Das Clusterkonzept
2.4 Wettbewerbsvorteile der Clusterbildung
2.4.1 Zugang zu spezialisierten Inputs und Arbeitnehmern
2.4.2 Informationszugang
2.4.3 Complementarities
2.4.4 Zugang zu Institutionen und öffentlichen Gütern
2.4.5 Leistungs- und Erfolgsmessung
EXKURS: INNOVATIONS- UND WETTBEWERBSFÄHIGKEIT
3. STANDORT
3.1 Der Begriff Standort
3.2 Unternehmerische Standortwahl
3.3 Standortanalyse
3.4 Strategieorientierte Standortlehre
3.5 Standortfaktoren
3.6 Standortentscheidung und -bewertung
4. FILMWIRTSCHAFT
4.1 Aufbau der Filmwirtschaft
4.1.1 Das Produkt Film
4.1.2 Filmherstellung
4.1.3 Filmverleih und Filmvertrieb
4.1.4 Filmtheater
4.2 Wertschöpfungsketten innerhalb der Filmwirtschaft
– Struktur der Filmwirtschaft –
4.3 Wirtschaftsfaktor Filmwirtschaft in Deutschland
4.3.1 Import und Export
4.3.2 Absatzmärkte für audiovisuelle Produkte in Deutschland
4.4 Der Standort Berlin-Brandenburg
4.5 Wirtschaftsfaktor Filmwirtschaft in Berlin-Brandenburg
4.5.1 Produktionsstandorte in Berlin-Brandenburg
4.5.2 Standortvorteile der Region Berlin-Brandenburg
4.5.3 Filmfinanzierung
4.5.4 Medien-, Filmevents und Messen
EXKURS: MODELL ZUR STÄRKUNG DER FILMPRODUKTION IN DEUTSCHLAND
5. EMPIRISCHER TEIL
5.1 Empirisches Vorgehen
5.2 Deskriptive Statistik
5.3 Bedeutung ausgewählter Standortfaktoren
5.4 Bewertung des Firmenstandortes Berlin-Brandenburg
5.5 Abgleich zwischen der Bewertung und der Bedeutung der Standortfaktoren
5.6 Einschätzung der Wichtigkeit von harten und weichen Standortfaktoren
5.7 Weiterführende Auswertungen
5.8 Clusterbildung der Filmwirtschaft in der Region Berlin-Brandenburg
6. SCHLUSSBETRACHTUNG UND ÜBERPRÜFUNG DER FORSCHUNGSFRAGE
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Standortvorteile der Region Berlin-Brandenburg als bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Filmindustrie. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, auf welchen spezifischen Faktoren der Erfolg der Filmwirtschaft in dieser Region basiert und inwiefern sich dabei clusterartige Strukturen identifizieren lassen.
- Analyse theoretischer Grundlagen zu Clusterbildung und Standortwahl.
- Detaillierte Untersuchung der Wertschöpfungsketten in der Filmwirtschaft.
- Empirische Erhebung unter Produktionsfirmen zur Bewertung relevanter Standortfaktoren.
- Vergleich zwischen harten und weichen Standortfaktoren in der Region.
- Evaluierung der Clusterpotenziale für den Großraum Berlin-Brandenburg.
Auszug aus dem Buch
2.1 Clusterdefinition
„Der Begriff ‚Cluster’ stammt aus dem angelsächsischen Sprachraum und lässt sich ins Deutsche mit ‚Zusammenballung oder Häufungsstelle’ übersetzen.“5 In der Ökonomie wird ein Cluster als eine geographisch benachbarte Gruppe von in sich zusammenhängenden Unternehmen und verwandten Institutionen, deren Aktivitäten in einem bestimmten Feld miteinander verwandt sind oder die einander ergänzen, definiert.
Die geographische Reichweite eines Clusters kann sich über einzelne Städte bis hin zu einem Netzwerk aus Ländern erstrecken. Cluster können in bestimmten Formen auftreten, die jeweils abhängig von ihrer Tiefe und Erfahrenheit sind. Die meisten beinhalten Endprodukt- und Dienstleistungsunternehmen, Lieferanten von speziellen Materialien, Baugruppen oder Maschinen sowie Kreditinstitute.
Cluster schließen auch oft Unternehmen nachgelagerter Industrien, Hersteller von ergänzenden Produkten sowie Institutionen, welche die Trainings, Ausbildungen oder technische Unterstützung anbieten, mit ein. Letztendlich beinhalten viele Cluster Unternehmensverbände, die die Clustermitglieder gegenseitig unterstützen.6 Es liegen viele verschiedene Clusterdefinitionen vor, da es viele Möglichkeiten, ein Cluster zu betrachten und darzustellen, gibt.
Die folgenden Kriterien finden sich jedoch in jeder Definition wieder:
• Unternehmen, die in verwandten Bereichen tätig sind,
• eine Mindestanzahl von Firmen in eng geographischer Nähe,
• gemeinsame Beziehungen zu verwandten oder nachgelagerten Branchen,
• ähnliche oder sich ergänzende Endprodukte oder Dienstleistungen.7
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der Dynamik der Filmwirtschaft in Berlin-Brandenburg als Ausgangspunkt und Formulierung der zentralen Forschungsfrage.
2. CLUSTER: Theoretische Herleitung des Clusterbegriffs und Analyse der Wettbewerbsvorteile, die durch eine solche regionale Organisationsform entstehen.
EXKURS: INNOVATIONS- UND WETTBEWERBSFÄHIGKEIT: Erläuterung der Bedeutung von Produktivität und Innovation mittels des Diamanten-Modells von Michael E. Porter.
3. STANDORT: Untersuchung der theoretischen Ansätze der Standortlehre und Definition relevanter harter und weicher Standortfaktoren für Unternehmen.
4. FILMWIRTSCHAFT: Abgrenzung der Strukturen, Wertschöpfungsketten und wirtschaftlichen Kennzahlen der Filmbranche, sowohl in Deutschland als auch speziell in der Region Berlin-Brandenburg.
EXKURS: MODELL ZUR STÄRKUNG DER FILMPRODUKTION IN DEUTSCHLAND: Vorstellung eines staatlichen Förderkonzepts zur Erstattung von Produktionskosten für Kinofilme.
5. EMPIRISCHER TEIL: Auswertung einer Umfrage unter Produktionsfirmen zur Wichtigkeit und Bewertung von Standortfaktoren sowie zur Bestätigung der Clusterbildung vor Ort.
6. SCHLUSSBETRACHTUNG UND ÜBERPRÜFUNG DER FORSCHUNGSFRAGE: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Fazit zur Zukunftsfähigkeit des Standortes Berlin-Brandenburg.
Schlüsselwörter
Filmwirtschaft, Standortfaktoren, Cluster, Berlin-Brandenburg, Filmproduktion, Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfungskette, Filmförderung, Medienmetropole, Harte Faktoren, Weiche Faktoren, Standortwahl, Filmfinanzierung, Medienszene, Wirtschaftsfaktor.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit analysiert die Standortvorteile der Region Berlin-Brandenburg für die Filmwirtschaft und untersucht, warum sich Unternehmen in dieser Region ansiedeln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Clustertheorie, der allgemeinen Standortlehre, der Struktur der Filmwirtschaft sowie der empirischen Untersuchung von Standortfaktoren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu ermitteln, auf welchen konkreten Standortvorteilen die Bedeutung der Filmindustrie als Wirtschaftsfaktor für Berlin-Brandenburg basiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Neben einer theoretischen Literaturanalyse wurde ein empirischer Teil in Form einer schriftlichen Umfrage (persönlich und online) bei 90 Unternehmen der Filmbranche durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Cluster- und Standortlehre erläutert, die Struktur der Filmwirtschaft dargestellt und die Ergebnisse der Umfrage zu Standortfaktoren präsentiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Untersuchung?
Die zentralen Begriffe sind Filmwirtschaft, Clusterbildung, Standortfaktoren (hart/weich), Wettbewerbsfähigkeit und die Spezifik des Standortes Berlin-Brandenburg.
Wie bewerten die Unternehmen die "harten" gegenüber den "weichen" Standortfaktoren?
Die Umfrage ergab, dass rund 60 Prozent der befragten Unternehmen die "harten" Standortfaktoren als ausschlaggebender bei der Standortwahl erachten.
Welche Bedeutung hat das Clusterkonzept für die Region?
Die Arbeit weist nach, dass Clusterstrukturen in Berlin-Brandenburg existieren, die den dortigen Unternehmen durch Informationszugang und Kooperationen Wettbewerbsvorteile verschaffen.
- Quote paper
- Laura König (Author), 2006, Film als Wirtschaftsfaktor im Großraum Berlin - auf welchen Standortfaktoren basiert die Bedeutung der Filmindustrie in Berlin-Brandenburg?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73903