Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Die Iphigenie des Euripides. Die Bearbeitung des Mythos durch Goethe

Title: Die Iphigenie des Euripides. Die Bearbeitung des Mythos durch Goethe

Term Paper , 2007 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christiane Scheiter (Author)

German Studies - Modern German Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Goethe griff mit Iphigenie auf einen antiken Stoff zurück, hinzu kam als besondere Grundlage die dramatische Gestaltung durch Euripides. In einem Punkt stimmt die Forschung in ihren Meinungen überein: „In doppelter Weise ist in Goethes Werk der Euripideische Hintergrund ständig bemerkbar, sei es als Ausgangspunkt oder als Gegensatzfolie.“ Aufgrund des großen Zeitabstandes zwischen der Vorlage des Euripides (412 v. Chr.) und der Bearbeitung des Stoffs durch Goethe (1773-1786), ist es für das Verständnis von Goethes Werk interessant, es mit der Vorlage zu vergleichen. Es muss also um das Aufzeigen von Veränderungen gehen, denn „bei der Schlußredaktion der Iphigenie orientiert er sich […] an Euripides.“
Deshalb gilt es zu beweisen, welche Abwandlungen Goethe vornimmt und inwiefern die Vorlage ihn beeinflusst hat. Aus diesem Grund muss man die Frage stellen: Inwieweit bemerkbar wird, dass sich Goethes Iphigenie auf Tauris an der Euripides Iphigenie bei den Taurern orientiert hat?

In dieser Arbeit soll zuerst der Entstehungsgeschichtliche Hintergrund Goethes und Euripides Iphigenie näher beleuchtet werden, womit das Verhältnis der beiden Werke zueinander klar wird. Weiterhin soll deutlich werden, dass nicht erst in Goethes Iphigenie ein humanisierender Aspekt zum Vorschein kommt, sondern dieser schon in der Antiken Vorlage bemerkbar war, wenn auch noch nicht so ausgeprägt wie bei Goethe. Auch die inhaltliche, formelle und stilistische Annährung an das Original soll hier betrachtet werden. Fast noch größer als die Gemeinsamkeiten sind jedoch die Unterschiede zwischen den beiden Versionen. Dazu gehören vor allem die inhaltlichen Veränderungen, die Goethe in Abweichung der Vorlage vorgenommen hat. Anhand von zahlreichen Beispielen aus den beiden Primärtexten wird dies veranschaulicht dargestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Euripides Iphigenie – Abänderungen durch Goethe

2.1 Entstehungsgeschichtlicher Hintergrund

2.2 Ideal der antiken Literatur

2.2.1 Humanitätsideal

2.2.2 Inhalt, Form und Stil

3. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den Einfluss von Euripides’ Tragödie "Iphigenie bei den Taurern" auf Johann Wolfgang von Goethes Drama "Iphigenie auf Tauris". Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der inhaltlichen, formellen und stilistischen Adaptionen durch Goethe sowie der Transformation des antiken Mythos im Kontext des aufklärerischen Humanitätsideals.

  • Vergleichende Analyse zwischen euripideischer Vorlage und Goethes Bearbeitung
  • Einfluss des aufklärerischen Menschenbildes auf die Charakterzeichnung
  • Untersuchung von formellen Adaptionen wie Stichomythien und Stilstruktur
  • Die Rolle der Autonomie und Wahrhaftigkeit gegenüber göttlicher Intervention
  • Bedeutung der Abweichungen in der Handlungsführung und dem Schluss

Auszug aus dem Buch

2.1 Entstehungsgeschichtlicher Hintergrund

Goethe, der seine Iphigenie auf seiner Italienreise 1786 endgültig aus der 1779 entstandenen Prosafassung in Verse übertrug, hält sich in dieser letzten und gültigen Fassung streng an die antiken Vorgaben: „Goethe fand den Stoff zu seiner Iphigenie bei Euripides“4. Die Handlung orientiert sich weitestgehend sowohl im formalen Aufbau als auch in der Abfolge des dramatischen Geschehens an dem Vorbild der griechischen Tragödie. Trotzdem ist dies keine Nachahmung der euripideischen Iphigenie, sondern ein wieder Aufgreifen und Verändern des antiken Stoffs.

Seit seinen Sprachstudien, der griechischen und lateinischen Literatur, strebt Goethe nach der Harmonie, die er bei den Griechen vorbildlich verwirklicht sieht. Will er sich mit Euripides messen? „Goethe […] ringt mit der antiken Form! Die Methode der Aneignung original hellenischer […] Formen mußte erst mühsam entwickelt werden. Goethe betrachtet die Iphigenie stets als ein Provisorium […] ,Ich schrieb meine Iphigenia aus einem Studium der griechischen Sachen, das aber unzulänglich war. […].’ (Mit Riemer, 20.7.1811.)“6

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Forschungsinteresse am Vergleich zwischen Euripides und Goethe und formuliert die zentrale Fragestellung hinsichtlich der Abwandlungen und des Einflusses der antiken Vorlage.

2. Euripides Iphigenie – Abänderungen durch Goethe: Dieses Kapitel analysiert die Genese des Werkes, das antike Literaturideal sowie die spezifischen inhaltlichen, formalen und stilistischen Unterschiede, einschließlich des Humanitätsideals und der Handlungsstruktur.

3. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass Goethe zwar die antike Struktur übernimmt, das Drama jedoch durch die Konzentration auf innere Charakterwandlungen und aufklärerische Werte maßgeblich transformiert.

Schlüsselwörter

Iphigenie, Euripides, Johann Wolfgang von Goethe, Weimarer Klassik, Tantalidenmythos, Humanitätsideal, Aufklärung, Dramentheorie, Antikenrezeption, literarischer Vergleich, Menschenopfer, Autonomie, griechische Tragödie, Gattungsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rezeption und Bearbeitung des antiken Stoffes von Euripides durch Johann Wolfgang von Goethe in dessen Drama "Iphigenie auf Tauris".

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen der Vergleich des Entstehungsgeschichtlichen Hintergrunds, die Anwendung des Humanitätsideals sowie formale und inhaltliche Abweichungen vom antiken Original.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll bewiesen werden, welche spezifischen Abwandlungen Goethe vornahm, um den antiken Stoff für ein aufgeklärtes Publikum zu transformieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext Goethes direkt der antiken Vorlage von Euripides gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Humanitätsideal, der Struktur des Dramas, stilistischen Mitteln sowie den inhaltlichen Veränderungen der Handlungsführung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Iphigenie, Euripides, Goethe, Tantalidenmythos, Humanitätsideal, Aufklärung und antike Tragödie.

Wie unterscheidet sich Goethes Iphigenie in der Charakterzeichnung von Euripides?

Während bei Euripides die List im Vordergrund steht, verkörpert Goethes Iphigenie einen edlen, autonomen Charakter, der sich gegen Lug und Trug entscheidet.

Welche Rolle spielt das Ende des Dramas im Vergleich der beiden Autoren?

Bei Euripides greift die Göttin Athene als "deus ex machina" ein, während bei Goethe die Lösung des Konflikts durch die innere Entscheidung Iphigenies und das Friedensangebot herbeigeführt wird.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Die Iphigenie des Euripides. Die Bearbeitung des Mythos durch Goethe
College
University of Regensburg
Course
Weimarer Klassik
Grade
1,7
Author
Christiane Scheiter (Author)
Publication Year
2007
Pages
16
Catalog Number
V74049
ISBN (eBook)
9783638681247
Language
German
Tags
Iphigenie Euripides Bearbeitung Mythos Goethe Weimarer Klassik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christiane Scheiter (Author), 2007, Die Iphigenie des Euripides. Die Bearbeitung des Mythos durch Goethe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74049
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  16  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint