Nach Darstellung der allgemeinen Situation in Deutschland in Kapitel 2 folgen in Kapitel 3 die theoretischen Ausführungen zum Mindestlohn, in Kapitel 4 die Erläuterung je einer belegenden und einer belastenden Studie. Kapitel 5 schließt mit dem Vergleich von Theorie und Empirie der Mindestlohnproblematik.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Mindestlohn und Niedriglohnbeschäftigung
2.1 Mindestlohn und die Situation in Deutschland
2.2 Der Niedriglohnsektor in Deutschland
3 Theoretische Betrachtungen
3.1 Grundsätzliche theoretische Überlegungen
3.2 Die Auswirkungen der Mindestlohneinführung
4 Empirische Studien
4.1 Beispiel einer Kontra-Mindestlohn Studie: Die Einführung des Minimum Wage Laws in Großbritannien
4.1.1 Rahmenbedingungen und Vorgehensweise
4.1.2 Ergebnisse
4.2 Beispiel einer Pro-Mindestlohn Studie: Die Mindestlohnerhöhung in der US Fastfood Industrie
4.2.1 Rahmenbedingungen und Vorgehensweise
4.2.2 Ergebnisse
4.2.3 Die Erweiterung der Datenbasis im Reply
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Auswirkungen von Mindestlöhnen auf das Arbeitsangebot und die Arbeitsnachfrage. Dabei wird analysiert, inwieweit theoretisch prognostizierte negative Effekte durch empirische Befunde gestützt oder widerlegt werden können.
- Neoklassische Theorie der Mindestlohneinführung
- Situation des Niedriglohnsektors in Deutschland
- Empirische Analyse des britischen "National Minimum Wage"
- Fallstudie zur US-amerikanischen Fastfood-Industrie
- Vergleich zwischen theoretischen Annahmen und empirischer Evidenz
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Auswirkungen der Mindestlohneinführung
In das in Abschnitt 3.1 skizzierte Modell wird nun ein Mindestlohn ML eingefügt, der die Untergrenze der Entlohnung darstellt. Durch diesen Eingriff in den Markt kommt es zu einer Veränderung der angebotenen und der nachgefragten Arbeitsmenge. Wie in Abbildung 2 dargestellt, führt ML zu einem erhöhten Arbeitsangebot AA in B2 und zu einer niedrigeren Arbeitsnachfrage AN in B1. Folglich ergibt sich eine Beschäftigung B1 zu einem Lohn ML. Das Überangebot an Arbeit B1B2 bildet die Menge der Arbeitslosen auf dem Arbeitsmarkt ab. Die Arbeitslosigkeit in diesem Modell ist einerseits Ergebnis der weggefallenen Beschäftigung in B1B*, andererseits Ergebnis der neu entstandenen Nachfrage in B*B2.
Für Arbeitnehmer wird der Verzicht auf Freizeit zu Gunsten der Arbeit attraktiver. Denn durch die Einführung eines Mindestlohnes ist sichergestellt, dass ihr Lohn nicht unter die Höhe von ML sinken kann. Da ML also den niedrigsten möglichen Lohn darstellt, wird auch der Teil der Beschäftigung (B*B2) auf dem Arbeitsmarkt angeboten, dessen Reservationslohn unter B* nicht erreicht worden wäre. Andererseits fällt jene Beschäftigung weg, die in B1B* ohne Mindestlohn möglich gewesen wäre. Bedenkt man, dass Beschäftigung als „.. in der Gesamtwirtschaft … geleisteten Arbeitsstunden.“ definiert wird, so lässt deren Rückgang zweierlei Schlussfolgerungen zu: a) Die Reduzierung erklärt sich aus der Herabsetzung der Arbeitszeit pro Beschäftigtem. b) Die Zahl der Beschäftigten wurde herabgesetzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Debatte um die Mindestlohneinführung in Deutschland ein und skizziert die wissenschaftliche Zielsetzung der Untersuchung.
2 Mindestlohn und Niedriglohnbeschäftigung: Das Kapitel beschreibt die aktuelle arbeitsmarktpolitische Situation in Deutschland und definiert die Kriterien des Niedriglohnsektors.
3 Theoretische Betrachtungen: Hier wird der theoretische Rahmen anhand des neoklassischen Gleichgewichtsmodells erläutert, um die Auswirkungen von Mindestlöhnen auf Arbeitsangebot und -nachfrage darzulegen.
4 Empirische Studien: Dieses Kapitel stellt anhand von Fallstudien aus Großbritannien und den USA sowohl kontra- als auch pro-Mindestlohn-Ergebnisse gegenüber.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Diskrepanzen zwischen theoretischer Prognose und empirischer Realität zusammen und identifiziert weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Mindestlohn, Arbeitsmarkt, Niedriglohnsektor, Arbeitsangebot, Arbeitsnachfrage, Neoklassik, Beschäftigung, Lohngrenze, Empirische Studien, Großbritannien, US Fastfood Industrie, Reservationslohn, Lohnwucher, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftsstudien
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Analyse der Auswirkungen von Mindestlöhnen auf den Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung theoretischer Modelle und empirischer Daten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die neoklassische Theorie des Arbeitsmarktes, die Definition und Bedeutung des Niedriglohnsektors sowie die empirische Überprüfung von Mindestlohneffekten in verschiedenen Ländern.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Einführung von Mindestlöhnen auf Arbeitsangebot und -nachfrage auswirkt und ob die theoretisch postulierten negativen Beschäftigungseffekte empirisch nachweisbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender empirischer Studien sowie auf eine modelltheoretische Herleitung mittels neoklassischer Gleichgewichtstheorie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen und die detaillierte Vorstellung zweier prominenter empirischer Fallstudien aus Großbritannien und der USA.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Mindestlohn, Arbeitsmarktdynamik, Niedriglohnbeschäftigung, neoklassisches Gleichgewichtsmodell und Beschäftigungseffekte.
Was genau bedeutet der Begriff "Reservationslohn" im Kontext der Arbeit?
Der Reservationslohn ist die individuelle Lohnschwelle, ab der ein Arbeitnehmer bereit ist, seine Freizeit aufzugeben und eine angebotene Arbeit anzunehmen.
Zu welchem Ergebnis kommen Card und Krueger in ihrer Studie zur US-Fastfood-Industrie?
Entgegen der neoklassischen Theorie stellten sie fest, dass die Anhebung des Mindestlohns in New Jersey nicht zu einem Rückgang der Beschäftigtenzahlen führte, sondern teilweise sogar einen leichten Anstieg bewirkte.
Warum warnen die Autoren Machin, Manning und Rahman vor der Verallgemeinerung ihrer Studie?
Sie betonen, dass der untersuchte Sektor der Pflegeheime spezifische Marktgegebenheiten aufweist, die eine pauschale Übertragung der Ergebnisse auf die Gesamtwirtschaft Großbritanniens erschweren.
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- Maik Preßler (Author), 2007, Die Auswirkungen von Mindestlöhnen auf Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74431