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Reflexive Koedukation - Wege aus der Konstruktion des Geschlechts?

Title: Reflexive Koedukation - Wege aus der Konstruktion des Geschlechts?

Seminar Paper , 2005 , 19 Pages

Autor:in: Beate Sewald (Author)

Pedagogy - General
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Das Seminar „Das Geschlecht in der Schule“ beschäftigte sich eingehend mit dem Geschlechteralltag von Jugendlichen. Ein wichtiger Aspekt war dabei die Frage: Wie ist es möglich, zu einer Gleichberechtigung der Geschlechter in der schulischen Erziehung zu gelangen?
Um dies zu klären, werde ich mich einleitend mit der Theorie des Konstruktivismus beschäftigen: Wie wird in unserer zweigeschlechtlichen Gesellschaft Weiblichkeit und Männlichkeit definiert? In diesem Zuge ist zuerst der Begriff „Konstruktivismus“ zu klären, und welche Auswirkungen er auf das Geschlecht hat.
Anschließend werde ich das an deutschen Schulen gängigste Erziehungssystem der Koedukation ausführlich beleuchten, bevor ich zur Frage nach der reflexiven Koedukation komme. Kann diese neue Art der gemeinsamen Erziehung die Konstruktion des Geschlechts überwinden, oder verstärkt sie nur noch die Kluft zwischen den Geschlechtern? Ist es möglich, Schüler zum Nachdenken zu bewegen, um so auf lange Sicht konstruierte Geschlechterrollen abzubauen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Konstruktivismus

1.1 Radikaler Konstruktivismus

1.2 Sozialkonstruktivismus

2 Wie wird Geschlecht konstruiert?

3 Beispiele von Geschlechtskonstruktion in der Kindheit

4 Koedukation

4.1 Geschichte der Koedukation

4.2 Kritikpunkte an der Koedukation

4.3 Weiterentwicklung zur reflexiven Koedukation

4.4 Reflexive Koedukation – Eine Definition

4.5 Grundlinien der reflexiven Koedukation

4.6 Ziele der reflexiven Koedukation

5 Wie beeinflusst reflexive Koedukation ein konstruiertes Geschlechterbild?

5.1 Wird Konstruktion durch reflexive Koedukation verstärk?

6 Trägt reflexive Koedukation dazu bei, konstruierte Geschlechterrollen abzubauen?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Konzept der reflexiven Koedukation als pädagogische Antwort auf die gesellschaftliche Konstruktion von Geschlecht in der Schule. Ziel ist es zu analysieren, ob dieser Ansatz dazu beitragen kann, tradierte Geschlechterrollen aufzubrechen und eine tatsächliche Gleichberechtigung im schulischen Alltag zu fördern.

  • Grundlagen des Konstruktivismus (radikal und sozial)
  • Prozesse der gesellschaftlichen Geschlechterkonstruktion bei Kindern
  • Historische Entwicklung und Kritik der traditionellen Koedukation
  • Konzept und Ziele der reflexiven Koedukation
  • Evaluation der Wirksamkeit reflexiver Koedukationsansätze

Auszug aus dem Buch

Wie wird Geschlecht konstruiert

Um mit Mitmenschen interagieren zu können ist die Geschlechtszugehörigkeit eine der wichtigsten Informationen. Wissen wir nicht, um welches Geschlecht es sich bei unserem Gegenüber handelt, vermuten wir es. Können wir also keine eindeutige Geschlechtszuordnung vornehmen irritiert uns das, wir sind im Umgang mit dem anderen unsicher und suchen nach Anzeichen, an denen wir das Geschlecht der Person festmachen können.

Dieses Bedürfnis haben wir schon bei Neugeborenen. Wir möchten wissen, mit wem wir es zu tun haben und drängen die betreffende Person in eine Geschlechterrolle.

Geschlecht und Körper sind nichts Unabhängiges, sondern ein Ergebnis sozialer Konstruktionsprozesse, die wir alle täglich mittragen. Gleichzeitig könnte der Gedanke an Konstruktion etwas Hoffnung vermitteln, denn diese ist nicht als starr, sondern als ein dynamischer Prozess zu begreifen. Mädchen und Jungen scheinen also nicht durch ihre Natur festgelegt zu sein. Allerdings gelangt man durch gesellschaftliche Anforderungen zu dem ernüchternden Ergebnis, dass alle der Konstruktion ausgeliefert sind. Durch Sozialisation erfolgt von Generation zu Generation eine weitere Reproduktion der Konstrukte, wodurch sich Änderungen an den Sichtweisen nur sehr langsam vollziehen. Es ist also nur sehr schwer und mühsam möglich, dem System der Zweigeschlechtlichkeit zu entkommen.

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der Geschlechtergerechtigkeit in der Schule und skizziert den theoretischen Aufbau von der Konstruktivismus-Theorie bis hin zur kritischen Reflexion der Koedukation.

1 Konstruktivismus: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Konstruktivismus, insbesondere die Unterschiede zwischen radikalem und sozialem Konstruktivismus in Bezug auf die Entstehung von Wirklichkeit.

2 Wie wird Geschlecht konstruiert?: Es wird dargelegt, dass Geschlecht kein biologisch vorgegebenes Faktum, sondern ein Ergebnis fortlaufender sozialer Konstruktionsprozesse ist, die bereits kurz nach der Geburt einsetzen.

3 Beispiele von Geschlechtskonstruktion in der Kindheit: Anhand von Fallbeispielen wird veranschaulicht, wie Erziehung und gesellschaftliche Erwartungen maßgeblich die geschlechtsspezifische Identitätsbildung beeinflussen.

4 Koedukation: Dieses Kapitel beleuchtet die Geschichte der Koedukation, diskutiert berechtigte Kritikpunkte am aktuellen Schulsystem und definiert den Ansatz der reflexiven Koedukation.

5 Wie beeinflusst reflexive Koedukation ein konstruiertes Geschlechterbild?: Der Abschnitt untersucht durch konkrete Praxisbeispiele, inwieweit pädagogische Interventionen den Blick auf das jeweils andere Geschlecht verändern können.

6 Trägt reflexive Koedukation dazu bei, konstruierte Geschlechterrollen abzubauen?: Das Fazit bewertet die Wirksamkeit reflexiver Koedukation und kommt zu dem Schluss, dass die Schule zwar Impulse setzen kann, aber keine unmittelbare Aufhebung tradierter Rollenmuster möglich ist.

Schlüsselwörter

Reflexive Koedukation, Konstruktivismus, Geschlechterrolle, Sozialisation, Doing Gender, Schulalltag, Geschlechtergerechtigkeit, Bildungskonstrukte, Geschlechtsstereotype, Identitätsbildung, Soziale Diskurse, Pädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert, wie Geschlecht als soziale Konstruktion in der Schule reproduziert wird und ob das Modell der reflexiven Koedukation helfen kann, diese Rollenbilder aufzubrechen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten gehören der Konstruktivismus, die Geschichte der Koedukation, die Mechanismen der Geschlechtersozialisation sowie Strategien zur methodischen Weiterentwicklung von Unterricht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Prüfung, ob durch reflexive Koedukation eine echte Gleichberechtigung erreicht werden kann oder ob traditionelle Geschlechterhierarchien trotz neuer Ansätze fortbestehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es handelt sich um eine theoretische Proseminararbeit, die auf Basis einer Literaturanalyse zu konstruktivistischen Theorien und bildungswissenschaftlichen Studien argumentiert.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Konstruktivismus), die Analyse der Geschlechtskonstruktion in der Kindheit sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der (reflexiven) Koedukation.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Reflexive Koedukation, Doing Gender, Geschlechtsstereotype und soziale Konstruktionsprozesse aus.

Wie definiert der Autor das Verhältnis von Biologie und sozialem Geschlecht?

Die Arbeit vertritt die konstruktivistische Sichtweise, dass das biologische Geschlecht (sex) gegenüber der sozialen Bedeutung von Geschlecht (gender) eine untergeordnete Rolle spielt.

Warum ist laut der Arbeit eine rein "gemeinsame Beschulung" oft nicht ausreichend?

Die Autorin argumentiert, dass Koedukation oft nur als formale Koinstruktion stattfindet, bei der der "heimliche Lehrplan" weiterhin Jungen bevorzugt und mädchenspezifische Benachteiligungen nicht aufbricht.

Wie bewertet die Arbeit die Wirksamkeit der reflexiven Koedukation?

Die Arbeit zieht eine differenzierte Bilanz: Während reflexive Koedukation wichtige Impulse für das gegenseitige Verständnis geben kann, zeigt sich in Studien, dass die außerschulische Sozialisation oft stärker ist und Schüler häufig in klassische Rollenmuster zurückfallen.

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Details

Title
Reflexive Koedukation - Wege aus der Konstruktion des Geschlechts?
College
University of Augsburg
Course
Proseminar
Author
Beate Sewald (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V73945
ISBN (eBook)
9783638728942
Language
German
Tags
Reflexive Koedukation Wege Konstruktion Geschlechts Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Beate Sewald (Author), 2005, Reflexive Koedukation - Wege aus der Konstruktion des Geschlechts?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73945
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