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Lyrische Liebeskonzeptionen im Vergleich

Rainer Maria Rilke und Arno Holz

Title: Lyrische Liebeskonzeptionen im Vergleich

Term Paper , 2007 , 17 Pages

Autor:in: Nazife Öztürk (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Wohl kein Thema scheint in der Erwartung der meisten Rezipienten literarischer Werke gleich welcher Gattung eher „geeignet“ zu sein, um in der Form eines Gedichts dargestellt zu werden, als das der „Liebe“.

Das Seminar „Lyrische Liebeskonzepte im Vergleich“, das im Wintersemester 2006/2007 unter der Leitung von Frau Professor Gabriele Rohowski stattfand, beschäftigte sich eingehend unter anderem mit solchen durch Konvention, literarische Bildung und ästhetische Traditionen entstandenen Rezeptionsmustern. Als eine wichtige Erkenntnis der Auseinandersetzung mit den im Seminar aufgeworfenen Fragen hinsichtlich Definition eines Gedichts oder der Möglichkeit einer typologischen Systematik ergab sich schnell die Einsicht in die ungeheure Vielfalt und Komplexität der Lyrik und in die große Bedeutung der historischen Produktions- und Rezeptionsbedingungen von Gedichten.

1.Einleitung: Probleme und Wagnisse der Interpretation von „Gedichten“ 3
1.1. Was ist ein Gedicht und was bedeutet es, ein Gedicht zu interpretieren? 3
2. Gedichtvergleich 5
2.1. Auswahl der Autoren und Gedichte 5
2.2. Vorbemerkungen zu Rainer Maria Rilke: „Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn“ 6
2.3. Aufbau und Struktur des Gedichts: Einfachheit nach außen – Komplexität nach innen 8
2.4. Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn: Liebe als radikales Paradoxon 9
3. Arno Holz: „Erfüllung“ 12
3.1. Aufbau und Struktur des Gedichts: Die unerfüllte Jagd 12
3.2. „Erfüllung“: Liebe als wiederholte Auflösung der paradoxen Angst vor dem anderen 13
4. Schlussbemerkung: Liebe – unmöglich in der Kunst oder im Leben? 15

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Probleme und Wagnisse der Interpretation von „Gedichten“

1.1. Was ist ein Gedicht und was bedeutet es, ein Gedicht zu interpretieren?

2. Gedichtvergleich

2.1. Auswahl der Autoren und Gedichte

2.2. Vorbemerkungen zu Rainer Maria Rilke: „Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn“

2.3. Aufbau und Struktur des Gedichts: Einfachheit nach außen – Komplexität nach innen

2.4. Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn: Liebe als radikales Paradoxon

3. Arno Holz: „Erfüllung“

3.1. Aufbau und Struktur des Gedichts: Die unerfüllte Jagd

3.2. „Erfüllung“: Liebe als wiederholte Auflösung der paradoxen Angst vor dem anderen

4. Schlussbemerkung: Liebe – unmöglich in der Kunst oder im Leben?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, die unterschiedlichen Konzepte der Liebe in den Gedichten „Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn“ von Rainer Maria Rilke und „Erfüllung“ von Arno Holz vergleichend zu analysieren und deren jeweilige Verortung innerhalb der literarischen Moderne herauszuarbeiten.

  • Vergleichende Analyse lyrischer Liebeskonzeptionen der Jahrhundertwende.
  • Untersuchung der strukturellen und inhaltlichen Besonderheiten der Gedichte von Rilke und Holz.
  • Herausarbeitung der Paradoxie von Liebe, Erfüllung und Identitätsauflösung.
  • Diskussion der Modernität und kulturkritischen Aspekte in beiden Werken.
  • Reflexion über die Möglichkeiten der Liebesdarstellung zwischen Ideal und Realität.

Auszug aus dem Buch

Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn: Liebe als radikales Paradoxon

Zahlreiche Imperative an ein ungreifbares „Du“ prägen Rilkes Gedicht (Vers 1, 2, 5, 7) und sie werden im Sinn einer „Wenn-Dann-Alternative“ vom lyrischen Ich sofort quittiert. Beinah herausfordernd und spöttisch macht es seinem Gegenüber deutlich, dass es, egal was es tun wird, mit allen seinen Aktionen keinen Erfolg haben wird: „Lösch mir die Augen aus, ich kann dich sehn,“.

Schuller fragt in Bezug auf die Imperative: „Handelt es um einen Befehl oder gar um einen Wunsch?“ Die Aktionen, um die es geht, sind – wörtlich genommen - solche der Zerstörung und grausamen Auflösung eines menschlichen Körpers. Aber zwischen dem aufgerufenen „Du“ und dem fordernden „Ich“ besteht keinerlei Gegnerschaft. Im Gegensatz zum auf der materiellen Ebene stattfindenden – oberflächlichen – Auflösungsprozess, einer Analyse, vollzieht sich im Gedicht tatsächlich ein Vereinigungsprozess, eine Synthese.

Das „Du“ und das „Ich“ befinden sich in einer solchen Position der Nähe und des tiefsten Verständnisses, dass selbst eine Beraubung aller Sinne und gar der kompletten Körperlichkeit ihre Verbindung nicht kappen kann, sondern am Ende sogar steigert: „und ohne Füße kann ich zu dir gehen“ (Vers 3) oder „Brich mir die Arme ab, ich fasse dich“ (Vers 5). Je stärker der Zerstörungsgrad der Körperlichkeit, desto umfassender bis in die atomistische Ebene hinein wird die Identität zwischen „Du“ und „Ich“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Probleme und Wagnisse der Interpretation von „Gedichten“: Dieses Kapitel erörtert die methodischen Schwierigkeiten bei der Interpretation von Lyrik und hinterfragt traditionelle Zugänge sowie den Stellenwert der Subjektivität bei der Textanalyse.

2. Gedichtvergleich: Hier erfolgt die Auswahl der untersuchten Autoren und eine detaillierte Analyse des Gedichts von Rilke, wobei besonders auf dessen Aufbau, Metrik und die paradoxe Natur der Liebesdarstellung eingegangen wird.

3. Arno Holz: „Erfüllung“: Das Kapitel analysiert Holz’ Gedicht hinsichtlich seiner formalen Struktur sowie der thematischen Auseinandersetzung mit Liebe als einem dynamischen, aber zwiespältigen Prozess der ständigen Suche.

4. Schlussbemerkung: Liebe – unmöglich in der Kunst oder im Leben?: Das abschließende Kapitel resümiert die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Autoren und verortet das Motiv der Liebe als eine Utopie, die in der Moderne mit einem Gefühl des Verlusts verbunden ist.

Schlüsselwörter

Lyrik, Liebeskonzeptionen, Rainer Maria Rilke, Arno Holz, Jahrhundertwende, Moderne, Interpretation, Gedichtanalyse, Paradoxon, Identitätsauflösung, Subjektivität, Literaturwissenschaft, Sprache, Körperlichkeit, Utopie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einem vergleichenden Blick auf zwei bedeutende Liebesgedichte von Rainer Maria Rilke und Arno Holz und untersucht, wie diese Autoren das Thema Liebe vor dem Hintergrund der literarischen Moderne gestalten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Darstellung von Liebe, die Suche nach Erfüllung, die Spannung zwischen dem Ich und dem Du sowie die formale und inhaltliche Entwicklung der Lyrik um die Jahrhundertwende.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Rilke und Holz unterschiedliche sprachliche und formale Mittel nutzen, um die Radikalität und die Paradoxie der Liebe als ein hochbedeutsames, aber oft unerreichbares Ideal zu thematisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer textimmanenten Strukturanalyse der beiden Gedichte, ergänzt durch die Einbeziehung fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur zur Interpretation und literaturgeschichtlichen Einordnung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgen eine detaillierte Analyse der Gedichte, eine Untersuchung ihres Aufbaus, die Diskussion der verwendeten Metaphorik und eine Gegenüberstellung der jeweils spezifischen Liebeskonzeptionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Lyrik, Moderne, Paradoxon, Identitätsauflösung, subjektive Interpretation und das Verhältnis von Sprache und Wirklichkeit.

Wie unterscheidet sich Rilkes Herangehensweise von der Arno Holz’?

Rilke nutzt eher traditionelle metrische Formen, um das Paradoxe und Metaphysische der Liebe zu beschreiben, während Holz durch Reimverzicht und einen assoziativen, fast Telegramm-artigen Stil einen stärker modernen, psychologisierenden Zugang wählt.

Welche Rolle spielt der Körper in beiden Gedichten?

In beiden Werken ist die Körperlichkeit zentral: Bei Rilke führt die Zerstörung des Körpers paradoxerweise zur geistigen Verschmelzung, bei Holz ist der Körper Ausgangspunkt einer rastlosen, fast gehetzten Jagd nach Erfüllung.

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Details

Title
Lyrische Liebeskonzeptionen im Vergleich
Subtitle
Rainer Maria Rilke und Arno Holz
College
University of Frankfurt (Main)  ( Institut für Deutsche Sprache und Literatur II )
Author
Nazife Öztürk (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V74423
ISBN (eBook)
9783638714808
Language
German
Tags
Lyrische Liebeskonzeptionen Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nazife Öztürk (Author), 2007, Lyrische Liebeskonzeptionen im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74423
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