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Catilina im Drama Henrik Ibsens - Geschichte oder Historie

Title: Catilina im Drama Henrik Ibsens - Geschichte oder Historie

Seminar Paper , 2002 , 20 Pages , Grade: 1

Autor:in: Angelika Zojer (Author)

World History - Early and Ancient History
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Viele Dichter fanden in der Catilinarischen Verschwörung Stoff, den sie zu einem Drama verarbeiteten. Neben Ferdinand Kürnberger, Alexandre Dumas oder Hendrik van Elvervelt war auch der junge Henrik Ibsen fasziniert von der Gestalt des Catilina. Was aber war der Grund? Kann ein Dramatiker Hans Drexler recht geben, wenn er schreibt:

„Ohne die Selbstverherrlichung Ciceros und die symptomatische Interpretation des Sallust würde Catilina weit unter Aemilius Lepidus rangieren: es war der Putsch eines einmal abgewiesenen, zweimal durchgefallenen, politisch und finanziell ruinierten Kandidaten, der nur deshalb größere Ausmaße annahm und gefährlich wurde, weil der Zündstoff in tanta tamque corrupta civitae bereitlag. Die neuesten Versuche einer Heroisierung Catilinas lohnen m. E. keine Widerlegung.“ ?

Im Verlauf dieser Arbeit soll ergründet werden, warum, und vor allem wie Ibsen das geschichtliche Geschehen interpretiert, und wie das Werk im Zusammenhang mit historischen Fakten zu sehen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Zur Entstehung

3. Zum Inhalt

4. Zur Historizität in der Darstellung von Personen und Handlung

5. Schlussbemerkung

6. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht Henrik Ibsens Erstlingsdrama "Catilina" im Hinblick auf das Verhältnis zwischen historischer Realität und der künstlerischen Interpretation des Stoffes durch den jungen Dramatiker. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwiefern Ibsen die historische Figur und die Ereignisse der Catilinarischen Verschwörung als Vehikel für eigene soziale Kritik und persönliche Reflexion nutzte.

  • Analyse des Entstehungskontexts des Dramas im gesellschaftlichen Umfeld des jungen Ibsen
  • Detaillierte Inhaltsangabe der drei Akte des Dramas
  • Gegenüberstellung der dramatischen Handlung mit historischen Fakten
  • Untersuchung der psychologischen Beweggründe für Ibsens Heldenzeichnung
  • Reflexion über den Begriff der künstlerischen Freiheit gegenüber der Geschichtsschreibung

Auszug aus dem Buch

Zur Historizität in der Darstellung von Personen und Handlung

Schon zu Beginn erkennt man, dass das der ibsen’sche Catilina und der, von dem antike Autoren berichten, nicht viel mehr als den Namen gemein haben. Auch wenn man bedenkt, dass die antike Geschichtsschreibung stark moralisierend war, man die Schriften des Sallust ob ihrer Parteilichkeit oder Reden des Cicero wegen ihrer Fülle an Eigenlob kritisch betrachtet, wenn man bedenkt, wie viel nur vom Hörensagen bekannt und trotzdem aufgezeichnet wurde, auch dann bleibt genügend, um zu erkennen, dass das Bild Ibsens von Helden und Edelmann keineswegs mit den historischen Fakten harmoniert. Ibsen schreibt dazu:

„Wie man aus diesem Buch ersehen wird, teilte ich damals die Auffassung nicht, die die beiden alten römischen Autoren von Catilinas Charakter und Handlungsweise hatten, und ich neige noch immer dem Glauben zu, dass doch wohl etwas Großes und Bedeutendes an einem Manne gewesen sein muss, mit dem einzulassen der unverdrossne Anwalt der Majorität, Cicero, erst dann geraten fand, als die Dinge eine solche Wendung genommen hatten, dass mit dem Angriff keine Gefahr mehr verbunden war.“

Schon hier zeigt sich mangelndes Quellenwissen, denn hätte Ibsen über mehr Hintergrundwissen verfügt, hätte er erkennen müssen, dass Cicero mit Bedacht so handelte. So kannte Cicero die Taktik der Popularpolitiker zu gut, um nicht zu wissen, dass man ihm, solange er die Verschwörung nicht unwiderlegbar beweisen konnte, härtere Maßnahmen als Willkür auslegen, und ihn zur Rechenschaft ziehen würde. Natürlich hat Ibsen nicht ganz unrecht, wenn er behauptet, dass Catilinas Ruf zum Großteil in den Händen seiner Gegner lag, doch sind sich nicht nur Sallust und Cicero einig, was Catilinas Charakter betrifft. Auch Dio Cassius schreibt von seiner Verderbtheit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Dieses Kapitel erläutert die Faszination des jungen Henrik Ibsen für die Figur des Catilina und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Interpretation historischer Ereignisse im Drama.

2. Zur Entstehung: Hier werden die biografischen Umstände Ibsens während der Niederschrift des Dramas in Grimstad sowie die Einflüsse der politischen Unruhen seiner Zeit beschrieben.

3. Zum Inhalt: Dieses Kapitel bietet eine umfassende Wiedergabe der dramatischen Handlung, unterteilt in die Akte des Stücks, inklusive der Charakterisierung der beteiligten Personen.

4. Zur Historizität in der Darstellung von Personen und Handlung: Der Hauptteil analysiert kritisch die Abweichungen des Dramas von den historischen Fakten und beleuchtet die bewusste Umdeutung der historischen Figur zum "Helden" aus subjektiver Perspektive des Autors.

5. Schlussbemerkung: Das Fazit stellt fest, dass Ibsen kein historisches Drama im engeren Sinne anstrebte, sondern die Geschichte zur Bewältigung eigener Lebensumstände instrumentalisierte.

6. Literatur: In diesem Abschnitt werden die verwendeten Quellen und Forschungsliteratur aufgelistet.

Schlüsselwörter

Henrik Ibsen, Catilina, Catilinarische Verschwörung, Historisches Drama, Sozialkritik, Geschichtsschreibung, Antike, Ciceros Reden, Sallust, Rezeptionsgeschichte, Drama, Literaturanalyse, Historizität, Kunst und Geschichte, Rom.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Henrik Ibsens Erstlingswerk "Catilina" im Hinblick darauf, wie der Dichter historische Fakten für eine persönliche und soziale Interpretation verwendete.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entstehungsgeschichte des Stücks, der inhaltlichen Zusammenfassung sowie dem Abgleich zwischen der dramatischen Darstellung und den überlieferten historischen Ereignissen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Untersuchung zielt darauf ab zu ergründen, warum und vor allem wie Ibsen die historische Figur Catilina interpretierte und wie das Werk in den Kontext historischer Fakten einzuordnen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die die historische Stoffgeschichte des Catilina-Dramas mit biographischen und historischen Kontexten vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich intensiv der Gegenüberstellung von Ibsens Charakterisierung der Figuren und den antiken Quellenberichten, insbesondere im Hinblick auf den "ibsen’schen Catilina" als Märtyrer und Opfer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Henrik Ibsen, Catilina, Historisches Drama, Sozialkritik, antike Geschichtsschreibung und literarische Stoffgeschichte.

Inwiefern unterscheidet sich der Catilina des Dramas von der historischen Person?

Während Ibsen Catilina als einen rebellischen Märtyrer und ein Opfer gesellschaftlicher Umstände darstellt, beschreiben antike Quellen wie Sallust oder Cicero ihn als politisch ruiniert und charakterlich verdorben.

Welche Rolle spielt die Figur der Furia in Ibsens Drama?

Furia ist eine fiktive, von Ibsen geschaffene Figur, die als Vestalin in den Konflikt verstrickt ist und deren Suche nach Rache und Gerechtigkeit den Untergang des Helden maßgeblich vorantreibt.

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Details

Title
Catilina im Drama Henrik Ibsens - Geschichte oder Historie
College
University of Vienna  (Alte Geschichte)
Grade
1
Author
Angelika Zojer (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V7442
ISBN (eBook)
9783638147057
Language
German
Tags
Catilina Drama Henrik Ibsens Geschichte Historie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Angelika Zojer (Author), 2002, Catilina im Drama Henrik Ibsens - Geschichte oder Historie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7442
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