Dieses Essay beschäftigt sich mit der Bildungsmisere in Deutschland. In einer vergleichend dargestellten Arbeit, werden dass finnische Bildungssystem und das ehemals sozialistische Bildungssystem in der DDR dargestellt. Erörternd soll festgestellt werde, ob Finnland das DDR Schulsystem übernommen hat oder nicht.
Inhaltsverzeichnis
1. Heißt von Finnland lernen, von der DDR lernen?
2. Außenpolitische und kulturpolitische Beziehungen
3. Vergleich zwischen Finnland und der DDR
3.1 Einheitsschulmodell
3.2 Vorschulerziehung
3.3 Verwaltung und Kontrolle
3.4 Förderung lernschwacher Schüler
3.5 Lehrerausbildung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht kritisch die in Medien und Expertenkreisen verbreitete These, dass das finnische Bildungssystem maßgeblich durch das Modell der ehemaligen DDR inspiriert wurde oder sogar auf diesem basiert, um daraus Lehren für das deutsche Bildungswesen abzuleiten.
- Historische Analyse der bildungspolitischen Beziehungen zwischen Finnland und der DDR
- Vergleich der Schulstrukturen (Einheitsschule) und pädagogischen Ansätze
- Untersuchung der Rolle von Lehrerbildung und administrativer Kontrolle
- Gegenüberstellung von ideologischer Erziehung und demokratischer Dezentralisierung
- Bewertung der Übertragbarkeit historischer DDR-Modelle auf moderne Bildungsreformen
Auszug aus dem Buch
Heißt von Finnland lernen, von der DDR lernen?
2001 war ein schwarzes Jahr für das Volk der Dichter und Denker. Die PISA Studie (Programm for International Student Assessment), die aller drei Jahre von der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) durchgeführt wird, hat unserem Bildungssystem ein Armutszeugnis ausgestellt und uns auf die hinteren Ränge im internationalen Vergleich verwiesen. Das deutsche Selbstbild vom Bildungsmenschen war erschüttert. PISA untersuchte die Lesekompetenz, die mathematische und naturwissenschaftliche Grundbildung sowie fachübergreifende Kompetenzen von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern. (vgl. Das Parlament) Das Gesamtergebnis für das deutsche Bildungssystem war mangelhaft. Deutschland lag jeweils im unteren Drittel der Ergebnisse, weit hinter unseren europäischen Nachbarn und weit entfernt von dem, was die finnischen Schüler erreicht haben.
Nach diesem PISA-Schock 2001, brach eine ungebremste, aber auch vielfach unüberlegte und kopflose Reformwut in Deutschland aus. Forderungen wurden laut, das deutsche Bildungswesen müsse von Grund auf reformiert werden. Eine Neustrukturierung nach finnischem Vorbild sollte es werden, denn unsere nordeuropäischen Partner, standen an der Spitze von PISA. Politiker und Pädagogen wiesen auf Finnland, als die Hoffnung aus der Bildungsmieser.
Aber auch andere Stimmen waren zu vernehmen. Stimmen, die da meinten, dass wir gar nicht so weit schauen brauchen, um unsere Bildungssystem zu verbessern. Sondern es würde genügen, einen Blick in unsere Vergangenheit zu wagen. „Von Finnland lernen, heißt von der DDR lernen“ behauptet die Netzzeitung vom 11. Januar 2007 in ihrer Überschrift. Bei Experten und in den Medien wurde nun diskutiert, was lange vergessen schien. War die Schule in der DDR tatsächlich besser? Können wir heute noch etwas von ihr lernen? Beruht der Erfolg der Finnen darauf, dass sie das DDR Modell übernommen haben?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Heißt von Finnland lernen, von der DDR lernen?: Das Kapitel führt in den PISA-Schock von 2001 ein und stellt die mediale These zur Diskussion, ob das erfolgreiche finnische Schulsystem auf DDR-Traditionen fußt.
2. Außenpolitische und kulturpolitische Beziehungen: Dieser Abschnitt beleuchtet die engen diplomatischen und kulturellen Kontakte zwischen Finnland und der DDR während des Kalten Krieges als notwendige Voraussetzung für einen Bildungsaustausch.
3. Vergleich zwischen Finnland und der DDR: Die Arbeit vergleicht beide Schulsysteme anhand von fünf zentralen Aspekten, wobei die Einheitsschulstruktur und die unterschiedliche ideologische Ausrichtung im Fokus stehen.
Schlüsselwörter
Finnland, DDR, PISA-Studie, Bildungssystem, Einheitsschule, Reformpädagogik, Lehrerausbildung, sozialistische Erziehung, Vergleich, Bildungspolitik, Gesamtschule, Schulentwicklung, Leistungsbewertung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht den Wahrheitsgehalt der Behauptung, dass das finnische Bildungssystem ein Modell der DDR übernommen habe, um daraus Schlussfolgerungen für deutsche Bildungsreformen zu ziehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die deutsch-finnischen Bildungsbeziehungen, die historische Struktur des DDR-Schulwesens, die Reformen des finnischen Systems sowie eine vergleichende Analyse beider Konzepte.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet, inwieweit das DDR-Schulsystem tatsächlich als Vorbild für die finnische Bildungslandschaft diente und ob eine Übertragung dieser Ansätze heute sinnvoll wäre.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Studium von Presseberichten und Interviews mit Experten der Erziehungswissenschaften an der Universität Erfurt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Bereichen wie Vorschulerziehung, Lehrerausbildung, Leistungsbewertung und dem Einheitsschulmodell.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Finnland, DDR, PISA, Einheitsschule und Bildungspolitik beschreiben.
Welche Rolle spielte die politische Ideologie im Vergleich?
Die Ideologie war das entscheidende Unterscheidungsmerkmal, da das DDR-System auf eine sozialistische Gesinnungserziehung abzielte, während das finnische System demokratisch und dezentral geprägt ist.
Gibt es eine abschließende Bewertung der These?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die DDR zwar ein in Finnland beachtetes Vorbild war, aber keineswegs das einzige, und dass eine pauschale Übernahme aufgrund der ideologischen Unterschiede nicht zielführend ist.
- Quote paper
- Christoph Schneider (Author), 2007, Heißt von Finnland lernen, von der DDR lernen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74252