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Gestützte Kommunikation - ein neuer Weg für Menschen mit autistischer Behinderung?

Title: Gestützte Kommunikation - ein neuer Weg für Menschen mit autistischer Behinderung?

Examination Thesis , 2002 , 116 Pages , Grade: 2

Autor:in: Sven Szalies (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Fragestellung und Zielsetzung der Arbeit

Kommunikation ist lebensnotwendig. Viele Menschen mit autistischer Störung verfügen jedoch nicht über ausreichende kommunikative Kompetenzen, um ihre Bedürfnisse, Gefühle und Wünsche zum Ausdruck bringen zu können.
Die von einer Kommunikationsstörung betroffenen Menschen werden nicht selten in ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten unterschätzt und von der Gesellschaft diskriminiert. Als Konsequenz können Ängste, Trauer und ein vermindertes Selbstbewußtsein bei den autistischen Menschen aufkommen. Es ist somit dringend nötig, dieser Klientel geeignete kommunikationsfördernde Angebote zu offerieren.

Die vorliegende Examensarbeit befaßt sich schwerpunktmäßig mit der Methode der Gestützten Kommunikation, die ein solches Angebot darstellt. Diese lautsprachersetzende Kommunikationsmethode, die besonders bei autistischen Menschen erfolgreich zu sein scheint, sorgt in Fachkreisen immer wieder für Diskussionsstoff. In der Sonder- und Heilpädagogik wird heftig debattiert, ob es legitim ist, eine Methode zur Kommunikationsförderung einzusetzen, die wissenschaftlich nicht eindeutig abgesichert ist.

In dieser Arbeit möchte ich die Methode der Gestützten Kommunikation detaillierter betrachten und ihre Funktion und Wirkung verdeutlichen, um möglichst folgende Frage beantworten zu können:

Gestützte Kommunikation - Ein neuer Weg zur Öffnung der Welt für Menschen mit autistischer Behinderung?

Ziel der Arbeit ist es, herauszufinden, ob die Gestützte Kommunikation für nichtsprechende autistische Menschen eine adäquate Kommunikationsmöglichkeit darstellt. Um hierauf eine entsprechende Antwort geben zu können, bedarf es zunächst einer ausführlichen Auseinandersetzung mit dem Autismussyndrom.
Kapitel 2 stellt daher zunächst Phänomenologie und Ätiologie dieser Behinderung vor, da es meiner Meinung nach unumgänglich ist, die signifikanten Merkmale der Behinderung zu kennen, um die Notwendigkeit einer Kommunikationshilfe nachvollziehen zu können.
In Kapitel 3 werden dann ansatzweise die Grundlagen der Kommunikation erörtert, verschiedene Kommunikationsformen und -ebenen aufgezeigt und der Wert von Kommunikation für das Individuum verdeutlicht.
n Kapitel 4 werde ich eingehend das Verfahren der Gestützten Kommunikation sowie die Probleme, die auftreten können, vorstellen, eine Abgrenzung zur Unterstützen Kommunikation ziehen und persönliche Erfahrungsberichte von Autisten berücksichtigen.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Fragestellung und Zielsetzung der Arbeit

2. Das Autismussyndrom in seiner historischen Entstehung – zur Phänomenologie und Ätiologie

2.1. Begriffliche Erklärung

2.2. Der frühkindliche Autismus nach Kanner

2.3. Die autistische Psychopathie nach Asperger

2.4. Abgrenzung von Kanner zu Asperger

2.5. Das Autismussyndrom nach der ICD

2.5.1. Der frühkindliche Autismus nach der ICD-10

2.5.2 Die autistische Psychopathie nach der ICD-10

2.6. Hypothesen zur Ätiologie des Autismussyndroms

2.6.1. Genetische Ursachen

2.6.2. Hirnorganische Erklärungsansätze

2.6.3. Biochemische Indikatoren

2.6.4. Soziale Einflußfaktoren

2.6.5 Störungen im affektiven Kontakt

3. Kommunikation als Ausgestaltungsfaktor zwischenmenschlicher Begegnungsqualität

3.1. Zum Begriff Kommunikation

3.2. Die Bedeutung der Kommunikation für die Persönlichkeitsentfaltung des Individuums

3.3. Formen der Kommunikation

3.3.1. Verbale Kommunikation

3.3.2 Nonverbale Kommunikation

3.4 Die Kommunikationsebenen

4. Gestützte Kommunikation – Ein kommunikativ-innovatorischer Weg für Menschen mit autistischen Lebenserschwernissen in zwischenmenschlichen Begegnungsfeldern

4.1. Autismus als eine schwere Kommunikationsbehinderung

4.2. Gestützte Kommunikation – Ein innovatorischer Weg?

4.3. Abgrenzung zur Unterstützten Kommunikation

4.4. Klientel der Gestützten Kommunikation

4.5. Zielsetzung der Gestützten Kommunikation

4.6. Problembereiche bei der Anwendung von Gestützter Kommunikation

4.6.1. Mißverständnisse, Fehl- und Überinterpretationen

4.6.2. Wortfindungsprobleme

4.6.3. Zeitaufwand

4.6.4 Sonstige Problembereiche

4.7 Erfahrungsberichte der Klientel im Bezug auf den Umgang mit der Gestützten Kommunikation

5. Kontroverse Diskussion um Gestützte Kommunikation

5.1. Stützereinfluß bei Gestützter Kommunikation

5.2. Quantitativ-experimentelle Studien

5.3. Qualitative Studien

5.4. Versuch einer eigenen kritischen Stellungnahme zur Gestützten Kommunikation

5.5 Vorschläge und Forderungen zur verbesserten Ausgestaltung von Kommunikationsprozessen mit autistischen Kindern und Jugendlichen im schulischen und außerschulischen Bereich – thesenhaft formuliert

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, zu untersuchen, ob die Gestützte Kommunikation für nichtsprechende Menschen mit autistischer Behinderung eine geeignete Methode darstellt, um ihnen eine Teilhabe an zwischenmenschlicher Interaktion zu ermöglichen und ihre Lebensqualität zu verbessern.

  • Historische und phänomenologische Einordnung des Autismussyndroms
  • Analyse der Grundlagen menschlicher Kommunikation und deren Relevanz für die Persönlichkeitsentfaltung
  • Kritische Beleuchtung der Methode der Gestützten Kommunikation und deren Abgrenzung zur Unterstützten Kommunikation
  • Diskussion der Wirksamkeit, der Validität und kontroverser Aspekte, wie des Stützereinflusses
  • Aufzeigen von praktischen Anwendungsfeldern und Forderungen für den schulischen Kontext

Auszug aus dem Buch

Die Sachebene einer Nachricht

Eine Nachricht enthält vor allem Sachinformationen. Immer wenn es um neutrale, unpersönliche Themen geht, wie z. B. ein Geschäftsgespräch, steht die sachliche Vermittlung von Informationen meist an erster Stelle einer Interaktion. Der Autor definiert Sachlichkeit als „der auf ein Sachziel bezogene Austausch von Informationen und Argumenten, das Abwägen und Entscheiden, frei von menschlichen Gefühlen und Strebungen...“ (ebda. 2001, S. 129). Weiterhin sagt er: „Sachlichkeit ist erreicht, wenn die Verständigung auf der Sach-Ebene weiterkommt, ohne daß die Begleitbotschaften auf den anderen drei Seiten der Nachricht störend die Oberhand gewinnen.“ (ebda. 2001, S. 129).

Dies ist jedoch häufig nicht so einfach, da die anderen Kommunikationsebenen einer Nachricht immer einen gewissen Einfluß ausüben. Laut SCHULZ VON THUN ist es wichtig, eine sachliche Diskussion ohne Anfeindungen und Herabsetzungen des anderen auf der Beziehungsebene zu führen. Das Kommunikationspsychologische Ziel besteht vielmehr darin, die Grundhaltung des anderen zu akzeptieren, seine Meinung zum Thema nachvollziehen zu versuchen und sich dann mittels sachkontroverser Diskussion einander zu nähern (vgl. ebda. 2001, S. 129f). Wenn Diskussionen nur auf der Sachebene ausgetragen werden, gibt es häufig Konflikte, da u.a. die Beziehungsebene wichtig ist, um seinen Interaktionspartner richtig einschätzen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Fragestellung und Zielsetzung der Arbeit: Diese Einleitung skizziert die Notwendigkeit von Kommunikation für Menschen mit autistischer Störung und stellt die Forschungsfrage nach der Eignung der Gestützten Kommunikation.

2. Das Autismussyndrom in seiner historischen Entstehung – zur Phänomenologie und Ätiologie: Dieses Kapitel liefert eine fundierte Übersicht zur Historie, den diagnostischen Kriterien nach ICD-10 und den aktuellen ätiologischen Hypothesen zum Autismus.

3. Kommunikation als Ausgestaltungsfaktor zwischenmenschlicher Begegnungsqualität: Hier werden theoretische Grundlagen der Kommunikation erläutert, wobei insbesondere die Bedeutung für die Identitätsbildung und die verschiedenen Kommunikationsebenen nach Schulz von Thun beleuchtet werden.

4. Gestützte Kommunikation – Ein kommunikativ-innovatorischer Weg für Menschen mit autistischen Lebenserschwernissen in zwischenmenschlichen Begegnungsfeldern: Das Hauptkapitel beschreibt das Verfahren, die Zielgruppe, das Vorgehen bei der Stützung sowie die Herausforderungen bei der praktischen Anwendung.

5. Kontroverse Diskussion um Gestützte Kommunikation: Dieses Kapitel widmet sich der kritischen Debatte um den Stützereinfluß und untersucht verschiedene quantitative sowie qualitative Studien zur Validität der Methode.

Schlüsselwörter

Autismus, Gestützte Kommunikation, Facilitated Communication, Unterstützte Kommunikation, Kommunikationsbehinderung, Stützereinfluß, Validität, zwischenmenschliche Interaktion, Kommunikationskanäle, Theorie der Doppelbindung, Persönlichkeitsentfaltung, Sprachstörungen, Autistische Psychopathie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Methode der Gestützten Kommunikation als einen Weg, autistischen Menschen ohne Lautsprache eine Teilhabe am sozialen Leben zu ermöglichen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind das Autismussyndrom, die theoretischen Grundlagen menschlicher Kommunikation und die spezifischen Herausforderungen bei der Anwendung der Gestützten Kommunikation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist herauszufinden, ob die Gestützte Kommunikation für nichtsprechende autistische Menschen eine adäquate Möglichkeit darstellt, Bedürfnisse auszudrücken und Autonomie zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Examensarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit vorliegenden Studien und Praxisberichten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Methode der Gestützten Kommunikation, ihrer Umsetzung durch Stützer, der Abgrenzung zu anderen Hilfsmitteln sowie der kontroversen wissenschaftlichen Diskussion bezüglich der Validität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Autismus, Gestützte Kommunikation, Validität, Stützereinfluß und kommunikative Kompetenz.

Warum ist die Stützung durch eine zweite Person bei dieser Methode so wichtig?

Die Stützung kompensiert motorische und neurologische Störungen, wie die gestörte Auge-Hand-Koordination oder einen unregelmäßigen Muskeltonus, die eine eigenständige Bedienung von Kommunikationshilfen erschweren.

Wie wird in der Arbeit mit der Kritik am "Stützereinfluß" umgegangen?

Die Arbeit beleuchtet die Problematik der Stützersteuerung kritisch, räumt ein, dass eine unbewusste Beeinflussung vorkommen kann, plädiert aber für eine differenzierte Betrachtung anstatt einer pauschalen Ablehnung.

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Details

Title
Gestützte Kommunikation - ein neuer Weg für Menschen mit autistischer Behinderung?
College
University of Frankfurt (Main)  (Erziehungswissenschaften)
Grade
2
Author
Sven Szalies (Author)
Publication Year
2002
Pages
116
Catalog Number
V7430
ISBN (eBook)
9783638146951
Language
German
Tags
Autismus - Gestützte Kommunikation - Unterstützte Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Szalies (Author), 2002, Gestützte Kommunikation - ein neuer Weg für Menschen mit autistischer Behinderung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7430
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