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Rumänen, Ungarn und Deutsche im Siebenbürgen der Zwischenkriegszeit (1918-1941)

Title: Rumänen, Ungarn und Deutsche im Siebenbürgen der Zwischenkriegszeit (1918-1941)

Seminar Paper , 2007 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christiane Wittmer (Author)

History of Europe - Ages of World Wars
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Summary Excerpt Details

Das Land Siebenbürgen stellt in vielerlei Hinsicht eine besondere Region dar, denn dieser multiethnische Landeskreis bietet vom historischen, ethnographischen und künstlerischen Standpunkt eine besonders interessante Konfiguration. Das Karpatenbecken hat eine bewegte Geschichte. Die drei großen Nationalitätengruppen Siebenbürgens, die in dieses Arbeit Erwähnung finden sollen, stellen Rumänen, Ungarn und Deutsche dar. Natürlich haben neben diesen „großen“ Bevölkerungsgruppen zahlreiche andere Ethnien das heutige Gesicht des Landes mitgeprägt, so beispielsweise – ohne auf Vollständigkeit zu zielen – Juden, Roma und Sinti, Armenier oder Griechen. „Aus dem Zusammenwirken all dieser Nationalitäten entstand ein Kulturgebiet von bemerkenswertem Reichtum und von großer Mannigfaltigkeit, das mit keinem anderen Europas zu vergleichen ist.“ (Vasile DRĂGUŢ: Historische Denkmäler in Siebenbürgen aus der Perspektive der Restaurierungsarbeiten. In: Siebenbürgen als Beispiel Europäischen Kulturaustausches. Hrsg. von Paul PHILIPPI. Köln, Wien: Bühlau 1975. (= Siebenbürgisches Archiv. 12.), S. 19-26, hier S. 19 f., in der Folge zitiert als: DRĂGUŢ: Historische Denkmäler.)
Die vorliegende Arbeit wird kurz die ethnische Struktur Siebenbürgens nachzeichnen, soll dann einen Abriss über die Geschichte des Landes in der Zwischenkriegszeit bieten und sich letztlich in gegebenem Rahmen mit der Frage nach den drei größten und bedeutendsten Nationalitätengruppen der Region und deren Zusammenleben in genanntem Zeitraum auseinander setzen. Verweisen möchte ich darauf, dass das hier behandelte Thema nur sehr marginal dargestellt werden kann und weiters darauf, dass die wissenschaftliche Erforschung rumänischer Politik des 20. Jahrhunderts dahingehend bis in die Gegenwart auf zahlreiche Schwierigkeiten stößt, als dass es einerseits bis in die Gegenwart nur begrenzt die Möglichkeit gibt, bestimmte Archive zu konsultieren und andererseits aufgrund der Tatsache, dass die Literatur (aller drei großen Sprachgruppen) sowohl vom jeweilig vorherrschenden politischen Klima als auch von der Unmittelbarkeit des Geschehens beeinflusst war und ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die ethnische Struktur Siebenbürgens

3. Geschichte Siebenbürgens von 1918 bis 1941

a) Schicksalsjahr 1918: Anschluss Siebenbürgens an Rumänien

b) Siebenbürgen in den 20er und 30er Jahren

4. Die Nationalitäten Siebenbürgens von 1918 bis 1941

a) Die Rumänen: Von der nationalen Minderheit zum Staatsvolk

b) Die Ungarn: Von Mehr- zu Minderheitlern

c) Die Siebenbürger Sachsen

5. Verbindungen zwischen den Volksgruppen im Rumänien der Zwischenkriegszeit

a) Probleme zwischen den drei großen ethnischen Gruppen in Siebenbürgen

b) Das CULTURA-Modell

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das komplexe Zusammenleben der drei ethnischen Hauptgruppen – Rumänen, Ungarn und Siebenbürger Sachsen – im multiethnischen Siebenbürgen während der turbulenten Zwischenkriegszeit (1918–1941), wobei der Schwerpunkt auf den Auswirkungen nationalstaatlicher Integrationspolitik und interethnischen Interaktionsversuchen liegt.

  • Historische und ethnische Grundlagen Siebenbürgens
  • Die politische Transformation nach 1918 (Großrumänien)
  • Minderheitenpolitik und die Situation der Ungarn und Sachsen
  • Versuche der interethnischen Verständigung (Transsilvanismus)
  • Analyse des "CULTURA-Modells" als intellektueller Integrationsversuch

Auszug aus dem Buch

Die ethnische Struktur Siebenbürgens

Die Ansiedlung von Menschen im Siebenbürgischen Territorium, welches aufgrund seiner natürlichen Grenzen – es ist „in weitem Bogen […] von den Gebirgszügen der Karpaten umspannt“ – „deutlich von seinen Nachbargebieten getrennt“ ist, ist schon seit der älteren Steinzeit nachzuweisen. Um das zweite Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung war das Gebiet „von indogermanischen Völkern besiedelt, vom 5. Jahrhundert an von den Agathyrsen, später von den Skythen, die wiederum durch das thrakogeto-dakische Staatsgebilde abgelöst wurden.“ Nachdem die seit spätestens 200 v. Chr. das Land besiedelnden Dakier um die erste Jahrhundertwende unserer Zeitrechnung in zwei aufeinander folgenden Feldzügen (105 bzw. 107 n. Chr.) vom römischen Kaiser Trajan besiegt wurden, wurde das Land zur römischen Provinz Dacia umformiert. Diese römische Ostprovinz bestand bis in das Jahr 271, dann wurde das Territorium für lange Zeit Durchzugs- sowie Siedlungsgebiet unterschiedlichster Ethnien und Stammesverbände – als erstes wurde das Karpatenbecken nach dem Rückzug der römischen Legionen von den Goten besetzt, welche wiederum von den Hunnen verdrängt wurden. Weitere Volksgruppen, die das Gebiet des heutigen Siebenbürgen beherrschten, stellen die Gepiden und danach die Awaren dar.

Das erste staatsbildende Volk im Siebenbürger Becken waren die Magyaren – sie „schufen die Voraussetzungen für geregelte Verhältnisse und Stabilität in diesem Raum“. Dieses finnisch-ugrische Volk wurde, nachdem es 955 von Otto dem Großen in der Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg besiegt worden war, sesshaft. Bezüglich des Verlaufs der Landnahme durch die Ungarn in Siebenbürgen ist sich die Forschung noch uneinig, fest steht aber, dass die Magyaren schon zu Beginn des 10. Jahrhunderts in das Karpatenbecken vorstießen und dass sie dann im Laufe desselben Jahrhunderts anfingen, das Land etappenweise in Besitz zu nehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die besondere multiethnische Konfiguration Siebenbürgens und benennt das Ziel der Arbeit, die Geschichte und das Zusammenleben der drei großen Nationalitätengruppen im Zeitraum der Zwischenkriegszeit zu beleuchten.

2. Die ethnische Struktur Siebenbürgens: Dieses Kapitel zeichnet die historische Besiedlungsgeschichte des Siebenbürger Beckens von der Steinzeit über die römische Provinz Dacia bis hin zur Landnahme der Magyaren nach.

3. Geschichte Siebenbürgens von 1918 bis 1941: Hier wird der Prozess der Angliederung Siebenbürgens an Rumänien infolge des Ersten Weltkriegs sowie die politische Entwicklung und zunehmende Radikalisierung des rumänischen Staates in den 20er und 30er Jahren analysiert.

4. Die Nationalitäten Siebenbürgens von 1918 bis 1941: Das Kapitel behandelt die spezifische Situation und die politischen Reaktionen der Rumänen, Ungarn und Siebenbürger Sachsen auf die neuen Machtverhältnisse im rumänischen Staat.

5. Verbindungen zwischen den Volksgruppen im Rumänien der Zwischenkriegszeit: Der Autor untersucht die Spannungen zwischen den Volksgruppen und analysiert das "CULTURA-Modell" als einen gescheiterten intellektuellen Versuch, transsilvanische Verständigung über ethnische Grenzen hinweg zu fördern.

6. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert die Verschlechterung der Lebensumstände durch eine exklusive Nationalitätenpolitik und das Scheitern der Bemühungen um interethnische Harmonie vor dem Hintergrund des aufkommenden Totalitarismus.

Schlüsselwörter

Siebenbürgen, Zwischenkriegszeit, Rumänien, Ungarn, Siebenbürger Sachsen, Nationalitäten, Minderheitenpolitik, Transsilvanismus, Kulturpolitik, CULTURA, Ethnizität, Geschichte, Großrumänien, Agrarreform, Nationalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die historische und politische Entwicklung Siebenbürgens im Zeitraum von 1918 bis 1941 unter besonderer Berücksichtigung des Zusammenlebens der drei größten ethnischen Gruppen: Rumänen, Ungarn und Deutsche.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die ethnische Struktur der Region, die Auswirkungen des Anschlusses an Rumänien nach dem Ersten Weltkrieg, die restriktive Minderheitenpolitik sowie die Versuche intellektueller Gruppen, durch kulturellen Austausch Brücken zu schlagen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Transformation Siebenbürgens vom ungarischen Territorium zum Teil des rumänischen Nationalstaates und die daraus resultierenden ethnischen Spannungen und Anpassungsprozesse zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Auswertung zeitgenössischer und wissenschaftlicher Literatur, wobei der Fokus auf dem Vergleich der Perspektiven der betroffenen Nationalitäten liegt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Geschichte des Landes, die detaillierte Darstellung der Lage der einzelnen Nationalitäten sowie eine Analyse der interethnischen Verbindungsversuche wie das CULTURA-Modell.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Siebenbürgen, Zwischenkriegszeit, Minderheitenpolitik, Transsilvanismus und Nationalstaat.

Warum wird die Zeitschrift CULTURA in der Arbeit hervorgehoben?

Sie dient als exemplarisches Fallbeispiel für den Versuch von Intellektuellen, den sogenannten "Transsilvanismus" zu leben und die ethnisch unterschiedlichen Bevölkerungsteile trotz staatlicher Widerstände in einen Dialog zu bringen.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt die Autorin?

Die Arbeit kommt zu dem Fazit, dass die reziproke Nationalitätenpolitik insgesamt zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen und zu einer zunehmenden politischen Verhärtung führte, die schließlich in der totalitären Romanisierungspolitik gipfelte.

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Details

Title
Rumänen, Ungarn und Deutsche im Siebenbürgen der Zwischenkriegszeit (1918-1941)
College
University of Graz  (Geschichte)
Course
Einführung in das Studium der Zeitgeschichte
Grade
1,0
Author
Christiane Wittmer (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V74546
ISBN (eBook)
9783638783910
ISBN (Book)
9783638795050
Language
German
Tags
Rumänen Ungarn Deutsche Siebenbürgen Zwischenkriegszeit Einführung Studium Zeitgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christiane Wittmer (Author), 2007, Rumänen, Ungarn und Deutsche im Siebenbürgen der Zwischenkriegszeit (1918-1941), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74546
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