Es ist sicherlich kein neues Phänomen, dass ein Großteil der Schüler/innen heutzutage nur schwer zu motivieren ist zu lesen oder gar zu schreiben. Zum einen hängt dies natürlich mit dem immer größer werdenden Konsum der neuen elektronischen Medien zusammen. Seine / ihre Freizeit verbringt der Schüler / die Schülerin heute vor dem Fernseher oder vor dem Computer. Briefe an Freunde oder Bekannte schreibt man schon überhaupt nicht mehr – wenn es etwas mitzuteilen gibt, geschieht dies per E-Mail oder SMS. Zum anderen muss sich aber auch der Deutschunterricht den Vorwurf gefallen lassen die Kinder nicht ausreichend zum Lesen und Schreiben zu animieren. Den Lehrkräften gelingt es offensichtlich nicht den Schülern die Freude am Schreiben zu vermitteln. Schreiben wird von den Schülern als anstrengend und häufig auch als überflüssig empfunden.
In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern die Schüler/innen von heute mithilfe kreativer Schreibprozesse wieder zum Schreiben animiert werden können. Schwerpunktmäßig sollen die verschiedenen Methoden des kreativen Schreibens erläutert und einige Beispiele für die Anwendung in der Schule genannt werden. Abschließend soll diskutiert werden, ob man kreatives Schreiben von Schülern bewerten soll (und wie dies möglich ist).
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Kreatives Schreiben
2.1. Der Begriff der Kreativität
2.2. Kreatives Schreiben vs. traditioneller Aufsatzunterricht
2.3. Kreatives Schreiben als Schreibprozess
3. Methodik des kreativen Schreibens
3.1. Assoziative Verfahren
3.2. Schreibspiele
3.3. Schreiben nach Vorgaben, Regeln und Mustern
3.4. Schreiben zu und nach (literarischen) Texten
3.5. Schreiben zu Stimuli
3.6. Weiterschreiben an kreativen Texten
3.7. Vorteile des Überarbeitungsprozesses
4. Bewerten von kreativen Schreibleistungen
4.1. Wo liegen die Probleme bei einer solchen Bewertung?
4.2. Wie können kreative Schreibprozesse bewertet werden?
4.3. Fazit: Bewerten von kreativen Schreibleistungen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potential des kreativen Schreibens, um den Schreibverdruss im modernen Deutschunterricht abzubauen und die Freude der Schülerinnen und Schüler an der Textproduktion zu fördern. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse verschiedener methodischer Ansätze sowie der kritischen Auseinandersetzung mit Möglichkeiten der Leistungsbewertung in prozessorientierten Schreibarrangements.
- Vergleich zwischen traditionellem Aufsatzunterricht und kreativem Schreiben
- Darstellung methodischer Werkzeuge (z.B. Cluster, Fantasiereise, Schreibspiele)
- Bedeutung der Prozessorientierung im Vergleich zum reinen Endprodukt
- Herausforderungen und Lösungsansätze für die Benotung kreativer Leistungen
- Synthese von kreativen und strukturierten Schreibansätzen zur Förderung der Schreibkompetenz
Auszug aus dem Buch
3.1. Assoziative Verfahren
Das assoziative Verfahren bildet in Schreibarrangements oft die erste Phase des Schreibprozesses. Mit dem assoziativen Verfahren sollen die Schüler/innen Ideen und Themen für ihr Schreibvorhaben sammeln. Diese Ideen und Themen sollen später dann mit Hilfe von gestaltenden oder strukturierenden Verfahren sortiert und im Text umgesetzt werden.
Assoziative Verfahren sollen den Schüler/innen einen möglichst schnellen Einstieg in die Schreibpraxis ermöglichen. Mit Hilfe verschiedener Assoziationsverfahren, von denen ich nachfolgend zwei vorstellen möchte, sollen die Schüler/innen spontan Gedanken, Bilder oder Erinnerungen entwickeln, über die sie in ihrem Text schreiben möchten. Durch das assoziative Verfahren soll verhindert werden, dass die Schüler/innen vor einem leeren Blatt Papier sitzen und keinen Einstieg in ihre Geschichte finden.
Assoziative Methoden können zum einen spielerisch-experimentell, zum anderen aber auch meditativ sein. Durch meditative Assoziationsverfahren (z.B. Fantasiereise) sollen im Schüler /in der Schülerin unbewusste Wahrnehmungen und Assoziationen hervorgerufen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Einleitung zur Motivation der Arbeit, die sich aus dem Problem der mangelnden Schreibmotivation im Deutschunterricht und dem Potential kreativer Ansätze ergibt.
2. Kreatives Schreiben: Definition des Kreativitätsbegriffs sowie Abgrenzung zum traditionellen Aufsatzunterricht und Einführung der Prozessorientierung beim Schreiben.
3. Methodik des kreativen Schreibens: Detaillierte Vorstellung verschiedener schreibdidaktischer Methoden inklusive praktischer Anwendungsbeispiele für den Schulalltag.
4. Bewerten von kreativen Schreibleistungen: Kritische Untersuchung der Schwierigkeiten bei der Benotung kreativer Texte und Vorschläge für eine prozessorientierte Leistungsbewertung.
5. Fazit: Resümee über die Bereicherung des Unterrichts durch kreatives Schreiben und das Plädoyer für eine Synthese aus kreativen und strukturierten Elementen.
Schlüsselwörter
Kreatives Schreiben, Schreibdidaktik, Prozessorientierung, Schreibverdruss, Assoziative Verfahren, Clustering, Fantasiereise, Schreibspiele, Leistungsbewertung, Portfolio, Schreibmappe, Schreibkompetenz, Deutschunterricht, Aufsatzdidaktik, Textproduktion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Integration des kreativen Schreibens in den Deutschunterricht, um die Schreibmotivation von Schülern zu steigern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die Definition von Kreativität, verschiedene Methoden der Schreibdidaktik, die prozessorientierte Textarbeit und die Problematik der Benotung kreativer Texte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie kreatives Schreiben den Unterricht bereichern kann und wie eine faire Bewertung trotz des prozessorientierten Charakters möglich ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine theoretische Analyse auf Basis schreibdidaktischer Fachliteratur durch und ergänzt diese durch Reflexionen zur Unterrichtspraxis.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung spezifischer Methoden wie Cluster-Verfahren, Fantasiereisen und Schreibspiele sowie in die Diskussion der Bewertungskriterien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Schreibdidaktik, Prozessorientierung, Kreativität und Schreibkompetenz definieren.
Wie unterscheidet sich die Bewertung bei diesem Ansatz von der klassischen Notengebung?
Klassische Notengebung fokussiert oft auf das fertige Endprodukt, während hier das Portfolio und die begleitende Würdigung des gesamten Schreibprozesses empfohlen werden.
Welche Rolle spielt die "Textlupe" im Überarbeitungsprozess?
Die Textlupe dient als strukturiertes Hilfsmittel zur gegenseitigen Beurteilung von Texten durch Mitschüler, um den Überarbeitungsprozess methodisch zu unterstützen.
Warum wird eine Synthese aus kreativem und traditionellem Unterricht empfohlen?
Forschungsstudien deuten darauf hin, dass die Kombination beider Ansätze die besten Ergebnisse für den Erwerb grundlegender Schreibkompetenzen und Strukturfähigkeiten liefert.
- Arbeit zitieren
- Alexander Maus (Autor:in), 2003, Kreatives Schreiben in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74046