Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Law - Civil / Private / Family Law / Law of Succession

Die Aufsicht des Vormundschaftsgerichts über die Tätigkeit des Betreuers

Title: Die Aufsicht des Vormundschaftsgerichts über die Tätigkeit des Betreuers

Diploma Thesis , 2006 , 43 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stephan Werle (Author)

Law - Civil / Private / Family Law / Law of Succession
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die rechtliche Betreuung ist als Teil des Familienrechts ausgestaltet, welches im Wesentlichen im vierten Buch des BGB geregelt ist. Neben elterlicher Sorge, Vormundschaft, Pflegschaft und Beistandschaft bildet die Betreuung das vierte familienrechtliche Fürsorgeverhältnis. Zwischen Betreuer und Betreutem besteht ein zivilrechtliches, der Geschäftsführung ohne Auftrag ähnliches, gesetzliches Schuldverhältnis.
Ebenso wie Eltern, Vormund und Pfleger steht auch dem Betreuer die ihm verliehene Rechtsmacht als fremdnützige Befugnis, als „Pflichtrecht” zu. Anders als die Eltern, denen das Elternrecht nach Art. 6 Abs.2 S.1 GG als natürliches Recht zusteht, leitet der Betreuer diese Befugnisse aber aus einer staatlichen Verleihung ab. Er handelt somit unter der Aufsicht des Staates. Das Rechts-verhältnis zwischen Betreuer und Betroffenem gehört zwar zum Privatrecht, aber die staatlichen Behörden sind aufgrund der Bestellung von vornherein am Verfahren beteiligt. Die staatliche Aufsicht ist eine hoheitliche Aufgabe, die der Staat so wahrnehmen muss, dass die grundrechtlich garantierten Rechtsgüter des Be-treuten auch dem Betreuer gegenüber effektiv geschützt werden.
Die Bedeutung der Grundrechte des Betreuten erschöpft sich aber keineswegs auf das Verhältnis zum Betreuer. Dem Betroffe-nen wird ja gerade deswegen ein Betreuer zur Seite gestellt, weil er seine Rechte nicht in ausreichendem Umfang selbst vertreten kann. Der Betreuer ist daher gleichzeitig Sachwalter der Grund-rechte des Betreuten und kraft seines Amtes berufen, diese der staatlichen Gewalt gegenüber geltend zu machen. Es entsteht so ein Dreiecksverhältnis, in dem die wechselseitige Kontrolle des Betreuers durch staatliche Aufsicht und des Handelns der Staats-gewalt durch den Betreuer den Grundrechten des Betreuten zur möglichst effektiven Durchsetzung verhelfen sollen.

II. Frage
In dieser Diplomarbeit soll die Frage untersucht und letztendlich beantwortet werden, welche Maßnahmen das Vormundschaftsgericht im Rahmen der Aufsichtspflicht ergreifen kann. Des Weiteren soll festgestellt werden, in wie vielen Fällen die untersuchten Vormundschaftsgerichte in dem Untersuchungszeitraum durch Aufsichtsmaßnahmen eingreifen mussten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A Einleitung

I. Hintergrund

II. Frage

III. Untersuchungsart

B Untersuchung

I. Rechtliche Grundlagen

1. Pflichten und Aufgaben des Betreuers

2. Aufgaben des Vormundschaftsgerichts

a) Beratung des Betreuers

b) Beratung des Betreuten

c) Aufsicht über die Tätigkeit des Betreuers

d) Form der Aufsicht

aa) Auskunft

bb) Berichterstattung

cc) Rechnungslegung

dd) Vormundschaftsgerichtliche Genehmigungen

ee) Weisungen

ff) Bestellung Gegenbetreuer

e) Pflichtwidrigkeiten

f) Maßnahmen

aa) Einzelweisungen

bb) Ge- und Verbote

cc) Zwangsgeld

dd) Entzug Vertretungsmacht

ee) Entlassung Betreuer

ff) Verhältnismäßigkeit

3. Verfahren

a) Zuständigkeiten

b) Rechtsmittel

II. Praktische Untersuchung

1. Umfang Aktenauswertung

a) Allgemeine Fragen zu den untersuchten Gerichten

b) Fragen zum Aktenauswertungsbogen

2. Ergebnisse Aktenauswertung

a) Allgemeine Fragen zu den untersuchten Gerichten

b) Fragen zum Aktenauswertungsbogen

3. Gespräche mit Rechtspflegern

C Zusammenfassende Betrachtung

D Auswertung der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die aufsichtsrechtlichen Befugnisse des Vormundschaftsgerichts gegenüber Betreuern und analysiert anhand einer praktischen Aktenauswertung an zwei Amtsgerichten, welche Maßnahmen in der Praxis tatsächlich Anwendung finden, um die Interessen des Betreuten zu wahren.

  • Rechtliche Grundlagen der Betreueraufsicht gemäß BGB
  • Möglichkeiten und Grenzen gerichtlicher Weisungsbefugnisse
  • Methoden der Überwachung: Berichtspflichten, Rechnungslegung und Genehmigungsvorbehalte
  • Analyse der Eingriffspraxis bei Pflichtwidrigkeiten
  • Vergleich zwischen theoretischen Anforderungen und tatsächlicher Gerichtspraxis

Auszug aus dem Buch

I. Hintergrund

Die rechtliche Betreuung ist als Teil des Familienrechts ausgestaltet, welches im Wesentlichen im vierten Buch des BGB geregelt ist. Neben elterlicher Sorge, Vormundschaft, Pflegschaft und Beistandschaft bildet die Betreuung das vierte familienrechtliche Fürsorgeverhältnis. Zwischen Betreuer und Betreutem besteht ein zivilrechtliches, der Geschäftsführung ohne Auftrag ähnliches, gesetzliches Schuldverhältnis.

Ebenso wie Eltern, Vormund und Pfleger steht auch dem Betreuer die ihm verliehene Rechtsmacht als fremdnützige Befugnis, als „Pflichtrecht” zu. Anders als die Eltern, denen das Elternrecht nach Art. 6 Abs.2 S.1 GG als natürliches Recht zusteht, leitet der Betreuer diese Befugnisse aber aus einer staatlichen Verleihung ab. Er handelt somit unter der Aufsicht des Staates. Das Rechtsverhältnis zwischen Betreuer und Betroffenem gehört zwar zum Privatrecht, aber die staatlichen Behörden sind aufgrund der Bestellung von vornherein am Verfahren beteiligt. Die staatliche Aufsicht ist eine hoheitliche Aufgabe, die der Staat so wahrnehmen muss, dass die grundrechtlich garantierten Rechtsgüter des Betreuten auch dem Betreuer gegenüber effektiv geschützt werden.

Die Bedeutung der Grundrechte des Betreuten erschöpft sich aber keineswegs auf das Verhältnis zum Betreuer. Dem Betroffenen wird ja gerade deswegen ein Betreuer zur Seite gestellt, weil er seine Rechte nicht in ausreichendem Umfang selbst vertreten kann. Der Betreuer ist daher gleichzeitig Sachwalter der Grundrechte des Betreuten und kraft seines Amtes berufen, diese der staatlichen Gewalt gegenüber geltend zu machen. Es entsteht so ein Dreiecksverhältnis, in dem die wechselseitige Kontrolle des Betreuers durch staatliche Aufsicht und des Handelns der Staatsgewalt durch den Betreuer den Grundrechten des Betreuten zur möglichst effektiven Durchsetzung verhelfen sollen.

Zusammenfassung der Kapitel

A Einleitung: Dieses Kapitel legt den Hintergrund der rechtlichen Betreuung als Fürsorgeverhältnis dar und definiert die Forschungsfrage bezüglich der aufsichtsrechtlichen Maßnahmen des Vormundschaftsgerichts.

B Untersuchung: Dies ist der Hauptteil, der sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen der Aufsicht (Beratung, Kontrolle, Eingriffsmaßnahmen) als auch die empirische Auswertung von Akten sowie Gespräche mit Rechtspflegern umfasst.

C Zusammenfassende Betrachtung: Hier werden die theoretischen Vorgaben und die praktischen Ergebnisse gegenübergestellt, um festzustellen, inwieweit das Vormundschaftsgericht seine Aufsichtsfunktion in der Praxis tatsächlich wahrnimmt.

D Auswertung der Ergebnisse: Dieses Kapitel zieht ein Fazit aus den gewonnenen Daten und stellt fest, dass in der Praxis meist eine Schlüssigkeitsprüfung statt einer intensiven Kontrolle erfolgt und präventive Maßnahmen wie Ge- und Verbote dominieren.

Schlüsselwörter

Betreuungsrecht, Vormundschaftsgericht, Aufsichtspflicht, Betreuer, Rechtspfleger, Vermögenssorge, Pflichtwidrigkeit, Zwangsgeld, Aktenauswertung, Berichterstattung, Rechnungslegung, Weisungsbefugnis, Familienrecht, Betreutenwohl, Ehrenamtliche Betreuung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der gerichtlichen Aufsicht über rechtliche Betreuer und untersucht, wie Vormundschaftsgerichte ihrer Pflicht nachkommen, die Tätigkeit der Betreuer zu überwachen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen die gesetzlichen Aufsichtsmöglichkeiten des Gerichts, die Abgrenzung von Zweckmäßigkeitsentscheidungen des Betreuers und die Praxis der Aktenkontrolle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte klären, welche konkreten Aufsichtsmaßnahmen Gerichte in der Praxis ergreifen und wie häufig diese aufgrund von Pflichtwidrigkeiten notwendig werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine Kombination aus Literaturanalyse zur rechtlichen Theorie sowie eine empirische Aktenauswertung an zwei Amtsgerichtsbezirken in Süd-Niedersachsen durchgeführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung der rechtlichen Befugnisse sowie eine umfangreiche Auswertung der erhobenen Daten aus den Betreuungsakten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Betreuungsrecht, Vormundschaftsgericht, Aufsichtspflicht, Betreuer, Pflichtwidrigkeiten und Aktenauswertung.

Wie unterscheidet sich die Aufsicht bei ehrenamtlichen Betreuern und Berufsbetreuern?

Die Praxis zeigt, dass Berufsbetreuern ein größerer Vertrauensvorschuss entgegengebracht wird, während bei ehrenamtlichen Betreuern frühzeitiger auf Eignung und eine konfliktfreie Zusammenarbeit geachtet wird.

Welche Rolle spielt die Androhung von Zwangsgeldern in der Praxis?

Zwangsgelder werden in der Praxis selten festgesetzt, dienen jedoch als Druckmittel, wobei die Androhung bei Berufsbetreuern oft höher ausfällt als bei ehrenamtlich Tätigen.

Warum wird in der Praxis nur selten von weitgehenden Aufsichtsmaßnahmen Gebrauch gemacht?

Die Arbeit stellt fest, dass dies primär aus Gründen der hohen Arbeitsbelastung der Rechtspfleger und dem Wunsch, die Eigenverantwortung der Betreuer nicht zu untergraben, geschieht.

Excerpt out of 43 pages  - scroll top

Details

Title
Die Aufsicht des Vormundschaftsgerichts über die Tätigkeit des Betreuers
College
Berlin School of Economics and Law
Grade
2,0
Author
Stephan Werle (Author)
Publication Year
2006
Pages
43
Catalog Number
V74406
ISBN (eBook)
9783638728089
ISBN (Book)
9783638728645
Language
German
Tags
Aufsicht Vormundschaftsgerichts Tätigkeit Betreuers
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Werle (Author), 2006, Die Aufsicht des Vormundschaftsgerichts über die Tätigkeit des Betreuers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74406
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  43  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint