Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Communication

Lässt sich Authentizität kommunizieren? Eine Einführung in das Kommunikationsverständnis Niklas Luhmanns

Title: Lässt sich Authentizität kommunizieren? Eine Einführung in das Kommunikationsverständnis Niklas Luhmanns

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Wolfgang Kamptz (Author)

Sociology - Communication
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Einleitung

Kommunikation zwischen Menschen und die Schwierigkeiten innerhalb dieses Geschehens sollen im Verlauf dieser Arbeit näher betrachtet werden. Niklas Luhmann hat in seinen Arbeiten eine ganz andere, interessante Ansicht auf Kommunikation dargestellt. Er differenziert in seiner sozialen Theorie nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Kommunikation aus. Unterscheidung ist das „Zauberwort“. Gebräuchliche Muster werden umgekehrt und in Frage gestellt. Nach einer kurzen Vita wird dem Begriff Kommunizieren Aufmerksamkeit geschenkt. Was ist Kommunikation? Was Luhmann unter dieser versteht wird in den folgenden Kapiteln zum Thema gemacht. Er spricht von Alter und Ego und wie diese sich durch Auswahl aus einer unbegrenzten Masse von Beobachtungen Mitteilungen durch Selektion schaffen. Informationen die es ohne Unterscheidung gar nicht gäbe. Selektion und Differenz von Mitteilungen sind aus seinem Verständnis, Komponenten die Kommunikation sogar gefährlich machen. Anschliessend wird der Kommunikationsprozess in Akte dekomponiert und beschrieben warum Kommunikation, nach Luhmann nie endet. Kommunikation und deren Eigenschaften die sich in diesem anderen Verständnis ergeben, sind weitere Ausführungen gewidmet. Luhmann behauptet unter anderem, so etwas bedeutendes wie „Echtheit“ sei überhaupt nicht kommunizierbar. Den Versuch dieser Behauptung zu überprüfen kann man nur gestalten, wenn man Luhmanns Verständnis von Kommunikation überblickt und ihn mit anderen Auffassungen über Kommunikation vergleicht. Dies soll am Ende der Arbeit, mit Hilfe den Arbeiten von Schulz v. Thun und dem Psychologen C. Rogers geschehen. Beide haben zu Luhmann abweichende Betrachtungsweisen zum Thema Kommunikation und Authentizität. Schulz v. Thuns Arbeit soll gegen Ende der Arbeit angesehen werden denn, er sieht sehr wohl die Möglichkeit Echtheit zu kommunizieren, dies als Fähigkeit sogar erlernen zu können. Er betrachtet allerdings auch den Mitteilungsprozess anders wie Luhmann. Rogers hat ihn dahingehend massgeblich beeinflusst, weshalb auch dieser hier eine kurze Erwähnung findet. Wenn man diese hinzuzieht ergibt sich die Möglichkeit für uns, zu Vergleichen und eventuell eine mögliche Antwort auf die begleitende Frage: ist Authentizität wirklich nicht kommunikabel zu finden. Kern der Arbeit soll jedoch bleiben, dem Leser einen Einblick in die differente Art zu geben, wie Niklas Luhmann Kommunikation versteht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zur Person Niklas Luhmann

2. Zum Begriff „Kommunikation“

3. Kommunikation nach Luhmann

3.1 Selektion, Selektionsakte und Prozessoren in der Kommunikation

3.2 Sinnbegrenzung einer Selektion

3.3. Informationen sind nicht existent

4. Selektionsprozess der Kommunikation nach Luhmann

4.1. Erste Selektion - Information

4.2. Zweite Selektion - Mitteilung

4.3. Dritte Selektion – Mitteilungsverstehen

4.4. Vierte Selektion – Sinnverstehen und Anschlusskommunikation

5. Eigenschaften der Kommunikation bei Luhmann

5.1. Nonverbale Kommunikation

5.2. Kommunikation ist gefährlich

5.3. Das Phänomen der Inkommunikabilität

6. Anatomie der Nachricht - Schulz von Thun

7. Authentizität

7.1. Authentizität bei C. Rogers

7.2. Authentizität bei Schulz v. Thun

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Kommunikationsverständnis von Niklas Luhmann im Hinblick auf die zentrale Forschungsfrage, ob Authentizität in einem System kommuniziert werden kann. Dabei werden Luhmanns systemtheoretische Ansätze den Modellen von Schulz von Thun und Carl Rogers gegenübergestellt, um zu prüfen, ob die in der Psychologie als erlernbar betrachtete Echtheit in Luhmanns Theorie Bestand hat.

  • Grundlagen des Kommunikationsbegriffs nach Niklas Luhmann
  • Dekonstruktion des Kommunikationsprozesses in Selektionsakte
  • Systemtheoretische Betrachtung von Inkommunikabilität
  • Analyse der vier Seiten einer Nachricht nach Schulz von Thun
  • Vergleichende Untersuchung zur Authentizität und Kongruenz

Auszug aus dem Buch

3.3. Informationen sind nicht existent

Information ist kein fertiges Element, das als solches in der Welt vorhanden darauf wartet „versendet“ zu werden, wobei der Inhalt auch noch identisch bleiben soll. Demgemäss kann Information auch nicht wie ein „Brief“ übertragen werden. Sie wird durch den Beobachter konzipiert. „Für Sinnsysteme ist die Welt kein Riesenmechanismus, der Zustände aus Zuständen produziert [...]. Die Welt ist ein unermessliches Potenzial für Überraschungen, ist virtuelle Information, die aber Systeme benötigt, um Information zu erzeugen [...].“

Information ist demnach als eine Art Konstruktion von Systemen zu verstehen. Für Luhmann steht Kommunikation auch nicht mit Übertragung von Information gleich. „Die Übertragungsmetapher ist unbrauchbar, weil sie zuviel Ontologie impliziert. Sie suggeriert, dass der Absender etwas übergibt, was der Empfänger erhält. Das trifft schon deshalb nicht zu, weil der Absender nichts weggibt in dem Sinn, dass er selbst es verliert. Die gesamte Metaphorik des Besitzes, Habens, Gebens und Erhaltens, die gesamte Dingmetaphorik ist ungeeignet für das Verständnis von Kommunikation“ Die Mitteilung als solche ist nichts weiter als ein Selektionsvorschlag. Erst dadurch, dass diese Anregung aufgegriffen wird und weitergeführt wird kommt Kommunikation zustande.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zur Person Niklas Luhmann: Biografische Skizze des Soziologen und Begründers der Systemtheorie sowie seiner wissenschaftlichen Laufbahn.

2. Zum Begriff „Kommunikation“: Einführung in die enge Verflechtung von Information und Kommunikation als komplexes soziales Geschehen.

3. Kommunikation nach Luhmann: Erläuterung der systemtheoretischen Grundlagen, in denen soziale Systeme ausschließlich aus Kommunikation und deren Operationen bestehen.

4. Selektionsprozess der Kommunikation nach Luhmann: Detaillierte Darstellung der vier Selektionsakte: Information, Mitteilung, Mitteilungsverstehen sowie Sinnverstehen und Anschlusskommunikation.

5. Eigenschaften der Kommunikation bei Luhmann: Analyse der Gefährlichkeit von Kommunikation, der Rolle nonverbaler Elemente und der Unmöglichkeit der Kommunikation von Moralbegriffen wie Authentizität.

6. Anatomie der Nachricht - Schulz von Thun: Vorstellung des Nachrichten-Quadrats als Modell zur Strukturierung zwischenmenschlicher Nachrichten.

7. Authentizität: Gegenüberstellung der Konzepte von Carl Rogers und Schulz von Thun im Hinblick auf Kongruenz und Erlernbarkeit von Authentizität.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Kommunikation, Selektion, Information, Mitteilung, Sinn, Anschlusskommunikation, Inkommunikabilität, Authentizität, Kongruenz, Schulz von Thun, Carl Rogers, Nachricht, System.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Kommunikationsverständnis von Niklas Luhmann und hinterfragt, ob das Konzept der Authentizität in diesem theoretischen Rahmen überhaupt kommunizierbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Systemtheorie Luhmanns, den Kommunikationsbegriff, die Dekonstruktion von Nachrichten und die psychologischen Konzepte von Authentizität und Kongruenz.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die leitende Fragestellung lautet: „Lässt sich Authentizität kommunizieren?“ und ob dies innerhalb der systemtheoretischen Grenzen möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse und Literaturstudie, die Luhmanns systemtheoretische Perspektive mit kommunikationspsychologischen Modellen, insbesondere von Schulz von Thun und Carl Rogers, kontrastiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung des Selektionsprozesses nach Luhmann, die Eigenschaften sozialer Kommunikation sowie die Darstellung von Authentizitätsmodellen aus der Kommunikationspsychologie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Systemtheorie, Kommunikation, Selektion, Authentizität, Inkommunikabilität, Kongruenz und Soziale Systeme sind die prägenden Begriffe.

Warum betrachtet Luhmann Kommunikation als gefährlich?

Aufgrund der doppelten Kontingenz – da sowohl Alter als auch Ego jeweils eigene Selektionen treffen – ist das Risiko von Missverständnissen und Zweifeln in der Kommunikation systemimmanent.

Was bedeutet der Begriff „Inkommunikabilität“ bei Luhmann?

Inkommunikabilität beschreibt die Unfähigkeit, moralisch aufgeladene Begriffe wie „Echtheit“ oder „Aufrichtigkeit“ direkt zu kommunizieren, da deren Behauptung die in der Kommunikation notwendige Differenz zwischen Mitteilung und Information zerstört.

Excerpt out of 26 pages  - scroll top

Details

Title
Lässt sich Authentizität kommunizieren? Eine Einführung in das Kommunikationsverständnis Niklas Luhmanns
College
University of Applied Sciences Mainz
Grade
1,3
Author
Wolfgang Kamptz (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V74129
ISBN (eBook)
9783638823272
ISBN (Book)
9783638824521
Language
German
Tags
Lässt Authentizität Eine Einführung Kommunikationsverständnis Niklas Luhmanns
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wolfgang Kamptz (Author), 2006, Lässt sich Authentizität kommunizieren? Eine Einführung in das Kommunikationsverständnis Niklas Luhmanns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74129
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  26  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint