Diese Hausarbeit stellt einen soziolinguistischen Vergleich zwischen den Bilinguismussituationen auf der Halbinsel Yucatán und in dem Sprachgebiet der Otomí im zentralen mexikanischen Hochland dar. Weiterhin werden Sprachbeispiele von bilingualen Sprechern des Otomí und des Maya auf Yucatán unter phonetischen Gesichtspunkten mit den jeweiligen regionalen Standards des Spanischen der Regionen verglichen.
Demzufolge ist die Arbeit in einen soziolinguistischen und einen phonetischen Teil gegliedert.
Mit der Heranziehung soziolinguistischer Daten der jeweiligen Region wird das Verhältnis des Spanischen und der jeweiligen indigenen Sprache zueinander unter Berücksichtigung folgender Fragestellung untersucht: Wie hoch ist das sozioökonomische Ansehen der indigenen Sprache in der Region und zu welchen Anlässen wird sie noch verwendet?
Die phonetischen Vergleiche im Folgenden, setzen sich zum Ziel die Unterschiede und Übereinstimmungen auf der phonetischen Ebene zwischen dem Spanischen der bilingualen Sprecher und dem betreffenden regionalen Standard aufzuzeigen. Durch diese Untersuchung in Korrelation mit dem soziolinguistischen Teil soll die Frage beantwortet werden, ob die schwächere sozioökonomische Stellung einer indigenen Sprache eine stärkere sprachliche Assimilierung ihrer Sprecher an den regionalen Standard des Spanischen nach sich zieht und ob auf der anderen Seite die stärkere Stellung einer autochthonen Sprache die Herausbildung einer indigenen spanischen Varietät unter phonetischen Gesichtspunkten ermöglicht.
Als indigene Völker im Vergleich wählte der Autor die Maya und die Otomí aus, da in beiden Fällen unterschiedliche Bilinguismussituationen sowie unterschiedliche dialektale Zusammenhänge in den Regionen vorliegen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung:
2. Soziolinguistischer Teil
2.1 Das Verhältnis zwischen beiden Sprachen in der Otomí-Region
2.2 Das Verhältnis zwischen beiden Sprachen auf Yucatán
2.3 Vergleich beider Situationen
3. Phonetischer Teil
3.1.1 Die phonetischen Merkmale des zentralmexikanischen Spanisch
3.1.2 Die phonetischen Merkmale des Spanischen bilingualer Otomí Sprecher
3.1.3 Vergleich der Merkmale
3.2.1 Die phonetischen Merkmale des yucatekischen Spanisch
3.2.2 Die phonetischen Merkmale des Spanischen bilingualer Maya Sprecher aus Yucatán
3.2.3 Vergleich der Merkmale
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den soziolinguistischen Status indigener Sprachen in Mexiko im Vergleich zur spanischen Sprache und analysiert phonetische Besonderheiten in der Sprechweise bilingualer Sprechergruppen im Vergleich zum regionalen Standard.
- Soziolinguistische Untersuchung der Sprachverhältnisse bei Otomí und Maya
- Analyse von Sprachverdrängung und sozioökonomischem Status
- Phonetischer Vergleich bilingualer Sprecher mit regionalen Standards
- Identifikation von Glottalschlägen, Nasalierungen und Vokaldehnungen
- Diskussion von Spracheinflüssen im Kontext von Bilinguismus
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Die phonetischen Merkmale des Spanischen bilingualer Otomí Sprecher
Zimmermann weist einige Besonderheiten des Spanischen von Otomí-Sprechern aus (1990, S.210 f.). Weiterhin hat sich Lastra (1990, S.565 ff.) mit den Auffälligkeiten aus Sprachbeispielen von Otomí aus dem Staat Estado de México beschäftigt.
g) Zumeist werden Akzentuierungen der ersten Silbe in Dehnungen des jeweiligen Vokals übertragen. Das Wort contra wird in diesem Beispiel als [koːntra] wiedergegeben (vgl. Zimmermann 1990, S.210). Es existieren demnach Längenunterschiede zwischen den Vokalen.
h) Weiterhin kommt es zu einer Nasalierung von Vokalen, die vor oder nach nasalen Konsonanten auftreten. Die im Spanischen weichen Vokale /i/ und /u/ sind jedoch von diesem Phänomen ausgenommen (vgl. Zimmermann 1990, S.210). So kam es beispielsweise zu Vokalnasalierungen in den Wortern hermano, mamá oder más, die folgende Realisierung erfuhren: [herˈmano]̃, [maˈmã] oder [ˈmãs] (vgl. Lastra 1990, S.566).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, einen soziolinguistischen und phonetischen Vergleich zwischen den Sprachsituationen der Otomí und der Maya durchzuführen.
2. Soziolinguistischer Teil: Dieses Kapitel analysiert den sozialen Status und den Sprachkontakt zwischen dem Spanischen und den jeweiligen indigenen Sprachen in beiden Regionen.
3. Phonetischer Teil: Hier werden spezifische phonetische Merkmale der bilingualen Sprecher untersucht und den regionalen spanischen Standards gegenübergestellt.
4. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Hypothesen zur sprachlichen Assimilierung und zur Herausbildung indigener Varietäten.
Schlüsselwörter
Spanisch, Mexiko, Otomí, Maya, Soziolinguistik, Phonetischer Vergleich, Bilinguismus, Sprachverdrängung, Hispanisierung, Sprachkontakt, Indigene Sprachen, Dialektologie, Phonetik, Sprachidentität, Assimilierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die sprachlichen Auswirkungen des Kontakts zwischen Spanisch und den indigenen Sprachen Otomí sowie Maya in Mexiko.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen den soziolinguistischen Status der indigenen Sprachen und eine detaillierte phonetische Analyse der Sprechweise bilingualer Muttersprachler.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob ein niedriger sozioökonomischer Status einer indigenen Sprache zur phonetischen Assimilierung an den regionalen Spanischstandard führt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führt eine komparative Analyse soziolinguistischer Daten sowie einen Vergleich phonetischer Transkriptionen basierend auf existierender Fachliteratur durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden soziolinguistische Rahmenbedingungen und anschließend phonetische Besonderheiten wie Vokalnasalierungen, Dehnungen und Konsonantenrealisierungen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Bilinguismus, Sprachverdrängung, Hispanisierung, phonetische Varietät und indigene Sprachidentität.
Welche Rolle spielen Glottalschläge bei Otomí-Sprechern?
Glottalschläge sind ein prägnantes Merkmal, das bei bilingualen Otomí-Sprechern auftritt und ihre Sprechweise deutlich vom Standardspanischen abgrenzt.
Unterscheiden sich die Ergebnisse für die Maya-Sprecher?
Ja, bei den Maya-Sprechern ist eine starke Integration der phonetischen Phänomene in den allgemeinen yucatekischen Kontext zu beobachten, was die Identifikation eines bilingualen Sprechers erschwert.
- Quote paper
- Matthias Linsenmeier (Author), 2006, Das Spanisch bilingualer indigener Sprecher in Mexiko: Ein Vergleich zwischen den Otomí und den yucatekischen Maya, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73924