Interkulturelle Kommunikation


Hausarbeit, 2007

79 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Kultur
Definitionstypen von Kultur
Zentrale Kulturmerkmale
Die Kulturkonflikthypothese

Interkulturelle Kommunikation
Einleitung
Kulturelle Überschneidungssituationen
Interkulturelle Kommunikation und Interaktion
Kulturelle Prägung
Kulturzentrismus
Die Grundprobleme des Kulturlernens
Prozesse des interkulturellen Lernens
Interkulturelle Kompetenz

Kulturunterschiede
Kulturunterschiede nach Edward Hall
Kontextgebundene kontextungebundene Kulturen
Monochrone und polychrone Kulturen
Kulturdimensionen nach Hofstede
Machtdistanz
Individualismus und Kollektivismus
Maskulinität und Femininität
Unsicherheitsvermeidung
Langfristige und kurzfristige Orientierung
Kulturstandards nach Alexander Thomas
Das Gesichtkonzept
Überblick über verschiedene Zeitkonzepte von Kulturen

Kommunikation

Nonverbale Kommunikation

Nonvokale Kommunikation

Relationale körperliche Kommunikation

Statische körperliche Kommunikation

Vokale parasprachliche Kommunikation(Paralinguistik)

Zusammenwirken der kommunikativen Erscheinungsformen

Wahrnehmung und Interpretation

Umgang mit Kulturunterschieden am Beispiel von Pintos „ Drei-Schritte-Methode“
Interkulturelle Öffnung sozialer Dienste
Interkulturelle Kompetenz
Interkulturelle kognitive Kompetenz:
Interkulturelle Handlungskompetenz:
Zugangsprobleme von MigrantInnen zu den sozialen Diensten
Ziele und Strategien der interkulturellen Öffnung sozialer Dienste

Vertiefungsthema Modelle der Kommunikationspsychologie
Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun
Das Werte- und Entwicklungsquadrat
Das Innere Team
Das Teufelskreis-Modell
Individuen und das Wertequadrat
Kommunikationsquadrat und die Dynamik der japanisch-deutschen Kommunikation

Schlussgedanke

Literaturverzeichnis
Internetquellen

Einleitung

In meiner Hausarbeit bearbeite ich das Thema „ interkulturelle Kommunikation“, das im Lexikon ganz allgemein als „die Kommunikation zwischen Menschen, die aus verschiedenen Kulturen stammen und deshalb unterschiedliche Mentalitäten besitzen“ definiert wird. Doch was zeichnet diese interkulturelle Kommunikation aus? Gerade in unserer Zeit lassen sich interkulturelle Begegnungen nur schwer vermeiden. Egal ob in der Geschäftswelt, im Studium oder im privaten Alltag, wird der Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen immer wichtiger. Eine gezielte Erforschung - und Veranschaulichung - von kulturellen Unterschieden kann unsere Akzeptanz für den "Anderen" fördern. Es ist wichtig, die Besonderheiten der eigenen und anderer Kulturen zu kennen und im Bewusstsein dieser Verschiedenheit auch Gemeinsamkeiten erkennen zu können. Ein tieferes Verständnis kultureller Zusammenhänge und interkulturelle Handlungskompetenz sind wesentliche Voraussetzungen hierfür. Schon im Alltag wird die Notwendigkeit eines solchen Verständnisses deutlich wie ein Beispiel zeigt: „Studentin Sabine verbringt gerade ein Auslandssemester an einer französischen Partneruniversität ihrer Hochschule. Aufgrund ihrer ausgeprägten Kontaktfreudigkeit schließt sie sehr schnell neue Freundschaften. Nach einigen Wochen wird Sabine von ihren französischen Kommilitonen zu einer von ihnen organisierten Party eingeladen. Sie stellt allerdings fest, dass am selben Abend bereits ein multikultureller Abend mit anderen Austauschstudenten stattfindet, an dem sie unbedingt teilnehmen möchte. Sie entschließt sich dazu, ihren französischen Freunden abzusagen.

Beim nächsten Treffen tut sie dies ohne größere Umschweife mit einem freundlichen, aber bestimmten "Nein". Diese Antwort ruft bei den Franzosen Unverständnis, fast Verärgerung hervor, was sie Sabine vor allem dadurch zeigen, dass sie sich stark von ihr distanzieren.

Wie kommt es zu dieser Reaktion? Welches kulturelle Wissen fehlt Sabine um die Reaktion verstehen zu können? Diese und andere Fragen möchte ich in meiner Hausarbeit klären. Ich beginne mit der Erläuterung des Begriffes Kultur, einem grundlegenden Begriff, um die Prozesse der interkulturellen Kommunikation zu verstehen. Im zweiten Punkt geht es um die interkulturelle Kommunikation und darauf folgend gehe ich auf Kulturunterschiede ein. Anschließend geht es um die Kommunikation und um die Frage, welche Kommunikationskanäle/-ausdrucksformen es gibt. Die interkulturelle Öffnung sozialer Dienste ist das nächste Thema und abschließend beschreibe ich im Vertiefungsthema Modelle der Kommunikationspsychologie von Schulz von Thun und Kumbier.

Kultur

Um die Prozesse der interkulturellen Kommunikation und die Entstehung von kulturellen Missverständnissen besser zu verstehen ist es notwendig zu wissen, was Kultur eigentlich ist.

Kultur – abgeleitet von dem lateinischen „colere“: bebauen, bestellen, pflegen - beschreibt allgemein definiert die Art, wie Menschen ihr gesamtes Leben gestalten. In der Kulturanthropologie ist Kultur ein System von Konzepten, Überzeugungen, Einstellungen und Wertorientierungen, die im Verhalten und Handeln der Menschen und in ihren geistigen und materiellen Produkten deutlich werden[1]. Kultur kann man sehr unterschiedlich definiert werden. Es gibt eine Vielzahl von wissenschaftlichen Definitionen. Grundlage ist das Beschäftigungsfeld, sowie die konkrete Zielsetzung und die Fragestellung.

Definitionstypen von Kultur

Berry beschrieb sechs Definitionstypen für Kultur:

1. Deskriptive Definition: Beschreibung aller Aktivitäten und Aspekte des menschlichen Lebens.
2. Historische Definition: Beschreibung der Traditionsentstehung.
3. Normative Definition: Regeln und Normen einer Gruppe.
4. Psychologische Definition: Kultur als das Resultat eines Lernprozesses.
5. Strukturelle Definition: Das Schema und das Ordnungssystem einer Kultur.
6. Genetische Definition: Ursprünge von Kultur.

Ergänzend zu Berry gibt es weitere 7 Definitionstypen:

1.Kultur als Gegensatz zur Natur: Kultur wird beschrieben als unsere „zweite Natur“, sie ist Prozess und Resultat aller menschlicher Gestaltung der Natur. Kultur ist die Gesamtheit der materiellen und geistigen Produkte, die Menschen erschaffen. Kultur ist alles was nicht Natur ist.
2. Kultur als Gegensatz zur Zivilisation: Kultur wird definiert als zweckfreie Schöpfung des menschlichen Gestaltens ( Religion, Kunst) und Zivilisation als Gestaltung die lebensnotwendig ist (materielle Güter).
3. Enger oder erweiterter Begriff von Kultur: Im engen Begriff ist Kultur definiert als künstlerische und geistige Schöpfung, im erweiterten Begriff hingegen wird Kultur als der gesamte Komplex menschlichen Schaffens, Denkens und Handelns verstanden.
4. Spezifische oder buchhalterische Definition von Kultur: Spezifische Definitionen konzentrieren sich auf ein Merkmal oder Teilbereich von Kultur, während buchhalterische Definitionen versuchen alle Aspekte zu erfassen.
5. Totalistische und mentalistische Betrachtungsweisen von Kultur: Totalistische Kulturdefinitionen beschreiben die gesamten Lebensumstände einer Gemeinschaft. Mentalistische Definitionen begrenzen sich auf die dazu erforderlichen Gedankensysteme und kollektive Deutungsmuster.
6. Gleichstellung von Kultur und Gesellschaft: Die Begriffe Kultur und Gesellschaft werden weitgehend gleichgestellt und stehen eher für unterschiedliche Perspektiven der Wahrnehmung. „Kultur“ hebt die materiellen und geistigen Produktionen der Menschen hervor und „Gesellschaft“ betont strukturelle Aspekte wie z.B. Klassenverhältnisse und soziale Fragen.
7. Psychologisch orientierter Kulturbegriff: Kultur wird als die Gesamtheit der bestehenden Formen der Triebbefriedigung definiert.[2]

Man kann Kultur auch als das gemeinsame Wissen einer Gruppe definieren, dass heißt die Gruppenmitglieder haben ein ähnliches Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster. Ein so definierter Kulturbegriff hat weitere Kennzeichen:

- Die Betonung dieses Kulturverständnisses liegt nicht auf Kulturleistungen und Kulturprodukten(wie z.B. Kunst, Poesie oder Musik), sondern auf der Alltagskultur.
- Die Kultur ist nur teilweise auf den ersten Blick erkennbar. Ausschlaggebende Kulturmuster zeigen sich erst in Handlungen bzw. in Kommunikationssituationen.
- Kultur ist nicht zwangsläufig ethnisch ausgerichtet, man kann nationale und regionale, aber auch Kulturen von Organisationen unterscheiden.
- Interkulturelle Kommunikationen findet nicht zwischen Kulturen sondern zwischen Individuen statt. Kultur kann eine Zugehörigkeit geben und eine Identität herstellen.[3]

Zentrale Kulturmerkmale

Es gibt zentrale Merkmale von Kultur die eine wichtige Bedeutung für das Verständnis von Kultur haben.

1. Kulturen sind nicht einheitlich gleich, sie sind in viele Teil- Sub- und Gegenkulturen unterteilt. Es gibt keine typische Kultur, kein Muster nachdem alle Kulturen sich richten. Dies ist begründet in der Vielfältigkeit von sozialen, regionalen, altersspezifischen und geschlechtlichen Merkmalen. Häufig haben Menschen aus westlichen Ländern gleich mehrere „Kulturkreise“ in denen sie sich bewegen.
2. Die Gesellschaft in der ein Individuum lebt prägt sein Kulturverständnis in großem Maße. Der Mensch wird jedoch nicht nur von der vorgegeben Kultur geprägt, sondern er schafft auch aktiv Kultur indem er laufend Vorstellungen äußert. Er kann Kulturwissen flexibel interpretieren, gestalten und verändern. Jeder Mensch kann Kultur unterschiedlich definieren und handeln und deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Menschen aus einer Kultur vollkommen unterschiedliche Verhaltensmuster zeigen können.
3. Kultur befindet sich stets im Wandel und ist kein starres Gefüge. Kultur muss sich den Veränderungen der Lebensverhältnisse anpassen um als Orientierungssystem seiner Funktion gerecht zu werden. Im Alltag wird immer wieder vom Menschen gefordert, sich mit neuen Strukturmustern auseinanderzusetzen und für sich passende kulturelle Formen zu erarbeiten. Aktuelle Identitätsforschungen bezeichnen Identität als eine Integrationsleistung. Der Mensch muss seine eigenen Bedürfnisse mit den Erwartungen, die seine Umwelt an ihn hat abgleichen und so seine Identität schaffen. Die Hervorhebung der Prozesshaftigkeit von Kultur kann der Bildung von Stereotypen und Ideologisierung entgegenwirken und deutlich machen, dass es nicht die einzig richtige Kultur gibt.
4. In einer dynamischen sich ständig wandelnden Kultur werden Werte, Überzeugen, Deutungen und Normen immer neu ausgehandelt. Es besteht ein ständiger Austausch und Streit über das Kulturverständnis, der zum Ergebnis hat das die Zahl der Mitglieder sich fortwährend verändert.
5. Der ständige Austausch zwischen den Mitgliedern einer Kultur, ist auch ein kultureller Machtkampf. Gekämpft wird um die Durchsetzung von Bedeutungen und um kulturelle Führung in Situationen des kulturellen Wandels. Problematisch ist es, wenn andere Menschen auf ihre Kultur und Herkunft festgelegt werden, solche Festlegungen können leicht zu rassistischen Tendenzen führen.
6. Der Mensch ist nie fertig mit dem Prozess des Kulturlernens, es ist ein lebenslanger Entwicklungsvorgang im Rahmen der Sozialisation. In jeder Lebensphase ist der Mensch dazu gezwungen, Vorstellungen seiner kulturellen Wirklichkeit zu äußern und mit denen seiner Umwelt abzugleichen.[4]

Die Kulturkonflikthypothese

In den 70er Jahren entstand eine Kulturkonflikttheorie, die davon ausgeht, dass bestimmte Defizite bei Menschen die in eine neue Kultur kommen, wie z.B. Sprach- und Sozialisationsdefizite „kulturell“ begründbar sind. Integrations- und Schulprobleme sind demnach kein individuelles Problem des Einzelnen, sondern haben ihren Ursprung in der Heimatkultur eines Menschens. Bis heute ist diese Theorie noch weit verbreitet und ihre Folgen konnten noch nicht vollständig behoben werden. Die Kulturkonflikthypothese beschreibt, dass das Verhältnis zwischen Kulturen tendenziell problematisch ist. Ein Kulturkonflikt entsteht wenn zwei Kulturen mit unterschiedlichen kulturellen Mustern und Wertemaßstäben sich unvereinbar gegenüber stehen. Die zweite Generation steht nun vor dem Konflikt, für welche Kultur sie sich entscheiden soll. Es entsteht eine kulturelle Zerrissenheit zwischen der ursprünglichen Heimatkultur und der Kultur der Gesellschaft in der sie jetzt leben. Dieser scheinbar nicht zu lösende Kulturkonflikt führt dann zu schlechten Schulleistungen und Integrationsschwierigkeiten und unabwendbar auch zu Identitätsproblemen.

Gegen diese Kulturkonflikthypothese gibt es jedoch viel Kritik, die die Aussagen der Theorie bezweifeln:

- Kulturen werden als starre Gefüge dargestellt, die keinen kulturellen Wandel haben und keine Gemeinsamkeiten sondern nur Differenzen haben.
- Eine Kultur wird nur auf ihre Heimatkultur begrenzt und als homogenes Gefüge betrachtet. Soziokulturelle Verlaufsprozesse werden nicht berücksichtigt.
- Der Kulturbegriff in der Kulturkonflikthypothese ist starr fixiert, Migranten werden nur als Kulturangehörige gesehen, nicht aber als Individuen, die ihre Kultur neu deuten und gestalten können und keinem Anpassungszwang nachgeben.
- Die Annahme jugendliche Migranten leben „zwischen zwei Kulturen“ ist ungenau formuliert. Jugendliche Migranten leben in einer eigenen, unterschiedlich stark ausgeprägten bikulturellen Lebenswirklichkeit.

Die Kulturkonflikthypothese geht davon aus, dass die Folge eines Kulturwechsels in den meisten Fällen zu Komplikationen wie z.B. Sozialisationsdefiziten führt. Gegensätzliche Erwartungen sind jedoch eher die Norm und ein Wechsel führt nicht automatisch zu Entwicklungsstörungen oder andren Defiziten. Die Identitätsbildungen der jugendlichen Migranten ist kein, wie in der Kulturkonflikthypothese angenommen, starrer Prozess sondern ein flexibler individualistischer Vorgang.[5]

Interkulturelle Kommunikation

Einleitung

Definiert man „Lernen“ als eine Veränderung im Erleben und Verhalten eines Menschens, dann ist interkulturelles Lernen der Austausch mit einer anderen Kultur. Durch den Kontakt mit Angehörigen anderer Kulturen kann die interkulturelle Kompetenz, die dauerhafte Fähigkeit erfolgreich und kultursensibel interagieren zu können, gefördert werden. Abbildung 1. zeigt einen Erklärungsversuch von Nieke, der den Begriff des interkulturellen Lernens als Zentralbegriff definiert, der in kulturellen Begegnungen oder durch interkulturelle Bildung zu interkultureller Kompetenz führt. Das Konzept des interkulturellen Lernens berücksichtigt folglich nicht nur direkte interkulturelle Begegnungen, sondern auch beiläufige Bildungsprozesse.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1

Es stellt sich die Frage, in welchem Verhältnis die beiden Lernprozesse stehen. Gewinnt man mehr kulturelle Kompetenz wenn im direkten Austausch mit einem Mensch aus einer anderen Kultur oder lernt man genauso viel in arrangierten Begegnungs- und Lernsituationen? Auf den ersten Blick kann schnell der Eindruck entstehen, dass die direkte Kulturbegegnung der ideale „Ort“ des interkulturellen Lernens ist, Forschungsergebnisse haben diese Vermutung jedoch schon stark in Frage gestellt. Amerikanische Schulversuche beispielsweise zeigten, dass die Einführung gemischter kultureller Klassen nicht zum Abbau von Vorurteilen und mehr Toleranz führten. Ganz im Gegenteil, Abneigungen wurden durch den erhöhten Kontakt noch verstärkt. Sozialwissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass Auslandsbesucher nach ihrem Urlaub verstärkte Vorurteile haben und sich negativ äußern. Das Problem besteht, darin das jeder Mensch von seiner eigenen Kultur geprägt ist und so fällt es oft schwer die Fremdartigkeit anderer Verhaltensmuster richtig zu verstehen. Die Vermutung, dass allein vermehrter Kontakt zwischen Mitgliedern verschiedener Kulturen auch dazu führt, dass sie besser mit einander agieren können kann also nicht aufrecht erhalten werden. Nur unter ganz speziellen Einflüssen und in bestimmten Interaktionsformen sind positive Ergebnisse wie der Abbau von Vorurteilen und Aufbau von Sympathien möglich. Faktoren die diesen Prozess fördern sind Freiwilligkeit des Kontaktes, Statusgleichheit und die Stärke des Kontaktes sowie die Unterstützung des Kontaktes. Die Mitglieder der unterschiedlichen Kulturen müssen emotional stabil und offen für neue Erfahrungen sein. Das Scheitern von vielen interkulturellen Begegnungen ist mit Blick auf diese vielen Faktoren nicht verwunderlich. Auch wenn inzwischen viele der Einflussfaktoren bekannt sind, die für den Prozess des interkulturellen Lernens notwendig sind, ist es doch notwendig ein genaueres Verständnis von wichtigen Begriffen wie z.B. Kulturerwerb, kulturelle Begegnung, interkultureller Kommunikation und kulturelle Anpassung zu erlangen. Dieses kulturtheoretische Fundament zeigt die grundsätzlichen Möglichkeiten und Grenzen des kulturellen Bildungsprozesses. Im Folgenden sollen dafür die wichtigsten Elemente beschrieben werden.

Kulturelle Überschneidungssituationen

Der Begriff Überschneidungssituation wurde von Lewin geprägt: die Interaktionspartner befinden sich gleichzeitig in mehreren Situationen, weil sie unterschiedliche Kulturvorstellungen in die kulturelle Kontaktsituationen miteinbringen. In diesen Situationen erweisen die gewohnten Handlungsmodelle und Wirklichkeitsvorstellungen der Interaktionspartner als nicht immer passend und lückenhaft. Der Wissenschaftler Gerhard Winter kennzeichnet daher kulturelle Überschneidungssituationen als „für relativ unerfahrene Personen sozial ungeordnete und in ihrer Unordnung nicht auflösbare Lebensbereiche. Es fehlt an passenden Wahrnehmungskategorien, Handlungskonzepten , Interaktionsmustern und Ausweichstrategien“. Das Eintauchen in fremde Kulturen kann so leicht Überforderungssituationen, auch Kulturschock genannt, auslösen.

Interkulturelle Kommunikation und Interaktion

Jede Kommunikations- und Interaktionssituation erfordert zunächst rezeptive und produktive Fähigkeit zur Äußerung. Das Verständnisproblem besteht darin, bereits Erfahrenes zur Identifizierung von Bedeutung richtig heranzuziehen. Die Hauptursache der Verständigungsproblematik liegt in den Strukturmustern, in denen die kulturelle Prägung bestimmt ist. Diese Strukturmuster sind nicht nur die Basis für Verständigungsprozesse , sondern auch für alle Prozesse die dabei eine Rolle spielen, wie z.B. Prozesse der Wahrnehmung und des Erinnerns. Jede Interaktion zwischen Menschen ist durch ein Geflecht wechselseitiger Erwartungen gesteuert. Interkulturelle Verständigungsprobleme entstehen also nicht nur durch die Konfrontation mit einer unbekannten Kultur, sondern durch die subjektive Einordnung, Deutung und Bewertung des Fremden nach den eigenen Kulturstrukturen. In der Linguistik spricht man bei interkulturellen Fehldeutungen von einem „Interferenzproblem“. Die Linguistik hat vor allem interkulturelle Kommunikationssituationen daraufhin untersucht. Die Linguistin Els Oksaar unterscheidet in diesem Zusammenhang kulturelle Sinneinheiten(z.B. das man sich in manchen Situationen entschuldigen oder zu bedanken hat), die sie Kultureme nennt, von den kommunikativen Mitteln. Diese Mittel können sowohl verbal, paraverbal, nonverbal und extraverbal sein. Es besteht also ein großes Ausdrucksspektrum und damit auch unzählige Möglichkeiten für interkultureller Differenzen, damit ist die Bandbreite möglicher Konflikte jedoch erst im Ansatz erfasst. Die Kommunikationsmodelle von Schulz von Thun zeigen, dass in jeder Nachricht, die ein Sender an einen Empfänger sendet, sowohl ein Sachinhalt, eine Selbstoffenbarung, eine Beziehungsdefinition und ein Appell enthalten sind. Es ist also erkennbar wie viele Seiten kulturelle Kommunikation hat und wie leicht kulturelle Differenzen entstehen können. Während es in einer Kultur z.B. üblich ist seine Gefühle zu zeigen, gilt dies in einer anderen Kultur als gesichtsverletzend. Kommunikation ist immer von dem eigenen kulturellen Hintergrund geprägt der z.B. die Funktionsweise sozialer Institutionen, die Rollenanforderungen, Werteorientierung oder die religiöse Ausrichtung festlegt. Es kommt nicht darauf an vordergründige kommunikative Missverständnisse zu beheben, sondern um die Schwierigkeit tiefere Bedeutungsperspektiven zu erfassen.[6]

Kulturelle Prägung

Um die Prozesse des interkulturellen Lernens besser verstehen zu können, muss ein Verständnis gewonnen werden, wie und mit welchen Wirkung Kultur erworben wird. Der Begriff „Prägung“ macht deutlich , dass es sich um einen eher einseitigen Anpassungsvorgang eines Menschens an das bestehende kulturelle System handelt. Besonders tief greifend ist die kulturelle Prägung in der Kindheit, in der sich das Kind kaum den kulturellen Einflüssen entziehen kann. Verschiedene Autoren bezeichnen diesen Prozess der Prägung im kindlichen Alter als die Entstehung einer „kulturellen Basispersönlichkeit“. Problematisch ist es jedoch, die kulturelle Prägung im Kindesalter als kaum veränderbar anzusehen und sie schematisch einer Lebensphase zuzuordnen. Diese Sichtweise betrachtet nur die eine Seite einer interaktiven Herstellung von kulturellen Wirklichkeiten und erfasst daher die Dynamik von Kultur nicht ausreichend. Das Verhältnis zwischen Kultur und Persönlichkeit muss nicht als Abhängigkeitsverhältnis sondern als Wechselwirkungsverhältnis verstanden werden. Menschen werden einerseits kulturell geprägt und bringen andererseits aber selbst Kultur hervor, indem sie laufend Vorstellungen äußern. Solche Äußerungen sind objektiv und andere Individuen können sie wiederum empfangen und für sich deuten. Dieser Gedanke der alltäglichen Reproduktion heißt auch, dass sich die Bewahrung kultureller Traditionen und der kultureller Wandel und die eigene Kulturgebundenheit und die Offenheit für interkulturelle Lernprozesse nicht ausschließen, sondern sich wechselseitig bedingen. Soziale Interaktionen zwingen den Menschen ständig dazu, Vorstellungen zu äußern und sich mit den Erwartung von Interaktionspartnern abgleichen zu müssen. Berger & Luckmann sprechen deshalb von einer „Welt“, die permanent durch „wirklichkeits-wahrende Andere“ bestätigt und durch das pausenlose „Rattern einer Konversationsmaschine“ aufrecht erhalten wird. Kulturelle Muster werden zu einem großen Teil implizit übermittelt, z.B. über bestimmte Verhaltensweisen. Viele Verhaltensweisen oder Wissensstände werden schweigend vorausgesetzt , Hall spricht hier von einer „Silent Language“ , auf die automatisch auch in der Konfrontation mit Fremden zurückgegriffen wird. Diese Verhaltensmuster sind Handlungsroutinen, die für das Individuum tiefverwurzelte kulturelle Selbstverständlichkeiten sind.

Kulturzentrismus

Die Grundstrukturen einer Gesellschaft werden von den Angehörigen einer Kultur nicht in Frage gestellt, sondern als selbstverständliche Lebensbedingung hingenommen. In der Ethnologie wird dieses Selbstverständnis als „natürlicher Ethnozentrismus“ bezeichnet. Ethnozentrismus bedeutet in diesem Falle, dass jedes Individuum seinen Standpunkt als richtig ansieht und seine Erfahrungen und Handlungen nach ihm ausrichtet. Dieses Phänomen der Zugehörigkeit zu einer Kommunikationsgemeinschaft wird oft auch als Kulturzentrismus bezeichnet. Kulturzentrismus heißt zunächst nur: Standortgebundenheit und Perspektive des Orientierungssystems. Im Umgang mit anderen Kulturen kann daraus schnell eine Bewertungsverhalten entstehen, die eigene „Welt“ wird als so selbstverständlich angesehen, dass die fremdkulturelle „Welt“ leicht als merkwürdig bewertet werden kann. Dieses fraglose Anwendung des eigenen Bedeutungssystems führt zu Wahrnehmungseinfärbungen, in der die fremde Kultur schlechter wegkommt als die eigene. Für interkulturelle Begegnungen und die Prozesse des interkulturellen Lernens ist es deshalb von großer Bedeutung, ob man davon ausgehen muss, dass bei jedem Menschen als Kulturwesen eine ursprüngliche Schicht von Kulturzentrismus vorhanden ist. Diese Annahme ist wissenschaftlich nur schwer belegbar, man findet jedoch Anhaltspunkte dafür, dass Kulturzentrismus (unter bestimmten personalen und gesellschaftlichen Bedingungen) ein Auslöser für den Aufbau von ethnozentristischen, nationalistischen oder rassistischen Strukturen sein kann. Eine Gemeinschaft, die sich über eine Kultur definiert entwickelt auch ideologische „Abwehrkräfte“, die sie vor dem kulturellen Verfall schützt. Kulturelle Identität und Abgrenzung sind also zwei Phänomene die dicht beieinander liegen.

Die Grundprobleme des Kulturlernens

„Kultur- Lernen“ unterscheidet sich von anderen Lernprozessen in mehreren Aspekten. Kulturelle Muster und Bedeutungsperspektiven sind tief in das alltägliche Leben eines Menschens verwurzelt. Kulturspezifische Wahrnehmungen und Interpretationen neigen dazu, ungewohnte und widersprüchliche Informationen zu sinnvollen d.h. bekannten Mustern zu ergänzen und gegenläufige Erfahrungen auszublenden. Die eigene kulturelle Wirklichkeit wird nicht in Frage gestellt und als selbstverständlich hingenommen, diese Tatsache erläutert wieso der Kontakt zu fremdkulturellen Gruppen nicht automatisch zum „Kultur Lernen“ führt. Ein weiter Grund ist, dass „ Kultur Lernen“ auch immer identitätsbezogen ist. Wir reagieren auf fremdkulturelle Muster schnell mit Unverständnis und kulturelle „Regelverstöße“ können zu starken Emotionen, wie z.B. Angst, Empörung oder Ablehnung führen. Um solche Reaktionsmöglichkeiten zu vermeiden, wird eine Auseinandersetzung mit dem Fremdartigen häufig schon im Ansatz vermieden. Spezifische Schwierigkeiten erschweren das interkulturelle Lernen zusätzlich:

- Im Prozess des interkulturellen Lernens muss das als selbstverständlich angesehene kulturelle Muster relativiert und mit anderen Kulturen abgeglichen werden .Neue Bedeutungsperspektiven müssen entwickelt werden, denn das interkulturelle Lernen kann sich nicht auf Anpassungs- und Bestätigungslernen begrenzen, sondern es ist wichtig grenzüberschreitend zu lernen.
- Interkulturelles Lernen kann leicht Lernwiderstände auslösen, da es für das Individuum „bedrohliche“ Themen bearbeitet. Adler nennt als bedeutendste Bedrohungsthemen die Angst vor Orientierungsverlust, vor Identitätsverlust und vor Verlust der Gruppenunterstützung.
- Interkulturelles Lernen ist nur sinnvoll, wenn es auf freiwilliger Basis geschieht. Verpflichtende interkulturelle „Beschulungen“ sind daher im Grunde sinnlos, weil der „Beschulte“ aktiv bereit sein muss zu lernen.
- Der Prozess des interkulturellen Lernens stellt besondere Anforderungen an die „Teilnehmer“. Es muss eine Offenheit für fremdkulturelle Erfahrungen vorhanden sein und eine Bereitschaft sich mit den eigenen kulturellen Selbstverständlichkeiten auseinanderzusetzen.
- Interkulturelles Lernen ist ein langwieriger Prozess, der kein Thema für pädagogische „Crash-Kurse“ ist. Das interkulturelles Lernen überhaupt in einem künstlich geschaffen pädagogischem Raum möglich ist, bedeutet im Umkehrschluss auch, dass ein Verlernen im Alltag wieder leicht möglich ist. Am erfolgreichsten ist ein Lernvorgang, wenn er in einer Kette von Lernprozessen aufgenommen wird.

Prozesse des interkulturellen Lernens

Es gibt keine ideale und für alle Situationen richtige interkulturelle Lernmode, zugleich ist aber wichtig ein Konzept zu kennen, an dem sich die Lernprozesse orientieren können. Zwei dieser möglichen Konzepte des interkulturellen Lernens möchte ich im Folgenden darstellen.

Das erste Modell unterteilt den Prozess des interkulturellen Lernens in sieben verschiedene Phasen.

Phase 1:

Die eigene kulturelle Prägung wird erkannt und akzeptiert.

Phase 2:

Fremdkulturelle Muster werden als fremd wahrgenommen, ohne sie positiv oder negativ bewerten zu müssen. Der Kulturzentrismus ist nur gering ausgeprägt.

Phase 3:

Eigene Kulturstandards werden identifiziert und ihre Wirkung auf Menschen aus anderen Kulturen kann abgeschätzt werden.

Phase 4:

Das Interpretationswissen über bestimmte andere Kulturen wird erweitert um relevante Kulturstandards identifizieren zu können.

Phase 5:

Verständnis und Respekt für fremdkulturelle Muster wird aufgebaut.

Phase 6:

Eine Erweiterung der eigenen kulturellen Optionen wird erreicht, beispielsweise die Fähigkeit mit kulturellen Regeln flexibel umgehen zu können oder fremde Kulturstandards selektiv übernehmen zu können.

Phase 7:

Die Fähigkeit zum Aufbau von konstruktiven und wechselseitig befriedigenden Beziehungen zu Menschen aus anderen Kulturen und der sichere Umgang in kulturellen Konflikten wird erlernt[7].

Das zweite Modell ist das „Drei-Phasen Model“ von Mezirow.

Phase 1:

Das Bild, das ein Lernender sich von sich selbst und der Welt gemacht hat wird gestört.

Phase 2:

Es folgt eine kritische Selbstprüfung, die „reflexive“ Bearbeitung. Der Lernende entwickelt eine Wahrnehmung für die fremde Kultur und ist sich gleichzeitig seiner kulturellen Prägung bewusst. Ohne dieses Bewusstsein eröffnet sich gar nicht die Möglichkeit neue Denk- und Verhaltensweisen zu erkennen.

Phase 3:

Der Lernende nimmt Informationen an, die von seiner Wirklichkeitsauffassung abweichen und erprobt so neue Perspektiven.

Dieser Prozess erfasst sowohl Veränderungen auf der kognitiven, der affektiven und auf der Verhaltensebene einer Person. Der Lernprozess muss auf allen drei Ebenen stattfinden und versuchen die Lernerfahrungen miteinander zu verknüpfen. Es hat wenig Sinn, nur bestimmte kulturelle Muster zu verändern und nicht auch die ihnen zugeordneten Gefühle. Auf der kognitiven Ebene stellt sich besonders das Problem, dem Lernenden Bedeutungsperspektiven zu vermitteln, die zum Teil ein vollkommener Gegensatz zu seinen vorherigen Vorstellungen sind. Gudykunst & Wiseman lösen dieses Problem mit einer so genannten „Dritt-Kultur-Perspektive“, diese Außenperspektive erlaubt es nicht nur die Unterschiede, sondern auch die Gemeinsamkeiten zwischen zwei Kulturen zu erkennen. Sie schafft eine Distanz zur eigenen Kultur und eine Offenheit für neue kulturelle Erfahrungen, eine Metakommunikation kann entstehen. Eine Metakommunikation hat bestimmte soziale bzw. situative Vorrausetzungen. Es ist auf der affektiven Ebene zu beachten, das Konfrontationen mit Fremdartigkeit zu Irritation und Befremdung oder Gefühlen der Ohnmacht und Wut führen kann und auch Kränkungen sind möglich. Wenn interkulturelle Kommunikation also gelingen soll ist ein entspanntes soziales „Klima“ wichtig. Auf der Verhaltensebene geht es schließlich darum Fähigkeiten zu erlernen, die einen störungsfreien und kultursensiblen Umgang ermöglichen.

Will man nun ein pädagogisches Lernangebot gestalten, ist es notwendig auf allen Ebenen gleichermaßen zu agieren um Lernende zu unterstützen. Es müssen Vermittlungsmethoden gefunden werden, die den Lernstil des Lernenden treffen und sein Interesse wecken. Dazu ist allerdings ein großes Maß an Vorwissen über den Lernenden und seine kulturellen Vorerfahrungen notwendig.

Interkulturelle Kompetenz

Das Ziel des Prozesses des interkulturellen Lernens ist der ständige Erwerb von interkultureller Kompetenz. Unter interkultureller Kompetenz wird eine Vielzahl von Fähigkeiten verstanden, die es einer Person ermöglichen, in einer kulturellen Überschneidungssituation unabhängig, kultursensibel und wirkungsvoll zu agieren. Viele Forschungsarbeiten haben versucht, diese Fähigkeiten näher zu bestimmen und es wurden mit unterschiedlicher Priorität folgende Elemente genannt: eine kritische Selbstwahrnehmung und realistische Selbsteinschätzung, emotionale Stabilität und die die Fähigkeit mit Unsicherheit umgehen zu können. Weiterhin die Vertrautheit mit unterschiedlichen kulturellen Mustern und ein großes Verhaltensrepertoire. Diese Fähigkeiten sind nichts anderes als eine besonders differenzierte, um die kulturellen Kompetenzen erweiterte Sozialkompetenz.[8]

[...]


[1] Maletzke: Interkulturelle Kommunikation. Zur Interaktion zwischen Menschen verschiedener Kulturen. Seite 15-16.

[2] Vink, Jan: Interkulturelle Jugendarbeit: Theoretische Hintergründe und konzeptionelle Ansätze. Seite11-12.

[3] Grosch/Leenen: Bausteine zur Grundlegung interkulturellen Lernens. Seite 32.

[4] Vink, Jan: Interkulturelle Jugendarbeit: Theoretische Hintergründe und konzeptionelle Ansätze. Reader Seite 32-33.

[5] Vink, Jan: Interkulturelle Jugendarbeit: Theoretische Hintergründe und konzeptionelle Ansätze. Reader Seite 23-24.

[6] Grosch/Leenen: Bausteine zur Grundlegung interkulturellen Lernens. Seite 29-32

[7] Grosch/Leenen: Bausteine zur Grundlegung interkulturellen Lernens. Seite 40

[8] Grosch/Leenen: Bausteine zur Grundlegung interkulturellen Lernens. Seite 33- 42.

Ende der Leseprobe aus 79 Seiten

Details

Titel
Interkulturelle Kommunikation
Hochschule
Universität Lüneburg
Note
2
Autor
Jahr
2007
Seiten
79
Katalognummer
V74606
ISBN (eBook)
9783638719292
ISBN (Buch)
9783638795128
Dateigröße
1455 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Interkulturelle, Kommunikation
Arbeit zitieren
Esther Miro (Autor), 2007, Interkulturelle Kommunikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74606

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