Die Mensch-Tier-Beziehung. Einflussmöglichkeiten auf die Entwicklung, Erziehung und Therapie von Kindern und Jugendlichen


Examensarbeit, 2004
132 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

1. Die Mensch-Tier-Beziehung von der Vorzeit zur Neuzeit
1.1 Die Entstehung der Haustierhaltung
1.2 Mögliche Ursachen für die Entstehung einer affektiven Beziehung zwischen Mensch und Tier
1.2.1 Tiere als Nahrungslieferanten
1.2.2 Die Biophilie-Hypothese
1.2.3 Die Bindungstheorie John Bowlbys
1.2.4 Tiere als soziale Unterstützung des Menschen
1.2.5 Das „Kindchenschema“ nach Konrad Lorenz
1.3 Der Bedeutungswandel des Tieres innerhalb der Mensch-Tier-Beziehung
1.3.1 Bedeutung des Tieres in Jäger- und Sammlerkulturen der Vorzeit
1.3.2 Bedeutung des Tieres in der Antike
1.3.3 Bedeutung des Tieres im Mittelalter
1.3.4 Bedeutung des Tieres in der Aufklärung
1.3.5 Bedeutung des Tieres in westlichen Industriegesellschaften der Neuzeit

2. Heimtiere innerhalb des Familienverbundes
2.1 Tiere als Familienmitglieder
2.1.1 Du-Evidenz
2.1.2 Der Einfluss der Namensgebung
2.1.3 Verschiedene Rollen des Heimtieres
2.1.4 Kommunikation mit und über das Heimtier
2.1.5 Heimtiere in den verschiedenen Stufen des familiären Lebenszyklus
2.1.6 Herausforderungen im Umgang mit Heimtieren
2.1.7 Der Verlust eines Heimtieres und der Einfluss auf die Familie

3. Einflussmöglichkeiten von Heimtieren auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
3.1 Veränderte Kindheit und daraus resultierende Risikofaktoren für die weitere Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
3.1.1 Erwartungen von Kindern und Eltern gegenüber Tieren
3.1.2 Besonders geeignete Tiere für Kinder
3.2 Zuordnung der Bedeutung von Tieren auf verschiedene Stadien der kindlichen Entwicklung
3.2.1 Das Kleinkind
3.2.2 Das Kind im Grundschulalter
3.2.3 Vorpubertät und Pubertät
3.3 Allgemeine Effekte von Heimtieren auf die Erziehung von Kindern und Jugendlichen
3.3.1 Förderung sozialer Fähigkeiten und gefühlvoller Beziehungen
3.3.2 Förderung der Empathiefähigkeit
3.3.3 Förderung des Verantwortungsgefühls
3.3.4 Förderung nonverbaler Fähigkeiten
3.3.5 Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen

4. Tiergestützte Pädagogik in der Schule
4.1 Studie des IEMT zum Thema Hunde in der Schule
4.1.1 Genaue Erhebungen
4.1.2 Methodik
4.1.3 Ergebnisse
4.1.4 Internationale Anerkennung
4.2 „Schule mit Jule“: Langzeitbeobachtung einer Hauptschulklasse an der Ernst-Leitz-Schule in Sulzburg
4.2.1 Charakterliche Vorrausetzungen eines „Schulhundes“
4.2.2 Einhaltung von selbst aufgestellten Regeln durch die Schüler
4.3 Schulbesuchsdienste
4.3.1 Projekt „Helfer auf vier Pfoten“
4.3.2 Initiative des Vereins „Hunde helfen Menschen e. V.“

5. Tiere in der Therapie von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen
5.1 Begriffsklärung tiergestützte Therapie
5.2 Historische Beispiele für den Einsatz von Tieren im therapeutischen Kontext
5.2.1 York Retreat
5.2.2 Heilanstalt Bethel
5.2.3 Convalescent Hospital
5.3 Das Aufkommen wissenschaftlicher Grundlagen
5.3.1 Die “Pet-oriented Child Psychotherapy” Boris M. Levinsons
5.3.2 Die „Mugford und M´Comisky Trial Placement-Studie“ über den psychotherapeutischen Wert von Ziervögeln für ältere Menschen
5.3.3 Studie von Friedmann, Katcher, Lynch und Thomas über die höheren Überlebenschancen nach einem Herzinfarkt durch Heimtiere
5.4 Forschungsstand heute: Therapeutische Wirkfaktoren aus der Mensch-Tier-Beziehung
5.4.1 Theoretische Erklärungsansätze
5.4.2 Eisbrecher
5.4.3 Soziales Schmiermittel und sozialer Katalysator
5.4.4 Kognitiver Katalysator
5.5 Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen
5.5.1 Kinder und Jugendliche mit Verhaltensstörungen
5.5.1.1 Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen
5.5.1.2 Kinder mit Deprivationserscheinungen
5.5.1.3 Verwahrloste Kinder
5.5.1.4 Autistische Kinder
5.5.2 Adoptiv- und Pflegekinder
5.5.3 Scheidungskinder
5.5.4 Sexuell missbrauchte Kinder
5.5.5 Kinder mit sensorischen Wahrnehmungsstörungen
5.5.6 Kinder mit Sprechstörungen
5.5.7 Kinder in stationärer Behandlung
5.6. Formen der tiergestützten Therapie
5.6.1 Therapeutisches Reiten
5.6.1.1 Hippotherapie
5.6.1.2 Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren
5.6.1.3 Reiten als Sport für Behinderte
5.6.1.4 Wichtige zu beachtende Aspekte
5.6.2 Die Delfintherapie
5.6.2.1 Ziel des Forschungsprojektes und Zielgruppe
5.6.2.2 Therapie-Bausteine
5.6.2.3 Forschungshypothesen
5.6.2.4 Forschungsmethoden
5.6.2.5 Kritische Aspekte der Delfintherapie
5.6.3 Kostenübernahme seitens der gesetzlichen Krankenkassen

6. Grenzen im Umgang mit Tieren
6.1 Hygiene im Umgang mit Heim- und Therapietieren
6.2 Zoonosen
6.2.1 Parasiten
6.2.1.1 Toxoplasmose
6.2.1.2 Wurminfektionen
6.2.1.3 Flöhe und Zecken
6.2.2 Bakterien
6.2.3 Virale Infektionen
6.2.4 Pilzinfektionen
6.3 Allergien und Verschlechterung von allergischen Zuständen wie Asthma
6.4 Missbrauch von Tieren durch Kinder
6.4.1 Definition von Tiermissbrauch
6.4.2 Mögliche Ursachen für Tiermissbrauch durch Kinder

7. Nachwort

8. Literaturverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

Die Mensch-Tier-Beziehung von der Vorzeit zur Neuzeit (Kapitel 1)

In Kapitel 1 wird der Frage nachgegangen, welche Faktoren im Laufe der Geschichte zur Entstehung einer Beziehung zwischen Mensch und Tier geführt haben könnten und inwiefern sich die Bedeutung von Tieren von der Vorzeit zur Neuzeit verändert hat. Dabei muss beachtet werden, dass historische Quellen über die Beziehung zu Tieren sich in erster Linie nur auf das Leben von sehr wohlhabenden und berühmten Menschen beziehen und unser Wissen darüber wie gewöhnliche Leute in der Vergangenheit mit Tieren verbunden waren oder welche Vorteile sie durch diese erfuhren, daher ungenau und weitestgehend spekulativ bleibt. Auch dort, wo die Quellen relativ vollständig sind, besteht die Gefahr der Überinterpretation – dem Zuschreiben von Werten, Eigenschaften und Ansichten, welche für uns aus moderner Perspektive Sinn machen, die aber nicht notwendigerweise eine Bedeutung für unsere historischen Vorfahren gehabt haben müssen. All dies erfordert, dass historische Quellen mit einem angemessenen Grad der Vorsicht behandelt werden müssen.

Heimtiere innerhalb des Familienverbundes (Kapitel 2)

In Kapitel 2 geht es um familiäre Einflussfaktoren und Wechselbeziehungen, welche die Beziehung zu einem Heimtier mitbestimmen. Außerdem wird der Frage nachgegangen, wie es dazu kommen kann, dass Heimtiere häufig als Familienmitglieder angesehen werden und welche Chancen und Herausforderungen dies mit sich bringen kann.

Einflussmöglichkeiten von Tieren auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen (Kapitel 3)

Kapitel 3 beschäftigt sich damit, wie sich die Lebenswelt vieler Kinder im Laufe des letzten Jahrhunderts gewandelt hat und welche Risikofaktoren daraus für ein gesundes Aufwachsen entstanden sind. Dabei geht es nicht nur um die Frage, welche Bedeutung Tieren für die einzelnen kindlichen Entwicklungsphasen zukommen kann, sondern auch um allgemeine Effekte von Heimtieren auf die Erziehung von Kindern und Jugendlichen.

Tiergestützte Pädagogik in der Schule (Kapitel 4)

In Kapitel 4 werden anhand einer Studie des IEMT sowie einer Langzeitbeobachtung in einer Hauptschulklasse Einsatzmöglichkeiten von Hunden im Schulalltag aufgezeigt. Dabei wird ein besonderes Augenmerk darauf gerichtet, welchen Einfluss Tiere auf das Verhalten und den täglichen Umgang der Schüler miteinander haben können.

Des Weiteren werden Schulbesuchsdienste sowie ein aktuelles Projekt angesprochen.

Tiere in der Therapie von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen (Kapitel 5)

Im fünften Kapitel wird ein Bogen geschlagen zwischen den bereits erlangten Kenntnissen aus der unterstützenden Wirkung von Tieren und einigen therapeutischen Maßnahmen für Kinder oder Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen. Um dieses Prinzip der tiergestützten Therapie verstehen zu können, wird vorab ein Überblick über den Begriff der tiergestützten Therapie selbst, deren Geschichte, wichtige Vertreter und Studien sowie die Wirkungsweise von Tieren in der Therapie gegeben. Schließlich wird der Blick auf einige therapeutische Behandlungsmöglichkeiten bei Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen gelenkt.

Im sechsten Unterpunkt geht es in diesem Kapitel um zwei ausgewählten Formen tiergestützter Therapie in der theoretischen und direkten Anwendung am Beispiel der Delfintherapie und des therapeutischen Reitens unter Berücksichtigung von Einrichtungen im Raum Nürnberg.

Abschließend wird die Einstellung der Krankenkassen gegenüber einer möglichen Kostenübernahme thematisiert.

Grenzen im Umgang mit Tieren (Kapitel 6)

Das sechste Kapitel zeigt einige Grenzen im gegenseitigen Umgang von Menschen und Tieren auf. Dies beinhaltet sowohl die Frage nach Hygienemaßnahmen und Allergierisiken als auch die Gefahr des Tiermissbrauchs seitens Kinder und Jugendlicher mit abweichenden Verhaltensweisen sowie auch den möglichen Zusammenhang zwischen Tiermissbrauch und Gewalt gegenüber Kindern.

Weil sich an manchen Stellen Fachtermini kaum vermeiden lassen, werden wichtige Begriffe in einem Glossar im Anhang kurz erklärt. Die entsprechenden Begriffe sind im Text mit einem (*) gekennzeichnet.

Anmerkungen

Allgemeines

Im heutigen Sprachgebrauch werden Hunde, Katzen, Kleintiere, Ziervögel, Zierfische und Terrarientiere als Heimtiere bezeichnet, also als Tiere, die unter menschlicher Obhut gehalten werden und nicht der wirtschaftlichen Nutzung dienen. Im Gegensatz zu Heimtieren schließt der Begriff Haustiere neben den Heimtieren auch die so genannten Nutztiere, wie z. B. Hühner, Schafe und Kühe mit ein.[1]

Wenn im Laufe dieser Arbeit von Heimtieren gesprochen wird, muss differenziert werden zwischen Tieren, die mit dem Menschen leben und Tieren, die neben dem Menschen leben. Hunde und Katzen leben mit dem Menschen, weil sie sich im Haushalt weitestgehend frei bewegen können und fast ständig anwesend sind. Somit können Hunde und Katzen einen viel stärkeren Einfluss auf den Alltag von Familien mit Kindern und Jugendlichen haben, als andere Tiere, die neben dem Menschen leben. Damit sind beispielsweise Kleintiere wie Vögel gemeint, die aufgrund von Käfighaltung nicht so häufig und direkt am Familiengeschehen teilhaben können und somit in vielen Fällen die Interaktion mit ihnen eingeschränkt ist.

Ein großer Teil der in dieser Arbeit verwendeten Literatur stammt von englischen oder amerikanischen Autoren. Daher wurden alle Zitate und Fallbeispiele aus Gründen besserer Lesbarkeit weitestgehend wörtlich übersetzt.

In der gesamten Arbeit wird, wenn von Personen die Rede ist, stellvertretend die männliche Form gebraucht. Dies soll dem Bemühen um Übersichtlichkeit der Arbeit dienen und das Lesen erleichtern.

Einschränkung auf Kinder und Jugendliche

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem positiven Einfluss, den Tiere auf die Entwicklung, Erziehung, Pädagogik und Therapie von Kindern und Jugendlichen haben können. Dabei soll keinesfalls der Eindruck entstehen, dass solch positive Effekte von Tieren auf Menschen nur in der Interaktion von Kind bzw. Jugendlichem und Tier entstehen können.

Viele Studien konnten nachweisen, dass Tiere beispielsweise auf ältere Menschen einen ebenso positiven Einfluss haben können. Dies hat mittlerweile sogar dazu geführt, dass zunehmend mehr Seniorenheime Tierhaltung oder Tierbesuchsdienste gestatten.

1. Die Mensch-Tier-Beziehung von der Vorzeit zur Neuzeit

1.1 Die Entstehung der Haustierhaltung

Die Beziehung zwischen Menschen und Tieren in der heutigen Form beruht auf dem gemeinsamen Zusammenleben in Folge der Domestikation*. Die Geschichte einer Vielzahl von Haustieren nahm somit ihren Anfang in der Steinzeit, als der Mensch seine nomadisierende Lebensweise als Jäger und Sammler langsam aufgab und allmählich zur sesshafteren Lebensform des Ackerbaus überging. Durch die Sesshaftwerdung wurde der Mensch gezwungen, Tiere zu halten, um nicht mehr allein von seinem Jagdglück abhängig zu sein. Die Domestikation des Hundes erfolgte bereits in der Altsteinzeit, aber man weiß bis heute nicht genau, ob sein Nutzen als Wach-, Hüte- oder Jagdhund bzw. seine Gefährtenschaft der eigentliche Grund seiner Domestikation war. Ackerbau, Domestikation und die Kultivierung von Pflanzen vollzogen sich schließlich parallel mit der Entstehung der Viehzucht. Einzelne Tiere wildlebender Arten, wie zum Beispiel Auerochse, Wildschaf, Bankivahuhn und Wolf wurden vom Menschen eingefangen, gezähmt und schließlich mehr oder weniger planmäßig gezüchtet. Über Jahrtausende hinweg veränderten sie damit das Aussehen und Verhalten der Wildformen nach ihren Vorstellungen bis hin zu der Erscheinungsform unserer heutigen Haustiere: Hausrind, Hausschaf, Huhn, Hund.[2] Mit dem Übergang vom Jäger- und Sammlertum zur Landwirtschaft ergab sich allerdings auch ein Bedeutungswandel in der Beziehung zum Tier. Als der Mensch noch existentiell abhängig von der Jagd war, empfand er sich dem Tier gegenüber ebenbürtig. Diese Perspektive änderte sich jedoch mit dem Aufkommen der Landwirtschaft, da durch die damit zusammenhängende Domestikation das Tier vom Menschen abhängig wurde.

1.2 Mögliche Ursachen für die Entstehung einer affektiven Beziehung zwischen Mensch und Tier

Bis heute liegen nur wenige theoretische Ansätze für die Erklärung der Basis der Mensch-Tier-Beziehung vor. In den folgenden Punkten sollen einige dieser Theorien vorgestellt werden:

1.2.1 Tiere als Nahrungslieferanten

Die vorrangige Motivation in der Mensch-Tier-Beziehung war der Nützlichkeitsgedanke. Durch die Tiere gewann der Mensch Nahrung und Materialien für die Herstellung von Kleidung. Damit Menschen aus bestimmten Tieren einen Nutzen ziehen konnten, hat dieser Gedanke allein allerdings nicht genügt, sondern eine gute Beziehung zum Tier war Vorrausetzung. Dies galt insbesondere für Tiere wie Wölfe, die von sich aus die Nähe des Menschen suchten, weil sie sich davon Vorteile versprachen, die aber bei schlechter Behandlung jederzeit den menschlichen Behausungen fern bleiben konnten. Weil die Haltung und Zucht von Tieren für den sesshaft gewordenen Menschen zunehmend an Bedeutung gewann, erforderte dies somit auch ein entsprechendes Wissen und Auseinandersetzung mit den Tieren. Von der Viehhaltung wurde dem Menschen Selbstbeherrschung abverlangt, weil eine erfolgreiche Haltung sowohl eine gewisse Organisation als auch die Gewährleistung von Futtervorräten erforderte sowie einen Verzicht auf die unmittelbare Befriedigung des Nahrungsbedürfnisses für den Menschen bedeutete. Allerdings reicht eine allein materielle Erklärung der artübergreifenden Bindung zwischen Mensch und Tier nach einem Kosten-Nutzen-Gesichtspunkt nicht aus, um das Überleben zu sichern. Tiere wie das Bankivahuhn konnten beispielsweise trotz einer Einpferchung davonfliegen und auch Wölfe konnten sich problemlos selbst versorgen. Weil bei mangelnder affektiver Bindung die Domestikation wieder rückgängig gemacht werden kann (z. B. australische Dingos, die ursprünglich Haushunde waren), musste es somit eine bei Mensch und Tier gleichermaßen wirksame Neigung geben, sich artübergreifend affektiv zu binden, wobei es sich um ein qualitativ eigenständiges Bindungsmuster zu handeln scheint.

1.2.2 Die Biophilie-Hypothese

Der Biophilie-Hypothese Edward Wilsons zufolge besitzt der Mensch eine unbewusste Neigung, die Nähe der übrigen Lebensformen zu suchen. Dazu zählt auch die Sehnsucht des Menschen nach der Wildnis, nach dem Kontakt mit Natur sowie Pflanzen- und Tiergemeinschaften.[3] Seine Überlegung besagt, dass das Überleben des Homo sapiens von der Alarmbereitschaft und der genauen Überwachung des Tier- und Pflanzenlebens besonders abhängig war. Tiere wurden zu einer Art Hinweiszeichen, da ihr Verhalten Informationen über Sicherheit oder Gefahr darstellte: friedlich äsende Wiederkäuer auf einer Wiese signalisierten, dass alles gut war; das lautstarke Protestieren von Vögeln beim plötzlichen Auffliegen bedeutete mitunter drohende Gefahr und ließ somit Unbehagen und verstärkte Wachsamkeit beim Menschen aufkommen.

1.2.3 Die Bindungstheorie John Bowlbys

Ein anderer Erklärungsversuch für die Mensch-Tier-Beziehung und den Wunsch nach der Haltung eines Haus- oder Heimtieres beruht auf der Bindungstheorie John Bowlbys. Sie geht davon aus, dass die Fähigkeit, überhaupt eine emotionale Bindung zu einem anderen Lebewesen eingehen zu können, ursprünglich von der Mutter-Kind-Beziehung abgeleitet werden kann und somit für die Aufnahme emotionaler Beziehungen grundlegend ist.

1.2.4 Tiere als soziale Unterstützung des Menschen

Diese Hypothese geht davon aus, dass für den Menschen als soziales Gruppenwesen die Mitgliedschaft in einer Gruppe und die damit verbundene Unterstützung durch deren Mitglieder von besonderer Bedeutung ist. Da das Zusammenleben in einer Gruppe jedoch nicht immer möglich ist oder Konflikte aufkommen, können Tiere einen Ersatz für mangelnde soziale Kontakte und unzureichende emotionale Unterstützung durch Menschen darstellen.

1.2.5 Das „Kindchenschema“ nach Konrad Lorenz

In diesem Zusammenhang spielt sowohl auf menschlicher als auch auf tierischer Seite das von Konrad Lorenz beschriebene „Kindchenschema“ eine entscheidende Rolle, da es eine beziehungsstiftende Wirkung hat und Bemutterung auslöst. Nach heutigem Forschungsstand wird angenommen, dass es vermutlich verlassene Tierjunge (z. B. Wolfswelpen) waren, die von Menschen aufgezogen wurden und so Zugang zu deren Behausungen erhielten. Kindliche Merkmale, wie Stupsnase, große Augen, tollpatschiges Verhalten usw. bewirken bis heute den Wunsch, dieses hilfsbedürftige Geschöpf zu pflegen und zu beschützen. In diesem Zusammenhang spielt es prinzipiell keine Rolle, ob es sich um ein Menschen-Kind oder ein Tier-Kind handelt. Das Kindchenschema führt zu einer instinktiv milderen und toleranteren Einstellung. Dies gilt nicht nur hinsichtlich des Verhaltens zwischen erwachsenen Menschen gegenüber Kindern, erwachsenen Menschen gegenüber (jungen) Tieren, erwachsenen Tieren gegenüber Tierkindern sondern oftmals auch zwischen dem nachsichtigern Verhalten von Tieren, wie Katzen oder Hunden, gegenüber Menschenkindern (unter der Voraussetzung, dass sie keine schlechten Erfahrungen mit ihnen gemacht haben). Neben dieser Fähigkeit des Menschen, seine soziale Gefühlswelt aufgrund des Kindchenschemas auf Lebewesen einer anderen Spezies* auszudehnen, gibt es auch noch andere Erklärungsmodelle, auf die hier nicht weiter eingegangen wird.

Im Mensch-Übergangsfeld sahen sich die Menschen jener Zeit zwar als Tiere unter Tieren, waren diesen aber in ihrer physiologischen Ausstattung unterlegen. Mit der zunehmenden Entwicklung der Intelligenz und der damit verbundenen immer ausgeprägteren Fähigkeit, Handlungen zielgerichtet zu planen und schließlich auch durch sprachliche Fähigkeiten, war es ihnen möglich geworden, existentielle Erfahrungen als soziales Erbe über Generationen hinweg weiterzugeben. Mit diesen Fähigkeiten konnten die Menschen die Unzulänglichkeiten ihrer physischen Ausstattung kompensieren und das Überleben ihrer Gattung* sichern. Mit der Überwindung und Kultivierung der eigenen Triebhaftigkeit und der damit verbundenen Selbstkontrolle entfernte sich der Mensch aber auch aus der Gemeinschaft mit den Tieren. Die Sozialforscherin Greiffenhagen betont: „Der Mensch wurde zum Menschen, indem er sich der Natur entfremdete.“[4]

Die gemeinsame Grundlage, das Tierhafte, das Paradiesische des Gleichen unter Gleichen, des Nichtunterschiedlichen ging jedoch laut dem Psychoanalytiker und Zoologen Jürgen Körner im Menschen nicht verloren, sondern wurde nur unbewusst. In seinem Buch „Bruder Hund & Schwester Katze“ schreibt er:

„Das Kultivierte des Menschen ist das Ergebnis einer Selbstdomestikation, die in jedem Kind in einem sehr langen und mühseligen Prozeß der Erziehung bis hin zum Erwachsenwerden erzwungen werden muss“.[5]

Weil die Zivilisierung des einzelnen Menschen einerseits Unbewusstes aber andererseits auch Selbstbewusstsein schafft, entfernt sich der Mensch dadurch von den Tieren. Dies ermöglicht ihm die Herrschaft über sie, er bleibt ihnen aber im Unbewussten dennoch nahe. Er ahnt den Verlust aus der verlorenen Nähe zum Tier und sehnt sich danach, diese Nähe wiederzuerlangen.[6]

1.3 Der Bedeutungswandel des Tieres innerhalb der Mensch-Tier-Beziehung

Im Laufe der Geschichte und in Abhängigkeit von der jeweiligen Kultur kam es über die Jahrtausende hinweg zu einem Wandel in der Beziehung von Menschen gegenüber Tieren.

1.3.1 Bedeutung des Tieres in Jäger- und Sammlerkulturen der Vorzeit

Wie bereits im letzten Kapitel angesprochen, war das Leben des Menschen ursprünglich eng mit dem des Tieres verbunden. Tiere sicherten das Überleben der Menschen und stellten zum Teil auch schon Gefährten im Alltag dar (z. B. Hunde). Tiere spielten aber auch in der menschlichen Vorstellung gegenüber dem Ursprung und der Behandlung von Krankheiten eine wichtige Rolle. Für alle Jäger- und Sammlerkulturen waren und sind zum Teil noch bis heute animistische* Glaubenssysteme charakteristisch. Sie gingen davon aus, dass alle Lebewesen, ebenso wie andere natürliche Objekte und Phänomene, mit einer unsichtbaren Seele, Geist oder „Essenz“ erfüllt wären. Diese Seele erfülle den bewussten Körper mit Leben, sei aber auch in der Lage, den Körper zu verlassen und außerhalb des Körpers und unabhängig von diesem zu handeln und zwar dann, wenn der „Inhaber“ träume oder auf andere Weise „unbewusst“ sei. Daher gingen die Menschen davon aus, dass Krankheiten und Unglück direktes Resultat von Angriffen auf die Seele einer Person seien, welche von bösen (Tier-)Geistern, denen man in jenen Perioden der Bewusstlosigkeit begegnet, ausgeführt wurden. Um dies zu vermeiden, wurden alle Tiere, egal, ob tot oder lebendig, mit großem Respekt behandelt. Andernfalls hätten der Jäger und seine Familie erwarten müssen, dass ihnen Unglück, Krankheit, Behinderung oder Tod widerfahren werde.

Damit eng im Zusammenhang stehend war aber auch der Glaube an persönliche Tier-Schutzgeister, die verehrt wurden, damit sie den jeweiligen Stamm beschützten.[7]

1.3.2 Bedeutung des Tieres in der Antike

Seit der Antike ist der Besitz von Tieren zur Gesellschaft des Menschen in Europa und Asien verbreitet und Angehörige der Oberschicht gaben viel Geld für diese aus. Schon frühe griechische Einwohner erfreuten sich um das 3. Jh. v. Chr. an der Haltung von Affen und Hunden. Das Gleiche galt für die Angehörigen der römischen Oberschicht, die neben Affen und Hunden auch Vögel und Fische als Haus- und Heimtiere hielten. Der Frau Neros wird sogar nachgesagt, sie habe die Hufe ihrer Esel vergolden lassen. In China hatten Hunde, die als heilig galten, einen besonderen Platz im Gericht des Herrschers, halfen dabei, ihn zu beschützen, schliefen in seinem Bett und aßen von seinem Mahl. Im alten Ägypten wurden Katzen verehrt. Sie aßen mit vom Teller des Besitzers, wurden oft mit Juwelen versehen und bei Krankheit medizinisch versorgt. Wenn eine Katze starb, wurde sie mumifiziert und die Familie, der sie gehörte, rasierte sich aus Trauer die Augenbrauen ab.

Es gab in dieser Zeit noch viele weitere Tiere, die in verschiedenen Ländern als Haus- und Heimtiere gehalten und/oder verehrt wurden.[8]

1.3.3 Bedeutung des Tieres im Mittelalter

Während des Mittelalters zu Zeiten der „Hexenverfolgungen“ kam in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Schottland die Überzeugung auf, dass einige Tiere in Verbindung mit dem Teufel stehen würden. Die zuvor in Ägypten als Gottheiten verehrten Katzen traf es dabei besonders hart, aber auch Hunde, Hähne, Ziegenböcke usw. wurden daraufhin negativ besetzt. Die päpstliche Inquisition vertrat die Ansicht, dass mittelalterliche Hexen und Zauberer nicht nur mit dem Teufel in Tiergestalt verkehrten, sondern auch eine schamanische Fähigkeit besäßen, sich und andere in Tiere zu verwandeln. Auch in England und Skandinavien wurde Hexen nachgesagt, dass sie über übernatürliche Bekannte verfügen würden, von denen die meisten in Gestalt von Tieren erschienen. Kurz gesagt, die enge Beziehung mit Tieren oder die Zuneigung zu ihnen, die einst ein Zeichen schamanischer* Macht oder angehender Heiligkeit war, wurde stattdessen zu einem Symbol des Teuflischen. Die Begleitung von Tieren blieb in der volkstümlichen Vorstellung des Mittelalters und der Renaissance immer noch als etwas „aus einer anderen Welt“, aber hauptsächlich als potentielles Instrument des Bösen – als Macht, anderen anhand übernatürlicher Kräfte Schaden zuzufügen. Außerdem wurden Tiere zu dieser Zeit als rational angesehen, d. h. man glaubte, dass sie zwischen Recht und Unrecht unterscheiden und dementsprechend für ihr Handeln verantwortlich gemacht werden könnten. Somit kam es dazu, dass Tiere vor Gericht angeklagt und zum Tode durch Erhängen oder auf dem Scheiterhaufen verurteilt wurden. Domestizierte Tiere wurden dabei vor ein weltliches und wilde Tiere vor ein kirchliches Gericht gestellt. Zur Zeit der Hexenprozesse wurde beispielsweise ein Hund erhängt, weil er angeblich dabei gesehen wurde, wie eine unsichtbare Hexe auf ihm ritt bzw. wurde ein Schwein vor Gericht zum Tod durch Erhängen verurteilt, weil es angeblich sein Ferkel getötet und aufgefressen hätte.

Durch die Inquisition wurde somit die menschliche Führung untermauert, Selbstbeherrschung, Bürgerlichkeit und Keuschheit betont, und dabei gleichzeitig das verworfen, was als animalische Eigenschaften, wie Impulsivität, Grobheit und Zügellosigkeit angesehen wurde.[9]

1.3.4 Bedeutung des Tieres in der Aufklärung

Das Ende des 17. Jahrhunderts und der Anbruch der Aufklärung brachten einen gewissen Wandel in der öffentlichen Wahrnehmung der Tiere mit sich. Es kam wieder zu einer positiveren Einstellung gegenüber Tieren und Natur, was zu einem Rückgang der anthropozentrischen* Einstellungen des Mittelalters und der Renaissance führte. Wilde Tiere wurden überwiegend nicht mehr als Bedrohung des Menschen angesehen und das Halten von Haus- und Heimtieren dehnte sich von der Oberklasse auf die neu aufkommenden städtischen Mittelklassen aus. Dieser Wandel in den Einstellungen und Verhaltensweisen gegenüber Tieren wird in erster Linie den zu dieser Zeit stetigen Migranten aus den ländlichen Gegenden in die Städte zugeschrieben. Dieser ländliche Exodus half dabei, großen Teilen der Bevölkerung, deren direkte Beteiligung an der verbrauchenden Verwertung von Tieren zu verdeutlichen und führte zum Aufkommen erster Tierschutzgedanken. Die Vorstellung, dass eine verantwortungsvolle Beziehung mit Tieren vor allem für Kinder eine sozialisierende Funktion mit sich bringen könnte, kam auch ungefähr zu dieser Zeit ins Gespräch. John Locke befürwortete im Jahre 1699, den Kindern Hunde, Eichhörnchen und Vögel zu geben, damit sie sich um sie kümmern und diese ein Mittel darstellen, sie zu ermutigen, empfindsame Gefühle und Verantwortungsbewusstsein für andere zu entwickeln. Viele Reformer des 18. Jh. bezogen sich auf die Schriften von John Calvin und Thomas Hobbes, und glaubten, dass Kinder lernen könnten, durch das Pflegen und Behüten echter Tiere, über ihre eigenen angeborenen tierähnlichen Merkmale nachzudenken und diese Eigenschaften auch zu kontrollieren. Vor allem Mitleid und Sorge um das Wohlergehen von Tieren wurde eines der berühmten didaktischen Themen der Kinderliteratur des 18. und 19. Jh., deren klarer Hintergedanke darin bestand, besonders den männlichen Kinder eine ethische Freundlichkeit und Sanftheit einzuschärfen.[10]

Im späten 18. Jh. wurden auch erste Theorien über den sozialisierenden Einfluss aus der Anwesenheit von Tieren auf die Behandlung geistig Kranker aufgestellt (vgl. Kap. 5.2.1).

1.3.5 Bedeutung des Tieres in westlichen Industriegesellschaften der Neuzeit

Auf ähnlich wankelmütige Weise wie das Tier im Laufe der Geschichte innerhalb verschiedener Epochen und Kulturen unterschiedlich wahrgenommen wurde, so lässt sich auch die gegenwärtige Situation der Mensch-Tier-Beziehung beschreiben. Die möglichen Gründe, die dazu führen, dass Menschen sich wieder zur Natur hingezogen fühlen, liegen mitunter in der Entfremdung von der Natur durch Technisierung, in der Veränderung der Lebensräume und im Wandel von der Großfamilie zur Kleinfamilie.

Vor allem in westlichen Industriegesellschaften handelt es sich aber um eine paradoxe Situation gegenläufiger Entwicklungen: einerseits werden immer mehr Tierarten ausgerottet, für Tierversuche missbraucht oder verbringen ein qualvolles Leben in der Massentierhaltung, andererseits wird das Tier immer stärker als Partner des Menschen angesehen und mitunter sehr verwöhnt.[11] Somit stellen die gegenwärtige Ausbeutung und Versachlichung der Tiere gegenüber der Tierliebe und damit verbundenen Tierschutzgedanken einen Widerspruch dar. Momentan besteht ein unlösbarer Konflikt in der Beziehung des Menschen zum Tier, weil es nicht gelingt die zwei Seiten des Widerspruchs miteinander zu verbinden: einerseits meint dies die Überlegenheit und Herrschaft über das Tier und andererseits die leibliche Nähe zum Tier.[12]

Auf ähnliche Weise wie es im Laufe der Geschichte zu einem Wandel in der Wahrnehmung von Tieren gekommen ist, so hat sich auch die Gesellschaft selbst verändert. Im Zuge der Industrialisierung wurde der Grundstein für eine zunehmende Technisierung gelegt, was eine Entwicklung von der Agrar- zur Industriegesellschaft und somit eine weitgehende Entfremdung von der Natur mit sich brachte.

Mit der Frage, welche Herausforderungen und Chancen hinsichtlich eines gesunden Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen damit bis heute verbunden sind, beschäftigt sich das nächste Kapitel.

2. Heimtiere innerhalb des Familienverbundes

2.1 Tiere als Familienmitglieder

Laut einer im Jahre 2003 vom Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) veröffentlichten Studie, werden die meisten Heimtiere in der Bundesrepublik Deutschland in Familien mit Kindern gehalten. Die Kenntnis dessen, wie Tiere in der Familie wahrgenommen und behandelt werden, ist wichtig, um nachvollziehen zu können, mit welcher Auffassung von Tieren, Kinder in unseren Breitengraden aufwachsen. Laut einer Untersuchung Berglers haben Kinder mit Heimtieren Eltern, welche in 71 Prozent der Fälle in der eigenen Kindheit auch schon Heimtiere hatten, was ebenso bei 66 Prozent der Großeltern schon der Fall war. Dies hat eine entscheidende Schlüsselfunktion für die spätere Beziehung zu Tieren und den damit einhergehenden möglichen Vorteilen für die kindliche Entwicklung.[13]

Wenn man die Beziehung zwischen Kind und Heimtier und damit ihre Bedeutung für die kindliche Entwicklung erklären, verstehen und voraussagen will, dann muss man sich zunächst einmal veranschaulichen, welche (familiären) Einflussfaktoren überhaupt die Beziehung zu einem Heimtier mitbestimmen. Diesen Faktoren kommt in Abhängigkeit des Alters, Geschlechts und den Persönlichkeitsmerkmalen sowohl auf der menschlichen als auch auf der tierischen Seite eine unterschiedliche Gewichtung zu. Erst aus dem Zusammenwirken aller Aspekte wird letztendlich verständlich, warum Kinder sich so intensiv mit Heimtieren anfreunden und gerade deshalb von diesen so sehr gefordert, gefördert und erzogen werden.[14]

Wenn Kinder in einem intakten Familienumfeld aufwachsen, findet jeweils eine spezifische Form der Wechselbeziehung zwischen Mutter und Vater, zwischen den Eltern und ihrem Kind bzw. ihren Kindern statt. Das Kind erlebt sich als Teil einer Intimgruppe, die von der ökonomischen, ökologischen und beruflichen Situation der Eltern stark geprägt ist. Hinzu kommen kulturelle und religiöse Rahmenbedingungen aber auch die Frage, inwieweit ein Kind in eine Familie mit oder ohne Heimtiere hineinwächst. In den Kinderbefragungen Reinhold Berglers zeigte sich, dass in Familien, in denen ein Hund lebt, eine enge Beziehung zu diesem besteht und er als Familienmitglied angesehen wird. Die folgende Graphik zeigt die Familienbeziehungen und deren Einflussfaktoren auf das gemeinsame Zusammenleben:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Familienbeziehungen und deren Einflussfaktoren (nach Bergler 1994)[15]

Wie es dazu kommen kann, dass ein Heimtier als Familienmitglied angesehen wird, zeigen die nächsten Abschnitte.

2.1.1 Du-Evidenz

Die so genannte „Du-Evidenz“ meint die Tatsache, dass Menschen und höhere Tiere miteinander Beziehungen knüpfen können, die denen zwischen Menschen bzw. Tieren untereinander ähnlich sind. Entscheidend dafür ist die subjektive Gewissheit, dass es sich bei einer solchen Beziehung um eine Partnerschaft handelt.[16] Ein äußert treffendes Beispiel zur besseren Verdeutlichung liefert eine Passage aus dem Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine Saint-Exupéry:

„Gewiss“, sagte der Fuchs. „Du bist für mich noch nichts als ein kleiner Knabe, der hunderttausend kleinen Knaben völlig gleicht. Ich brauche dich nicht, und du brauchst mich ebenso wenig. Ich bin für dich nur ein Fuchs, der hunderttausend Füchsen gleicht. Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für dich einzig sein in der Welt …“.[17]

Somit ist die Du-Evidenz also die notwendige Voraussetzung dafür, dass Tiere in Erziehung, Pädagogik und Therapie helfen können.[18]

2.1.2 Der Einfluss der Namensgebung

In einer Befragung von Klienten einer Tierklinik durch Beck und Katcher wurde deutlich, dass vor allem die Tatsache, dass Heimtiere einen Namen erhalten, dazu führt, dass sie vom Menschen noch mehr als Familienmitglied wahrgenommen werden:

„Einen Namen zu besitzen, ist die Grundlage dafür, ein Individuum und eine Person zu sein. Wenn wir unsere Namen weggenommen bekämen, würden wir das Gefühl haben, dass wir nicht länger eine Person sind. Indem wir einem Tier einen Namen geben, bestätigt dies seine Individualität […]“.[19]

Darüber hinaus impliziert der Akt der Namensgebung einen besonderen Umgang mit dem Tier und führt dazu, dass ihm bestimmte Eigenschaften zugeschrieben werden. Tiere, die einen Namen besitzen, erhalten mehr Zuneigung als unbenannte Tiere.[20]

2.1.3 Verschiedene Rollen des Heimtieres

Haustiere können im Kontext einer Familie sowie in Abhängigkeit der jeweiligen Personen verschiedene wichtige Rollen einnehmen. Während ein Heimtier vermutlich für alle Familienmitglieder die Rolle als Freund, Vertrauensperson oder eine Quelle der Unterstützung und Zuneigung[21] darstellt, kann es darüber hinaus eine ganz unterschiedliche Bedeutung bezogen auf Eltern und Kinder haben. Während Heimtiere – die ja nie in dem Sinne groß werden, wie es Kinder tun - für Eltern mitunter einen konstanten Zugang zu unkomplizierter Zuneigung darstellen können, welche ihnen von den älter werdenden Kindern verwehrt wird, stellen sie für Kinder eher einen Spielkameraden dar. Im Vergleich zu unseren menschlichen Partnern und Freunden haben Heimtiere typischerweise nur wenig Forderungen an uns, hegen keinen Groll, sind selbst nach kürzester Trennung meistens froh uns wieder zu sehen und belohnen uns sogar für das kleinste bisschen Aufmerksamkeit, indem sie Laute von sich geben, gestreichelt werden wollen oder mit dem mit Schwanz wedeln.[22]

Dies unterstreicht auch die folgende Untersuchung:

Dr. Norbert Rehm von der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in München, führte eine Befragung von 316 Familien mit insgesamt 555 Kindern im Alter von 3 bis 14 Jahren durch. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie zum Zusammenleben von Eltern, Kind und Hund im sozialen Verband der Familie werden im folgenden Abschnitt dargestellt:

Ein Drittel der Eltern sieht den Hund als ein Kind auf vier Beinen an, also

als ein Familienmitglied, für das man volle Verantwortung übernehmen muss.

Nahezu alle Familien betrachten den Vierbeiner als Spielgefährte des Kindes.

In knapp 80 Prozent der befragten Familien wird der Hund als Tröster und Zuhörer angesehen und als Vertrauter sogar noch bei 60 Prozent.

Knapp 90 Prozent der Eltern glauben, dass Hunde für die Ausbildung des Sozialverhaltens bei Kindern von Nutzen sind. Im Umgang mit Hunden entwickeln sie soziale Tugenden wie Toleranz, Rücksichtnahme und Fürsorge.

Weit über 80 Prozent der Eltern sehen den Hund als Förderer von Verantwortungsgefühl.

Die Eltern nehmen in der Kind-Hund-Beziehung eine wichtige Funktion ein. Das Kind lernt von ihnen den richtigen Umgang mit dem Hund und welche Stellung er in der Familie einnimmt.[23]

2.1.4 Kommunikation mit und über das Heimtier

In vielen Familien wird mit Haustieren gesprochen als wären sie Menschen. Darüber hinaus können Tiere aber auch die Kommunikation und Interaktion zwischen Familienmitgliedern erleichtern, indem sie dabei helfen, eine Brücke zwischen Personen zu schlagen, die über und durch das Tier leichter miteinander kommunizieren können.[24] Ein Tier kann zwar sprachliche Informationen nicht verstehen, nimmt aber dennoch intuitiv Stimmungen wahr, indem es nonverbale Signale auffängt. Sowohl Gesten, Blicke, Bewegungen und Berührungen, aber auch Stimmmodulation und Sprachrhythmus im jeweiligen Kontext sind dafür entscheidend.[25] Durch diese Art der analogen Kommunikation kann laut Watzlawick Bezogenheit ausgedrückt werden. Dem gegenüber steht die digitale Kommunikation welche durch verbale Sprache stattfindet. Durch digitale Kommunikation werden keine Beziehungen, sondern Inhalte transportiert. Während diese Kommunikation durch Worte bewusst steuerbar und damit auch manipulierbar ist, findet analoge Kommunikation eher unbewusst statt und ist daher kaum zu verfälschen.[26] In der Gegenwart eines Tieres ist dies auch nicht notwendig. Einem Tier kann – und muss – man nichts vormachen.

Heimtiere können auch als ein „Barometer“ für die Atmosphäre innerhalb von Familien angesehen werden. Viele Familienmitglieder haben Situationen beschrieben, in denen sich das Heimtier während freudiger Ereignisse sehr ausgelassen verhalten hat, aber niedergeschlagen war, wenn ein Familienmitglied traurig war oder sogar mit anderen Tieren im Haushalt gekämpft hat, wenn es große Spannungen innerhalb der Familie gab.[27]

2.1.5 Heimtiere in den verschiedenen Stufen des familiären Lebenszyklus

Wie im letzten Abschnitt bereits angesprochen wurde, können Heimtiere, bezogen auf das jeweilige Familienmitglied, unterschiedliche Rollen einnehmen. Dies gilt auch für die verschiedenen Phasen des Familien-Lebenszyklus. Um die Beiträge, die Heimtiere in den verschiedenen Stadien der Familienentwicklung zukommen können, zu beschreiben, bieten die Stadien des familiären Lebenszyklus nach Duvall ein Netzwerk wichtiger Bezugspunkte für die Untersuchung der Veränderungen innerhalb der Familienrollen- und -strukturen.

Die Stadien des familiären Lebenszyklus nach Duvall lauten folgendermaßen:

1. Stadium: Aufnahme-Stadium (frisch Verheiratete)

2. Stadium: Familien mit Kleinkindern

3. Stadium: Familien mit Vorschulkindern

4. Stadium: Familien mit Schulkindern

5. Stadium: Familien mit Jugendlichen

6. Stadium: Familien mit jungen Erwachsenen

7. Stadium: Eltern im mittleren Lebensalter

8. Stadium: Alternde Familienmitglieder

Man muss jedoch beachten, dass sich viele Familien im Übergang von einer Phase zur nächsten befinden können oder nicht in den beschriebenen Zeitplan hineinpassen.[28] Außerdem gibt es andere Familienformen, wie allein erziehende Elternteile, kulturell gemischte Ehen, homosexuelle Partnerschaften sowie weitere Familienformen, die mit spezifischen Herausforderungen konfrontiert sind und unterschiedliche Erfahrungen und Erwartungen von der Familie haben, aber nicht in diesem Netzwerk dargestellt werden. Duvalls Vorschlag sollte demnach mehr als eine Richtlinie denn als ein starres Netzwerk verstanden werden.

Die Stadien des Familien-Lebenszyklus überschneiden sich aber auch mit dem Lebenszyklus ihres Heimtieres. Damit ist gemeint, dass sich Rollen und Beiträge von Menschen und Tieren weiter entwickeln und verändern, während sich beide durch die verschiedenen Stadien hindurch bewegen. Das junge, freche Heimtier in einer Familie mit Vorschulkindern hat vier oder fünf Jahre später mitunter eine ganz andere Rolle, weil sich die Familie zu diesem Zeitpunkt vermutlich schon zu einem weiteren Stadium des Lebenszyklus hin bewegt hat, z. B. zu einer Familie mit Schulkindern. Allerdings hat sich auch das Heimtier in seinem Lebenszyklus weiter bewegt und wird nun vielleicht als „Senior“ betrachtet.

Ein weiterer Aspekt, der betrachtet werden sollte, ist die Vielzahl der Tiere innerhalb einer Familie durch den familiären Lebenszyklus hindurch. Eine Familie kann z. B. schon ein „Familientier“ im frühen Lebenszyklus der Familie besitzen und sich schließlich dazu entscheiden, noch zusätzliche Heimtiere in die Familieneinheit mit aufzunehmen, beispielsweise dann, wenn die Kinder ins Jugendalter und ins junge Erwachsenenleben kommen.

Innerhalb der Familieneinheit kann der Besitz von Heimtieren auch dahingehend eine Quelle sozialer Unterstützung sein, weil das Heimtier ein Gefühl von Kontinuität über den Lebenszyklus der Familie liefert. Heimtieren kann vielleicht außerdem in Zeiten großer Lebensereignisse und besonderer Übergänge im Lebenslauf eine besonders wichtige Funktion zukommen. Individuen und Familienmitglieder haben in Situationen, wie Scheidung, Wiederheirat, Tod des Partners oder dem Auszug der Kinder einen gestiegenen Wunsch und ein Bedürfnis, ihrem Heimtier nah zu sein. Der mit dem Verlust und/oder Hinzukommen eines neuen Übergangs im Lebenslauf verbundene Stress, kann vielleicht die von einem Tier ausgehende Zuneigung unschätzbar machen.[29]

Ähnlich wichtig ist es, den Stress des Heimtieres während Zeiten des Verlusts und/oder neuen Übergängen im Lebenslauf zu bedenken. Weil Menschen und Tiere miteinander interagieren, können Veränderungen im Leben auch potentiell beide auf dramatische Weise beeinflussen. Bereits in seinen ersten Studien über die Beziehung zwischen Mensch und Tier sagte Levinson:

„Die Rolle des Heimtieres in der Familie wird von der Familienstruktur, der emotionalen und körperlichen Stärke und Schwäche jedes Familienmitglieds abhängen, dem emotionalen und sozialen Klima“.[30]

2.1.6 Herausforderungen im Umgang mit Heimtieren

Bis zu diesem Punkt hat sich der größte Teil der Betrachtung auf die mit Heimtieren verbundenen Vorteile und Stärken gerichtet. Dennoch sollen mögliche Herausforderungen und Probleme, die im Umgang mit Heimtieren auftreten können, nicht verschwiegen werden. Eine Herausforderung, die mit Heimtieren verbunden ist, sind die finanziellen Kosten, welche u. a. Futter, medizinische Versorgung, Spielsachen, Fellpflege umfassen.

Andere Herausforderungen bezogen auf Heimtiere betreffen Zeit- und Zuständigkeitspunkte. Neben ihrer Grundversorgung brauchen und wollen die meisten Heimtiere Aufmerksamkeit, Zuneigung und soziale Interaktionen mit ihren Menschen.[31]

Wenn man die Rollen von Heimtieren innerhalb der Familie betrachtet, muss man eine klare Unterscheidung treffen zwischen dem Besitz eines Tieres und der Bindung zu diesem Tier. Eine Familie kann beispielsweise ein Tier besitzen, muss aber nicht notwendigerweise stark an das Tier gebunden sein. Dies zeigt sich anhand der hohen Zahl von Tierbesitz in Familien mit Schulkindern und Jugendlichen, welche nur einen niedrigen Grad der Bindung zu ihren Heimtieren haben. Dieses Phänomen kann vielerlei Ursachen haben: Eltern schaffen sich vielleicht Heimtiere an, weil sie glauben, dass ihre Kinder mit Tieren aufwachsen sollten und wollen das Verantwortungsgefühl ihrer Kinder fördern. Kidd et al. fanden beispielsweise heraus, dass Eltern mit hohen Erwartungen an Tiere bezogen auf die Übernahme von Verantwortung und auf eine anhaltende Beschäftigung der Kinder besonders häufig ihre Heimtiere vernachlässigten oder innerhalb von sechs Monaten ins Tierheim brachten. Jene Eltern berichteten, dass sie z. B. die Katze, die an Lautsprechern gekratzt hatte, lieber abgeben wollten, als die Umgebung zu ändern (z. B. Kratzbaum aufstellen) oder eine Verhaltensänderung zu bewirken. Dieser Aspekt macht deutlich, dass eine Durchschnittsfamilie im mittleren Stadium des familiären Lebenszyklus zwar viele Aktivitäten mit einem Tier erlebt, aber dabei dennoch nur eine begrenzte qualitative Zeit zur Verfügung stehen kann, um in die Mensch-Tier-Beziehung zu investieren. Während dieses Stadiums des familiären Lebenszyklus arbeiten vielleicht beide Elternteile und die Kinder sind evtl. an einer Vielzahl von Schul- und Nachmittagsaktivitäten beteiligt, so dass kaum genug Zeit und Energie bleibt, um dem Heimtier die Grundbedürfnisse zu erfüllen.[32] Dies macht deutlich, dass vor der Anschaffung eines Heimtieres die Bedürfnisse der Familie und des Tieres genau untersucht werden müssen und in manchen Fällen besser auf ein Heimtier verzichtet wird.

2.1.7 Der Verlust eines Heimtieres und der Einfluss auf die Familie

Der Verlust eines Heimtieres stellt eine weitere Herausforderung dar und hat je nach Stärke der Bindung einen starken Einfluss auf das Familiensystem. Trauer ist eine natürliche Reaktion auf Verlust, ist aber gleichzeitig auch eine komplexe emotionale Erfahrung. Trauerreaktionen unterscheiden sich sehr aufgrund der einzigartigen Beziehung, welche das Heimtier mit verschiedenen Familienmitgliedern gehabt hat. Ebenso unterscheiden sich die Trauerreaktionen und die Akzeptanz des Verlustes von Familie zu Familie. Für viele Menschen ist die erste Begegnung mit dem Tod in ihrer Kindheit der Verlust eines Heimtieres gewesen. Dieses Ereignis kann auf vielerlei Weise einen grundlegenden Einfluss auf unsere Gefühle, Gedanken und Wahrnehmungen vom Tod haben und eine Tendenz bilden für Einstellungen, welche ins Erwachsenenalter hineingehen.

Viele Faktoren können die Trauerreaktionen beeinflussen (z. B. Alter, Gesundheitszustand des Tieres, Umstände des Todes, Alter und Entwicklungsstand jedes Familienmitglieds usw.).

Der Tod eines Heimtieres kann aus vielen Gründen besonders schwer für Kinder sein. Erwachsene verstehen schließlich auf kognitivem Niveau, dass Heimtiere nicht so lange leben wie Menschen. Kinder andererseits wissen dies oft nicht oder verstehen es nicht. Sie befinden sich in unterschiedlichen Stadien emotionaler und kognitiver Entwicklung und haben somit eine andere Wahrnehmung vom Tod als Erwachsene. Bis Kinder ca. fünf bis sieben Jahre alt sind, verstehen sie die drei Komponenten des Todes nicht.[33] Dieses Konzept umfasst (1) die Irreversibilität, d. h. das Verstehen, dass ein Lebewesen einmal stirbt, dessen physikalischer Körper nicht wieder belebt werden kann und dass der Tod unwiderruflich und für immer ist; (2) das Nichtfunktionieren, d. h. das Verständnis, dass alle lebensdefinierenden Funktionen beim Tod enden und (3) die Universalität, d. h. das Verstehen, dass alle Lebewesen sterben.

Manche Kinder im Vorschulalter nehmen an, dass Tiere sterben, weil sie „schlecht“ waren und dies eine Form von Bestrafung sei oder sie fürchten vielleicht, dass sie selbst bald sterben werden und stellen sich eine Vielzahl anderer Misskonzepte vor, welche oft in Ideen wurzeln, welche anhand ihrer gewissermaßen egozentrischen und „magischen“ Gedanken charakterisiert sind. Dies zeigt auch das folgende Fallbeispiel:

„Die dreijährige Sarah kam zur Tagespflege und verkündete den anderen, dass ihre Katze „Bagel“ angefahren wurde und gestorben ist. Sarah erzählte der Gruppe weiter, dass sie sich sicher wäre, dass Bagel nun mit Gott lebt, wo ganz viele Vögel und Eichhörnchen sind. Später am Tag, fragte Sarahs Lehrer sie, wie sie sich fühlte, seit Bagel weg ist. Sarah antwortete, „Ich bin traurig (Pause)… weißt du, sie war drei Jahre alt. Hoffentlich sterbe ich nicht auch.“[34]

Einige Elternteile versuchen, ihren Kindern nicht zu erzählen, dass ihr Heimtier gestorben ist. Mit guten Absichten wollen sie ihre Kinder vor dem Schmerz, der mit einem solchen Verlust verbunden ist, schützen. Daher erfinden sie oftmals Geschichten, z. B. dass Heimtiere einfach verschwunden sind oder Freunde oder Verwandte im Land besuchen. Leider nehmen Kinder mehr wahr, als Eltern denken und finden die Wahrheit über den Tod schließlich doch heraus:

„Der acht Jahre alte Jonah war „Sparky“, der schwarzen Katze der Familie, sehr zugetan. Jonahs Familie lebte an einem ziemlich stark befahrenen Highway und eines Morgens wurde Sparky von der Müllabfuhr totgefahren. Nach einer kurzen Absprache zwischen den Eltern, begrub Jonahs Vater die Katze schnell. Die Eltern erzählten den drei älteren Kindern der Familie was passiert war, aber baten sie nichts zu sagen, weil Jonah zu traurig über die Wahrheit wäre… . So dachten sie sich die „Familiengeschichte“ aus, dass Sparkly einfach in den Wald hinter dem Haus abgehauen sein musste. Jonah war sehr traurig über die Neuigkeiten bezüglich Sparkys Verschwinden und verbrachte die nächsten Tage damit, hinter dem Haus im Wald nach Sparky zu suchen. Am Ende der Woche, hörte er mit dem Suchen auf. Mehrere Wochen vergingen und es wurde nur sehr wenig über Sparky geredet. Zu ihrer Bestürzung und Verwunderung verkündete Jonah ungefähr drei Wochen nach Sparkys Tod beim Frühstück,“Ich will nur, dass ihr wisst, dass ich nicht blöd bin! Ich weiß mittlerweile, dass Sparky vom Müllauto überfahren wurde! Und wann wolltet ihr mir die Wahrheit sagen?“[35]

Solch ein Verhalten der Eltern kann dazu führen, dass Kinder anfangen, ihren Eltern zu misstrauen, weil sie glauben, dass eine offene Kommunikation innerhalb der Familie nicht geschätzt wird. Außerdem können Eltern als Rollenmodelle angesehen werden, welche Lügen erzählen, um schmerzliche Situationen zu vermeiden. So schwer der Tod für Kinder und Eltern ist, sind Ehrlichkeit und entwicklungsbezogene angemessene Erklärungen sowie Trauerrituale besonders wichtig im Trauern um den Verlust des geliebten Heimtieres.

Eine andere weit verbreitete Idee von Erwachsenen ist, das „Entfernen“ des toten Heimtieres, z. B. aus seinem Käfig. So gut gemeint, wie diese Handlung sein kann, ist sie aus verschiedenen Gründen nicht geeignet. Erstens brauchen Kinder Zeit und Unterstützung, um den Verlust des Heimtieres zu betrauern. Die Beziehung zwischen dem Kind und dem geliebten Heimtier war einzigartig und sollte respektvoll behandelt werden. Zweitens können Erwachsene Kindern eine falsche Botschaft senden, dass Tiere „austauschbar“ sind und schnell durch andere ersetzt werden können. Drittens kann sich das Kind dafür entscheiden, nicht sofort ein neues Heimtier haben zu wollen. Die Entscheidung, ein neues Heimtier in die Familie aufzunehmen, sollte nicht vorschnell getroffen, sondern genau überlegt werden. Indem man sich selbst erlaubt, zu trauern und andere, die Trauer erleben, unterstützt, ist dies ein notwendiger und gesunder emotionaler Prozess.

Es gibt eine Vielzahl von Trauerreaktionen. Nicht jeder erlebt alle davon und die Intensität der Trauer ist für jedes Individuum einzigartig. Es kann ein Schock auftreten, Leugnung, Schuld, Depression, Wut, körperliche Traurigkeit und Protest über den Verlust des Heimtieres.

In den Rollen und Funktionen von Heimtieren unter Familienmitgliedern derselben Familie und gewiss von Familie zu Familie gibt es einige Unterschiede aber auch viele Übereinstimmungen. Wie sich gezeigt hat, dienen Heimtiere als Quelle der Liebe, Zuneigung und als Objekte menschlicher Zuneigung, sie können als Ersatz für ein anderes Familienmitglied fungieren. Sie scheinen die Kommunikation und Interaktion in einigen Fällen zu erleichtern und können als Norm oder Barometer der Spannung, von Konflikten oder Ängsten innerhalb der Familieneinheit operieren. Dadurch dass diese Rollen und Verantwortlichkeiten innerhalb der Familieneinheit gegeben sind, wird es ziemlich offensichtlich, warum so viele Menschen ihr Heimtier als ein Familienmitglied ansehen.[36]

Dennoch muss berücksichtigt werden, dass ein Tier in schlechtesten Fall auch zum Streitpunkt innerhalb einer Familie werden kann, anstatt eine Brücke zwischen Eltern und Kindern zu schlagen. Dies passiert vor allem dann, wenn einem Mitglied der Familie die ganze Versorgung des Tieres alleine zufällt, während sich beispielsweise das Kind nur hin und wieder einmal mit dem Tier beschäftigt. Es kommt dann häufig dazu, dass die Eltern sich dafür entscheiden, dass Tier ins Tierheim zu geben. Dieser Vorfall wird dann mitunter zu einem weiteren Makel in der Familiengeschichte des Kindes oder das Kind bekommt den Eindruck einer weiteren willkürlichen Untat seitens der Eltern.

Ein weiteres Extrem kann entstehen, wenn sich Kinder mit Hilfe eines Tieres völlig von der Außenwelt abschotten.[37]

3. Einflussmöglichkeiten von Heimtieren auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

3.1 Veränderte Kindheit und daraus resultierende Risikofaktoren für die weitere Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

„Ein Tier kann dem Kind dabei helfen,

die Aufgabe des Großwerdens zu meistern“.

(Boris M. Levinson)[38]

Im Laufe des letzten Jahrhunderts hat sich die Lebenswelt vieler Kinder in Deutschland stark gewandelt. Im Gegensatz zu den früheren Großfamilien in ländlicher Umgebung mit vielen Kindern und mehreren Generationen unter einem Dach wachsen heutzutage immer mehr Kinder als Einzelkinder, als Kinder allein erziehender Mütter oder Väter, als Kinder von Eltern, die ganztägig berufstätig sind oder als Kinder aus geschiedenen Ehen in der Stadt auf.[39] Hinzu kommen Kinder aus Familien, in denen ein Elternteil oder sogar beide Elternteile keine Arbeit finden. Nicht in Zahlen ausweisbar sind außerdem diejenigen Kinder, die in konfliktreichen Partnerschaften aufwachsen. Oft kommt noch eine Verarmung der intrafamiliären und extrafamiliären Bindungen hinzu und viele Kinder haben Schwierigkeiten, freundschaftliche Beziehungen zu Gleichaltrigen im ihrem sozialen Nahraum aufnehmen zu können.[40] Wir wissen bisher immer noch nur sehr wenig darüber, wie Kinder diese Lebensverhältnisse subjektiv verarbeiten und wie sich diese Veränderungen in psychischen Störungen und Erkrankungen widerspiegeln können.

Die Scheidungsforschung hat beispielsweise deutlich gemacht, dass das Auseinanderbrechen einer Familie – besonders dann, wenn eine lange Phase von Ehekonflikten vorausgegangen ist und/oder der Kontakt zu einem Elternteil abbricht bzw. sich verschlechtert – ein Kind jahrelang seelisch beschäftigen kann.[41] Weil sich viele Kinder dadurch in einem Umfeld entwickeln müssen, das Gefühle nach Geborgenheit, Gemeinsamkeit und gegenseitiger liebevoller Zuwendung nicht aufkommen lässt, kann dies zu Verhaltensauffälligkeiten führen (vgl. Kap. 5.5.3) und sogar bis ins Erwachsenenalter hinein Auswirkungen zeigen. Man weiß, dass Verhaltensauffälligkeiten und Leistungsstörungen häufig mit dem allgemeinen Familienklima oder mit Beziehungsstörungen zwischen dem Kind und seinen Eltern zusammenhängen. Außerdem stehen Auffälligkeiten in der Entwicklung oft mit aktuellen oder vergangenen familiären Belastungen, unrealistischen Erziehungszielen oder ungewöhnlichen Erziehungsvorstellungen der Eltern in Verbindung.[42] Weil viele Kinder berufstätige Eltern haben und die Großeltern nicht vor Ort wohnen, sind Kinder häufig zu so genannten „Schlüsselkindern“ geworden, welche den größten Teil des Tages sich selbst überlassen sind. Die Zeit, welche Eltern zusammen mit ihren Kindern verbringen, wird immer geringer, während der Zeitraum, in dem die Kinder alleine sind, immer größer wird. Um diese Zeitspanne zu überbrücken wäre ein Heimtier (z. B. ein Hund oder eine Katze) ideal, obwohl das Heimtier natürlich niemals einen wirklichen Elternersatz darstellt.

So hat beispielsweise eine wissenschaftliche Studie Reinhold Berglers, des Sozialpsychologen und Direktor des Psychologischen Instituts der Universität Bonn, ergeben, dass Heimtiere dabei helfen können „zentrale Risikofaktoren der kindlichen Entwicklung wie Einsamkeit, Konflikte und Vernachlässigung durch die Eltern zu vermeiden“. Des Weiteren machte Bergler in dieser Untersuchung die Entdeckung, dass Heimtiere förderlich für die Rahmenbedingungen der Erziehung und des Lernens für die Kinder sind.[43]

Neben dem bereits angesprochenen Wandel in der Familienstruktur selbst, ist es auch zu einer Veränderung der natürlichen Spielräume von Kindern gekommen. Besonders in Großstätten finden Kinder, abgesehen von einigen vorstrukturierten Spielplätzen, kaum noch Orte vor, die ihre Fantasie und kreative Tätigkeiten anregen. Viele Kinder erleben die gemeinsame Eingebundenheit von Menschen, Tieren und Pflanzen in die Natur nur noch bedingt. Elementare Erfahrungen, wie ein offenes Feuer machen, auf einem Ast schaukeln, Wasser stauen oder ein großes Tier beobachten, fehlen häufig.[44] Auch das Treffen mit (Schul-)Freunden ist problematisch, weil die meisten Kinder aufgrund der Zersiedlung der Wohnräume und der damit einhergehenden „Verinselung“ diesbezüglich stärker auf Erwachsene und deren Unterstützung angewiesen sind. Die bereits genannten Faktoren führen häufig dazu, dass sich der Alltag der Kinder von außen nach innen verlagert und die elterliche Wohnung zum Erlebnisraum wird. Somit hat sich nicht nur die Spielwelt sondern auch das Spielverhalten von Kindern verändert.

Elektronische Medien, wie vor allem Fernsehen und Computer, „sind als elektronische Großmutter zur konkurrierenden Sozialisationsinstanz bzw. zu einem vollwertigen Familienmitglied geworden“.[45] Viele Kinder verbringen heute einen großen Teil ihrer Freizeit vor dem Fernseher oder Computer, wodurch es häufig zu einem Verlust an Eigenaktivität und Naturerfahrungen, mangelnder Bewegung und einseitigen Sinneserfahrungen (Überstimulierung an optischen und akustischen Sinnesreizen, die nicht verarbeitet werden können) kommt, während zusehends Stimulierungen in emotionalen, sozialen und motorischen Bereichen fehlen. Hinzu kommt die Tatsache, dass Kinder die Realität größtenteils nur noch sekundär vermittelt bekommen. „Vielseher“ entwickeln nicht selten Konzentrationsstörungen und üben Wahrnehmungs- und Verarbeitungsmuster ein, die sich ungünstig auf das schulische Lernen auswirken können. Bei Kindern, die häufig gewalttätige Filme konsumieren, kann dies insbesondere dann zu einer gesteigerten Aggressivität führen, wenn ein solches Verhalten den Persönlichkeitscharakteristika entspricht oder vom sozialen Umfeld gefördert wird.[46]

Die oben genannten Merkmale der Lebenswelt vieler heutiger Kinder prägen deren Entwicklung entscheidend und stellen Risikofaktoren dar. Dennoch soll hier kein falscher Eindruck erweckt werden. In einem entsprechenden Umfeld können die geänderten modernen Lebensbedingungen Kinder viele Entfaltungs- und Kreativitätschancen ermöglichen, welche ihnen viel mehr Selbstständigkeit und Persönlichkeitsentfaltung eröffnen als in früheren Generationen. Gleichzeitig bergen sie aber auch neue Formen von Belastungen und Risiken, welche viele Kinder in ihren Bewältigungsmöglichkeiten überfordern können. Ein Kind kann im günstigsten Fall in einem behütenden, fördernden Umfeld aufwachsen. Dies ist gegeben, wenn Eltern und Erziehungsinstitutionen es meistern können, trotz der veränderten Lebensumstände den Kindern einen natürlichen Lebensraum zu bewahren, der es ihnen möglich macht, ohne übermäßigen Zeit- und Leistungsdruck ihre Möglichkeiten in einem natürlichen Lebensumfeld zu erkunden.[47]

Wenn Kinder gut lernen und sich als Menschen wünschenswert entwickeln sollen, müssen Eltern und Erziehungsinstitutionen versuchen, entsprechende Bedingungen herbeizuführen. Erziehung muss einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung von Beziehungsfähigkeit, sozialer Verantwortung, Entwicklung von Lernfähigkeit und Fantasie sowie von Zuverlässigkeit und der Entwicklung von Gefühlen leisten. Der Kindertherapeut Ulrich Gebhard betont die Bedeutung des Naturkontakts von Kindern für deren seelische Entwicklung:

„Je weniger Freizügigkeit, je weniger Anschauung der Natur mit ihren biologischen Prozessen, je weniger Kontaktanregung zur Befriedigung der Neugier, desto weniger kann ein Mensch seine seelischen Fähigkeiten entfalten und mit seinem inneren Triebgeschehen umzugehen lernen“.[48]

Und auch Jean-Jacques Rousseau betont in seinem 1762 erschienen philosophischen Roman «Émile ou De l´ éducation“ („Emil oder Über die Erziehung“) bereits, dass sich die richtige Erziehung an der Natur orientieren müsse, da das Kind in erster Linie durch diese lerne.

Die Bedeutung eines Heimtieres für die Entwicklung von Kindern wird von vielen Eltern, vor allem von denjenigen, die selbst ohne Tiere aufgewachsen sind, weitgehend unterschätzt. Natürlich können Kinder auch ohne irgendein Heimtier glücklich aufwachsen, denn liebevolle und verständige Eltern sind allemal wichtiger. Dennoch wünschen sich viele Kinder ein eigenes Tier und wie sich bereits gezeigt hat, kann dies durchaus berechtigte Gründe haben.

3.1.1 Erwartungen von Kindern und Eltern gegenüber Tieren

Oftmals versprechen sich Kinder von einem tierischen Familienzuwachs in erster Linie einen Zuwachs an neuen Erlebnissen, Freude und Glücksgefühl. Jenes Gefühl von Glück und Freude wird in unserer heutigen materialisierten Leistungsgesellschaft leider immer rarer. Tiere hingegen sprechen die meisten Kinder viel elementarer und direkt in ihrer Gefühlswelt an. Das „Kind-Ich“ darf sich hier neugierig und freundlich einem lebendigen „Tier-Du“ zuwenden und es streicheln und lieb haben.[49]

Prof. Bergler hat sich seit Jahren wissenschaftlich mit der psychologischen Bedeutung von Heimtieren für den Menschen beschäftigt. Er vertritt die Auffassung,

„dass Heimtiere - obwohl sie die Eltern niemals „ersetzen“ können - eine wesentliche, wissenschaftlich nachweisbare und von den Kindern erwünschte „Erziehungshilfe“ sind […] darüber hinaus fördern Heimtiere aber auch das Entstehen günstiger Rahmenbedingungen für das Lernen; sie fordern auf zu einer ungetrübten Eroberung der Umwelt und fördern positive Erfahrungen und Erlebnisse“.[50]

Auch Greiffenhagen betont:

Kinder gedeihen besser, wenn ihnen ein Tier als Gefährte beigestellt wird: als Identifikationssymbol, als Tröster oder als unbestechlicher und konsequenter Erzieher. Kinder, die mit Tieren aufwachsen, zeigen mehr Verantwortungsgefühl, Einfühlungskraft und Mitleid.[51]

3.1.2 Besonders geeignete Tiere für Kinder

Weil Kinder eine tiefe Beziehung suchen, die von freundlichen und erfreulichen Gefühlen getragen ist, hängt das Tier, welches sich das Kind wünscht und welches überhaupt für es geeignet ist, sehr stark vom Wesen des Kindes, seiner Veranlagung, seinem Alter und Umwelteinflüssen ab. Man könnte von folgenden „Modellen“ ausgehen: ein „Mitspiel-Tier“, ein „Streicheltier“, ein „Herumtoll-Tier“, ein „Beobachtungstier“, ein Tier gegen Einsamkeit und Angst, ein Tier, das meistens vergnügt ist, ein Tier, das Erfolgserlebnisse vermittelt, ein Tier, das dem Kind ganz alleine gehört. Natürlich wird es kein „Wundertier“ geben, das alle dieser Möglichkeiten und Träume verkörpert und daher sollten die wahren Wünsche des Kindes erkannt und berücksichtigt werden, um ein geeignetes Tier auszusuchen.[52]

3.2 Zuordnung der Bedeutung von Tieren auf verschiedene Stadien der kindlichen Entwicklung

In der Kinderpsychologie werden verschiedene Entwicklungsstufen und

–phasen unterschieden, die von allen Kindern mit kleineren oder größeren Abweichungen von einem Normalmaß durchlaufen werden. Der Erlanger Psychologe Erhard Olbrich hat die These aufgestellt, dass „Tiere in allen Stadien der kindlichen Entwicklung zur Verbesserung von Kompetenzkognitionen des Kindes beitragen können“.[53]

Dieser Frage sind auch der amerikanische Kinderpsychoanalytiker Boris Levinson und der französische Tierarzt Ange Condolet unabhängig voneinander nachgegangen. Sie haben sich damit beschäftigt, welche Bedeutung Tieren für jede dieser kindlichen Entwicklungsstufen zukommen kann. Bei ihren Ergebnissen handelt es sich zwar lediglich um empirisch nicht abgesicherte Ideen und Thesen, aber diese können dennoch Gedankenanstöße liefern.[54]

Auch wenn es in Abhängigkeit verschiedener psychologischer Schulen und Richtungen Differenzen bei der Bewertung und Festlegung der einzelnen Phasen gibt, sind dennoch einige allgemein akzeptierte Grundlagen über die wichtigsten Stufen der kindlichen Entwicklung vorhanden. Die folgende Zuordnung erfolgte dabei vor allem in Anlehnung an Erik Eriksons Theorie der Persönlichkeitsentwicklung.

3.2.1 Das Kleinkind

(1) Vertrauen versus Misstrauen (erstes Lebensjahr)

Entwicklungsforscher sind sich darüber einig, dass für den hilflosen Säugling oder das von der Versorgung und Geborgenheit der Eltern abhängige Kleinkind, die Rückversicherung der eigenen Sicherheit und des eigenen Schutzes mit die wichtigsten frühen Bedürfnisse sind. Diese ersten Beziehungen werden zu Mustern oder internen Arbeitsmodellen für die künftigen Beziehungen zu Menschen: So begrüßen Babys, die sich ihrer Sicherheit gewiss sind, unbekannte Menschen als höchstwahrscheinlich freundliche Personen.[55] Aber auch ein Kleinkind, das sich während eines Gewitters oder beim Kontakt mit einem großen unbekannten Tier auf dem Arm eines Elternteils geborgen und sicher fühlt, neigt im weiteren Verlauf der Kindheit bei vergleichbaren Ereignissen weniger dazu, Angst zu haben. Diese These wird von den im Jahre 1990 durchgeführten Untersuchungen Perris et al. untermauert, die gezeigt haben, dass Gegenstände, welche Kleinkindern im Laufe des ersten Lebensjahres und dann erneut im Alter von zwei Jahren gezeigt werden, weder Angst noch Weinen hervorrufen als wenn die gleichen Gegenstände einem älteren Kind zum ersten Mal gezeigt werden. Ähnlich verhält es sich laut Untersuchungen von Bass und Davis in 1994 mit traumatischen Erlebnissen, welche sich in diesem frühen Entwicklungsstadium ereignen, da diese einen anhaltenden Einfluss auf das Individuum haben können.[56]

Wenn Kleinkinder also keine schlechten Erfahrungen mit Tieren haben machen müssen, fühlen sie sich zu ihnen hingezogen und gehen meist unvoreingenommen auf diese zu. Sie suchen im Tier hauptsächlich Sicherheit und Geborgenheit. Außerdem sind Kinder in dieser Entwicklungsphase in ihren Tag- und Nachträumen von vielen Tieren umgeben und identifizieren sich oft selbst mit großen Tieren bzw. stellen Erwachsene im Spiel als Tiere dar. Viele Kinder glauben an die Verwandlung von Menschen in Tiere oder umgekehrt und sind außerdem oftmals davon überzeugt, dass ein Tier als Mensch in einer anderen Gestalt spricht.

Während den in dieser Lebensphase häufig von Kindern entwickelten Ängsten, insbesondere der Trennungsangst, hilft ein kuscheliges, weiches und immer präsentes Tier. Nach Auffassung Levinsons dient solch ein Tier als Mittler und hilft dem Kind dabei, eine Brücke zwischen dem Ich des Kindes und seiner Umwelt zu schlagen und liefert einen Beitrag zur Entwicklung von Vertrauen in sich und die Umwelt.[57]

Im Zusammenhang mit dem Bedürfnis eines Säuglings oder Kleinkinds nach Sicherheit wird von Melson auch auf die bereits in Kapitel 1 erwähnte Biophilie-Hypothese hingewiesen. Diese besagt unter anderem, dass die ruhige und freundliche Gegenwart eines Tieres beim Menschen evolutionär bedingt ein Gefühl von Sicherheit sowie Entspannung herbeiführt. Wenn es somit eine angeborene Prädisposition dafür gäbe, sich in der Anwesenheit eines Tieres sicher zu fühlen, könnten auch Kinder aus der Gegenwart eines Tieres die Rückversicherung erhalten, dass alles in Ordnung ist. Dies ist vor allem dann von besonderer Bedeutung, wenn das Kind sich in einer bestimmten Situation bedroht fühlt und die Eltern nicht da sind bzw. sich den Ängsten des Kindes nicht bewusst sind.

Die Gegenwart eines Heimtieres in der frühen Kindheit kann bereits viele bedeutende Interaktionen liefern, weil sich auch ein Säugling schon auf seine Weise für Tiere interessieren und deren Bewegungen beobachten kann. Er hat zwar noch keine Worte und lebt nur anhand von Eindrücken innerhalb seines Bewusstseins, aber rekonstruiert die Welt darin mit geistigen Bildern.[58] Vor allem das Beobachten von Heimtieren (z. B. von Aquarienfischen) kann bezogen auf die Biophilie-Hypothese eine entspannende und beruhigende Wirkung auf das Kind ausüben. Tiere verkörpern nämlich den Schlüssel für die Wahrnehmungsmerkmale – Bewegung, Lebhaftigkeit und Kontrast – welche die Aufmerksamkeit des Kleinkindes erregen und aufrechterhalten.[59]

Dies zeigt auch die folgende Untersuchung Ricards und Allards in 1992, in der neun Monate alte Kinder und deren Mütter dabei beobachtet wurden, als sie auf drei gleich neue Ereignisse trafen: ein lebendiges Zwergkaninchen, eine attraktive Holz-Schildkröte, die sich bewegte, Geräusche machte und Lichter aufleuchten ließ und eine junge unbekannte Frau. Das Kaninchen zog mehr Aufmerksamkeit auf sich als die Person oder das Spielzeug. Beim Erblicken des Tieres waren die Babys weniger an ihren Müttern interessiert und hatten einen großen Erkundungsdrang. Allard und Ricard interpretierten Ergebnisse auch unter Zuhilfenahme der Biophilie-Hypothese, indem sie vermuteten:

„Das Tier war attraktiver als ein unbelebtes Objekt, obwohl es als aktive, lebende Kreatur gesehen wurde, welche aufgrund dessen ein gewisses Maß an Überwachung erforderte.“[60]

Anfangs genügt das bloße Betrachten, während das Kleinkind das Tier später auch anfassen möchte und bedenkenlos nach allem greift, was sich bewegt. Es begreift die Dinge, indem es nach ihnen greift und auf diese Weise Erfahrungen sammelt. Bis ungefähr zum Kindergartenalter ist eine Beaufsichtigung des Kindes in dieser Hinsicht sowohl zu dessen eigenem Schutz als auch mehr noch zum Schutz des Tieres unumgänglich, da das Kind noch viel zu jung ist, um wortreiche Erklärungen der Eltern oder Erzieher zu verstehen.[61]

Die kontrollierte Zuneigung und der körperliche Kontakt zwischen Kindern und Heimtieren können sich wechselseitig verstärken. Weil die meisten der in unseren Haushalten lebenden Tiere soziale Lebewesen sind, ähnlich uns selbst, gibt es auch auf ihrer Seite ein biologisch und psychologisch basierendes Bedürfnis nach körperlichem Kontakt und Zuneigung. Bezogen auf die soziale Entwicklung können Heimtiere als Spielgefährten und soziale Begleiter dienen.[62]

Laut Greiffenhagen empfehlen viele Kinderexperten ein Stofftier für diese Lebensphase, während Levinson und Condoret hingegen einen großen, freundlichen Hund für besser geeignet halten, weil dieser sich bewegt, aktiv kommuniziert und weil er einen Eigengeruch besitzt. Wie eine französische Forschergruppe gegenwärtig analysiert, sprechen erste Befunde aus ihrer Untersuchung über die Bedeutung von Düften dafür, dass dem olfaktorischen Sinn für die Kommunikation zwischen Kindern und Tieren ein gleiches Gewicht zukommt, wie den anderen Sinnen. Aus diesem Grunde allein würde ein Stofftier nicht unbedingt einen Ersatz für ein lebendiges Tier darstellen.[63]

Dennoch muss an diesem Punkt auf Vorsicht hingewiesen werden. Weil junge Kinder oftmals körperlich unbeholfen sind, Schwierigkeiten haben, emotionale oder soziale Freude zu verzögern bzw. nur wenige Erfahrungen mit Tieren gesammelt haben, müssen sie in ihrem Umgang mit Tieren ständig überwacht werden. Auch das noch so lieb erscheinende Tier kann unabsichtlich von einem jungen Kind erschreckt oder verletzt werden. Besonders Kleinkinder haben mitunter besonders unangepasste Interaktionen mit Tieren und müssen angemessene körperliche Interaktionen demnach nicht nur mit Menschen lernen. Dabei kommt den Eltern eine wichtige Modellfunktion zu, denn sie müssen dem Kind ein angemessenes Verhalten und einen angemessenen Umgang mit Tieren „vorführen“ und dadurch die Bedürfnisse und Interessen sowohl des Kindes als auch des Heimtieres schützen.

Prinzipiell sollte man darüber nachdenken, ob die Vorteile eines echten Tieres gegenüber einem Stofftierersatz in dieser Lebensphase wirklich die Risiken von Hygienemängeln, Verletzungsgefahr auf Seiten des Kindes bzw. der Überforderung auf Seiten des Tieres wegen ständig notwendiger Präsenz, aber auch Verletzungsgefahr, tatsächlich überwiegen. In dieser Lebensphase gibt es sicherlich Zeitabschnitte, in denen Stofftiere besser geeignet sind. Dies gilt z. B. nachts, wenn eine ständige Beaufsichtigung seitens der Eltern nicht möglich ist und das Kind aufgrund der Dunkelheit ein besonders starkes Bedürfnis nach Nähe eines weichen und kuscheligen Körpers hat, es aber zu gefährlich ist, das Kind und das Tier unbeaufsichtigt zu lassen, da das Tier sich auf das Kind legen kann (Erstickungsgefahr) bzw. das Kind aufgrund seines Greifreflexes dem Tier Schmerzen bereiten kann und dieses sich vielleicht bedroht fühlt, v. a. dann, wenn es sich selbst im Halbschlaf befindet.

Tagsüber hingegen, wenn Kind und Tier beaufsichtig werden können, ist ein gutmütiges Tier, das mit dem Kind kommuniziert und sich bewegt natürlich besser geeignet als ein lebloses Stofftier (vgl. bereits erwähnte Untersuchung Ricards und Allards in 1992).

(2) Unabhängigkeit versus Scham und Zweifel (drittes Lebensjahr)

Wenn Erwachsene damit beginnen, erste Forderungen an das Kleinkind zu stellen, kann das Tier weiterhin eine besondere Rolle spielen. Zu Beginn des Krabbelalters fängt das Kind damit an, alle Gegenstände in seiner Reichweite zu untersuchen und erhält von den Eltern erstmals Verbote und Tabus, deren Sinn ihm nicht einleuchten.[64] Es kommt zu einem Konflikt zwischen dem kindlichen Wunsch, seine eigenen Ziele zu verfolgen, aber andererseits die vorgegebenen Regeln der Eltern einhalten zu müssen (z. B. Kontrolle der eigenen Körperbedürfnisse bezogen auf die Sauberkeitserziehung). In dieser Phase entwickelt das Kind meist Aggressionen gegenüber Erwachsenen und Schuldgefühle gegenüber sich selbst. Auf der einen Seite schämt es sich, weil es bestimmte Regeln nicht einhalten kann und auf der anderen Seite weil seine eigenen Vorhaben misslingen. Ein grundlegendes Problem dieser Phase ist demnach die Frage, ob das Kind, die Regeln, mit denen es sich das Leben einfacher machen kann beherrscht oder selbst von den Regeln beherrscht wird.[65] Levinson vertritt die Auffassung, dass ein Tier bei der Balancierung und Kontrollierung dieser Gefühle helfen könne, weil sich das Kind seinen tierischen Freund als symbolhaften Ersatz für das eigenen „Ideal-Ich“ denkt, das allen Ansprüchen der Erwachsenen vollkommen genügt.[66]

Das Kind macht allerdings auch eine ambivalente Erfahrung, wenn das Tier weder auf Eltern oder Kind hört und dafür gescholten wird. Dadurch dass das Tier auch ab und zu als unvollkommenes Wesen erscheint, stellt es ein ideales Identifikationsobjekt dar und unterstützt somit das Kind bei einem realistischeren Umgang mit sich selbst. Ähnliches gilt für die Tatsache, dass ein Tier seine Bedürfnisse frei auslebt. Auch dies kann dem Kind dabei helfen, seine eigenen Schuldgefühle zu steuern oder gar nicht erst zu entwickeln.

(3) Initiative versus Schuldgefühle (viertes bis fünftes Lebensjahr)

In dieser Phase ist bereits ein „Ich-Bewusstsein“ beim Kind vorhanden, doch es ist noch offen, welches „Ich“ das Kind sein will.

Die Eltern stellen erste Ideale für das Kind dar und es identifiziert sich mit ihnen. Dabei kommt es psychoanalytischen Theorien zufolge zu einer krisenhaften Phase (ödipale Phase), in der das Kind zwischen der Liebe zum andersgeschlechtlichen Elternteil und dem Neid auf das gleichgeschlechtliche Elternteil ausgleichen muss. Darüber hinaus erkundet das Kind in dieser Phase aber auch voller Wissensdurst seine Umwelt, bildet soziale Kontakte außerhalb der Familie und nimmt soziale Positionen in Gruppen ein.[67] Weil in dieser Phase die Gefahr besteht, dass sich beim Kind einerseits ein ängstliches, rigides, heteronomes Wissen bzw. andererseits ein unrealistisches „Ich-Ideal“ herausbildet, vertritt Levinson die Auffassung, dass auch hier ein Heimtier Unterstützung geben kann.[68]

[...]


[1] http://www.ivh-online.de/htm/heim_haus.htm (29.06.2004)

[2] Vgl. Benecke, Norbert: Der Mensch und seine Haustiere: die Geschichte einer jahrtausendealten Beziehung. Stuttgart: Konrad Theiss Verlag GmbH & Co. 1994. S 11-39.

[3] Vgl. Wilson, Edward O.: Der Wert der Vielfalt. Die Bedrohung des Artenreichtums und das Überleben des Menschen. 2. Aufl. München: Piper GmbH & Co. KG 1996. S. 428.

[4] Greiffenhagen, Sylvia: Tiere als Therapie. Neue Wege in Erziehung und Heilung. München: Droemer Knaur 1991. S. 19.

[5] Körner, Jürgen: Bruder Hund & Schwester Katze. Tierliebe – Die Sehnsucht des Menschen nach dem verlorenen Paradies. Köln: Verlag Kiepenheuer & Witsch 1996. S. 22f.

[6] Urianek, Brigitte: Psychologische Aspekte der Bewertung von Tieren bei jüngeren und älteren Menschen. Diplomarbeit. Wien: Grund- und Integrativwissenschaftliche Fakultät der Universität Wien 2002. S. 1-6; Vgl. Körner (1996), S. 20-29.

[7] Vgl. Serpell, James A.: Animal Companions and Human Well-Being: An Historical Exploration of the Value of Human-Animal Relationships. In: Fine Aubrey H.: Handbook on Animal-Assisted Therapy. Theoretical Foundations and Guidelines for Practice. London/San Diego: Academic Press 2000. S. 4f.

[8] Vgl. Levinson, Boris M.: Pet-Oriented Child Psychotherapy. Springfield: Charles C. Thomas 1969. S. 7f.

[9] Vgl. Serpell (2000), S. 11.

[10] Ebd. S. 11f.

[11] Vgl. Greiffenhagen (1991), S. 18.

[12] Vgl. Körner (1996), S. 222-233.

[13] Vgl. Bergler, Reinhold: Warum Kinder Tiere brauchen. Freiburg i. B.: Verlag

Herder 1994. S. 27.

[14] Ebd. S. 25 ; Vgl. Lookabaugh Triebenbacher, Sandra: The Companion Animal within the Family System: The Manner in Which Animals Enhance Life within the Home. In: Fine (2000) S. 360.

[15] Vgl. Bergler (1994), S. 26.

[16] Vgl. Greiffenhagen (1991), S. 26.

[17] Vgl. Saint-Exupéry, Antoine de: Der kleine Prinz. Düsseldorf: Karl Rauch Verlag KG 1950. S. 93f.

[18] Vgl. Greiffenhagen (1991), S. 28.

[19] Vgl. Beck, Alan und Katcher, Aaron: Between Pets and People. The Importance of Animal Companionship. West Lafayette: Purdue University Press 1996. S. 11.

[20] Ebd. S. 13.

[21] Vgl. Beck; Katcher (1996), S. 10.

[22] Vgl. Lookabaugh Triebenbacher (2000), S. 360.

[23] Vgl. http://www.ivh-online.de/htm/presse/m_markt.htm (19.06.2004)

[24] Vgl. Beck; Katcher (1996), S. 45f.

[25] Vgl. Bauer, Barbara: Die Mensch-Tier-Beziehung und ihre therapeutischen Wirkfaktoren. Schriftliche Hausarbeit. Würzburg: Bayerische Julius-Maximilians-Universität 2001. o. S.

[26] Vgl. Olbrich Erhard: Kommunikation zwischen Mensch und Tier. In: Olbrich, Erhard u. Otterstedt, Carola: Menschen brauchen Tiere. Grundlagen und Praxis der tiergestützten Pädagogik und Therapie. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. 2003. S. 84-87.

[27] Vgl. Beck; Katcher (1996), S. 45f.

[28] Vgl. Lookabaugh Triebenbacher (2000), S. 361ff.

[29] Ebd. S. 365.

[30] Ebd.

[31] Ebd. S. 365f.

[32] Ebd. S. 364.

[33] Ebd. S. 366f.

[34] Ebd. S. 367.

[35] Ebd. S. 368.

[36] Ebd. S. 367-370.

[37] Vgl. Beck; Katcher (1996), S. 47.

[38] zitiert nach Greiffenhagen (1991), S. 65.

[39] Vgl. Bergler (1994), S. 7.

[40] Vgl. Remschmidt, Helmut: Veränderte Kindheit. Anmerkungen aus der Sicht der Kinder- und Jugendpsychiatrie. In: Deutsches Ärzteblatt 94, Heft 33, 15. August 1997 (39). A-2127.

[41] Vgl. Textor, Martin R.: Scheidungszyklus und Scheidungsberatung. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1991. o. S.

[42] Vgl. Häuser, Detlef: Veränderte Kindheit – neue Herausforderungen an die Frühförderung. http://www.brandenburg.de/sixcms/media.php/1231/haeuser_veraenderte_kindheit.pdf (19.06.2004).

[43] Vgl. Bergler,(1994), S. 11.

[44] Vgl. Gebhard, Ulrich: Kind und Natur. Die Bedeutung der Natur für die kindliche Entwicklung. Opladen: Westdeutscher Verlag GmbH 1994. S. 79.

[45] Roux, Susanna: Veränderte Kindheit – andere Räume – andere Möglichkeiten. http://www.kindergartenpaedagogik.de/940.html (19.06.2004).

[46] Vgl. Textor (1991), S. 9.

[47] Vgl. Roux (o. J.), o. S.

[48] Gebhard (1994), S. 65.

[49] Vgl. Adrian, Christine: Das richtige Tier für unser Kind. Was Eltern und Kinder vor der Anschaffung eines Haustieres wissen sollten. München: Mosaik Verlag GmbH 1978. S. 7f.

[50] Vgl. Bergler (1994), S. 11.

[51] Vgl. Greiffenhagen (1991), S.30.

[52] Vgl. Adrian (1978), S. 8.

[53] zitiert nach Otterstedt, Carola: Tiere als therapeutische Begleiter. Gesundheit und Lebensfreude durch Tiere – eine praktische Anleitung. Stuttgart: Franck-Kosmos Verlags-GmbH & Co. 2001. S. 46.

[54] Vgl. Greiffenhagen (1991), S. 70.

[55] Vgl. Melson, Gail F.: Companion Animals and the Development of Children: Implications of the Biophilia Hypothesis. In: Fine (2000), S. 376.

[56] Vgl. Nebbe, Linda: Nature Therapy. In: Fine (2000), S. 398.

[57] Vgl. Greiffenhagen (1991), S. 71.

[58] Vgl. Beck; Katcher (1996) S. 65.

[59] Vgl. Melson (2000), S. 377.

[60] Ebd. S. 377f.

[61] Vgl. Adrian (1978), S. 12f.

[62] Vgl. Lookabaugh-Triebenbacher (2000), S. 370f.

[63] Vgl. Greiffenhagen (1991), S. 71.

[64] Vgl. Ebd. S. 72f.

[65] Vgl. Oerter, Rolf u. Montada, Leo: Entwicklungspsychologie. 4. Aufl. Weinheim: Psychologie Verlags Union 1998. S. 64.

[66] Vgl. Greiffenhagen (1991), S. 72f.

[67] Vgl. Oerter; Montada (1998), S. 64f.

[68] Vgl. Greiffenhagen (1991), S. 72f.

Ende der Leseprobe aus 132 Seiten

Details

Titel
Die Mensch-Tier-Beziehung. Einflussmöglichkeiten auf die Entwicklung, Erziehung und Therapie von Kindern und Jugendlichen
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie)
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
132
Katalognummer
V74124
ISBN (eBook)
9783638741521
Dateigröße
1427 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mensch-Tier-Beziehung, Laufe, Geschichte, Einflussmöglichkeiten, Entwicklung, Erziehung, Therapie, Kindern, Jugendlichen, Tiergestützte Therapie
Arbeit zitieren
Silvia May (Autor), 2004, Die Mensch-Tier-Beziehung. Einflussmöglichkeiten auf die Entwicklung, Erziehung und Therapie von Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74124

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