„Renaissance der Bahnhöfe“: Thematik der neuen
Bahnhofsprojekte in Deutschland
Niedergang
Mit der Verdrängung des Bahnverkehrs durch den Auto- und
Flugverkehr ging ein gewisser Niedergang des Eisenbahnwesens
einher, der sich nicht zuletzt in einem Phänomen niederschlug, das
man mit „Bahnhofsmilieu“ bezeichnet und das die frühere
„Bahnhofskultur“ nach und nach verdrängte.
([...] Abbildung nicht möglich)
(aus: „Renaissance der Bahnhöfe“, S. 19)
Es gibt seit 1945 auch kaum Bemerkenswertes auf dem Gebiet der
Bahnhofsarchitektur. Meinhard von Gerkan bezeichnet den „Bonatz-
Bau“ des Stuttgarter Hauptbahnhofes von 1927 als das „letzte
beachtliche Beispiel der Bahnhofsbaugeschichte“ („Renaissance der
Bahnhöfe“, S. 19).
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. „Renaissance der Bahnhöfe“: Thematik der neuen Bahnhofsprojekte in Deutschland
2. Projektbeispiele
2.1 Lehrter Bahnhof Berlin
2.2 Stuttgart 21: Pilotprojekt der 21er-Reihe
2.3 Die anderen 21er Projekte der DB AG
2.4 Dortmund Hauptbahnhof – Das UFO
2.5 Blick über den Tellerrand: Penn Station, New York
3. Neue Bahnhöfe?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Entwicklung und Planung neuer Bahnhofsprojekte in Deutschland unter dem Begriff der „Renaissance der Bahnhöfe“. Ziel ist es, die städtebauliche Bedeutung dieser Großprojekte kritisch zu analysieren und deren Auswirkungen auf das Eisenbahnwesen sowie das urbane Umfeld zu hinterfragen.
- Städtebauliche Integration und Funktionalität neuer Bahnhofstypen
- Transformation historischer Bahnhöfe in Multifunktionszentren
- Kritische Würdigung der „21er-Projekte“ der Deutschen Bahn
- Vergleich von nationalen Pilotprojekten (Berlin, Stuttgart, Dortmund)
- Einfluss der Flughafenarchitektur auf moderne Bahnhofskonzeptionen
Auszug aus dem Buch
Dortmund - Hauptbahnhof – Das UFO
Das jetzige Bahnhofsgebäude wirkt improvisiert, fast wie aufgereihte Baucontainer, und scheint damit nicht angemessen für eine Stadt mit über zwei Millionen Einwohnern und diesem Fahrgastaufkommen. Dazu kommt, dass nach Norden hin nur ein Fußgängertunnel führt und der nördliche Bereich der Innenstadt stark abgetrennt wird vom Zentrum, das sich südlich der Gleisanlagen befindet.
Im Juli 1997 fand ein Wettbewerb statt, bei dem Lösungen für die Überbauung des Bahnhofsbereichs gesucht wurden. Das Konzept des Büros BRT Architekten (Bothe, Richter, Teherani aus Hamburg) ging dabei als Sieger hervor. Neben der Anbindung des Nordens ging es dabei um die Schaffung einer „attraktiven Einkaufs- und Erlebniswelt“.
Der Entwurf sieht ein „Multi-Themen-Center“ in Form eines riesigen UFOs vor (Durchmesser 240 m, 56 m Gesamthöhe, 30 m hohe Bahnhofshalle integriert, Bruttogeschossfläche über 250000 m². Zum Vergleich: Leipzig Hauptbahnhof 17500 m² BGF, 140 Einheiten). Es soll eine Mischung aus unterschiedlichen Nutzungen geben: Geschäfte, Gastronomie, Unterhaltung und Erlebnis.
Zusammenfassung der Kapitel
1. „Renaissance der Bahnhöfe“: Thematik der neuen Bahnhofsprojekte in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert den historischen Niedergang der Bahnhofskultur und die heutigen Bestrebungen, durch multifunktionale Umgestaltungen das Leben zurück in die Zentren zu holen.
2. Projektbeispiele: Dieser Abschnitt widmet sich konkreten Bauvorhaben und Studien, die exemplarisch für den Wandel der Bahnhofsarchitektur stehen.
2.1 Lehrter Bahnhof Berlin: Es wird die Geschichte und die bauliche Vision des neuen Berliner Kreuzungsbahnhofs als dominanter städtebaulicher Punkt dargestellt.
2.2 Stuttgart 21: Pilotprojekt der 21er-Reihe: Die Analyse konzentriert sich auf die geplante Tieferlegung der Gleisanlagen und die umstrittene Umwandlung eines Kopf- in einen Durchgangsbahnhof.
2.3 Die anderen 21er Projekte der DB AG: Hier werden die Untersuchungen zu weiteren Standorten wie Frankfurt und München vorgestellt, die ähnliche städtebauliche Ziele verfolgen.
2.4 Dortmund Hauptbahnhof – Das UFO: Dieses Kapitel beschreibt das visionäre „Multi-Themen-Center“-Konzept zur Überbauung des Dortmunder Bahnhofs.
2.5 Blick über den Tellerrand: Penn Station, New York: Ein internationaler Vergleich, der die kontroverse Neugestaltung der New Yorker Penn Station thematisiert.
3. Neue Bahnhöfe?: Das Fazit hinterfragt kritisch, ob hinter der modernen Fassade tatsächliche Innovationen für den Bahnreisenden stehen oder lediglich eine Orientierung an flughafenartigen Konsumtempeln stattfindet.
Schlüsselwörter
Bahnhofsarchitektur, Renaissance der Bahnhöfe, Städtebau, Stuttgart 21, Lehrter Bahnhof, Dortmund UFO, Deutsche Bahn, Bahnhofsentwicklung, Multifunktionszentrum, Infrastruktur, Stadtplanung, Verkehrsgeschichte, Eisenbahnwesen, Terminalplanung, Durchgangsbahnhof
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den aktuellen Planungen und städtebaulichen Transformationen deutscher Bahnhöfe an der Schwelle zum 21. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der städtebaulichen Wirkung, der funktionalen Neuausrichtung und der Kritik an den Großprojekten der Deutschen Bahn.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die kritische Analyse, ob die „Renaissance der Bahnhöfe“ tatsächlich eine Verbesserung für Bahnreisende darstellt oder primär wirtschaftliche Interessen verfolgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive und analytische Aufarbeitung aktueller Architektur- und Städtebaustudien sowie vorliegender Projektpläne durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert spezifische Fallbeispiele wie den Lehrter Bahnhof, Stuttgart 21 und das Dortmunder „UFO“-Projekt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Bahnhofsarchitektur, Stadtentwicklung, städtebauliche Integration, Multifunktionszentren und Infrastrukturmodernisierung.
Wie bewertet der Autor den Einfluss der Flughafengestaltung?
Der Autor kritisiert, dass Bahnhöfe zunehmend nach dem Vorbild von Flughäfen gestaltet werden, obwohl die Bedürfnisse der Bahnreisenden – etwa bei der Ankunft und Abfahrt – andere sind.
Welche Rolle spielt die historische Bausubstanz bei diesen Projekten?
Die Arbeit beleuchtet, dass historische Bahnhofsgebäude im Zuge der neuen Projekte oft nur noch als Fassade oder teilweise erhalten bleiben, was zu einer starken architektonischen Kritik führt.
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- Lars Niemann (Author), Harry Müller (Author), Thorsten Robra (Author), 2000, Bahnhöfe des 20. Jahrhunderts - Blick ins 21. Jahrhundert. Aktuelle Bahnhofsplanungen., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/743