Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist, die folgende These zu überprüfen: "Das Heraushalten Deutschlands aus dem letzten Golfkrieg stellt einen Orientierungswandel in der deutschen Außenpolitik hin zu einer Politik des nationalen Interesses dar."
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Kontext und Grundlagen der deutschen Außenpolitik
3. Entwicklung der deutschen Außenpolitik nach dem Ende des Kalten Krieges
3.1 Analyse der Außenpolitik durch Thomas Risse
3.1.1 Europapolitik
3.1.2 Bundeswehreinsätze
3.1.3 Transatlantische Beziehungen
3.2 Kritische Perspektiven: Gunther Hellmann und Hanns W. Maull
4. Fazit und Neubewertung der deutschen Außenpolitik
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob das Heraushalten Deutschlands aus dem Irak-Krieg sowie die damit verbundene Weigerung der Regierung Schröder einen grundsätzlichen Orientierungswandel der deutschen Außenpolitik hin zu einer konsequenten Politik des nationalen Interesses einleiten. Dabei wird analysiert, inwieweit diese Entwicklung im Widerspruch zu den traditionellen Grundsätzen der Multilateralität und Friedfertigkeit steht oder ob es sich lediglich um einen Prozess der Normalisierung handelt.
- Historische Einordnung der deutschen Außenpolitik nach 1945
- Die Rolle des Multilateralismus und der westlichen Integration
- Analyse der Außenpolitik unter Berücksichtigung von Europapolitik und Bundeswehreinsätzen
- Debatte um das transatlantische Verhältnis und den Irak-Einsatz
- Das Konzept der Normalisierung und die Debatte um nationale Interessen
Auszug aus dem Buch
Diskussion über einen Wandel der deutschen Außenpolitik
Im Falle der Europapolitik kommt er, anders als Hanns W. Maull, der hinsichtlich der europäischen Integration eine Neuorientierung „zugunsten eines Vorrangs […] nationaler Interessenkalküle“ zu erkennen meint, zu dem Schluss, dass die Bundesregierung bis auf die Problematik des Stabilitäts- und Wachstumspaktes, innerhalb derer sie das Prinzip der zwischenstaatlichen Vertragstreue verletzt, „an einer aktiv-gestalterischen und integrationsfreundlichen Politik festhält“ und weiterhin ein „europäisches Deutschland“ ist.
In Sachen Bundeswehreinsätze im Ausland kann laut Risse weiterhin keine Rede von einer Vorrangigkeit nationaler Interessen der Bundesrepublik sein: waren zum Ende der Regierung Kohl 1998 noch ca. 2.800 Soldaten im Ausland stationiert, sind es unter rot-grüner Regierung zeitweise über 10.000 gewesen. Eine Veränderung der „Wahl der außen- und sicherheitspolitischen Mittel“ ist nicht zu leugnen, wohl aber eine der Ziele der Politik.
Durch die kategorische Ablehnung der Beteiligung Deutschlands am amerikanischen Krieg gegen den Irak durch den Bundeskanzler, was zweifellos eine unilaterale, eigenmächtige Aktion war, die sich letztlich sogar gegen eine anders lautende Entscheidung des UN-Sicherheitsrates hätte wenden wollen, kann der Verdacht aufkommen, die Bundesrepublik würde einen Kurs der auf nationale Interessen ausgerichteten Außenpolitik fahren. Risse sieht diese sehr früh geschehene „Festlegung des Bundeskanzlers gegen einen Krieg im Irak“ zwar kritisch und verweist dabei auf ihre Unvereinbarkeit mit einerseits dem Prinzip des Multilateralismus und andererseits mit der Möglichkeit, im darauf folgenden politischen Entscheidungsprozess noch irgendeinen Einfluss geltend zu machen, sieht generell (auch im Rückblick auf vor dem 11. September 2001 stattgefundene Auseinandersetzungen zwischen Deutschland und den USA) jedoch keine „grundsätzliche Abkehr von der transatlantischen Sicherheitsgemeinschaft“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt die zentrale These dar, dass das Heraushalten Deutschlands aus dem Golfkrieg einen Wandel der Außenpolitik hin zu nationalen Interessen markiert.
2. Historischer Kontext und Grundlagen der deutschen Außenpolitik: Dieses Kapitel erläutert die Verankerung der deutschen Außenpolitik in der Integration des Westens und dem Prinzip des Multilateralismus nach 1945.
3. Entwicklung der deutschen Außenpolitik nach dem Ende des Kalten Krieges: Hier werden aktuelle Entwicklungen und die wissenschaftlichen Debatten (insbesondere durch Thomas Risse und Gunther Hellmann) detailliert analysiert.
4. Fazit und Neubewertung der deutschen Außenpolitik: Das Fazit fasst zusammen, dass die Anzeichen für eine Politik nationaler Interessen eher als eine notwendige Normalisierung des Verhältnisses Deutschlands zur eigenen Nation zu interpretieren sind.
Schlüsselwörter
Deutsche Außenpolitik, nationales Interesse, Multilateralismus, Irak-Krieg, Bundeswehr, Europäische Integration, transatlantische Beziehungen, Normalisierung, Gerhard Schröder, Sicherheitspolitik, Souveränität, Europapolitik, Kontinuität durch Wandel, politische Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Veränderungen der deutschen Außenpolitik, insbesondere im Kontext der Regierungszeit Schröders und der Weigerung, am Irak-Krieg teilzunehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Multilateralismus, die europäische Integration, die transatlantischen Beziehungen und der Einsatz der Bundeswehr im Ausland.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Deutschland einen neuen Kurs der Außenpolitik eingeschlagen hat, der primär auf nationalen Interessen basiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse politikwissenschaftlicher Debatten und Fachliteratur zur Bewertung der außenpolitischen Kursänderungen nach dem Ende des Kalten Krieges.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Gegenüberstellung verschiedener Expertenmeinungen, wie etwa von Thomas Risse, Hanns W. Maull und Gunther Hellmann zu den Feldern Europapolitik und Bundeswehreinsätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören "Normalisierung", "nationales Interesse", "multilateral" und "transatlantische Sicherheitsgemeinschaft".
Inwiefern hat der Irak-Krieg die Wahrnehmung der deutschen Außenpolitik verändert?
Die kategorische Ablehnung des Krieges wurde von vielen als unilateraler Schritt wahrgenommen, der die Frage nach einer Abkehr von traditionellen Bündnisprinzipien aufwarf.
Wie bewerten die Experten den Begriff der "Normalisierung" in diesem Kontext?
Experten wie Gunther Hellmann sehen darin eine potenzielle Glaubwürdigkeitskrise, während andere wie Thomas Risse dies als Ausdruck eines neuen Selbstbewusstseins innerhalb der europäischen Strukturen werten.
- Quote paper
- Anja Wedekind (Author), 2005, Das Heraushalten Deutschlands aus dem letzten Golfkrieg stellt einen Orientierungswandel in der deutschen Außenpolitik hin zu einer Politik des nationalen Interesses dar (These), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74688