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Eine dauerhafte Friedensordnung für Europa?

Anspruch und Wirklichkeit der Friedensschlüsse von 1648

Title: Eine dauerhafte Friedensordnung für Europa?

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Matthias Reith (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Im 30-jähigen Krieg standen sich scheinbar unversöhnliche Gegensätze gegenüber, wobei jeder Standpunkt für sich die alleinige Existenz beanspruchte. Mit dem Westfälischen Frieden verfolgten die Zeitgenossen das Ziel, nicht nur einen Waffenstillstand oder eine kurze Unterbrechung der kriegerischen Handlungen zu erreichen, sondern sie verlangten Rechtsverhältnisse, die eindeutige Positionierungen erlaubten und das Zusammenleben regelten.
In der folgenden Untersuchung wird die Frage gestellt, inwieweit aus den neuen Rechtsverhältnissen eine dauerhafte Friedensordnung für Europa resultierte. Welche Folgen hatten die Verträge von Münster und Osnabrück für die rechtsstaatliche Ordnung im Reich und in Europa.
An erster Stelle einer solchen Fragestellung steht natürlich die Analyse des Vertragswerkes selbst. Bei der Erstellung eines Vertragswerkes in diesem Umfang und mit diesem Stellenwert kann davon ausgegangen werden, dass annähernd jedes Wort sorgfältig ausgewählt wurde und somit einen wichtigen Inhalt vermittelte. Daher ist eine Untersuchung erforderlich, die von der inhaltlichen Bedeutung einzelner Artikel, über die Betrachtung der einzelnen Worte, bis hin zu einem Vergleich mit vorhergehenden Vertragstexten geht.
Ein wichtiger Bestandteil der Analyse der außenpolitischen Verhältnisse in West- und Mitteleuropa in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stellt die Betrachtung der Herrschaft Ludwigs XIV. dar. Seine außenpolitischen Ambitionen stehen im Zentrum des zweiten Teils der Untersuchung. Welche Ziele verfolgte die französische Politik und wie wurden diese umgesetzt?
Im dritten Teil folgt die Analyse ausgewählter Friedensverträge aus der Zeit nach 1648. Dabei soll ein Schwerpunkt auf die französischen und kaiserlichen Friedenstraktate gelegt werden. Die Ergebnisse dienen einer differenzierten Klärung der Frage, ob von dem Westfälischen Frieden eine langfristige Wirkung auf das folgende Jahrhundert ausging und wie diese, falls vorhanden, aussah.
Im letzten Teil dieser Arbeit wird die politische Idee des Gleichgewichts der Kräfte in der internationalen Staatenwelt im Zentrum stehen. Oftmals wurde in der Literatur der Ursprung dieses Gedankens im Westfälischen Frieden gesehen. Da diese These bereits widerlegt wurde, soll hier abschließend der eigentliche Zusammenhang zwischen dem Westfälischen Frieden und dem Gedanken der Balance of Power dargestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Westfälische Frieden und seine friedensstiftenden Elemente

2. Die Außenpolitik Ludwigs XIV. (1638-1715)

3. Ausgewählte Friedensschlüsse nach 1648

a. Pyrenäenfrieden (7. November 1659)

b. Erster Aachener Frieden (2. Mai 1668)

c. Frieden von Nimwegen (1678/79)

d. Frieden von Rijswijk (1697)

e. Friedensschlüsse von Utrecht / Rastatt / Baden (1713/14)

4. Die Idee vom Gleichgewicht der Kräfte

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese wissenschaftliche Untersuchung analysiert, inwieweit die Friedensschlüsse von 1648 als dauerhafte Friedensordnung für Europa fungierten und welche Rolle die Idee des Gleichgewichts der Kräfte in den nachfolgenden Jahrzehnten einnahm. Die Arbeit geht der Forschungsfrage nach, ob der Westfälische Frieden tatsächlich als europäisches Grundgesetz dienen konnte oder ob spätere machtpolitische Bestrebungen, insbesondere unter Ludwig XIV., diesen Anspruch untergruben.

  • Analyse der friedensstiftenden Elemente des Westfälischen Friedens von 1648.
  • Untersuchung der hegemonialen Außenpolitik Ludwigs XIV. und deren Auswirkungen auf die europäische Sicherheit.
  • Vergleichende Analyse ausgewählter Friedensschlüsse (1659–1714) im Hinblick auf ihre Bezugnahme auf 1648.
  • Erörterung der Genese und Etablierung des Konzepts der "Balance of Power".
  • Bewertung des Spannungsverhältnisses zwischen rechtlicher Ordnung und machtpolitischer Realität in der Frühen Neuzeit.

Auszug aus dem Buch

1. Der Westfälische Frieden und seine friedensstiftenden Elemente

Der Westfälische Frieden war das Resultat des bis dahin größten und längsten politischen Kongresses in der Geschichte. Der Beginn der Verhandlungen wurde auf den 11. Juli 1643 festgelegt und er endete offiziell am 24.10.1648 in Münster mit der Unterzeichnung von zwei Verträgen. Der Friedensvertrag des Kaisers mit Schweden, das sogenannte Instrumentum Pacis Osnabrugensis (IPO), regelte in siebzehn römisch gezählten Artikeln die Streitfragen zwischen den beiden Mächten und ihren Verbündeten. Das zweite Abkommen bildete der Friedensvertrag des Kaisers mit Frankreich, dem sogenannten Instrumentum Pacis Monasteriensis (IPM), das nach der heute üblich gewordenen Zählung 120 Paragraphen umfasste. Der IPM bezog sich in einigen Teilen auf das IPO und bestätigte dessen Regelungen. Hauptsächlich wurden aber die Fragen behandelt, die speziell Frankreich betrafen.

Bereits in der jeweiligen Präambel zeigte sich die zentrale Aufgabe der Verträge. Der seit 1618 laufende Krieg sollte in einem allgemeinen Frieden enden, über den bereits im Präliminarfrieden aus dem Dezember 1641 nachgedacht und seit 1645 konkret verhandelt wurde. Die ursprüngliche Ambition der Verhandelnden, einen Universalfrieden zu schaffen, der ganz West- und Mitteleuropa aussöhnen sollte, wurde jedoch spätestens mit Vertragsabschluss beiseite gelegt. Zu Beginn der Präambel wurden Deutschland und einige benachbarte Königreiche, genauer gesagt Schweden und Frankreich, als die Gebiete benannt, die in den Westfälischen Frieden aufgenommen wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Wirksamkeit des Westfälischen Friedens als dauerhafte Friedensordnung und Darlegung der methodischen Vorgehensweise.

1. Der Westfälische Frieden und seine friedensstiftenden Elemente: Analyse der vertraglichen Grundlagen von 1648 und der darin enthaltenen Mechanismen zur Friedenssicherung und Konfliktlösung.

2. Die Außenpolitik Ludwigs XIV. (1638-1715): Untersuchung der hegemonialen Ambitionen Frankreichs unter Ludwig XIV. und deren Einfluss auf die Stabilität der durch 1648 geschaffenen Ordnung.

3. Ausgewählte Friedensschlüsse nach 1648: Untersuchung der Kontinuität und Abweichungen in den Verträgen von 1659 bis 1714 im direkten Vergleich zum Westfälischen Frieden.

4. Die Idee vom Gleichgewicht der Kräfte: Analyse der Entwicklung und Etablierung der Balance-of-Power-Doktrin als neues, machtpolitisches Steuerungsinstrument in Europa.

Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse und Fazit zum Scheitern einer dauerhaften Friedensordnung durch den Westfälischen Frieden aufgrund machtpolitischer Interessen.

Schlüsselwörter

Westfälischer Frieden, Ludwig XIV., Außenpolitik, Friedensordnung, Balance of Power, Souveränität, Instrumentum Pacis, Machtpolitik, Europäische Staatenordnung, Diplomatie, 1648, Friedensschlüsse, Hegemonie, Staatsräson, Frühe Neuzeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht, ob der Westfälische Frieden von 1648 tatsächlich als dauerhaftes Fundament für eine Friedensordnung in Europa fungierte oder ob er in der Realität der Frühen Neuzeit durch machtpolitische Interessen der europäischen Großmächte verdrängt wurde.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Friedenskonzeption von 1648, die expansive Außenpolitik Frankreichs unter Ludwig XIV., die vergleichende Analyse europäischer Friedensverträge des 17. und frühen 18. Jahrhunderts sowie der Aufstieg der Gleichgewichtsidee (Balance of Power).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Anspruch und die Wirklichkeit der Friedensschlüsse von 1648 kritisch zu hinterfragen und die Transformation des internationalen Systems von einem rechtsbasierten hin zu einem machtbasierten Gefüge aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quellenorientierte historische Analyse, bei der Vertragstexte (wie IPO und IPM) und deren Bezugnahmen in nachfolgenden Friedensschlüssen detailliert untersucht werden, um die rechtliche und politische Rezeption des Westfälischen Friedens nachzuvollziehen.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert das Vertragswerk von 1648, beleuchtet die Rolle Ludwigs XIV. bei der Destabilisierung der europäischen Ordnung durch den Devolutionskrieg und andere Konflikte, vergleicht explizite Friedensschlüsse (z.B. Nimwegen, Utrecht) und evaluiert den Wandel zur Gleichgewichtsdoktrin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Westfälischer Frieden, Balance of Power, Staatsräson, Hegemonie und europäische Staatenordnung definieren.

Welche Rolle spielte der Begriff "amicitia" in den Verträgen?

Der Begriff "amicitia" (Freundschaft) diente in den Friedensverträgen nicht dem Ausdruck emotionaler Zuneigung, sondern fungierte als rechtliches Instrument zur Sicherung von Pflichten zwischen den Vertragsparteien.

Wie bewertet der Autor das "Garantiesystem" von 1648?

Der Autor stellt fest, dass das Garantiesystem zwar auf eine breite Basis gestellt war, sich jedoch praktisch auf Frankreich und Schweden reduzierte, was zu einer komplizierten und oft ineffektiven Anwendung bei der Friedenswahrung führte.

Inwiefern beeinflusste der Westfälische Frieden spätere Verträge?

Der Westfälische Frieden diente in den folgenden Jahrzehnten häufig als symbolisches Fundament und Bezugspunkt, wobei die Vertragspartner versuchten, an die dort verwendeten Formulierungen und Rechtsgrundsätze anzuknüpfen, um die Legitimität neuer Abkommen zu stärken.

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Details

Title
Eine dauerhafte Friedensordnung für Europa?
Subtitle
Anspruch und Wirklichkeit der Friedensschlüsse von 1648
College
University of Cologne  (Historisches Seminar)
Course
Der Westfälische Friedenskongress (1643-1649)
Grade
1,0
Author
Matthias Reith (Author)
Publication Year
2007
Pages
27
Catalog Number
V74526
ISBN (eBook)
9783638783804
Language
German
Tags
Friedensordnung Europa Friedenskongress Dreißigjähriger Krieg Balance of Power Frühe Neuzeit Ludwig XIV. 1648
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Reith (Author), 2007, Eine dauerhafte Friedensordnung für Europa?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74526
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