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Zwangsarbeit im Herforder Raum und ihre Bewältigung nach Kriegsende

Title: Zwangsarbeit im Herforder Raum und ihre Bewältigung nach Kriegsende

Intermediate Examination Paper , 2001 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Florian Beer (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Der folgende Beitrag stellt eine Übersicht über die Situation von Zwangsarbeitern während der Kriegs- und Nachkriegszeit in Stadt und Kreis Herford dar. Hierbei ist ein besonderer Schwerpunkt auf den öffentlichen Umgang der Nachkriegsbevölkerung mit der Zwangsarbeiterproblematik gelegt. Als Quellenmaterial wurde der Aktenbestand des Kommunalarchivs Herford, sowie der Bestand des Stadtarchivs Detmold herangezogen. Unter der verwendeten Sekundärliteratur sind die Forschungsberichte der Geschichtswerkstatt Arbeit und Leben DGB/VHS, herausgegeben von Helga Kohne und Christoph Laue, hervorzuheben.

Zunächst soll ein allgemeiner Überblick über den Themenkomplex der NS-Zwangsarbeit gegeben werden. Mit ihm wird der Versuch unternommen, die Charakteristika des NS-Zwangsarbeitereinsatzes herauszuarbeiten, wobei insbesondere auf die Entwicklung während des Krieges und die Unterschiede unter den verschiedenen, hier der Einfachheit halber mit dem Sammelbegriff „Zwangsarbeiter“ bezeichneten Gruppen eingegangen wird.

In einem zweiten Abschnitt geht es uns um die Aufarbeitung statistischer Daten aus Stadt und Landkreis Herford. Neben der Datenlage wird insbesondere auf die Verteilung, Unterbringung und Soziale Situation der Zwangsarbeiter, sowie auf die Lagersituation bei Kriegsende eingegangen. Es findet sich auch das Beispiel eines Lebensweges durch die Zwangsarbeit. Dieser Abschnitt soll einen geschlosseneren Überblick über die Situation der Zwangsarbeiter im Herforder Raum ermöglichen, als dies durch die hier digitalisiert vorliegenden Dokumente gestattet ist.

Ein dritter Abschnitt geht auf den öffentlichen Umgang mit ehemaligen Zwangsarbeitern in der Nachkriegszeit ein. Nach einem allgemeinem Teil werden Beispiele aus Stadt und Landkreis Herford vorgestellt, die deutlich machen können, wie sehr auch hier eine abwehrende Haltung gegenüber einer Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus im Allgemeinen und den ehemaligen Zwangsarbeitern im Besonderen, verbreitet war.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zwangsarbeit im Nationalsozialismus – ein allgemeiner Überblick

2. Statistische Daten zur Zwangsarbeit in Herford 1940 bis 1946 - eine Auswertung

2.1. Datenlage

2.2. Verteilung

2.3. Entlohnung

2.4. Unterbringung

2.5. Soziale Situation

2.6. Lagersituation bei Kriegsende

2.7. Beispiel eines Lebensweges durch die Zwangsarbeit: Klara Bulyghina

3. Der öffentliche Umgang mit ehemaligen Zwangsarbeiter in der Nachkriegszeit

3.1. Problemstellung / Allgemeine Anmerkungen

3.2. Der öffentliche Umgang mit ehemaligen Zwangsarbeitern in Herford

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Situation von Zwangsarbeitern während der Kriegs- und Nachkriegszeit im Raum Herford sowie den öffentlichen Umgang der lokalen Bevölkerung mit dieser Thematik. Dabei steht insbesondere die Analyse der ambivalenten Haltung der Nachkriegsgesellschaft gegenüber ehemaligen Zwangsarbeitern im Zentrum der Untersuchung.

  • Charakteristika des NS-Zwangsarbeitereinsatzes im Kriegsverlauf
  • Statistische Auswertung der Zwangsarbeit in Stadt und Kreis Herford (1940–1946)
  • Lebensbedingungen in Lagern, Betrieben und der Landwirtschaft
  • Schicksale ehemaliger Zwangsarbeiter und die Problematik der Repatriierung
  • Untersuchung des öffentlichen Diskurses und der Ausgrenzungsmechanismen in der Nachkriegszeit

Auszug aus dem Buch

1. Zwangsarbeit im Nationalsozialismus – ein allgemeiner Überblick

Im Verlauf des 2. Weltkrieges sind mehr als 10 Mio. Menschen - in überwiegender Mehrheit gegen ihren Willen und zunehmend unter Gewaltanwendung - zum „Arbeitseinsatz“ im Dritten Reich verpflichtet worden.

Während immer mehr gesellschaftliche Gruppen nach und nach aus der Öffentlichkeit verschwanden, sich der millionenfache Mord an den Juden und die Verbrechen an der Bevölkerung in den besetzten Gebieten weit entfernt abspielten, unterschied sich der NS--Zwangsarbeitereinsatz hiervon dadurch, dass, um mit Ulrich Herbert zu sprechen, „die Ausländischen Arbeitskräfte gerade nicht ausgesondert und weggebracht, sondern nach Deutschland, mitten in den Alltag der deutschen Bevölkerung hinein deportiert”ii wurden.

Wenn sich hier auch bereits ein bedeutendes Charakteristikum des NS-Zwangsarbeitereinsatzes erkennen läßt, so stellt sich die NS-Zwangsarbeiterpolitik dennoch keineswegs einheitlich dar. Sie vollzog sich stattdessen - wie dies für das NS-System insgesamt charakteristisch ist - in einem Spannungsfeld widerstreitender Interessen und konkurrierender Kompetenzen und muß immer auch als Resultat zeitgebundener, z. T. pragmatischer und opportunistischer Motive gesehen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die Zielsetzung der Arbeit, das verwendete Quellenmaterial aus dem Kommunalarchiv Herford sowie die methodische Struktur der Untersuchung.

1. Zwangsarbeit im Nationalsozialismus – ein allgemeiner Überblick: Dieses Kapitel erläutert die Grundformen der Rekrutierung und die unterschiedlichen Einsatzbedingungen von Zwangsarbeitern im NS-Staat.

2. Statistische Daten zur Zwangsarbeit in Herford 1940 bis 1946 - eine Auswertung: Hier werden Aktenbestände ausgewertet, um Aspekte wie Verteilung, Entlohnung, Unterbringung und die soziale Situation der Zwangsarbeiter im Herforder Raum statistisch zu belegen.

2.1. Datenlage: Erläuterung der archivischen Quellenbasis und der methodischen Schwierigkeiten bei der Auswertung der Unterlagen.

2.2. Verteilung: Analyse der zeitlichen und räumlichen Verteilung des Arbeitseinsatzes sowie der geschlechterspezifischen Zusammensetzung.

2.3. Entlohnung: Untersuchung der gesetzlichen Regelungen und der tatsächlichen Praxis der Lohnzahlung für Zwangsarbeiter.

2.4. Unterbringung: Darstellung der Lebensbedingungen in landwirtschaftlichen Betrieben sowie in industriellen Gemeinschaftslagern.

2.5. Soziale Situation: Analyse der sozialen Einschränkungen, der Sanktionen bei Übertretungen und der gesundheitlichen Versorgung der Zwangsarbeiter.

2.6. Lagersituation bei Kriegsende: Betrachtung der dramatischen Lage zum Kriegsende, der Rolle der Displaced Persons und der Problematik der Repatriierung.

2.7. Beispiel eines Lebensweges durch die Zwangsarbeit: Klara Bulyghina: Darstellung eines konkreten Einzelschicksals, das die Lebens- und Leidensgeschichte einer Zwangsarbeiterin illustriert.

3. Der öffentliche Umgang mit ehemaligen Zwangsarbeiter in der Nachkriegszeit: Analyse des gesellschaftlichen Umgangs mit der NS-Vergangenheit und der Diskriminierung ehemaliger Zwangsarbeiter nach 1945.

3.1. Problemstellung / Allgemeine Anmerkungen: Erläuterung der verzögerten gesellschaftlichen Aufarbeitung und der rechtlichen Rahmenbedingungen der Entschädigung.

3.2. Der öffentliche Umgang mit ehemaligen Zwangsarbeitern in Herford: Konkrete Untersuchung der Herforder Lokalpolitik und der Haltung der Bevölkerung gegenüber ehemaligen Zwangsarbeitern.

Schlüsselwörter

Zwangsarbeit, Nationalsozialismus, Herford, Displaced Persons, Nachkriegszeit, Repatriierung, Archivdokumentation, NS-Zwangsarbeiterpolitik, Lebensbedingungen, soziale Situation, Erinnerungskultur, Aufarbeitung, Zeitgeschichte, Ostarbeiter, Kriegsgefangene

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Schicksal von Zwangsarbeitern in Stadt und Kreis Herford während der Kriegsjahre sowie deren Behandlung durch die deutsche Bevölkerung und die Behörden in der unmittelbaren Nachkriegszeit.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Untersuchung deckt die statistische Erfassung, die Arbeits- und Lebensbedingungen (Unterbringung, Entlohnung), das Schicksal der Displaced Persons am Kriegsende sowie die öffentliche Diskurskultur der Nachkriegsjahre ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die NS-Zwangsarbeit im Herforder Raum anhand lokaler Quellen zu rekonstruieren und aufzuzeigen, wie die lokale Bevölkerung mit der präsenten Vergangenheit und den ehemaligen Zwangsarbeitern als Zeitzeugen umging.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine lokalgeschichtliche Untersuchung, die primär auf der Auswertung von Aktenbeständen des Kommunalarchivs Herford sowie ergänzenden Sekundärquellen und Besuchsberichten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine statistische Aufarbeitung des Arbeitseinsatzes und eine qualitative Untersuchung des öffentlichen Umgangs mit ehemaligen Zwangsarbeitern, inklusive der Analyse von Sitzungsprotokollen und zeitgenössischer Korrespondenz.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zwangsarbeit, Herford, Aufarbeitung der NS-Zeit, Displaced Persons, Zwangsarbeiterpolitik und historische Archivarbeit.

Welche Rolle spielt der Lebensweg von Klara Bulyghina?

Das Beispiel von Klara Bulyghina dient als konkrete Fallstudie, um die bürokratischen Hürden, die Lebensrealität im Arbeitslager und die Schwierigkeiten der Repatriierung nach Kriegsende exemplarisch zu verdeutlichen.

Wie war die Haltung der lokalen Behörden gegenüber den "Displaced Persons"?

Die Arbeit zeigt eine mehrheitlich vorurteilsbeladene und abwehrende Haltung der lokalen Funktionsträger, die geprägt war von einem mangelnden Willen zur moralischen Aufarbeitung und einer Fokussierung auf Aspekte wie Kriminalitätsunterstellung oder Versorgungsengpässe.

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Details

Title
Zwangsarbeit im Herforder Raum und ihre Bewältigung nach Kriegsende
College
Bielefeld University  (Geschichte)
Course
Grundseminar I: Internet und Geschichtswissenschaften: Das Digitale Archiv der Zukunft
Grade
1,0
Author
Florian Beer (Author)
Publication Year
2001
Pages
22
Catalog Number
V74331
ISBN (eBook)
9783638712903
ISBN (Book)
9783638882644
Language
German
Tags
Zwangsarbeit Herforder Raum Bewältigung Kriegsende Grundseminar Internet Geschichtswissenschaften Digitale Archiv Zukunft Herford Regionalgeschichte Displaced Persons
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Beer (Author), 2001, Zwangsarbeit im Herforder Raum und ihre Bewältigung nach Kriegsende, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74331
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