Die Arbeit bietet in Bezug auf den ALTHOCHDEUTSCHEN TATIAN eine Morphologische Analyse, ein Lautverschiebungsprofil, Umlautbetrachtungen, einen morphologischen und syntaktischen Vergleich des Textes mit der Vulgata.
Weiters in Bezug auf den mhd. Mentel (Evangelienbuch) Betrachtungen bzgl. der frühneuhochdeutschen Diphthongierung, der frühneuhochdeutschen Monophthongierung, akzentbedingter Reduktionserscheinungen (Zentralisierung, Synkope, Apokope), Entsonorisierung im Auslaut ("Auslautverhärtung“), Betrachtung der Umlautbezeichnung, Betrachtung des Zusammenfalls von ahd./mhd. /s/ und /z/ zu nhd. /s/, kurze Wortschatzanalyse (Lexik).
Der nhh. Luther Text wird bzgl. Graphematik, Phonetik/Phonologie, Morphologie und Syntax betrachtet.
Letzlich werden eine epochenübergreifende Analyse und die nähere Betrachtung diachroner Lexik und Syntax anhand des Ausspruches "Uxor mea processit in diebus suis – ‚meine Ehefrau ist fort-geschritten in ihren Tagen'" sowie anhand des Verbs glauben versucht.
Inhaltsverzeichnis
2 ALTHOCHDEUTSCH: TATIAN
2.1 Morphologische Analyse
2.2 Lautverschiebungsprofil
2.3 Umlaut
2.4 Morphologie und Syntax: Tatian und Vulgata im Vergleich
3 SPÄTMITTELHOCHDEUTSCH: MENTEL – EVANGELIENBUCH
3.1 Frühneuhochdeutsche Diphthongierung
3.2 Frühneuhochdeutsche Monophthongierung
3.3 Akzentbedingte Reduktionserscheinungen (Zentralisierung, Synkope, Apokope)
3.4 Entsonorisierung im Auslaut („Auslautverhärtung“)
3.5 Umlautbezeichnung
3.6 Zusammenfall von ahd./mhd. /s/ und /z/ zu nhd. /s/
3.7 Wortschatz (Lexik)
4 FRÜHNEUHOCHDEUTSCH: LUTHER
4.1 Graphematik
4.2 Phonetik/Phonologie
4.3 Morphologie
4.4 Syntax
5 EPOCHENÜBERGREIFENDE ANALYSEN
5.1 Diachrone Lexik und Syntax: Uxor mea processit in diebus suis – ‚meine Ehefrau ist fort-geschritten in ihren Tagen’
5.2 Lk. 1, 20: T: giloubtus – M: gelaubt – EB: gloubit – L: geglawbet – Z: geglaubet – 1926: geglaubt
5.3 glauben und erlauben
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht diachrone Entwicklungslinien der deutschen Sprache anhand synoptischer Bibelstellen, wobei Lukas 1, 18-20 als primäre Textgrundlage dient, um sprachliche Veränderungen über verschiedene Epochen hinweg nachzuvollziehen.
- Morphologische und syntaktische Analyse althochdeutscher Texte im Vergleich zur Vulgata.
- Untersuchung lautgeschichtlicher Phänomene wie Diphthongierung und Monophthongierung.
- Kontrastive Analyse mittelhochdeutscher Texte (Mentel vs. Evangelienbuch).
- Darstellung graphematischer und phonologischer Wandlungsprozesse bei Luther.
- Diachrone Untersuchung von Lexik und Syntax im Kontext der Bibelübersetzung.
Auszug aus dem Buch
4.1 Diachrone Lexik und Syntax: Uxor mea processit in diebus suis – ‚meine Ehefrau ist fort-geschritten in ihren Tagen’
Vom Vulgata-Text zum ahd. Tatian lässt sich eine Umstellung des Possessivpronomens beobachten, welches im Lateinischen nach und im Deutschen vor dem Bezugswort steht. Im Deutschen ist diese Stellung gebräuchlich und wird daher bis in das Gegenwartsdeutsche hinein beibehalten. Auffällig ist die Vielfalt in der Bezeichnung der ‚Ehefrau’. Die Variationen sind wohl auch auf das häufige Vorkommen des Wortes (Ehe-)Frau zurückzuführen.
Das lateinische
Zusammenfassung der Kapitel
2 ALTHOCHDEUTSCH: TATIAN: Das Kapitel bietet eine morphologische und lautgeschichtliche Analyse des Tatian-Textes unter Verwendung von Tabellen.
3 SPÄTMITTELHOCHDEUTSCH: MENTEL – EVANGELIENBUCH: Hier werden zwei mittelhochdeutsche Fassungen verglichen, um lautliche und graphematische Unterschiede sowie Modernisierungstendenzen aufzuzeigen.
4 FRÜHNEUHOCHDEUTSCH: LUTHER: Dieses Kapitel behandelt die graphematischen und phonologischen Charakteristika der Luthersprache anhand der ausgewählten Bibelstelle.
5 EPOCHENÜBERGREIFENDE ANALYSEN: Der Abschnitt betrachtet diachrone Entwicklungen in Lexik und Syntax über den gesamten Zeitraum von der Vulgata bis zum modernen Deutsch.
Schlüsselwörter
Diachronie, Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch, Frühneuhochdeutsch, Bibelübersetzung, Lautverschiebung, Morphologie, Syntax, Graphematik, Tatian, Vulgata, Sprachwandel, Lexik, Phonologie, Umlaut.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert sprachliche Entwicklungen des Deutschen anhand ausgewählter biblischer Texte von althochdeutscher Zeit bis in die Neuzeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf Morphologie, Syntax, Graphematik und Phonologie unter Einbeziehung diachroner Vergleichsanalysen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, sprachliche Eigenständigkeiten und Nachahmungen in historischen Bibelübersetzungen aufzuzeigen und deren Entwicklung zu dokumentieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine historisch-vergleichende Methode angewandt, die durch etymologische Wörterbücher und philologische Tabellen gestützt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zum Tatian, zu mittelhochdeutschen Quellen sowie zu Luther, ergänzt durch epochenübergreifende Untersuchungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Diachronie, Sprachwandel, Bibelübersetzung, Lautverschiebung, Graphematik und Morphologie.
Warum wird speziell Lukas 1, 18-20 als Textgrundlage genutzt?
Dieser Abschnitt erlaubt einen präzisen diachronen Vergleich der Textfassungen verschiedener Epochen, insbesondere in Bezug auf die Bezeichnung der Ehefrau und Präteritum-Bildung.
Was zeigt der Vergleich zwischen Mentel und dem Evangelienbuch?
Der Vergleich verdeutlicht unterschiedliche Modernisierungsgrade in den mittelhochdeutschen Texten hinsichtlich Lautphänomenen und Lexik.
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- Christiane Wittmer (Author), 2006, Entwicklungslinien aus synoptischen Bibelstellen (Textgrundlage Lk 1,18-20), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74547