Die Probleme des Ehrenamtes in Sportvereinen - Aufgezeigt anhand der Position des Vorstandes


Seminararbeit, 2005

20 Seiten, Note: 2,6


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Erläuterung der Fragestellung

2. Merkmale des Sportvereins als Nonprofit - Organisation

3. Das Personalwesen in Sportvereinen
3.1 allgemeine Kennzeichen des Personalwesens
3.2 Die Position des Vorstands

4. Probleme des Ehrenamtes, aufgezeigt am Beispiel des Vorstands

5. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis:
Internet:

1. Erläuterung der Fragestellung

Sportvereine sind aus dem täglichen Leben eines fast jeden Deutschen nicht mehr wegzudenken. Seien es Sportvereine für Fußball, Handball, Basketball, Badminton, oder Golfclubs bis hin zu den Sportschützen, die sich auch in Sportvereinen organisiert haben.

Um Sportclubs oder Sportvereine ein reibungsloses Funktionieren zu ermöglichen besteht der Bedarf, dass viele verschiedene Arbeiten und Tätigkeiten ausgeführt werden. Doch um das Tagesgeschehen eines solchen Vereins am Laufen zu halten, ist es notwendig, dass es Personen gibt, die die anfallenden Tätigkeiten, die anstehenden Arbeiten übernehmen. Dies geschieht, wie sich später noch zeigen wird, vornehmlich in ehrenamtlichen Tätigkeiten. Dabei liegt in den Vereinen meistens eine Arbeitsteilung vor. So teilen sich verschiedene Personen in verschiedenen Positionen die anstehenden Arbeiten. Eine der dabei vorhandenen Positionen, die zeitgleich einer der wichtigsten Tätigkeiten im Verein ist, ist die des Vorstandes. Die Position des Vorstandes wird in den meisten Fällen, so wie alle anderen Tätigkeiten innerhalb eines Sportvereines, als ehrenamtliche Beschäftigung ausgeübt. Es stellt sich nun folgende Frage: Ist es für so wichtige Positionen, wie die eines Vorstandes, ausreichend, diese als ehrenamtliche Tätigkeit, also neben dem eigentlichen Beruf auszuüben? Welche Probleme bringt eine ehrenamtliche Beschäftigung als Vorstand mit sich? Ergeben sich daraus negative Konsequenzen für den Verein?

Dieser Fragestellung soll im Folgenden nachgegangen werden. Dazu wird erstmal ein Blick auf den Sportverein an sich geworfen, um dann das Personalmanagement eines solchen unter die Lupe zu nehmen, um schließlich zu einer Antwort auf die gerade gestellten Fragen zu erhalten.

2. Merkmale des Sportvereins als Nonprofit - Organisation

Bei Sportvereinen handelt es sich um klassische Nonprofit – Organisationen (künftig nur noch NPOs bzw. NPO, wenn eine einzelne Nonprofit – Organisation gemeint ist). Jütting spricht davon, dass Sportvereine „als freiwillige Vereinigungen der Prototyp der NPOs in Deutschland“(in: Hartmann 1997: S.41) sind. Dies lässt sich anhand einiger Merkmale der NPOs nachweisen bzw. aufzeigen. Ein wichtiges Merkmal ist, dass die Mitgliedschaft auf Freiwilligkeit basiert. Dies impliziert, dass niemand dazu gezwungen werden kann, in einen Sportverein einzutreten. Auch kann aus einem Verein jederzeit ausgetreten werden, ohne, dass dies mit Sanktionen geahndet werden würde. Ein weiteres Merkmal stellt die Tatsache dar, dass auch niemand gezwungen werden kann, in einem Sportverein mitzuhelfen oder eine Tätigkeit innerhalb eines Vereines zu übernehmen. Daher beruht nicht nur die Mitgliedschaft, sondern auch die Mitarbeit in Sportvereinen auf Freiwilligkeit. Dabei basiert die meiste in Vereinen geleistete Arbeit auf Ehrenamtlichkeit, d.h. Arbeit, die geleistet wird, ohne eine Entschädigung, z.B. in finanzieller Form dafür zu erhalten. Diese Ehrenamtlichkeit ist dabei als die wichtigste Art der Mitarbeit in Sportvereinen anzusehen.

Schon Max Weber beschäftigte sich mit dem Ehrenamt: Seine Definition lautete wie folgt: „Das Ehrenamt wird von Personen ausgefüllt, die in einer Vereinigung ohne Entgelt führend, verwaltend und anleitend tätig sind. Voraussetzung dafür ist, dass der einzelne in der Lage ist, in einem gewissen Umfang für einen Verein leben zu können, ohne von ihm leben zu müssen, und in gewissem Maße von Familie und Beruf usw. abkömmlich ist.“ (in: LandesSportBund Nordrhein-Westfalen 2002, S.1) Ein weiteres Charakteristikum stellt die Tatsache dar, dass Sportvereine über eine Autonomie verfügen, über ihre Ziele und Wege dahin selbst entscheiden zu können und dürfen. Sportvereine und Sportorganisationen können eine Autonomie gegenüber Statt und Politik vorweisen. Dies bedeutete, dass sie sich nur an die Rahmengesetzgebung des Landes, also in diesem Falle der Bundesrepublik Deutschland, halten müssen, doch spezielle Entscheidungen, die das Wirken und Tun des Vereins betreffen, können selbstständig vom Verein getroffen werden.

Doch obwohl nun diese Autonomie vorherrscht, werden die Sportvereine durch die staatliche Sportförderung auch finanziell unterstützt, was ihnen hilft die nötigen finanziellen Mittel aufzubringen um laufende Kosten zu decken, was durch übliche Mitgliedsbeiträge nicht erreicht wird.

Die Entscheidungen, die im Verein getroffen werden, orientieren also nicht am Staat oder an der Politik, sondern unterliegen den Interessen der Mitglieder. Über Entscheidungen und Beschlüsse den Verein und dessen Arbeit betreffend kann, und muss in vielen Fällen, durch eine demokratische Entscheidungsstruktur entschieden und abgestimmt werden. Greift man diese Punkte nun auf, so kann man sagen, dass ein Sportverein selbst darüber entscheiden kann, welche Sportarten er für welche Altersgruppen oder sogar für welche Geschlechter er diese anbietet. Sind die vereinsinternen Ressourcen nicht ausreichend für z.B. eine Fußballmannschaft für Mädchen im Alter von neun bis zwölf Jahren, so kann darauf verzichtet werden, um sich stattdessen auf die vorhandene Tennis- und Badmintonabteilung zu konzentrieren. Bei diesen Entscheidungen sind die Sportvereine autonom und nur ihren Mitgliedern Rechenschaft schuldig. Ein weiterer, nicht zu vernachlässigender Aspekt ist die Tatsache, dass Sportvereine Zielen nachgeht, die eine ideelle, nichtwirtschaftliche Dimension beinhalten. Somit stehen nicht die Maximierung des Kapitals oder die Vergrößerung des Vereins im Mittelpunkt, sondern die Aufrechterhaltung des Sportangebots und die Erfolge in den jeweiligen Sportarten. Es versteht sich von selbst, dass sowohl die Maximierung des Vereinskapitals, als auch die Vergrößerung des Vereins wichtige Punkte für den Verein sind, und teilweise auch vorangetrieben werden kann, doch sind diese Merkmale für einen Sportverein nicht die Entscheidenden und dürfen nicht als primäre Merkmale eines Vereines gesehen werden.

Einige Daten bezüglich der Sportvereine zeigen, welche wesentliche Bedeutung die Sportvereine innerhalb unserer Gesellschaft besitzen und welchen Stellenwert sie einnehmen. Allein in Deutschland sind ca. 27 Millionen Mitglieder in ungefähr 90.000 Sport- und Turnvereinen organisiert. Damit ist Sport mehr als nur ein Hobby, welches von einem Großteil der Bevölkerung geteilt wird (vgl. Deutscher Olympischer Sportbund 2006).

Bei Sportvereine handelt sich um Organisationen, die der Gesamtheit der Bevölkerung und dem Gemeinwohl dienen. Sport ist inzwischen ein wichtiger Teil des kulturellen und sozialen Lebens innerhalb unserer Gesellschaft. Nicht nur, dass Sport eine willkommene Abwechslung zum tristen und eintönigen Alltag in Büros oder an Förderbändern bieten kann, er ist auch durchaus als gesundheitsfördernd anzusehen. Oft genug wurde in den letzten Jahren darüber geschrieben und berichtet, welche positiven Folgen Sport mit sich bringen kann und auch tatsächlich bringt, sei es nun der Aufbau einer Ausdauerkondition, die auch in anderen Lebensbereichen von Nutzen sein kann, oder auch die Stärkung des körpereigenen Immunsystems durch Sport zur Vorbeugung vor Krankheiten. Weitere gesundheitliche Faktoren des Sports sind das Konzentrationstraining und die Stärkung des eigenen Körpergefühls. Durch Sport kann das Koordinationsgefühl gestärkt werden, um nur ein Beispiel zu nennen. So dient Sport nicht nur der Prävention und Rehabilitation vor bzw. nach Krankheiten sondern auch der Stärkung des Wohlfühl – Gefühls der Sporttreibenden. Gleichzeitig stellt Sport auch eine Möglichkeit dar, sich mit Leuten zu treffen, sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen, um so die soziale Komponente auszuleben, was zur Entfaltung einer Person beitragen kann. Ein weiterer Aspekt ist, dass eine mögliche Integration von Ausländern oder anderen Bürgern, die bisher noch nicht sehr in die Gesellschaft integriert waren, durch einen Sportverein vorangetrieben werden kann und von statten gehen kann.

3. Das Personalwesen in Sportvereinen

Das Personalmanagement spielt für einen Sportverein, wie in jeder anderen Organisation auch, eine entscheidende Rolle und verdient daher eine genauere Betrachtung.

3.1 allgemeine Kennzeichen des Personalwesens

Das Personalwesen und dessen Management können als eine der Schlüsselaufgaben eines Sportvereines gesehen werden. Nicht nur der Sport an sich und der daraus sich entwickelnde Spaß am Sport, auch die erzielten Erfolge spielen für den Verein eine entscheidende Rolle. Deshalb ist es für einen Sportverein von enormer Wichtigkeit, und gleichzeitig eine Art Minimalforderung für einen Verein, Personen zu finden, die in der Lage sind, die an verschiedenste Positionen gestellten Erwartungen zu erfüllen, und gleichzeitig die Ziele des Vereins verfolgen, und dessen Mentalität verkörpern, um den Verein sowohl sportlich, als auch finanziell voranzubringen.

Um die gesetzten Ziele zu erreichen und um den reibungslosen Betrieb des Vereins zu garantieren, müssen verschiedene Positionen innerhalb des Vereins besetzt werden. Diese Positionen sind teilweise in der vereinseigenen Satzung festgelegt (die Positionen, die gewählt werden, wie Vorstände, Schatzmeister oder Abteilungsleiter) und werden in einem regelmäßigen Turnus von wenigen Jahren durch eine Wahl mit Personen besetzt. Aber es gibt auch nicht durch die Satzung festgelegte und festgeschriebene Positionen, die je nach Bedarf mit entsprechenden Personen besetzt (wie Trainer, Pfleger der Sportanlagen oder auch Busfahrer für einen Mannschaftsbus) werden. Diese Positionen müssen nicht durch eine Wahl besetzt werden, sondern werden nach Absprache zwischen den Vorständen und Abteilungsleiter mit dem anscheinend besten Bewerber besetzt. Der Großteil der in den Positionen verrichteten Arbeit wird in ehrenamtlicher Tätigkeit geleistet. Dies gilt sowohl für die gewählten, als auch für die bestimmten, nicht gewählten Positionen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Probleme des Ehrenamtes in Sportvereinen - Aufgezeigt anhand der Position des Vorstandes
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Soziologie)
Note
2,6
Autor
Jahr
2005
Seiten
20
Katalognummer
V74576
ISBN (eBook)
9783638785020
Dateigröße
422 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Probleme, Ehrenamtes, Sportvereinen, Aufgezeigt, Position, Vorstandes
Arbeit zitieren
Tobias Burgthaler (Autor), 2005, Die Probleme des Ehrenamtes in Sportvereinen - Aufgezeigt anhand der Position des Vorstandes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74576

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