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Stadterneuerung und -sanierung in der Altstadt von Havanna

Title: Stadterneuerung und -sanierung in der Altstadt von Havanna

Term Paper , 2006 , 51 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sarah Schreiner (Author)

Art - Architecture / History of Construction
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Summary Excerpt Details

1.1 Motivation, Zielformulierung und Fragestellung:
Die Altstadt von Havanna erfährt seit einigen Jahren erhöhte Aufmerksamkeit von PlanerInnen, TouristInnen, den örtlichen Behörden und dem europäischen Ausland: Aus Filmen, Ausstellungen, Musikproduktionen aber auch durch internationale Symposien und Workshops zu den Themen Restaurierung und Bauerhaltung von Weltkulturerbe sowie Sozialer Stadterneuerung ist die Altstadt bekannt. Andere Stadtbezirke werden dabei oft wenig beachtet. Woran liegt dies?
Genauso wie andere Metropolen unterliegt Havanna Wandlungsprozessen; die sich verändernden politischen und sozio-- ökonomischen Verhältnisse innerhalb Kubas haben starken Einfluss auf die Stadtentwicklung. So hat die Altstadtsanierung mit der Liberalisierung der sozialistischen Wirtschaftsweise und der Autonomie des Hauptakteurs, der Oficina del Historiador, enorme Fortschritte gemacht. Sie ist ein wichtiges Handlungsfeld zur zukünftigen Sicherung und Entwicklung des Baubestands ebenso wie der sozialen Verhältnisse. Wie können jedoch sozialistische Alltagswelten mit den ökonomischen Zwängen, mit zur Altstadterneuerung und -sanierung notwendigen Maßnahmen, vereinbart werden? Und sind die Altstadtprojekte ein Anfang der Produktion ungleicher Lebensverhältnisse durch Schaffung von Standortvorteilen für Wenige? Im Folgenden soll diesen Fragen nachgegangen werden. Eine politische Positionierung
bleibt dabei jeder Leserin und jedem Leser selbst überlassen.
Ziel ist es, ausgehend von den historischen, sozialen, politischen und ökonomischen Bedingungen zu einer diskursiven Bewertung der bisherigen Maßnahmen in der Altstadtsanierung zu gelangen, um zukünftige Tendenzen abschätzen zu
können. Da eine umfassende Analyse und Bewertung den Rahmen dieser Arbeit übersteigt, wird ein Einblick in diese Felder gegeben und ausgehend von vorhandener Literatur, Forschungsarbeiten und Recherchen vor Ort eine Einschätzung der Sozialen Stadterneuerung von Habana Vieja vorgenommen und zur Diskussion gestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Vorbemerkung

1. Einleitung

1.1 Motivation, Zielformulierung und Fragestellung

1.2 Gliederung der Arbeit

2. Die Stadt Havanna und ihre Entwicklung

2.1 Politisch- administrative Einordnung

2.2 Städtebauliche Entwicklung - Historischer Überblick

2.2.1 Von der Gründung bis zur Unabhängigkeit 1898

2.2.2 Die republikanische Ära

2.2.3 Nach dem Sieg der kubanischen Revolution

2.3 Der Bezirk Habana Vieja

2.3.1 Territoriale Abgrenzung

2.3.2 Ziele der Altstadterneuerung

2.4 Juristische Rahmenbedingungen

2.5 Sozio- ökonomische Rahmenbedingungen

3. Planungs- Institutionen in Habana Vieja

3.1 Grupo para el Desarrollo Integral de la Capital (GDIC)

3.2 Dirección Provincial de Planificación Física, Arquitectura y Urbanismo (DPPFAU)

3.3 Die Oficina del Historiador de La Ciudad de La Habana (OHCH)

3.3.1 Entstehung und Aufgabenbereich der OHCH

3.3.2 Strukturierung und Arbeitsgebiete der Oficina del Historiador

3.3.2.1 Physisch- materieller Raum: Rekonstruktion der Gebäude/ Bauliche Entwicklung des Stadtbezirks

3.3.2.2 Sozialer Raum: Kultur- und Sozialwesen

3.3.2.3 Fiskalischer Raum: Finanzierung und Verwaltung mit Kontrollfunktion

4. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Stadterneuerungs- und Sanierungsprozesse in der Altstadt von Havanna (Habana Vieja), wobei der Fokus auf der Rolle der Institution „Oficina del Historiador de La Ciudad de La Habana“ (OHCH) liegt. Ziel ist es, unter Berücksichtigung der komplexen historischen, sozio-ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen Kubas zu bewerten, wie sozialistische Alltagswelten mit den ökonomischen Zwängen der Stadtsanierung vereinbar sind und ob dabei soziale Segregation gefördert wird.

  • Historische Entwicklung der Stadt Havanna und des Bezirks Habana Vieja
  • Analyse der Planungs-Institutionen und deren Verflechtungszusammenhänge
  • Untersuchung der Finanzierungsmodelle und der Bedeutung des Tourismus
  • Evaluierung der Auswirkungen der Sanierung auf die soziale Struktur und Lebensqualität
  • Diskussion des Konfliktpotenzials zwischen Bewahrung historischer Substanz und ökonomischen Interessen

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Von der Gründung bis zur Unabhängigkeit 1898

1492 landete Kolumbus als erster Europäer auf Kuba. Nachdem 1512 von den Spaniern als erste Stadt Baracoa gegründet wurde, entstand 1519 Havanna. Die ursprüngliche Lage der Stadt befand sich an der Südküste der Insel. Aufgrund von ungeeignetem Untergrund (Sumpf) und Insektenplagen wechselte die Stadtanlage bis zu ihrer heutigen Lage zweimal den Standort. 1592 erhielt Havanna das Stadtrecht. (Gonzáles Sedeno 2004: 26). Erst 1607 wurde Havanna zur Hauptstadt ernannt, war jedoch auch davor schon Gouverneurssitz. Zuvor war Santiago im Südosten der Insel die Hauptstadt von Kuba.

Nach einem Angriff von französischen Korsaren, bei dem die aus Holz erbauten Häuser und Kirche nieder brannten, wurde 1558 die erste Festungsanlage, das Castillo de la Real Fuerza, gebaut. Der Wiederaufbau der Gebäude erfolgte mit nichtbrennbaren Materialien: Adobeziegeln und Steinen. (Fornet Gil 2004). Direkt neben dem Castillo wurde die Plaza de Armas (Waffenplatz) angelegt. Dieser Platz diente zunächst als Markt- und Exerzierplatz, auf dem aber auch politische und soziale Aktivitäten stattfanden (Paraden, Hinrichtungen). 1589 kamen die Festungsanlagen Tres Reyes del Morro (Abb. 8) und San Salavador de la Punta, an der Bahía de La Habana gelegen, hinzu. Diese sicherten fortan die Hafenmündung mit Feuerwaffen (Kanonen) und einer Eisenkette, die nachts über die Hafeneinfahrt gespannt wurde. Außerdem wurde ein Aquädukt, die Zanja Real, zur Stadtentwässerung erbaut.(Gonzales/ GDIC 1995: 8; Leal Spengler 2004: 18).

Die Strukturierung um einen zentralen Platz ist für spanische Kolonialstädte charakteristisch und wurde 1573 in den Neuen Westindischen Gesetzen von der Spanischen Krone gesetzlich genauso vorgeschrieben wie der schachbrettartige Straßenverlauf (Scarpaci et al. 2002: 177ff).

Zusammenfassung der Kapitel

0. Vorbemerkung: Einführung in die Entstehung der Arbeit während eines Praktikums bei der OHCH und Erläuterung der Terminologie.

1. Einleitung: Darstellung der Motivation, der Fragestellung und des methodischen Vorgehens bei der Analyse der Stadterneuerung.

2. Die Stadt Havanna und ihre Entwicklung: Historischer und politischer Überblick der Stadtentwicklung, von der Kolonialzeit bis zur heutigen Situation.

3. Planungs- Institutionen in Habana Vieja: Detaillierte Betrachtung der Akteure und Verwaltungsstrukturen, insbesondere des Amtes des Stadthistorikers (OHCH).

4. Fazit: Kritische Diskussion der erzielten Fortschritte bei der Sanierung im Spannungsfeld zwischen ökonomischer Notwendigkeit und sozialem Anspruch.

Schlüsselwörter

Habana Vieja, Stadterneuerung, Stadtsanierung, Oficina del Historiador, OHCH, Weltkulturerbe, Kuba, Stadtplanung, Plan Maestro, Tourismus, Denkmalschutz, soziale Segregation, Infrastruktur, Stadtentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Stadterneuerungs- und Sanierungsprozesse in der Altstadt von Havanna, Habana Vieja, unter Berücksichtigung der Akteure und der politisch-ökonomischen Rahmenbedingungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die historische Stadtentwicklung, die administrativen Planungsstrukturen, Finanzierungsmodelle durch den Tourismus sowie soziale Auswirkungen auf die Bewohner.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist eine diskursive Bewertung der Sanierungsmaßnahmen, um zu klären, wie soziale Bedürfnisse mit ökonomischen Zwängen vereinbart werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine Analyse vorhandener Literatur und Forschungsarbeiten in Kombination mit eigenen Beobachtungen und Interviews während eines Praktikums vor Ort durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Stadt, die Vorstellung der planenden Institutionen und eine detaillierte Betrachtung der OHCH mit ihren Arbeitsbereichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Habana Vieja, Stadterneuerung, OHCH, Weltkulturerbe, Tourismus, Denkmalschutz und Stadtplanung.

Welche Rolle spielt die Oficina del Historiador (OHCH) konkret?

Die OHCH ist der zentrale Akteur, der mit weitgehenden Befugnissen autonom über Einnahmen verfügt, um die Altstadt zu restaurieren und gleichzeitig soziale Projekte zu finanzieren.

Wie werden Sanierungsmaßnahmen finanziert, wenn der Staat keine Mittel hat?

Die OHCH betreibt eigene Wirtschaftsunternehmen (Tourismus, Gastronomie, Verkehr), deren Gewinne teilweise in soziale Projekte und den Erhalt des Baubestands fließen.

Welche sozialen Konflikte entstehen durch die Stadterneuerung?

Durch die Aufwertung und den Tourismus entstehen Segregationsprozesse, die zu einer Spaltung der Gesellschaft in Devisenverdiener und Einheitslohnverdiener führen.

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Details

Title
Stadterneuerung und -sanierung in der Altstadt von Havanna
College
Hamburg University of Technology  (Städtebau und Quartiersentwicklung)
Course
Stadterneuerung im nationalen und internationalen Kontext
Grade
1,3
Author
Sarah Schreiner (Author)
Publication Year
2006
Pages
51
Catalog Number
V74004
ISBN (eBook)
9783638897648
Language
German
Tags
Stadterneuerung Altstadt Havanna Stadterneuerung Kontext
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Schreiner (Author), 2006, Stadterneuerung und -sanierung in der Altstadt von Havanna, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74004
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