Krankenhaussozialarbeit im Spannungsfeld zwischen berufsethischem Selbstverständnis und ökonomischer Fremdbestimmung


Diplomarbeit, 2005

78 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1 Vorwort

2 Einleitung
2.1 Problemstellung und Zielsetzung
2.2 Literaturüberblick
2.3 Aufbau und Vorgehensweise

3 Krankenhaussozialarbeit und ihre Ursprünge
3.1 Berlin, die Geburtsstätte der Krankenhausfürsorge
3.2 Mehrdimensionalität fürsorgerischen Handelns
3.2.1 Patientenwohl
3.2.2 Ökonomie
3.3 Deutsche Vereinigung für den Fürsorgedienst im Krankenhaus
3.4 Fremdbestimmung und Instrumentalisierung im Nationalsozialismus
3.5 Selbstbestimmung und Emanzipation in der Nachkriegszeit
3.5.1 Neugründung der Deutschen Vereinigung für den Sozialdienst im Krankenhaus
3.5.2 Von der Krankenhausfürsorge zur Krankenhaussozialarbeit
3.5.3 Gesetzliche Verankerung

4 Krankenhaussozialarbeit in der Gegenwart – ökonomische Wirklichkeit und sozialer Anspruch
4.1 Wirklichkeit: Ökonomie
4.1.1 Einführung der Fallpauschalen (DRG’s)
4.1.2 Auswirkungen
4.1.3 Ökonomische Anforderungen: Entlassungsmanagement / Verweildauerverkürzung
4.2 Anspruch: Patientenwohl
4.2.1 Patientenzentrierter Ansatz – Ganzheitlichkeit
4.2.2 Psychosoziale Beratung

5 Krankenhaussozialarbeit zwischen Selbst- und Fremdverständnis
5.1 Selbstbild – Berufsidentität und professionelles Selbstverständnis
5.2 Berufsethische Grundsätze
5.3 Handlungsmaxime
5.3.1 Respektierung und Achtung der Menschenwürde
5.3.2 Anwaltsfunktion
5.4 Sozialarbeiterisches Rollenverständnis in der Praxis
5.5 Fremdbild – Erwartungen an die Krankenhaussozialarbeit
5.5.1 Gesetzlicher Auftrag in der Institution Krankenhaus
5.5.2 Sozialarbeiterisches Rollenverständnis aus Sicht der Ärzte und des Pflege-personals
5.5.3 Sozialarbeiterisches Rollenverständnis aus Sicht der Patienten
5.6 Ansätze zur Vereinbarkeit von Selbst- und Fremdverständnis /
Ethik und Ökonomie
5.6.1 Ansatz: Interdisziplinäre Zusammenarbeit
5.6.2 Ansatz: Koordiniertes Entlassungsmanagement
5.6.3 Ansatz: Sozialvisite
5.7 Möglichkeiten und Grenzen dieser Ansätze

6 Krankenhaussozialarbeit unter permanentem Selbstdarstellungsdruck
6.1 Berufliche Positionsbestimmung
6.2 Transparenz durch Öffentlichkeitsarbeit
6.3 Unabdingbarkeit

7 Zusammenfassung

8 Schlussfolgerungen

Anmerkung zum Sprachgebrauch

Auf die Verwendung von Doppelformen oder anderen Hervorhebungen für weibliche und männliche Personen (z.B. KrankenhaussozialarbeiterIn oder der/die Patient/-in) wird zugunsten der besseren Lesbarkeit verzichtet. Mit allen im Text verwendeten Personenbezeichnungen sind stets beide Geschlechter gemeint.

Literaturverzeichnis

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1 Vorwort

Die Motivation, im Bereich Krankenhaussozialarbeit meine Diplomarbeit zu schreiben, entstand während der praktischen Studiensemester im Sozialdienst des somatischen Versorgungsbereiches eines Akutkrankenhauses.

Im Laufe der vierzigwöchigen Praxiszeit wurde für mich zunehmend die Belastung der Sozialarbeiterinnen im Krankenhaus durch die verschiedenen Anforderungen, welche fortwährend von außen an sie herangetragen wurden, spürbar.

Ein Spannungsgefüge aus wirtschaftlichen Ansprüchen des Krankenhauses sowie Erwartungen der Ärzte und des Pflegepersonals auf der einen Seite und aus Bedürfnissen und Wünschen der Patienten auf der anderen Seite kennzeichnete den Arbeitsalltag der Sozialarbeiterinnen.

Es galt Tag für Tag den zahlreichen Anforderungen gerecht zu werden. Demnach ging es stets darum, im Sinne des Krankenhauses, der Ärzte und des Pflegepersonals schnellstmöglich und dennoch adäquat die Entlassung mit den Patienten vorzubereiten und die poststationäre Weiterversorgung einzuleiten, ohne dabei die eigenen beruflichen und ethischen Grundprinzipien zu übergehen oder gar zu verlieren.

Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist folglich der Konflikt bzw. die Gratwanderung der Krankenhaussozialarbeit zwischen ihrem Selbstverständnis, den „fremden“ Erwartungen und der voranschreitenden Ökonomisierung im Krankenhaus, welche ihr Handeln im Umgang mit den Patienten immer wieder beeinflussen und insbesondere ihre Zeit für die Patientenbegleitung und -beratung erheblich eingrenzen.

Die Diplomarbeit beschränkt sich insgesamt auf die Tätigkeit der Sozialarbeit im somatischen Versorgungsbereich des Akutkrankenhauses, da sich die sozialarbeiterischen Aufgaben beispielsweise im psychiatrischen Bereich von dem somatischen grundlegend unterscheiden.

Abschließend bleibt zu betonen, dass in dieser Arbeit einerseits zwar eine Gegenüberstellung ethischer Grundsätze und ökonomischer Notwendigkeiten erfolgt, andererseits jedoch keinesfalls eine ausschließliche Zuschreibung der Begriffe Ethik bzw. Ökonomie zum Feld der Sozialarbeit oder zur Institution Krankenhaus beabsichtigt wird.

Es sollte stets bedacht werden, dass der Auftrag aller beteiligten Berufsgruppen im Krankenhaus, einschließlich der Institution an sich als gemeinnützige und öffentliche Einrichtung, immer in Korrelation mit Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zu sehen ist.

Jeder Einzelne sowie das Krankenhaus selbst unterliegt gesellschaftlichen Normen und Strukturen, die es zu achten und zu respektieren gilt. Trotz dieser äußeren Einflüsse verfolgt die Institution und mit ihr das gesamte Personal letztendlich das gleiche Ziel: die Heilung und Linderung von Krankheiten und Beschwerden bei gleichzeitiger Wiederherstellung des Wohlbefindens der Patienten.

An dieser Stelle sei schließlich allen gedankt, die mir mit Verständnis und Geduld während des Schreibprozesses zur Seite standen. Sie haben mich auf unterschiedlichste Art und Weise unterstützt, sei es in Gesprächen, durch einfaches Zuhören, mit aufmunterten Worten oder durch kritische Anmerkungen, und haben dazu beigetragen, dass die Arbeit in dieser Form entstanden ist.

Einen besonderen Dank möchte ich an den Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen der Fachhochschule Magdeburg-Stendal richten, insbesondere an Prof. Dr. Regina Dathe für die Betreuung und Begleitung meiner Diplomarbeit sowie an Diplom-Sozialpädagogin Ramona Stirtzel für die zweite Begutachtung.

Zu guter Letzt möchte ich meinen Eltern danken, die mich finanziell und seelisch unterstützt haben und mir letztendlich mein Studium und damit diese Diplomarbeit ermöglicht haben.

2 Einleitung

2.1 Problemstellung und Zielsetzung

Seit jeher wird von der Sozialen Arbeit erwartet, mit begrenzten Ressourcen ihrem beruflichen Auftrag gerecht zu werden und effizient Hilfe zu leisten. Dieser Herausforderung muss sich die Profession ebenfalls im Krankenhaussektor unter fortwährenden Kosteneinsparungsdebatten stellen.

Die Krankenhaussozialarbeit ist insofern unentwegt einer Doppelbelastung ausgesetzt. Sie bewegt sich täglich im Spagat zwischen den Bedürfnissen der Patienten im Mittelpunkt ihres beruflichen und ethischen Handelns und den wirtschaftlichen Interessen der Institution.

In der vorliegenden Arbeit werden somit dem fachlichen Selbstverständnis und den eigenen Ansprüchen der Krankenhaussozialarbeit die ökonomischen Forderungen des Krankenhauses sowie die unterschiedlichen Erwartungen der Ärzte, des Pflegepersonals und der Patienten gegenübergestellt.

Vor dem Hintergrund dieser Gegenüberstellung ergibt sich folgender grundlegender Konflikt:

1. Die Krankenhaussozialarbeit orientiert sich in ihrem Handeln getreu ihren beruflichen und ethischen Grundprinzipien an dem Patienten und seinen individuellen Bedürfnissen – sie stellt den Menschen in den Mittelpunkt.

2. Das Krankenhaus ordnet sich viel mehr dem ökonomischen Leistungsdenken unter als humanistischen, am Menschen und seiner Würde orientierten Zielen – nicht die Ethik, sondern das Geld bestimmt.

Ausgehend von diesen Hypothesen soll in der Arbeit erörtert werden, ob die Krankenhaussozialarbeit im Zuge der zunehmenden Ökonomisierung im Krankenhaus sowohl ihren beruflichen Ansprüchen – Patientenzentriertheit und Psychosoziale Beratung – als auch den aktuellen Anforderungen – Kosteneinsparung durch Verweildauerverkürzung bzw. gezieltes Entlassungsmanagement – gerecht werden kann.

Gleichzeitig soll geprüft werden, inwiefern sich letztendlich die Ansprüche der Krankenhaussozialarbeit mit dem angestrebten Ziel der Wirtschaftlichkeit im Krankenhaus vereinbaren lassen.

2.2 Literaturüberblick

In der Fachliteratur gibt es zum Bereich Krankenhaussozialarbeit zahlreiche Publikationen, wie zum Beispiel diverse Grundsatzpapiere mit Richtlinien und Standards zum Arbeitsfeld sowie eine mehrmals jährlich erscheinende Fachzeitschrift von der Deutschen Vereinigung für Sozialarbeit im Gesundheitswesen e.V., verschiedene Arbeiten u. a. von Professoren des Fachbereiches Sozialarbeit, wie etwa Peter Reinicke und Harald Ansen, die sich intensiver mit diesem Gebiet beschäftigen, oder auch von Sozialarbeitern, die im Krankenhaus beruflich tätig sind.

Einige dieser Veröffentlichungen beziehen sich auf allgemeine Inhalte, wie etwa auf die Rahmenbedingungen (z.B. rechtliche Grundlagen), das Leistungsspektrum, das Tätigkeits-profil, die methodischen Ansätze (z.B. psychosoziale Beratung) oder die Zukunfts-perspektiven der Krankenhaussozialarbeit.

Andere beinhalten verschiedene Untersuchungen, wie zum Beispiel

- eine von der Deutschen Vereinigung in Auftrag gegebene Evaluationsstudie über den psychosozialen Betreuungs- und Beratungsbedarf von Patienten während einer Krankenhausbehandlung,
- eine Projektstudie über die Möglichkeiten und Grenzen des Sozialdienstes im Krankenhaus unter Leitung von Prof. Dr. Herbert Viefhues,
- eine von Prof. Dr. med. Hans Ulrich Senftleben herausgegebene empirische Untersuchung in hessischen Krankenhäusern des somatischen Versorgungsbereiches zur Erhebung von Daten zur Funktion, zum Leistungsspektrum und zur personellen Besetzung von Krankenhaussozialarbeitern, um eine empirisch fundierte Personalbemessung zu erarbeiten, und
- eine Studie zum beruflichen Alltag von Sozialarbeiterinnen und Ärzten im Krankenhaus von Heinrich Bollinger und Joachim Hohl.

Vereinzelt werden in den Publikationen Themen, wie ethische und ökonomische Aspekte sowie Selbst- und Fremdverständnis der Krankenhaussozialarbeit, aufgegriffen.

Das Bewusstsein über die Spannung zwischen dem beruflichen Selbstverständnis, den darauf einflussnehmenden ökonomischen Anforderungen des Krankenhauses sowie den Erwartungen der Ärzte und des Pflegepersonals wird in der Literatur ansatzweise deutlich.

Die Autoren Peter Reinicke, Georg Hey und Hubert Oppl gehen zumindest in einem ihrer Kapitel auf diesen Zwiespalt ein.[1]

Während die Fachliteratur diesem Aspekt lediglich einzelne Abschnitte widmet, liegt der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit auf der direkten Gegenüberstellung von berufsethischem Selbstverständnis der Krankenhaussozialarbeit und ökonomischen Forderungen durch die Institution Krankenhaus.

2.3 Aufbau und Vorgehensweise

Die Arbeit ist, einschließlich Vorwort und Einleitung in acht Kapitel untergliedert.

Das dritte Kapitel gibt einen Überblick zur historischen Entwicklung der Krankenhaussozialarbeit. In diesem geschichtlichen Abriss geht es entsprechend der Forschungsfragen (siehe Punkt 2.1), welche der Arbeit zugrunde liegen, um das Aufzeigen der zwei Dimensionen bzw. der Doppelorientierung des fürsorgerischen Handelns sowohl auf das Patientenwohl als auch auf die Ökonomie und das Leistungsdenken im Krankenhaus. Der Schluss des Kapitels gibt einen Ausblick auf die Entfaltung der Krankenhaussozialarbeit nach dem zweiten Weltkrieg.

Kapitel vier widmet sich der gegenwärtigen Situation der Krankenhaussozialarbeit vor dem Hintergrund von Sparmaßnahmen und der Einführung eines neuen Abrechnungssystems im Krankenhaus. Es beschreibt die Zerrissenheit bzw. den Rollenkonflikt dieses Berufszweiges zwischen den ökonomischen Veränderungen – der ökonomischen Wirklichkeit – und ihren eigentlichen Ansprüchen und Grundprinzipien.

Darauf aufbauend werden im fünften Kapitel die verschiedenen Erwartungen an die Krankenhaussozialarbeit dargelegt. In diesem Teil wird der im vorangegangenen Kapitel angedeutete Konflikt diskutiert. Dem Selbstbild – dem professionellen Selbstverständnis – der Krankenhaussozialarbeit werden die Erwartungen, die von außen, also von der Institution, von den Patienten und schließlich von den Ärzten und dem Pflegepersonal, an sie gerichtet werden, gegenübergestellt. Am Ende wird der Versuch unternommen, mittels verschiedener vorgestellter Ansätze das Selbstverständnis mit dem Fremdverständnis, also die ethischen und ökonomischen Ansprüche, zu vereinen.

Kapitel sechs beschäftigt sich mit der Selbstdarstellung und der Öffentlichkeitsarbeit. Es schließt mit dem Aufzeigen der Bedeutung und der Unabdingbarkeit der Krankenhaus-sozialarbeit, welche durch die eben genannten Methoden – Selbstdarstellung und Öffentlichkeitsarbeit – nach außen getragen werden muss. Das Kapitel liefert einen Exkurs, um die Notwendigkeit des klaren Positionierens der Berufsgruppe zu verdeutlichen, damit sie nicht fremdbestimmt wird oder ihr Aufgaben auferlegt werden, die ihrem Selbstverständnis nicht entsprechen.

Im siebten Kapitel werden die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit noch einmal zusammengefasst und vor dem Hintergrund der beiden in Punkt 2.1 aufgeführten Hypothesen überprüft.

Der achte und letzte Teil beinhaltet abschließend konkrete Anregungen, wie die Sozialarbeit im Krankenhaus ihre Fähigkeiten zielgerichtet einsetzen kann, um sich institutionell noch stärker zu behaupten und sich eindeutig zu positionieren.

3 Krankenhaussozialarbeit und ihre Ursprünge

Die folgenden Ausführungen über die Anfänge der Krankenhaussozialarbeit lehnen sich hauptsächlich an Peter Reinicke[2] an, der sich u. a. intensiv mit der historischen Entwicklung der Sozialarbeit im Krankenhaus beschäftigte und verschiedene Arbeiten zu diesem Thema vorgelegt hat.

3.1 Berlin, die Geburtsstätte der Krankenhausfürsorge

Die Sozialarbeit im Krankenhaus gehört zu den ältesten Arbeitsfeldern Sozialer Arbeit. Ihre Anfänge reichen in Deutschland bis ans Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Zu dieser Zeit begannen die Mitarbeiterinnen der 1893 in Berlin gegründeten „Mädchen- und Frauengruppen für soziale Hilfsarbeit“ erste ehrenamtliche fürsorgerische Arbeit in Krankenhäusern zu leisten.

1895/96 besuchten sie erstmals die Kranken in der Berliner Charité.

Wenige Jahre später, um 1902, gingen etwa 25 Frauen regelmäßig in die Berliner Krankenhäuser und betreuten die Patienten und deren Angehörige.[3]

Im Jahre 1908 wurde von Alice Salomon, welche 1899 die Leitung der Mädchen- und Frauengruppen übernahm, die erste Soziale Frauenschule in Deutschland, in Schöneberg, gegründet. Die in der Sozialen Krankenhausfürsorge ehrenamtlich arbeitenden Mädchen und Frauen erhielten dadurch „fachliche Unterweisungen“, um ihre „selbstgestellte Aufgabe“ zufriedenstellend bewältigen zu können.

„Die Gründung von Sozialen Frauenschulen und die damit beginnende Professionalisierung dieses jungen Frauenberufs in Berlin haben wesentlich dazu beigetragen, die Entwicklung einer qualifizierten Krankenhausfürsorge zu fördern.“[4]

Weitere entscheidende Impulse für die Entwicklung einer professionellen Krankenhaus-fürsorge in Deutschland gab Elsa Strauss 1913 in einer Mitgliederversammlung der „Mädchen und Frauengruppen für soziale Hilfsarbeit“.

Sie berichtete über ihre Erfahrungen bezüglich der amerikanischen Krankenhausfürsorge[5], welche sie während einer Amerikareise anlässlich eines Vortrages ihres Mannes, Dr. Hermann Strauss (Chefarzt des jüdischen Krankenhauses in Berlin), in Washington sammelte.[6]

Das Einrichten der Krankenhausfürsorge in Amerika basierte auf der Erkenntnis, „daß es [neben der ärztlichen und pflegerischen Versorgung d.V.] innerhalb des Behandlungsteams jemanden geben müsste, der die Sorgen und Probleme wirtschaftlicher; persönlicher und psychosozialer Art von Patienten aufgreift […].“[7]

Mit dem Bericht von Elsa Strauß und den Anregungen aus Amerika waren die Grundbausteine für die Einrichtung einer Sozialen Krankenhausfürsorge in Deutschland gelegt:

„Die von Elsa Strauß vorgetragenen Erfahrungen und Ideen der amerikanischen Krankenhausfürsorge und die in Berlin durch die Mitarbeiter verschiedener Vereine in 20 Jahren [seit 1896; d.V.] gewonnenen Erkenntnisse praktischer Sozialarbeit in Krankenhäusern gaben den Anstoß, für Berlin ein Konzept der Arbeit einer ,Sozialen Krankenhausfürsorge’ zu entwickeln.“[8]

Infolgedessen baten Berliner Frauen- und Wohlfahrtsvereine im Winter 1913 den Magistrat der Städte Charlottenburg und Schöneberg, in allen städtischen Krankenhäusern eine Soziale Fürsorge zuzulassen.

Der Magistrat gab seine Zustimmung, so dass bereits im März 1914 in fast allen städtischen Krankenhäusern Berlins das Konzept der Sozialen Krankenhausfürsorge umgesetzt werden konnte.

Im Juni des gleichen Jahres gründete Alice Salomon das „Komitee Soziale Krankenhausfürsorge“, dem sich unterschiedlichste Organisationen der Frauenbewegung anschlossen. Das grundlegende Ziel des Komitees lag darin, die Soziale Fürsorge in den einzelnen Krankenhäusern zu verbreiten und auszubauen, was bis zum Ersten Weltkrieg in allen städtischen Krankenhäusern Berlins weitestgehend erreicht wurde.[9]

Im Jahr 1930 war der Aufbau der Sozialen Krankenhausfürsorge in Berlin soweit abgeschlossen. „Die Stadt war das Zentrum und die Wiege dieses Zweiges der Sozialarbeit in Deutschland.“[10]

Einige andere Städte Deutschlands orientierten sich an dem Vorbild Berlins und richteten ebenfalls in ihren Krankenhäusern eine Soziale Fürsorge ein.

3.2 Mehrdimensionalität fürsorgerischen Handelns

Mit Hilfe der nächsten beiden Abschnitte wird die zweiseitige Ausrichtung der Sozialen Krankenhausfürsorge näher erläutert. Ihr berufliches Handeln umfasst einerseits die soziale und humane Dimension, welche sich auf das Wohl des Patienten bezieht, und andererseits die ökonomische, welche sich an dem Leistungsdenken im Krankenhaus orientiert.

3.2.1 Patientenwohl

Die nachfolgende Darstellung über Leitmotive/-gedanken, Aufgaben und Ziele der Krankenhausfürsorge soll verdeutlichen, dass der Patient und sein körperliches sowie seelisches Wohlbefinden jederzeit im Mittelpunkt des fürsorgerischen Handelns standen.[11]

Peter Reinicke führt in seinem historischen Abriss über die Anfänge der Sozialen Krankenhausfürsorge die „Hilfe für sozial Schwächere“ als „ein Motiv bei jungen Mädchen und Frauen“, um Fürsorge für Kranke in benachteiligten Lebenslagen zu leisten, an.[12]

Der eigentliche Grundgedanke fürsorgerischen Handelns basierte jedoch auf der Einsicht, dass Patienten ergänzend zur medizinischen und pflegerischen Versorgung soziale und materielle Hilfestellungen benötigen, um weitgehend ohne familiäre, berufliche und finanzielle Sorgen sowie ohne psychischem Leid schneller genesen zu können oder sogar mit einer dauerhaften Krankheit leben zu lernen.[13]

Dieser Erkenntnis entsprechend, formulierten die Berliner Frauen- und Wohlfahrtsvereine die Aufgaben und Ziele der Krankenhausfürsorge in ihrem Antrag auf Einrichtung einer Sozialen Fürsorge in allen städtischen Krankenhäusern an den Magistrat[14]:

„Die Soziale Krankenhausfürsorge will für die Kranken das tun, was Arzt und Pflegerin nicht für sie tun können. Sie will ihnen bei den wirtschaftlichen Sorgen, die durch ihre Krankheit entstehen, Rat und Hilfe schaffen. Sie will den Kranken die Unruhe und Angst nehmen, die ihre Wiederherstellung verzögern, wenn sie ihre Familien unversorgt oder in Not wissen. Sie will den Kranken schon während ihres Aufenthaltes im Krankenhaus die Gewißheit geben, daß sie auch nach der Entlassung nicht in Sorgen und ohne Beistand bleiben.“[15]

Diese Aufgabenbeschreibung zeigt deutlich, dass der Schwerpunkt des fürsorgerischen Handelns auf individuellen, auf den einzelnen Patienten abgestimmten Hilfen lag. In diesem Sinne stellte die Krankenhausfürsorge die seelischen, persönlichen und sozialen Probleme des Patienten in jeder Betreuung und Beratung in den Vordergrund.

Abschließend sollen an dieser Stelle Auszüge aus den Regelungen des Magistrates von Berlin aus dem Jahre 1925 zur „Durchführung der sozialen Krankenhausfürsorge in Groß-Berlin“ aufgeführt werden, da diese Ausgangspunkt für alle weiter entwickelten Richtlinien für die Krankenhausfürsorge und die spätere Krankenhaussozialarbeit waren.[16]

In den Regelungen des Magistrates wird die Beratungs- und Vermittlungsfunktion der Krankenhausfürsorge explizit hervorgehoben. Weiterhin werden die Aufgaben der Sozialen

Krankenhausfürsorge in die Fürsorge für den Kranken selbst und die Fürsorge für die Familie untergliedert:

„ A. Die Fürsorge für den Kranken selbst:

1. Beratung in gesundheitsfürsorgerischer, wirtschaftlicher und sozialer Beziehung, Erledigung von

Schriftverkehr [...].

2. […] Vermittlung von Heilstätten-, Erholungs- und Kuraufenthalten, […], Überleitung in andere

Anstalten, insbesondere in Hospitäler.

3. Vermittlung der Vorsorge für die erste Zeit nach der Entlassung: Unterkunft, Unterstützung durch

Geld oder Naturalien […], Pflege des Kranken im Hause […].

B. Für die Familie:

Beratung in gesundheitsfürsorgerischer und wirtschaftlicher Beziehung, […], Vermittlung der Beschaffung des notwendigsten Lebensunterhaltes. […]“[17]

In diesen Regelungen wird ebenfalls die ausdrückliche Orientierung der fürsorgerischen Hilfen auf den Patienten mit seinen persönlichen und sozialen Problemen, die im Zusammenhang mit seiner Erkrankung stehen, sichtbar. Neben den Hilfeangeboten für den Patienten wird insbesondere auch die Familie (s. Teil B der Regelungen) in die Unterstützungsleistungen durch die Krankenhausfürsorge einbezogen.

Wie bereits eingangs formuliert und wie die Ausführungen belegen, verfolgte die Krankenhausfürsorge mit all ihren Maßnahmen ein ganz bestimmtes Ziel: die Sorge um das Wohlergehen und die Wiederherstellung des Wohlbefindens des Patienten, welche stets im Zentrum der Fürsorgetätigkeit standen.

3.2.2 Ökonomie

Die Soziale Krankenhausfürsorge erfüllte neben ihrem Engagement für die Patienten[18] gleichzeitig auch wirtschaftliche Interessen des Krankenhauses.

Ihr ökonomischer Nutzen kann einerseits in der Verkürzung der Aufenthaltszeiten der Patienten im Krankenhaus und andererseits in der Organisation von finanziellen Mitteln für zahlungsunfähige Patienten gesehen werden.

Dieser Aspekt wird in einem Flugblatt „Was leistet die Soziale Krankenhausfürsorge“ aus dem Jahre 1926 durch folgende Aussagen bestätigt:

„Sie beschleunigt ihre Entlassung, denn sie besorgt ihnen Unterkunft oder Krankenpflege im Hause. Dadurch werden Kosten gespart und das Krankenhaus wird entlastet. […] Sie ermöglicht die rechtzeitige Behandlung des Leidens, denn sie sorgt für die Beschaffung der Behandlungskosten. […].“[19]

Auch Reinhold Rörig betrachtet als Verwaltungsdirektor in einem Krankenhaus die Kosteneinsparungen und somit den wirtschaftlichen Gewinn durch die Krankenhausfürsorge unter den Gesichtspunkten der „Verkürzung der Krankenhausverweildauer“, der „rechtzeitigen Verlegung des Patienten aus dem Akutkrankenhaus in andere Einrichtungen mit größtenteils geringeren Pflegekosten“, der „zeitigeren Regelung der Kostenfrage“ und dem „nahtlosen Übergang in Rehabilitationsmaßnahmen“[20].

Mit den eben aufgeführten nachstationären Angeboten trug die Krankenhausfürsorge dazu bei, dass wiederholte Krankenhausaufenthalte und somit unnötige Kosten vermieden werden konnten.

Zusätzlich unterstützte sie die Krankenbehandlung durch Beseitigung sozialer und wirtschaftlicher Hindernisse. Gerade dann, wenn bei einzelnen Patienten „eine wirksame Hilfe nicht ohne finanzielle Mittel herbeigeführt“[21] werden konnte, versuchte die Krankenhausfürsorgerin alle möglichen Mittel ausfindig zu machen, um die Kosten zu decken. Sie verhandelte zu diesem Zweck mit den verschiedensten Organisationen, was in dem folgenden Beispiel in einem Tätigkeitsbericht aus dem Jahre 1915 beschrieben wird:

„Ein Arbeiter, der von seinem Arbeitgeber in keiner Krankenkasse gemeldet war, verunglückte und wurde in das Krankenhaus eingeliefert. Er sorgte sich um die wirtschaftliche Zukunft seiner Familie. Die Fürsorgerin wandte sich an die Berufsgenossenschaft und bat, die Kosten für die Krankenhausbehandlung zu übernehmen und der Familie Hauskrankengeld zu gewähren.“[22]

Insgesamt gesehen konnte die Soziale Krankenhausfürsorge zu Recht als „eines der wertvollsten Mittel zur Rationalisierung der Gesundheitswirtschaft“[23] bezeichnet werden.

Mit diesen Worten charakterisierte Wilhelm Alter[24] die Fürsorgetätigkeit in seinem Referat zur Einführung der Krankenhausfürsorge in allen deutschen Kliniken bei der ersten Zusammenkunft deutscher Krankenhausfürsorgerinnen am 18. September 1926 in den städtischen Krankenanstalten Düsseldorfs[25].

Wilhelm Alter bringt die Leistungen und die Bedeutsamkeit der Krankenhausfürsorge im Hinblick auf ihren ökonomischen Nutzen mit dieser treffenden Aussage genau auf den Punkt.

Schlussfolgerung

Wie die Darstellungen unter Punkt 3.2 zeigen, handelt die Soziale Krankenhausfürsorge tatsächlich mehrdimensional im Sinne ihrer Doppelorientierung zum einen auf die Institution Krankenhaus mit ihrem wirtschaftlichen Leistungsdenken und zum anderen auf den Patienten mit seinen individuellen Wünschen und Bedürfnissen.

Demzufolge kann der Sozialen Krankenhausfürsorge mit all ihren Aufgaben und Zielen damals wie heute eine bedeutende und nicht zu ersetzende Rolle zugeschrieben werden:

„Notwendigkeit und Bedeutung des Sozialdienstes im Krankenhaus werden – neben den individuell auf den einzelnen Patienten hin orientierten Hilfen – auch deutlich unter Aspekten von >Humanität im Krankenhaus, Kostendämpfung im Krankenhaus und Leistungssteigerung des Krankenhauses<.“[26]

3.3 Deutsche Vereinigung für den Fürsorgedienst im Krankenhaus

Die Gründung der „Deutschen Vereinigung für den Fürsorgedienst im Krankenhaus“ ging auf Initiativen der beiden Berliner Krankenhausfürsorgerinnen Hedwig Landsberg und Anni Tüllmann zurück.

Im Folgenden sollen nun die einzelnen Stadien der Vereinsgründung in Anlehnung an Peter Reinicke nachgezeichnet werden:

Hedwig Landsberg und Anni Tüllmann bauten 1918 in Berlin, getreu den Anfangsbemühungen der „Mädchen und Frauengruppen für soziale Hilfsarbeit“ und ihren Erfahrungen in der sozialen Betreuung und Beratung von Patienten in Krankenhäusern, den Verein „Soziale Krankenhausfürsorge der Berliner Universitätskliniken außerhalb der Charité“ auf. Der Verein übernahm die Betreuungs- und Beratungstätigkeit in der Berliner Charité und verfolgte das Ziel, durch Werbung dieses Handlungsfeld in Deutschland zu verbreiten, um die Krankenhäuser von diesem Angebot zu überzeugen.[27]

Die beiden Frauen nahmen die im September 1926 in Düsseldorf stattfindende Ausstellung „Gesundheit, Soziale Fürsorge und Leibesübungen“ (Gesolei) zum Anlass, um ihre Vorstellungen an die Öffentlichkeit zu tragen.

Sie beteiligten sich mit ihrem Verein durch einen eigenen Stand an der Ausstellung und präsentierten die Soziale Fürsorge im Krankenhaus.

Des Weiteren riefen sie alle an diesem Aufgabengebiet Interessierten im Rahmen der „Gesolei“ zu einem ersten Treffen von Krankenhausfürsorgerinnen in den städtischen Krankenanstalten Düsseldorfs auf.[28]

Dem Aufruf folgten „führende Vertreter aus unterschiedlichen Institutionen und Berufsgruppen“. „Sie kamen aus allen Gegenden Deutschlands.“[29] Demnach fand die Zusammenkunft namhafte Interessenten, was sicherlich für die Gründung der „Deutschen Vereinigung für den Fürsorgedienst im Krankenhaus“ mit ausschlaggebend war.

Wilhelm Alter wies in seinem Referat[30] während dieser Veranstaltung insbesondere auf die Dringlichkeit einer Vereinsgründung hin:

„Ich glaube, es ist dringend erwünscht, dass sich für die Zwecke des Fürsorgedienstes im Krankenhaus eine Vereinigung bildet, eine Vereinigung, die von in der Krankenhausfürsorge wirklich erfahrenen und in ihr tätigen Persönlichkeiten geleitet wird. […]“[31]

Die Gründung der „Deutschen Vereinigung für den Fürsorgedienst im Krankenhaus“, wie die Soziale Krankenhausfürsorge seit 1926 genannt wurde, wurde schließlich bei der ersten Mitgliederversammlung am 1. Juli 1927 in Goslar beschlossen. Hedwig Landsberg und Anni Tüllmann übernahmen die Geschäftsführung.[32]

Ziele des Vereins waren u. a. den Ausbau der Fürsorgedienste im Krankenhaus voranzutreiben und Richtlinien bzw. Standards für diesen Aufgabenbereich zu erarbeiten.[33]

Wie die Ausführungen zeigen, war die Gründung der Deutschen Vereinigung ein einschneidendes Ereignis, nahezu ein Wendepunkt in der Entwicklung der Fürsorgedienste im Krankenhaus. Denn dadurch erhielt der Fürsorgedienst erstmals eine Interessenvertretung – ein „Sprachrohr für die Interessen“[34] –, gerade in der Öffentlichkeit, und erfuhr insgesamt eine Aufwertung.

3.4 Fremdbestimmung und Instrumentalisierung im Nationalsozialismus

In der folgenden Darstellung soll aufgezeigt werden, inwieweit sich der Fürsorgedienst im Krankenhaus durch die nationalsozialistischen Einflüsse von ihrem Leitmotiv „Hilfe für sozial Schwächere“[35] und insofern von seinem beruflichen und berufsethischen Selbstverständnis entfernt hat.

In der Fachliteratur gibt es diesbezüglich gegensätzliche Auffassungen. Einige davon sollen an dieser Stelle aufgeführt werden.

Im Hinblick auf die „Deutsche Vereinigung für den Fürsorgedienst im Krankenhaus“ zieht Mechthild König[36] beispielsweise in ihrem historischen Überblick die Bilanz, dass diese weitgehend selbstbestimmt und unbeeinflusst ihre Anliegen und Ziele umsetzen konnte:

„Es gelang ihr (der Geschäftsführerin Anni Tüllmann, d.V.), … während der ganzen Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft ihr eine gewisse organisatorische Eigenständigkeit zu erhalten …

…, so daß der berufsethische Ansatz, daß es nämlich immer um den Menschen geht und nicht um Volkswohlfahrt unter dem Aspekt politischer Ideologien, in diesen schwierigen Jahren weitgehend unangetastet bleiben konnte.“[37]

Reinhold Rörig fügt in seiner Abhandlung über die Entwicklung der Fürsorge im Krankenhaus ferner hinzu, dass es während der Zeit des Nationalsozialismus „zu überleben

und den Sozialdienst nicht für andere berufsfremde Zielsetzungen mißbrauchen zu lassen“[38] galt. – Nähere Angaben seinerseits bezüglich dieser Aussage bleiben jedoch aus.

Im Gegensatz zu den eben genannten Autoren weist Peter Reinicke mit zahlreichen Beispielen eindeutig nach, dass sich die „Deutsche Vereinigung für den Fürsorgedienst im Krankenhaus“ und die Krankenhausfürsorge selbst sehr wohl von dem nationalsozialistischen Denken beeinflussen und leiten ließen.

Er bezeichnet den Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 als „tiefen Einschnitt in die Entwicklung des jungen Berufes“[39]. Denn die Fürsorge im Krankenhaus war mit der Gründung der Deutschen Vereinigung gerade dabei, sich mit ihrem eigenen beruflichen Profil und Selbstverständnis in der Öffentlichkeit zu etablieren[40], als sie sich vom Nationalsozialismus von ihrem Weg abbringen und fremdbestimmen ließ.

Ihre berufsspezifischen Grundsätze Patientenzentriertheit bzw. Patientenwohl[41] wurden von den ideologischen Forderungen nach Erbgesundheit und Rassenhygiene verdrängt. Diese Forderungen wurden später auch in die Arbeitsrichtlinien der „Deutschen Vereinigung für den Fürsorgedienst im Krankenhaus“ übernommen.

Zuvor wurde die Vereinigung ebenso wie andere Verbände „gleichgeschaltet“, das hieß u.a. auch, dass Vorstandsmitglieder, die „nichtarisch“ waren, aus der Vereinsarbeit austreten mussten.[42]

Anni Tüllmann reagierte darauf sofort, indem sie dafür sorgte, dass alle Mitarbeiter „nicht nur jüdischer Konfession, sondern auch jüdischer Abstammung und mit jüdischem Namen“[43] ihre Arbeit niederlegten. Dies betraf auch ihre langjährige Gefährtin Hedwig Landsberg, die ihr Amt als Geschäftsführerin aus diesem Grund aufgab.

Des Weiteren wurde die Deutsche Vereinigung im April 1935 in die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) eingegliedert. Ihren Vorsitz übernahmen führende Vertreter der NSV.[44]

Diese Einbindung in die NSV und die bereits erwähnte Aufnahme der erb- und rassehygienischen Vorstellungen in den Richtlinien der Vereinigung sind ein weiteres Indiz dafür, dass sich die Vereinigung instrumentalisieren ließ und letztlich ihre Unabhängigkeit aufgab.

Den neuen Arbeitsrichtlinien entsprechend waren die Krankenhausfürsorgerinnen mit ihren Kenntnissen über den persönlichen und sozialen Bereich ihrer Patienten ein „wichtiges Rädchen in dem System der Volksgesundheitspflege der Nationalsozialisten“. Ihr Wissen war „eine Ergänzung zu dem Wissen, was Arzt und Schwester nicht besitzen“[45] und deshalb eine wichtige Informationsquelle, um Erbkranke und ihre Angehörigen zu ermitteln und zu melden.

Dadurch, dass diese Menschen „vom nationalsozialistisch definierten Menschen abwichen, …, gab es die der nationalsozialistischen Ideologie entsprechende Behandlung“[46], zum Beispiel in Form der Sterilisierung.

Im Gegensatz dazu galt es, die Geburtenrate zu steigern, wenn ein Arzt vorher die Erbgesundheit bestätigt hatte. In diesem Zusammenhang bestand die Aufgabe der Krankenhausfürsorgerinnen darin, „erbgesunde Mütter anzuregen, weitere Kinder zu gebären“[47].

Alles in allem zeigt Peter Reinicke ganz klar auf, dass die Krankenhausfürsorge aktiv die Ziele der Nationalsozialisten unterstützt hat. Ebenso sind die erb- und rassehygienischen Vorstellungen und die Abwendung vom Individualprinzip in der Fürsorge „von vielen begrüßt“[48] worden.

Schlussfolgerung

Die Orientierung des fürsorgerischen Handelns auf den Patienten und seine Bedürfnisse als Grundlage des beruflichen und ethischen Selbstverständnisses wurde durch die Postulate Erbgesundheit und Rassenhygiene ersetzt.

Demzufolge lag die Ausrichtung der Fürsorge, entgegen den Ausführungen Mechthild Königs, insgesamt gesehen vielmehr auf nationalsozialistischen als auf den Menschen und seine Würde gerichteten Idealen.

3.5 Selbstbestimmung und Emanzipation in der Nachkriegszeit

Im Folgenden werden der Ausbau und die Etablierung der Sozialen Krankenhausfürsorge nach dem Zweiten Weltkrieg beschrieben. Es wird dargelegt, wie sich die Fürsorge vom nationalsozialistischen Denken abwendet und zu ihren ursprünglichen Wurzeln und Werten zurückkehrt.

3.5.1 Neugründung der Deutschen Vereinigung für den Sozialdienst im Krankenhaus

Nachdem die „Deutsche Vereinigung für den Fürsorgedienst im Krankenhaus“ 1945 von den Alliierten aufgelöst wurde, setzte sich Hedwig Landsberg in den Nachkriegsjahren für den Neuanfang der Vereinigung ein.

Sie musste während des Nationalsozialismus untertauchen und ließ sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Heidelberg nieder, wo sie 1946 wieder als Krankenhausfürsorgerin arbeitete. Von dort aus nahm sie zu einigen ihrer damaligen Kolleginnen Kontakt auf und rief am 29. Juli 1949 die Deutsche Vereinigung wieder ins Leben.[49]

Hedwig Landsberg[50] übernahm die Geschäftsführung und knüpfte an die, durch die politischen Ereignisse von 1933 unterbrochenen, Aktivitäten an, indem sie sich beispielsweise erneut das Interesse und die Unterstützung führender Mediziner und anderer Fachleute erkämpfte.[51]

Vertreter der Medizin waren es u. a. auch, die über viele Jahre „als Vorsitzende den Verband repräsentierten“[52].

Im Jahre 1975 übernahm mit Margret Mehs erstmalig eine Krankenhaussozialarbeiterin den Vorsitz des in „Deutsche Vereinigung für den Sozialdienst im Krankenhaus“ umbenannten Verbandes.[53]

[...]


[1] Vgl. Reinicke 1994.

Vgl. Hey 2000.

Vgl. Kreuter u. a. 1982.

[2] Prof. Dr. phil. Peter Reinicke, Diplompädagoge, Dipl.-Sozialarbeiter, Professor am Fachbereich Sozialarbeit

der Evangelischen Fachhochschule Berlin.

[3] Vgl. Reinicke 1994, 11.

Vgl. auch ders. 1998, 33ff.

[4] Ders. 1994, 12.

[5] Im Jahre 1905 wurde von dem Arzt Richard Cabot im Massachusetts General Hospital in Boston/USA der

„Hospital Social Service“ (Soziale Krankenhausfürsorge) eingeführt, indem er erstmals eine Sozialarbeiterin

im Krankenhaus für die Sorgen und Probleme der Patienten einsetzte.

[6] Vgl. Reinicke 2000a, 29f.

Vgl. auch ders. 1998, 35ff.

[7] Vgl. Mehs 1998a, 26.

[8] Reinicke 1994, 13.

[9] Reinicke 1994, 14f.

[10] Ders., 28.

[11] Das patientenzentrierte Handeln, was den Patienten mit all seinen Wünschen und Bedürfnissen in den

Mittelpunkt stellt, zählt auch heute noch zu den Maximen der Krankenhaussozialarbeit.

[12] Reinicke 1994, 11.

[13] Vgl. Rörig 1978, 80.

[14] Siehe auch Punkt 3.1.

[15] Zit. nach Reinicke 1994, 13.

[16] Vgl. Mehs 1986, 24.

[17] Zit. nach Mehs 1986, 24.

[18] Vgl. Punkt 3.2.1.

[19] Zit. nach Reinicke 1994, 15.

[20] Rörig 1978, 86.

[21] Vgl. Reinicke 1994, 18.

[22] Zit. nach Reinicke 1994, 19.

[23] Zit. nach Reinicke 2001, 17.

Diese Aussage ist immer noch aktuell und kann auf heutige Forderungen nach Kosteneinsparungen /

-reduzierungen im Gesundheitswesen übertragen werden.

[24] Wilhelm Alter war von 1922 bis 1927 Vorsitzender des 1922 gegründeten „Gutachterausschusses für das

öffentliche Krankenhauswesen“, einem Zusammenschluss kommunaler und staatlicher Krankenhäuser.

[25] Vgl. Reinicke 2002, 10.

[26] Mehs 1986, 27.

[27] Vgl. Reinicke 2002, 10.

[28] Vgl. Reinicke 2002, 10.

Vgl. auch ders. 2001, 16f.

[29] Ders. 2002, 10.

[30] Siehe auch Punkt 3.2.2.

[31] Zit. nach Reinicke 2002, 10f.

[32] Vgl. ders. 2001, 19.

[33] Vgl. ders. 1994, 28.

[34] Reinicke 1994, 30.

[35] Siehe Punkt 3.2.1.

[36] Mechthild König ist Sozialarbeiterin und Diplom-Volkswirt.

[37] König 1978, 76f.

[38] Rörig 1978, 85.

[39] Reinicke 2003, 17.

[40] Vgl. Punkt 3.3.

[41] Vgl. Punkt 3.2.1.

[42] Vgl. Reinicke 1994, 30.

[43] Zit. nach Reinicke 1998, 30.

[44] Vgl. ders. 2001, 21.

[45] Ders. 1998, 105.

[46] Schmidt-Grunert 2002, 25.

[47] Reinicke 1994, 30.

[48] Reinicke 1998, 105.

[49] Vgl. König 1978, 77f.

Vgl. insbes. Mehs 1998a, 27.

[50] Hedwig Landsberg legte 1957 aus Altersgründen die Geschäftsführung nieder. Sie starb 1967. Nachfolgende

Geschäftsführerinnen wurden zuerst Elisabeth Schaerff, 1963 Irmgard Bartsch und 1987 Margret Mehs.

[51] Vgl. König 1978, 77f.

Siehe auch Punkt 3.3.

[52] Ansen u. a. 2004, 123.

[53] Vgl. Reinicke 2001, 21.

Ende der Leseprobe aus 78 Seiten

Details

Titel
Krankenhaussozialarbeit im Spannungsfeld zwischen berufsethischem Selbstverständnis und ökonomischer Fremdbestimmung
Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Magdeburg
Note
1.0
Autor
Jahr
2005
Seiten
78
Katalognummer
V74013
ISBN (eBook)
9783638681223
ISBN (Buch)
9783638732062
Dateigröße
712 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Bei der Arbeit handelt es sich um eine gekürzte Fassung, die nicht in allen Teilen dem eingereichten und von der Fachhochschule bewerteten Original entspricht. Die ursprünglich enthaltene Mitarbeiter- und Patientenbefragung musste herausgenommen werden, da einer Veröffentlichung von den beteiligten Einrichtungen nicht zugestimmt wurde.
Schlagworte
Krankenhaussozialarbeit, Spannungsfeld, Selbstverständnis, Fremdbestimmung, Berufsethik, Ökonomie, Sozialdienst
Arbeit zitieren
Elisabeth Lier (Autor:in), 2005, Krankenhaussozialarbeit im Spannungsfeld zwischen berufsethischem Selbstverständnis und ökonomischer Fremdbestimmung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74013

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