Es gibt wohl keinen Pädagogen, der in seinem Tun erfolgreicher war als Giovanni Bosco. Er wird nicht umsonst als „genialster Erzieher des 19. Jahrhunderts“ und ein „Meister der Erziehung und Seelenkunde“ bezeichnet. Doch warum war dieser Mann in seinem Schaffen so erfolgreich? Wie konnte er die verwahrlosten Jugendlichen wieder auf den rechten Weg bringen? Diesen Fragen soll in der Folgenden Arbeit nachgegangen werden.
Ein weiterer Punkt ist die Aktualität. Man bedenke nur, wie viele Jugendliche und Kinder in der heutigen Zeit ohne Wurzeln sind. Don Boscos Ziel war es „ehrenwerte Bürger und gute Christen“ heranzubilden. In der heutigen Gesellschaft, die nach Perfektion strebt, besteht die Gefahr, dass der Mensch auf der Strecke bleibt. Vor allem Jugendliche, die oft nicht die optimalen Gegebenheiten vorfinden, rücken immer mehr an den Rand unserer Gesellschaft, sei es aus sozialen oder finanziellen Gründen, oder einfach „nur“ auf Grund einer Behinderung. Ihre erbrachten Leistungen und kleinen Erfolge werden oft nicht anerkannt, obwohl sie vielleicht mehr Wert sind, als die zahlreichen guten Schulnoten eines Jugendlichen, der die optimalsten Bedingungen vorfindet.
Gerade Don Bosco hat die Hilfe für diese Jugend in den Mittelpunkt gestellt. Hilfe für Jugendliche in Not zu geben, heißt materiellen sowie seelischen Benachteiligungen entgegenzuwirken. Grundlage für dieses Engagement ist der hohe Wert des Menschen, der in der christlichen Sicht seine Wurzeln hat. So ist der Erziehungsprozess ein Weg der Begleitung, der junge Menschen hin zu einer reifen Persönlichkeit führt und so eine tragfähige Lebensperspektive entwickeln kann.
Inhaltsverzeichnis
0 Einführung
1 Das Leben des Giovanni Bosco
2 Das Turiner Oratorium
3 Die Salesianer
4 Don Boscos Pädagogik
4.1 Erziehungsziel
4.2 Erziehungsmethode
4.3 Prävention statt Repression
4.4 Vertrauen als Grundlage der Erziehung
5 Erzieht Don Bosco „seine“ Jungen zur Unselbständigkeit?
6 Literatur
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das pädagogische Wirken von Giovanni Bosco (Don Bosco) im 19. Jahrhundert, um zu ergründen, welche Faktoren seinen außergewöhnlichen Erfolg in der Arbeit mit verwahrlosten Jugendlichen begründeten und wie sein System der präventiven Erziehung auch in der heutigen Zeit von Relevanz sein kann.
- Die Biografie und der Lebensweg von Giovanni Bosco
- Die Entstehung und Entwicklung des Turiner Oratoriums
- Die pädagogischen Kernprinzipien: Prävention statt Repression
- Die Rolle von Vertrauen und Liebe als Fundament der Erziehung
- Kritische Reflexion zur Selbständigkeit der Zöglinge im pädagogischen Kontext
Auszug aus dem Buch
Prävention statt Repression
In der Erziehung von Kindern und Jugendlichen gibt es zwei Methoden: Das präventive und das repressive System.
Das Repressivsystem überwacht und kontrolliert das Handeln der zu Erziehenden und schreitet bei Verstoß gegen die Regeln mit Strafen ein. Es handelt sich hierbei also um ein Vorgesetzten-Untergebenen-Verhältnis, bei dem die Zöglinge unter Druck stehen und ihr (richtiges) Handeln nur aus der Angst vor Strafe heraus geschieht.16
Dem gegenüber steht das Präventivsystem. Hier werden die Jugendlichen zwar ebenfalls überwacht, doch steht ihnen der Vorgesetzte freundschaftlich, wie ein Vater, zur Seite. Er leitet seine Zöglinge so, dass es ihnen gar nicht möglich ist, Fehler zu begehen. „Dieses System stützt sich ganz auf Vernunft, Religion und liebevolles Wesen“.17
Diese Methode entspricht Don Bosco, der selbst eine kurze Abhandlung darüber schrieb: „Il sistema preventivo nella educazione della gioventù“.
Der Heilige Giovanni Bosco sieht sich als Vater, der seinen Kindern vertraut. Er gibt die Regeln bekannt und begleitet die Zöglinge auf ihrem Weg. Er glaubt grundsätzlich nicht an das Schlechte und Böse im Menschen. Wenn Jugendliche schlecht handeln, liegt es an den äußeren Faktoren, wie den Eltern, der Gesellschaft oder Mitmenschen mit schlechtem Einfluss. Dem kann leicht dadurch entgegen getreten werden, dass man sich liebevoll um sie kümmert und ihnen hilft den rechten Weg zu gehen, denn in jedem Menschen gibt es einen Punkt, der für das Gute und Gerechte empfänglich ist.19 Don Bosco möchte also Vorsorge gegen schlechte Handlungen treffen.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einführung: Die Arbeit beleuchtet die Person Giovanni Boscos und fragt nach den Gründen für seinen Erfolg bei der Erziehung verwahrloster Jugendlicher sowie seiner heutigen Aktualität.
1 Das Leben des Giovanni Bosco: Dieser Abschnitt beschreibt den Lebensweg Boscos von seiner Kindheit in Becchi bis hin zu seinem priesterlichen Wirken in Turin.
2 Das Turiner Oratorium: Hier wird die Gründung und das Konzept des "Turiner Oratoriums" als kirchliche Jugendarbeit zur Unterstützung armer Arbeiterkinder dargestellt.
3 Die Salesianer: Das Kapitel dokumentiert die Institutionalisierung des Werks durch die Gründung der Ordensgemeinschaft der Salesianer zur Sicherung des Dienstes an der Jugend.
4 Don Boscos Pädagogik: Dieser Teil analysiert die erzieherischen Grundwerte, die Präventionsmethode sowie die zentrale Bedeutung von Vertrauen und Liebe.
5 Erzieht Don Bosco „seine“ Jungen zur Unselbständigkeit?: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Frage, ob Boscos strenge Aufsicht die Mündigkeit der Jugendlichen einschränkt.
6 Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Don Bosco, Giovanni Bosco, Pädagogik, Sozialarbeit, Oratorium, Salesianer, Präventivsystem, Erziehung, Jugendhilfe, Vertrauen, Prävention, Repression, Personengeschichte, Glaube, Jugendarbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Personengeschichte und dem pädagogischen Ansatz des Heiligen Giovanni Bosco, einem Pionier der Sozialarbeit im 19. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Im Fokus stehen die Biografie Don Boscos, die Entwicklung des Oratorium-Konzepts, die pädagogische Methodik sowie die religiöse Fundierung seiner Erziehungspraxis.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, den Erfolg Don Boscos bei der Resozialisierung und Erziehung gefährdeter Jugendlicher zu verstehen und die Übertragbarkeit seiner Methoden zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine personengeschichtliche Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung biographischer und pädagogischer Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Lebensweges, die Analyse des präventiven Erziehungssystems und die Diskussion der Rolle von Vertrauen im erzieherischen Prozess.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Don Bosco, Präventivsystem, soziale Arbeit, Oratorium, Jugendhilfe und christliche Erziehung.
Wie unterscheidet sich das Präventivsystem von einem Repressivsystem?
Das Präventivsystem setzt auf Begleitung durch Vertrauen und eine väterliche Beziehung, während das Repressivsystem auf Kontrolle, Überwachung und Bestrafung bei Fehlverhalten basiert.
Ist Don Boscos Methode heute noch relevant?
Die Arbeit legt nahe, dass Don Boscos Ansatz besonders in heutigen reizüberfluteten Zeiten durch den Fokus auf persönliche Begleitung und soziale Geborgenheit eine hohe Aktualität besitzt.
- Quote paper
- Beate Sewald (Author), 2005, Don Bosco – Pionier der Sozialarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73946